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Language:
Deutsch
Stats:
Published:
2022-05-13
Updated:
2024-09-21
Words:
75,407
Chapters:
15/?
Kudos:
76
Bookmarks:
4
Hits:
13,467

𝐵𝑅𝐸𝐴𝐾 𝑀𝑌 𝑆𝑇𝑅𝐼𝑁𝐺𝑆 ・ 𝗠𝘂𝗹𝘁𝗶𝗳𝗮𝗻𝗱𝗼𝗺 𝗈𝗇𝖾𝗌𝗁𝗈𝗍 𝖻𝗈𝗈𝗄

Summary:

𝙵𝚕𝚞𝚏𝚏 | 𝙰𝚄'𝚜 | 𝚁𝚘𝚖𝚊𝚗𝚌𝚎 | 𝙰𝚗𝚐𝚜𝚝 | 𝚈𝚊𝚘𝚒 | 𝚈𝚞𝚛𝚒 | 𝙻𝚎𝚖𝚘𝚗

↬ a collection of

- 𝖳𝗈𝗄𝗒𝗈 𝖱𝖾𝗏𝖾𝗇𝗀𝖾𝗋𝗌
- 𝖮𝗐𝖺𝗋𝗂 𝗇𝗈 𝖲𝖾𝗋𝖺𝗉𝗁/𝖲𝖾𝗋𝖺𝗉𝗁 𝗈𝖿 𝗍𝗁𝖾 𝖤𝗇𝖽
- 𝖡𝗈𝗄𝗎 𝗇𝗈 𝖧𝖾𝗋𝗈 𝖠𝖼𝖺𝖽𝖾𝗆𝗂𝖺/𝖬𝗒 𝖧𝖾𝗋𝗈 𝖠𝖼𝖺𝖽𝖾𝗆𝗂𝖺
- 𝖡𝗅𝗎𝖾 𝖫𝗈𝖼𝗄
- 𝖪𝗂𝗆𝖾𝗍𝗌𝗎 𝗇𝗈 𝖸𝖺𝗂𝖻𝖺/𝖣𝖾𝗆𝗈𝗇 𝖲𝗅𝖺𝗒𝖾𝗋
- 𝖲𝗁𝗂𝗇𝗀𝖾𝗄𝗂 𝗇𝗈 𝖪𝗒𝗈𝗃𝗂𝗇/𝖠𝗍𝗍𝖺𝖼𝗄 𝗈𝗇 𝖳𝗂𝗍𝖺𝗇

Chapter 1: ─ 𝖳𝗈𝗄𝗒𝗈 𝖱𝖾𝗏𝖾𝗇𝗀𝖾𝗋𝗌 ・ 東京卍リベンジャーズ

Chapter Text

↬ ₀₀₁. Baji Keisuke x Reader | 𝙼𝚎𝚖𝚎𝚗𝚝𝚘 𝐏𝐚𝐫𝐭 𝐈
𝙸𝚑𝚛 𝚝𝚎𝚒𝚕𝚝𝚎𝚝 𝚜𝚌𝚑𝚘𝚗 𝚒𝚖𝚖𝚎𝚛 𝚊𝚕𝚕𝚎𝚜 𝚖𝚒𝚝𝚎𝚒𝚗𝚊𝚗𝚍𝚎𝚛, 𝚗𝚒𝚌𝚑𝚝 𝚗𝚞𝚛 𝚍𝚎𝚗 𝙽𝚎𝚛𝚟𝚎𝚗𝚔𝚒𝚝𝚣𝚎𝚕.

↬ ₀₀₂. Baji Keisuke x Reader | 𝙼𝚎𝚖𝚎𝚗𝚝𝚘 𝐏𝐚𝐫𝐭 𝐈𝐈
𝚆𝚒𝚎 𝚔𝚘𝚖𝚖𝚝 𝚖𝚊𝚗 𝚖𝚒𝚝 𝚎𝚝𝚠𝚊𝚜 𝚔𝚕𝚊𝚛, 𝚠𝚊𝚜 𝚗𝚒𝚎 𝚠𝚒𝚎𝚍𝚎𝚛 𝚜𝚎𝚒𝚗 𝚠𝚒𝚛𝚍?

↬ ₀₀₃. Matsuno Chifuyu x Reader | 𝚂𝚘𝚖𝚎𝚝𝚑𝚒𝚗𝚐 𝙴𝚗𝚍𝚜, 𝕊𝕠𝕞𝕖𝕥𝕙𝕚𝕟𝕘 𝔹𝕖𝕘𝕚𝕟𝕤 𝐏𝐚𝐫𝐭 𝐈
𝚄𝚗𝚍 𝚠𝚒𝚎 𝚐𝚎𝚑𝚝 𝚍𝚊𝚜 𝙻𝚎𝚋𝚎𝚗 𝚠𝚎𝚒𝚝𝚎𝚛 𝚗𝚊𝚌𝚑𝚍𝚎𝚖 𝚖𝚊𝚗 𝚐𝚎𝚝𝚛𝚊𝚞𝚎𝚛𝚝 𝚑𝚊𝚝?

