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Hass

Summary:

Peter wird damit konfrontiert, dass nicht alle Menschen so weltoffen wie seine Freunde sind. Bob hilft ihm darüber hinwegzukommen.

Bisschen Angst, bisschen Fluff: In meinen Augen die perfekte Kombi.

Notes:

Welcome zu meinem AO3 debut! Ich hoffe es gefällt euch. Für den Fall, dass ihr die (doch recht überschaubaren) Tags nicht aufmerksam gelesen habt: TW für Homophobie und homophobe Beleidigungen.

Work Text:

„Hat euch die 7 auch so komisch angeschaut?“

„Ja, der hat mir voll auf den Arsch gestarrt!“

„Mich hat er sogar angefasst…“

„Bah, was eine Schwuchtel!“

„Gut, dass wir sowas nicht in unserem Team haben!“

 

Die Worte schnitten tiefer als jedes Messer. Trafen ihn härter als ein Schuss. Peter biss sich auf die Lippe, versuchte gegen die Tränen zu atmen und doch verschleierten sie seinen Blick auf die weiße Wand der Umkleide, die er verbissen anstarrte. Sein Trikot klebte schweißnass an seinem Körper, doch er hatte es noch nicht geschafft, es auszuziehen. All seine Kraft musste er investieren, um seine Emotionen im Griff zu halten. Er durfte nicht zeigen, wie sehr die Worte ihn verletzten, sonst wäre er der Nächste, über den so geredet wurde.

Die ersten Jungs verschwanden bereits in der Dusche, doch Peter stand noch immer mit dem Kopf zur Wand vor seiner Bank.

„Hey, Pete! Auch traumatisiert von der Schwuchtel oder warum ziehst du dich nicht aus?“, rief im einer seiner Teamkollegen aus der Dusche zu.

Er antwortete nicht…

Ein Fehler.

„Lass ihn doch Matt, der steht safe drauf!“, lachte ein anderer.

Das war zu viel für Peter. Er zog sich seinen Hoodie über das verschwitzte T-Shirt und rannte aus der Umkleide. Verfolgt vom Lachen seiner Mannschaft.

Er rannte weiter. Bis zu den Fahrradständern am Sportplatz. Mittlerweile liefen die Tränen frei über sein Gesicht. Warum musste er so sein? Warum konnte er nicht so sein wie Jeffrey und auf den Rest der Welt scheißen? Oder besser noch einfach normal und noch mit Kelly zusammen sein?

 

Mittlerweile saß er auf dem Fahrrad und trat wie verrückt in die Pedale. Immer wieder wandte er den Blick nervös nach links auf die Straße. Immer in der Angst einer der Jungs würde mit dem Auto an ihm vorbei fahren. Als er die Wohnsiedlung erreichte, entschied er sich gegen den Weg nach Hause und bog in die Richtung von Bobs Haus ab. Peter wollte, nein konnte seinen Eltern nicht erklären, was passiert war. Er brauchte Bob. Bob würde ihn verstehen. Er würde ihn nicht verurteilen. Bob war sein sicherer Hafen, er würde ihn immer auffangen, wenn er fiel und in letzter Zeit fiel Peter viel zu oft.

Als er das Haus erreichte, in dem Bob mit seinen Eltern wohnte, lehnte er sein Fahrrad achtlos an den Gartenzaun und klingelte.

Es dauerte nur ein paar Sekunden bis die Tür aufgerissen wurde und Peter einem überraschten Bob gegenüber stand. Doch der Ausdruck im Gesicht des Anderen verwandelte sich fast sofort in Sorge.

„Peter! Was ist los?“, Bob nahm ihn bei der Hand und zog ihn in den Flur.

Da konnte sich Peter nicht mehr zurückhalten und ließ den Tränen erneut freien Lauf.