↬ ₀₀₄. Haitani Rindō ・ 𝖸𝗈𝗎𝗋 𝖫𝖾𝗀𝖺𝖼𝗒 𝗉𝖺𝗋𝗍 𝖨

↬ ₀₀₅. Haitani Rindō ・ 𝖸𝗈𝗎𝗋 𝖫𝖾𝗀𝖺𝖼𝗒 𝗉𝖺𝗋𝗍 𝖨𝖨

↬ ₀₀₆. Beta!Kokonoi Hajime ・ 𝖲𝖺𝗆𝖾 𝖮𝗅𝖽 𝖫𝗈𝗏𝖾

↬ ₀₀₇. Sanzu Haruchiyo ・ 𝖡𝖾𝗒𝗈𝗇𝖽 𝖦𝗈𝗈𝖽 𝖺𝗇𝖽 𝖤𝗏𝗂𝗅

Chapter 2: Baji Keisuke x Reader | 𝙼𝚎𝚖𝚎𝚗𝚝𝚘 𝐏𝐚𝐫𝐭 𝐈

Notes:

Zu Baji kann ich definitiv eines sagen - er ist verdammt unberechenbar.
Und so verdammt interessant.
Wie viel Tiefe dieser Character eigentlich besitzt scheint vielen zu entgehen, aber holy, er ist wahrscheinlich einer der interessantesten in Tokyo Revengers und gerade, weil es so ist, lag mir besonders viel an dieser Geschichte.
Trotz seiner wilden Persönlichkeit ist er auf seine Art eine herzliche Person, so wie (fast) alle von Tōman eben. Richtige Ehrenmänner halt!
Wenn ihr den Manga nicht gelesen habt, wird es Zeit! Denn der lohnt sich wirklich.
Meine Nerven liegen blank, mein Herz Blutet and i'm totally broken after reading all of this.
So here we go again :')

Btw, musste diesen oneshot tatsächlich in zwei Teile brechen, weil es doch länger als erwartet wurde. Sorry im Voraus 🤷🏻♀️😄
Oh, und ich will hier niemanden triggern. Also wenn ihr mit Thema Verlust nicht klar kommt - weil ich die vier Phasen der Trauer nach Verena Kast grob angeschnitten habe - sollte es vielleicht nicht lesen.
Das hier wird nämlich ein etwas anderes Happy End.

Anyway, fühlt euch nicht gezwungen es zu lesen, aber will euch auch nicht davon abhalten 🙃 denn es wird nicht nur Traurig und am Ende wirds 'nen Plot geben.

Songs:

James Bay - Us

The Cab - Angel with a Shotgun

Chapter Text

,,Ich verlasse Toman."

Drei Worte die dir den Boden unter den Füßen weg rissen.

Und dieser eiskalte Blick mit dem er sagte

,,Ab heute bin ich euer Feind."

Dich einfach ignorierend als seist du nur ein altes Spielzeug an dass man seine Interesse verloren hatte.
Nichts weiter als Dreck unter seinen weißen Stiefeln.

,,Baji!"

Nicht einmal bei dem Ruf seines Namens blieb er für dich stehen.

Das Zittern verschlimmerte sich mit jedem Schritt, den er nach vorne machte.

Ohne dich.

Und dich neben dem Vice-Captain der ersten Division stehen ließ.
Zurückließ.

Und der Fakt, dass jeder wusste welche Beziehung ihr zueinander hattet, verschlimmerte alles nur noch.

Es war keine normale Beziehung.
Man konnte nicht einmal sagen, dass ihr überhaupt zusammen wart geschweige denn irgendwie darüber redetet, denn keiner von euch beiden wollte etwas Festes.

Angeblich.

Das Einzige was ihr hattet waren diese unzähligen Erinnerungen, die ihr teiltet.

Die guten in denen er sich dir gegenüber ein wenig öffnete und du es zuließt, weil du es insgeheim genosst, wie er in deiner Gegenwart war und wie du dich in seiner fühltest.

So gelassen und Ruhig.

Komplett.
Und überhaupt nicht normal.

Weil er einem Typen, der sich mit dir unterhielt, ohne Grund eine reinschlug und einfach weiter machte.
Bis seine Freunde hinter euch auftauchten und ihr sie gemeinsam einen nach dem anderen verprügelt habt, weil ihr beide in diesen Adrenalinkick verliebt wart.

Dieses Gefühl, wenn es durch den Körper fließt und dich lebendig fühlen ließ.

Weil er dich immer zu einem Rennen auf euren Motorrädern herausfordert und es jedes Mal aufregender, gefährlicher war, wenn ihr durch die Straßen Shibuyas rast als gebe es kein Morgen.

Wie ihr danach zusammen an deinem Lieblingsplatz saßt - am Wasser.
Und ihm sagtest das Meer erinnere dich immerzu an ihn, weil es ab und zu Ruhig und ab und zu unberechenbar sein kann.
So wie er.
Und weil du bei der Farbe des Wassers immer an ihn denken musst.

Blau war deine Lieblingsfarbe, weil du sie mit ihm in Verbindung brachtest.

Du warst (l/n) (y/n).
Liebtest nichts sehnlicher als Adrenalin, den Kick, den du bekamst, wenn du dich mit jemandem anlegtest, dass Gefühl wie dein Blutdruck jedes Mal dabei anstieg.
Du anfingst zu kämpfen, um zu fühlen, wie der Rausch deinen Kopf zum Drehen brachte.
Diese Rennen gegen ihn fuhrst damit es deinen Körper zum Kribbeln brachte und du dich schwerelos fühltest.

Aber dann war da die (l/n) die neben ihm saß, gemeinsam dem Rauschen der Wellen zuhörtet, während ihr euch so nahe wart, dass deine Haut bei jeder einzelnen Berührung Feuer fing und langsam zu verbrennen drohte.

Und dass gab dir einen völlig neuen Adrenalinschub.

Mehr,
Besser, wie alles was davor war.

Bis es dich verschlang und süchtig machte.

Selbst Mikey und die anderen konnten diesen Moment nicht zerstören, indem sie reinplatzen, der Blondschopf natürlich an der Spitze laufend.

,,Oh♡ Hier sind sie Kenchin!"

Ts.
Als wüsste er es nicht.
Aber Mikey war eben nun mal Mikey.
Ein richtiger Witzbold, wenn es um seine Freunde ging.

Und so absurd der Blondschopf gerade aussah mit seinem Dorayaki, dass er sich in Mund stopfte und überhaupt nicht wie der gefährliche Anführer der Tokyo Manji Gang aussah, sondern wie ein kleines Glückliches Kind und wie unbeschwert die anderen Mitglieder miteinander redeten und bei dem Sonnenuntergang in die ferne sahen, wusstest du, dass du rein gar nichts anders haben wolltest.

Das du niemals diese Momente mit ihnen missen wolltest.

Perfekt.
Das war es, wie du dich an Bajis Rücken lehntest und Mikey dich breit angrinste mit dem Mund voller Krümel, ähnlich wie Draken der euch aus dem Seitenwinkel ansah, während einer seiner Mundwinkel nach oben zuckte.

Aber im Leben gab es nun mal nicht nur die schönen Zeiten.
Teiltet nicht nur die guten, sondern auch die schlechten Erinnerungen miteinander.

Die in denen ihr euch fast die Köpfe einschlugt, weil dein Temperamentvoller Charakter auf seinen wilden traf.

Als er wieder mal unnötig Streit suchte, um am Ende etwas kaputt zu machen.
In seinem Rausch griffen seine Finger alles was in seiner Reichweite war und somit auch ein Andenken an deinen Vater.
Dein Flehen es nicht zutun stachelte sein Verlangen es zu zerstören nur noch mehr an und wenige Sekunden später zersprang es an der Hellen Wand deines Zimmers.
Wie erstarrt blicktest du auf die vielen Scherben am Boden die dein Herz hätten symbolisieren können.
Denn so fühlte es sich in dem Moment an - zersprungen.

Und Baji? Der suchte schon das nächste Objekt, an dem er seine Wut auslassen konnte, aber als er deinen Blick sah, der sich von fassungslos in einen Ausdruck des Hasses verwandelte, hielt er tatsächlich inne.

,,Verschwinde Baji. Und denk nicht mal daran dich hier wieder Blicken zu lassen."

Sein 'Huh?' brachte dich fast an deine Grenzen.

,,Ist das dein Ernst?"

Und einen Schritt weiter auf ihn zu, während du ihn mit zusammengezogenen Augenbrauen ansahst als wäre er ein Monster.

,,Ja. Was war dieses verstaubte Teil überhaupt?"

Und einen weiteren Schritt, was den Schwarzhaarigen nicht zurückweichen ließ.

,,Rede weiter und ich verliere meine Beherrschung, das ist dann mein Ernst Baji."

Zuerst ahnte er nicht, warum du ihn mit diesem Mörder Blick ansahst als würdest du ihn am liebten ein Kopf kürzer machen.
Und er wusste es auch dann noch nicht, als du mit einem ausgestreckten Finger zur Tür zeigtest, die er danach mit einem schnauben anpeilte.

Erst nachdem du sie Zuknalltest und durch den schlag ein paar Bilder runterfielen, die dabei zu Bruch gingen und er eines davon aufhob, wusste er das er übertrieben hatte.
Das Bild, über welches er mit seinem Daumen fuhr, zeigte dich klammernd an einen Mann, der deine lächelnde Mutter in seinen Armen hielt.

,,Shit."

Ab hier wusste er, dass das hässliche Ding was ihn so nervte und daraufhin gegen die Wand flog, deinem Vater gehören musste.

Nachdenklich betrachtete er weiterhin das Bild in seinen Händen, die dafür verantwortlich waren, dass du wahrscheinlich am Boden zerstört warst.
Auch hier wusste er es nur allzu gut, wie es dir jetzt gehen musste.
Reden tatest du kaum über diesen Mann und auch so zeigtest du kaum eine Emotion, wenn es um ihn ging.
Aber alleine das Bild reichte schon, um es zu wissen das es dir mehr als nur nahe ging.
Ihr saht nämlich alle drei glücklich aus. Dieses lächeln von dir war so aufrichtig und herzlich, eines welches du auch ihm schenktest.