„Oh, Peter.“

Peter spürte, wie sich starke Arme um ihn legten und er an Bobs Brust gezogen wurde. Voller Verzweiflung klammerte er sich an Bob und begann zu schluchzen. Dieser begann ihn vorsichtig die Treppe hinauf in sein Zimmer zu führen und bugsierte Peter auf das Bett.

„Willst du mir erzählen, was passiert ist?“, die Fürsorge und Liebe in Bobs stimme waren fast zu viel für Peter.

„Sie hassen mich, Bob!“, schluchzte er in Bobs Pulli.

„Wer hasst dich?“
„Die Jungs vom Fußball…“

„Wieso das?“

Doch Peter schaffte es nicht, darauf zu antworten. Er weinte bitterlich bis er nicht mehr konnte. Die ganze Zeit über lag Bobs warme Hand auf seinem Rücken und streichelte ihn beruhigend. Als Peters schluchzen nach einigen Minuten nachließ fragte Bob ihn: „Möchtest du darüber reden?“

Peter begann herumzudrucksen, eigentlich wollte er den Vorfall einfach nur vergessen. Sich auf dem Bett einrollen wie eine Katze und in Bobs Arme gekuschelt einschlafen. Aber Bob hatte verdient zu erfahren, warum Peter ihn eine halbe stunde lang vollgeheult hatte. Also riss er sich zusammen, atmete einmal tief durch und begann zu erklären: „Ich dachte ich könnte irgendwann mehr Leuten von uns erzählen als nur Just und Jeffrey, aber ich werde das nicht schaffen. Ich bin nicht stark genug dafür. Nicht mutig genug.“

„Oh, Peter“, Bobs stimmen war voller Mitleid, „Auch wenn du es jetzt noch nicht bist, wirst du es irgendwann sein. Ich warte auf dich. Aber wo kommen diese Gedanken so plötzlich her? Ich dachte wir hätten das geklärt?“

„Wir hatten heute ein Trainingsspiel gegen die Lakeside High… Da war ein Spieler, die Nummer 7. Der hat sehr körperbetont gespielt und dann später in der Kabine haben sie darüber geredet“, es war schwierig für Peter darüber zu sprechen und er kämpfte schon wieder mit den Tränen, aber jetzt wo er angefangen hatte, wollte er es auch zu Ende bringen, „Sie haben ihn eine Schwuchtel genannt und mich hat das so getroffen, dass ich mich nicht mehr bewegen konnte. Da haben sie gesagt ich würde auf sowas stehen. Und ich bin weggerannt. Das war so unglaublich dumm… Jetzt denken sie sie hatten recht. Und sie haben ja sogar recht!Ich kann mich da nie wieder sehen lassen!“

Peter hatte erneut zu weinen begonnen, doch wieder war Bob da, der ihn sicher in seinen Armen hielt.

„Oh, Peter… Es ist vollkommen okay, dass dich sowas verletzt. Du musst dich bei solche Leuten auch nicht outen. Das wichtigste ist, dass du sicher bist. Du bis deshalb nicht schwach oder ängstlich!“

Peter spürte, wie Bob ihm einen sanften Kuss in die Haare hauchte und schaute hinauf in Bobs wunderschöne blaue Augen und ihm wurde bewusst, dass an der Liebe, die er für ihn fühlte nichts eklig und falsch sein konnte, egal was andere sagten. Durch die Tränen hindurch begann Peter zu lächeln:
„Du bist so unglaublich schön, Bob. Ich liebe dich.“

Peter spürte Bobs Hände an seinen Wangen, die Fingerkuppen wie immer etwas rau vom Gitarrespielen. Sie wischten ihm seine Tränen weg, bevor Bob seine Worte erwiderte: „Ich liebe dich auch, mein Peterchen. Und solange du das weißt ist es mir egal, wie viele sonst davon wissen oder nicht.“

Bob beugte sich zu Peter hinab und küsste ihn vorsichtig, aber mit all der Liebe, die er für ihn empfand. Und langsam wich die Anspannung aus Peters Muskeln und er ließ sich in Bobs Armen fallen.