Baji kannte die Einzelheiten, wusste dass dein Vater verschwand, aber immer erzähltest du es in einem gleichgültigen Ton, dass es niemand hätte bemerken können.

Niemand bis auf ihn.
Deine trüben Augen verrieten dich.

Den einzigen funken den er in ihnen sah war, wenn du bei ihm und den anderen warst.
Wenn du diese waghalsigen Sachen mit Baji tatest.
War es egoistisch von ihm, wenn er wollte das du ihn weiterhin mit diesem Glanz in deinen Iren ansahst auch wenn es hieß, dass du dich in gefahren begabst?

Vermutlich.

Aber so egoistisch es auch war, egal wie bescheuert es auch klang - du warst wieder glücklich in diesen Momenten.
Auch das wusste er wieder mal.

Der Grund, warum er also zwei Tage später durch dein Fenster kam, war so simpel wie auch bescheuert in seinen Augen - er wollte nicht ohne dich und du konntest nicht ohne ihn.

Weshalb du ihm auch schon nach wenigen Stunden verziehen hattest, wartend darauf das er zu dir kommen würde so wie immer.
Wundern tat es dich deshalb nicht als ihr gemeinsam oben auf dem Dach der Wohnanlage saßt und du ihm sagtest es sei nicht weiter wild.

,,Ehrlich Baji, es war nur ein Gegenstand. Meine Erinnerungen sind dadurch ja nicht weg."

Trotzdem war es unverzeihlich, weil er sich geschworen hatte dir nie wehzutun.

Aber nicht nur er baute Mist.
Du konntest es ebenfalls.

Wenn du seine Anrufe schon zum 20. Mal wegdrücktest, obwohl du wusstest, wie sehr er es hasste.
Wie sehr er es hasste, wenn du dich zuhause zurückzogst, weil dir alles zu viel wurde.
Von ihm zurückzogst, aber ihm nie den Grund nanntest - dabei wusste er ihn schon längst.
Das Fenster verschlosst, dass eigentlich immer für ihn offen sein müsste, weil er wegen deinem Onkel nicht durch die Haustür, wie jeder andere auch, spazieren konnte. Sagtest immer nur, dass Haru keine Jungs duldete, dabei war die Wahrheit viel schlimmer.
Er hasste es alles so sehr, weswegen er am Ende immer hartnäckig blieb und zu dir gelangte, auch wenn es dadurch die ein oder andere Rechnung für ein kaputtes Fenster gab und einen wütenden Onkel obendrauf.

Nie hatte Haru, dein Onkel, es mitbekommen wer für den Schaden verantwortlich war, bis ihr unachtsam wurdet, euer Geschrei sämtliche andere Geräusche übertönte, erst realisierend das er im Haus war als er die Tür aufriss und Baji sah.
Und ausgerechnet heute musste er auch noch in seiner Tōman Uniform sein ...

,,Kannst du mir mal erklären wer das ist und was zum Teufel dieser Junge bei dir zu suchen hat?!"

Seine Stimme rau, raushörend dass er fast vorm Explodieren war.
Dein Schweigen dazu brachte ihn fast wirklich dazu so rot wie er wurde.

,,Ich will wissen wer der Bengel ist!"

Keiner von euch sagte etwas.
Keisuke nicht, weil er spürte, wie du ihn zurückhieltest und den flehenden Blick deiner Mutter sah.
Dennoch kribbelte es ihm in den Fingern diesen Mann vor ihm eine reinzuschlagen, weil er erstens: Baji unterbrochen hatte. Zweitens: Er mit einem Ton redete, der ihm nicht gefiel. Drittens: Weil deine Mutter offensichtlich Angst hatte. Viertens: Weil du nicht einen Ton machtest. Und das machtest du schließlich immer, völlig egal wer da vor dir stand.

,,Da keiner mit mir reden will sag ich dir jetzt was du tust. Verschwinde aus meinem Haus." Er wandte sich deiner Mutter zu. ,,Suki, du hast mir was zu erklären.", sagte er in einem ruhigen aggressiven Ton, während er ihr immer näherkam.

Du konntest gar nicht so schnell reagieren da griff Baji schon deinen Onkel am Kragen und drückte ihn gegen die Wand.

,,Keisuke Baji."

Und dieses schiefe Grinsen, welches seine spitzen Eckzähne hervorstechen ließen, ließen dich wissen was nun folgte ...

Er schleuderte ihn zu Boden.
Das schluchzen deiner Mutter ignorierend.
Ebenso wie deine Stimme, die ihm sagte, er solle es sein lassen.

Er war gefangen.
Gefangen in seinem Rausch.

Da war es.
Er spürte, wie sein Blutdruck langsam anstieg.
Die Ader am Hals schon hervorstehend.

Erst deine kalten Finger um sein Gesicht holten ihn zurück auf den Boden.

,,Es reicht, Baji. Bitte lass es."

Bitte?
Ein Wort, welches du kaum benutztest und er deshalb genau wusste das du es verdammt ernst meintest.

Es hielt ihn trotzdem nicht ab diesem Arschloch eine verpassen zu wollen.
Ein super ersten aufeinandertreffen welches du immer vermeiden wolltest.

,,Aus dem Weg, (y/n)."

Du weigertest dich.
Standest felsenfest vor ihm, den Kragen seiner Schwarzen Uniform zwischen deinen dünnen Fingern klemmend, während du mit dem Kopf schütteltest.

,,Geh einfach nach Hause Baji."

Jetzt drücktest du dich auch noch gegen ihn was ihn noch wütender werden ließ.

,,Hör auf.", knurrte er fast schon.

Nein.
Das wolltest du auf keinen Fall.
Baji wusste ja nicht was er gerade anrichtete, es war ihm auch schlichtweg egal.
Er sah nur dieses Arschloch welches fluchend aufstand und ihm drohte die Polizei zu rufen, worauf er nur mit einem spöttischen Grinsen antwortete.

,,Baji. Bitte."

Deine Stimme brechend, leise, kaum hörbar.

,,Bitte ..."

Bis es nur noch ein leisen Flüstern war.

Dennoch drang es zu ihm durch.
Ungläubig schaute er zu dir nach unten.

Die einzige Frage, die ihm sofort durch den Kopf schoss - Was zum Teufel war mit dir los?

Warum tatest du nichts.

Mit einem letzten verächtlichen Blick zu deinem Onkel nahm Baji dein Handgelenk und zerrte dich raus.

,,Wenn ich gehe, dann kommst du mit."

,,Nein lass das!"

,,Ich lasse dich nicht hier!"

,,Baji bitte. Ich komm schon klar."

Verdammt, wenn du ihn nur noch einmal bittest, würde er tatsächlich schwach werden.

Du warst verzweifelt.
Verzweiflung, die du unter deinem monotonen Blick verstecktest.

,,Bitte."

Hinter dir war das Geschrei deinen Onkels zu hören der deine Mutter eine Standpauke hielt, warum du denn mit so einem asozialen Pack zutun hattest.

Etwas was Baji noch mehr anfachte wärst du nicht gewesen die einfach auf dem Obersten Treppenabsatz stand, Augen geschlossen, hoffend das er einfach weiter die Treppen runter ging und du dieses Chaos wieder richten könntest.

Es wäre aber zu schön gewesen.

Wenigsten ging Keisuke, nachdem er dich ein letztes Mal betrachtete.

Als du deine Augen wieder öffnetest war er bereits weg.
Du wolltest nicht das er geht, aber die Sicherheit deiner Mutter war dir wichtiger als deine eigenen Bedürfnisse, denn wäre er noch hier, hätte dein Onkel weiß Gott was mit ihr angestellt.

So war es nur du die jetzt die Schläge dafür einstecken musste.
Mal wieder.
Aber es war okay für dich, solange es ihr gut ging.

Die Hand, die nach dir griff, zog dich zurück, kaum mehr dein Gleichgewicht haltend bei diesem ruck, knalltest du gegen die harte Wand.

Alles was du danach noch spürtest war der Nachdruck von dem Aufprall und ein schmerzhaftes Ziehen von deinem Hinterkopf ausgehend.

Die Bilder verschwommen ineinander, aber eines konntest du klar erkennen.

Wie dein Onkel sich auf dem Boden windete.

Und hören tatest du nur Bajis unvergleichbare Stimme.

,,(Y/n)."

Diese raue Dominanz.

,,(Y/n)."

Mit der er immer wieder deinen Namen sagte.

,,(Y/n)!"

Du halluziniertest schon, wenn du dachtest er wäre hier, dabei war er doch gegangen.
Aber du spürtest ihn ganz deutlich.
Spürtest seine vertraute wärme, die dich jeden Tag umgab.
Die, die dich in den Schlaf gleiten ließ.
Du warst in deinem Bett, richtig?
Also konntest du doch loslassen.

Baji betrachtete geschockt die Blutspur an der Wand, die sich nach unten zog, dort, wo du zu Boden gingst, nach und nach das Bewusstsein verlierend.

,,Keisuke bring sie ins Krankenhaus.", schluchzte Suki in ihre Hände.

Sie konnte es nicht ertragen ihr Kind so zu sehen und dann war es auch noch ihre schuld.
Wäre sie nicht so schwach und nicht so abhängig von diesem Monster von Mann wäre sie schon längst weg.
Seit Jahren flehte sie dich ununterbrochen an aus diesem Haus zu ziehen, aber nie würdest du deine Mutter alleine mit ihm lassen.

,,Du kommst mit."

Doch sie schüttelte mit dem Kopf.
So wie du es immer tatest, wenn du auf stur stelltest.
Der Apfel fiel nicht weit vom Stamm, was?

,,Verpiss dich endlich aus meinem Haus!"

Hätte Keisuke dich nicht in seinen Armen und wäre es nicht so ein Notfall, würde er diesem Penner nochmal eine reinhauen, aber diesmal so lange bis er selbst ins Krankenhaus müsste.
Wie konnte man so etwas seiner eigenen Nichte antun?
Baji verstand es einfach nicht.
Keiner aus Toman würde je Hand an eine Frau legen, das war das aller letzte.

Du warst praktisch festes Bestandteil der Gang.
Kein Mitglied.
Aber ein festes Familienmitglied und Baji schwor sich jene zu beschützen die er liebte.

Irgendwann würde er diesem Bastard das Geben was er verdiente und dann würde er sich wünschen diesen Teufel namens Keisuke niemals getroffen zu haben.

Niemand sollte seine Freunde anfassen, ohne dafür zu bezahlen.

...

Kopfschmerzen.
Und ein stechender Schmerz an deinem Kopf, der dich noch wahnsinnig machen würde, wenn es nicht aufhörte.
Aus deinem Schlaf erwachend, fühlend wie dein Kopf förmlich vorm Platzen stand, wagtest du deine Augen ein Stück weit zu öffnen.

Warum warst du am Schlafen?
Was ist überhaupt passiert?
Ein Blick aus dem Fenster sagte dir, dass es Abend sein musste.
Hätte aber auch mitten in der Nacht sein können.
Dein Zeitgefühl war futsch, fühlte sich so an als hättest du drei Tage geschlafen.

Gerade als du deine müden Lider wieder schließen wolltest kam dir in den Sinn was passierte.
Wie ein schlag kamen dir die Bilder in den Kopf.

,,Heilige scheiße!", schriest du, während du senkrecht im Bett saßt.

Es folgte ein dumpfer Aufprall und ein wütendes Gefluche.
Chifuyu. Eindeutig.
Mit einem Blick aus dem Bett sahst du zum Boden auf dem dein bester Freund lag, der sich mit verkrampfter Miene den Kopf hielt.

,,Zum Teufel seid still.", knurrte der halbschlafende Schwarzhaarige, der das Bettende als Ablage für seinen Sturschädel benutzte.
,,(Y/n)!", stieß er Atemlos aus, während sein Kopf nach oben schellte, jetzt erst realisierend das du aufgewacht warst.

,,Willst du mir auch noch eine Kopfverletzung zufügen?", fragte Chifuyu genervt, worauf du hin nur leise kichern konntest.

Aber es war kein guter Zeitpunkt um über ihn oder überhaupt über diese Situation Lachen zu können.

Denn zuerst musstest du das aller wichtigste klären.

,,Was ist mit meiner Mutter?"

,,Das ist alles? Keine Erklärung zu dem was das heute war?"

,,..."

Baji schnaubte einmal kräftig aus.

,,Ich hab Chifuyu zu ihr geschickt, um sicherzugehen das es ihr gut geht."

Dieser verstand allerdings genauso wenig wie vorher und guckte wie eine wildgewordene Katze zwischen euch beiden hin und her.

,,..."

,,Warum hast du mir das verheimlicht?"

Du sahst bereits wie die Ader an seiner Stirn hervorstach welches deinem Schweigen zu verdanken war.
Aber du warst es ihm endlich schuldig zu reden.
Er beschützte dich schließlich und dann warst du so unfair und stießt ihn von dir.
Schon wieder.

Also blieb nichts anderes als es Keisuke zu sagen und zum Dank, dass Fuyu ebenfalls immer da war warst du auch ihm eine Erklärung schuldig.
Und damit er endlich aufhörte so verwirrt dreinzuschauen.

Es war so viel, dass du gar nicht wusstest wo du den Anfang setzten solltest.
Abgesehen davon fiel es dir auch nicht leicht überhaupt den Anfang zu setzen.

Dennoch, du holtest ein letztes Mal tief Luft und fingst an über den Mann zu reden der dich am allermeisten enttäuschte - deinem Vater.
Weil er in einer Nacht und Nebel Aktion verschwand, deine Mutter fast am Durchdrehen und du die so klein und unschuldig war nicht verstehend was passierte.
Mit den Jahren, die verstrichen redetest du dir ein, er wäre tot.
Es war so viel einfacher zu akzeptieren als den Fakt das er euch im Stich ließ.

Dann kamst du zu deinem Onkel.
Bajis Gesicht verzog sich als der Name Haru fiel.
Nachvollziehbar, aber du hofftest, dass er den Ball flach halten würde, nicht nur, weil ihr in einem Krankenhaus wart und dort kein lautes toben erwünscht war, sondern weil du nicht wolltest das er einfach so nach dir nachhause stürmte.
Das schlimme daran war dass ihr alle drei, Chifuyu, Keisuke und du im selben Wohnkomplex lebtet und du kanntest diesen Blödmann nur zu gut um zu wissen das er sowieso zu dir gehen würde, dass er es auf seine Weise regeln würde und die endete bei diesem Jungen immer Blutig.

,,Versprich mir, egal was ich dir jetzt sagen werde, nicht durchzudrehen. Es geht hier nämlich nicht um mich, sondern um die Sicherheit meiner Mutter."

,,Lass mich das einfach Regeln."

,,Nein, diesmal nicht. Dieser Mann ist gefährlich und ich will nicht das du in die Strafanstalt kommst.
Einmal bist du davongekommen, aber bei ihm wird es kein zweites Mal geben."

Das meintest du genauso.

Am Anfang als dein Vater verschwand kam dein Onkel, um euch unter die Arme zu greifen.
Er holte euch aus der Finanziellen Krise, denn er hatte euch mit einem Haufen an schulden zurückgelassen.
Einige Jahre später als es deiner Mutter und dir wieder einigermaßen gut ging und sie halt gefunden hatte wurde er merkwürdig und fing an aggressiv zu werden.
Schläge waren da das kleinere Übel.
Irgendwann hieltest du es nicht mehr aus deine Mutter so gebrochen, mit Lila Blutergüssen überseht zu sehen und stelltest dich gegen deinen Onkel, eine Sache die er dir schnell eintrichterte es lieber nicht zu tun.

Der Grund, warum du zuhause der liebe Engel warst, damit er nicht sauer wurde und es an Suki ausließ.
Der einzige scheiß Grund warum dieses Arschloch deine Faust noch nicht zu spüren bekam.
Polizei? Die halfen auch nicht.
Ihr wart gefangen in einem Goldenen Käfig.

,,Was eine scheiße."

Wortwörtlich.
Da musstest du deinem besten Freund zustimmen der fassungslos im Schneidersitz auf deinem Krankenbett saß.

,,Mhm. Deswegen bitte ich euch ... haltet euch aus meinen Angelegenheiten raus."

Was sie nicht taten.

Du hättest es wissen sollen.
Tatest du auch ... irgendwie.
Dennoch hofftest du das Baji sich für dich zurückhalten würde.
Wenigstens ein kleines bisschen ...

Es passierte eine Woche später nach deiner Entlassung aus dem Krankenhaus an.
Man könnte sagen, dass es der Tiefpunkt eurer ... "Beziehung" war.
Der Tiefpunkt deines Vertrauens in ihm.

Wenn du es überhaupt jemals richtig tatest ...

Dein Vater hatte nämlich einen ziemlichen Schaden angerichtet, wenn es darum ging.
Ein Grund, warum du manchmal so eiskalt warst.

Der Grund warum ihr euch wieder Strittet.
Wie konnte man in so einem jungen Alter so viel Streiten wie ihr zwei.
Ihr wart zwei verdammt energiegeladene Teenager, einer Sturköpfiger wie der andere.

Wie war das nochmal mit: Er wollte nicht ohne dich und du konntest nicht ohne ihn?
Manchmal machtest du es ihm wirklich schwer und hinterfragte seine Gefühle warum es ausgerechnet du warst die in seinem Kopf war.
Warum ausgerechnet du sein Herz so viel schneller als all diese Adrenalinkicks zusammen höherschlagen lassen konntest.

Dabei wusste er es ganz genau.

Wusste warum er dich beschützen wollte, vor allem vor diesem Mann der nach dir Griff und Baji sich schützend vor dich stellte, seine Faust dabei im Gesicht deines Onkels landend.

Er zog dich mit auf den Treppenflur und aus der Wohnung hörte man nur wie Haru deine weinende Mutter anschrie.

Als er dich sah, so gebrochen, die Tränen unterdrückend, da setzte etwas bei ihm aus.
Noch nie hatte er dich weinen sehen.
Warst immer die starke die den Mut hatte sich Baji entgegenzustellen.
Das fröhliche Mädchen, das ihn herausforderte.
Das nette Mädchen von nebenan die ihm ein Lächeln schenkte, wenn sie ihn sah.

Das Mädchen vor ihm nicht wiedererkennend mit der aufgeplatzten Lippe, welche nicht von einer Schlägerei mit irgendwelchen Idioten war, mit denen ihr Beef hattet.
Nein, das wäre wenigstens ertragbar gewesen.
Was aber nicht ertragbar war, dass Haru dir das antat. Und dass du es auch noch zuließt, war das Sahnehäubchen auf dem Stück Kuchen.

,,Star mich nicht so an, hilf ihr, nicht mir."

Du schautest ihn dabei nicht mal in die Augen, weil du es schlichtweg einfach nicht konntest.
Wolltest ihm nicht zeigen, wie machtlos du warst.

Dabei sah er es schon.
Scheiße, er fühlte sich fast selbst schon machtlos, aber du hattest ihm endlich die Erlaubnis erteilt dir zu helfen.
Nicht das er sonderlich viel auf andere hörte, sogar teilweise auch nicht auf dich, aber manchmal da hielt er sich doch ein Stück weit zurück.

,,Chifuyu bleib bei ihr, solange ich mich austobe.", sagte er sorglos, fast nach Vorfreude klingend.
Es klang nicht nur so - es war so.
Als er sich Vorstellte was er mit deinem Onkel tun würde.
Befreiend als er ihn aus der Wohnung zerrte, an euch vorbeilief und diesen Mann die Treppen runter warf.
Treppenabsatz für Treppenabsatz.
Immer weiter nach unten tretend, während er breit Grinste.

Dein Onkel genoss es eher weniger.
Der fühlte nur schmerz und verzog das Gesicht, welches schon Blutüberströmt von Bajis Schlägen war.

Und Chifuyu?
Der machte sich nur Sorgen um dich, weil ihn dein zugerichtetes Gesicht schon auffiel als er die Treppen hochsprintete.
Wäre der unerträgliche lärm nicht gewesen der ihn davon abhielt eines seiner neuen Mangas zu lesen, hätte er es erst am Abend oder gar schlimmer am nächsten Tag auf dem Weg zur Schule erfahren.
Das hätte er sich nie verzeihen können, würde sich Wochenlang vorwürfe deswegen machen.
Er kam zwar immer noch zu spät und konnte nichts verhindern, aber wenigstens war er überhaupt bei dir um dir immerhin jetzt helfen zu können.

Vorsichtig tupfte er mit einem nassen Lappen das Blut aus deinem Gesicht.
Regungslos saßt du einfach nur da und ließt es über dich ergehen, während das Weinen und Schluchzen deiner Mutter vor dir, einen Stich in der Brust verpasste.
Nur du solltest weinen und nicht sie.
Sie sollte Glücklich sein und nicht diesen Alptraum durchleben müssen.
Schließlich hatte sie einen schon hinter sich als dein Vater weg war.
Und in dem zweiten steckte sie fest, unfassbare Qualen durchleidend, in einer Schleife der Unendlichkeit gefangen.
Musste zusehen wie ihr eigenes Kind, ihr Fleisch und Blut, ihr kostbarstes Geschenk versuchte ihren Schmerz auf sich zu nehmen.
Die last die sie mit sich schleppte.
Dabei sollte eine dreizehnjährige nicht mit so einer Bürde Leben.

Nein.
Du solltest dein Leben genießen zusammen mit deinen Freunden, und einer davon schaute dich gerade mit zusammengezogenen Augenbrauen an.

Eine gefühlte Ewigkeit Verging, in der eine Aufgebrachte Mrs. Baji an eurer Tür Klopfte und dich dafür verantwortlich machte, dass sein Sohn eine Anzeige wegen schwerer Körperverletzung aufgebrummt bekam.
Von niemand geringerem als deinem Onkel wegen der letzten Auseinandersetzung.
Das wars dann wohl mit ihrer Freundlichkeit dir gegenüber und ciao gemütliche Abende mit ihr und deinen beiden Freunden.
Nicht nur das der Tag sowieso schon beschissen genug lief, nein.
Jetzt hasste dich auch noch die Frau, die dich immer herzlich behandelte als seist du ihre eigene Tochter.
Vollkatastrophe.
Und von Baji war immer noch keine Spur.
Nicht vor dem Wohnkomplex und auch nicht im Umkreis wo ihr suchend Ausschau hieltet.

Bis Chifuyus nerviger Klingelton ertönte und du hofftest das es nur einer sein konnte.

,,Wo bist du? Soll ich dir helfen?"

Dich machte das Warten Wahnsinnig, wolltest wissen was Baji anstellte und bereutest langsam das du ihn um Hilfe batest.

,,Gut ich komme."

,,Was ist?"

Es brannte dir unter den Fingernägeln so unwissend da zu sitzen vor allem jetzt wo er auch noch eine Anzeige hatte und dann auch noch mit Haruo wie vom Erdboden verschluckt war.

,,Du bleibst hier. Er hat darauf ausdrücklich bestanden."

Oh~ wie du noch nicht ahntest warum.

Die Sorge um ihn fort als du Draken, Taka-chan und Peh-yan neben ihm stehen sahst, während dein Onkel in den Fängen von Mikey war.
Höchstwahrscheinlich wäre Pah-chin auch noch anwesend, wenn er nicht in Haft säße ...
Die Enttäuschung viel zu groß, realisierend warum sie beisammen waren.

,,Du hast es ihnen erzählt?!"

Über seine Schulter Blickend antwortete er dir nur mit einem stumpfen
,, Ja." Das brachte dein Blut schon zum Kochen, aber erst recht als er einfach weiterredete und dann noch nicht einmal mit dir. ,,Was macht sie hier Chifuyu?"

,,Nein, nein, nein, nein. Du redest jetzt mit mir! Du hast mich angelogen. Du hast mich hintergangen. Du hast-"

,,Sei Verdammt nochmal still!"

Wütend stapfte er zu dir und plusterte sich vor dir auf.
Was wagtest du es so etwas zu sagen?
Zu ihm der alles erdenkliche tat, um dir zu helfen.
Der immer da war, immer zuhörte und dich nie im Geringsten anlog.

Anders als du.
Die ihm nichts von diesem Problem sagte, die ganze Last auf deinen Schultern tragend und dich runterzog.
Er musste mit ansehen, wie du versuchtest alles alleine zu regeln.

,,Wer verheimlicht hier wem irgendetwas? Das bist nur du. Du hast mir nie etwas davon erzählt."

,,Weil es nicht dein Problem ist!"

,,Alles was dich betrifft ist mein beschissenes Problem!"

Ach, war es das?
Das sahst du ganz anders.

,,Dann verschwinde ich halt, dann hast du keine Probleme mehr."

Wie unnötig diese Aussage war, wusstest selbst du, aber da war so viel Wut in dir.

Weswegen sich auch keiner der anderen in eure "Ehekrise" einmischte wie Mikey es immer so schön bezeichnete.

Sie ließen dich einfach davon gehen.
Du würdest dich schon wieder beruhigen es war doch immer so bei euch.
Womit er aber nicht rechnete war, dass du ihn ignorieren würdest ... und zwar eine verdammte Woche lang!
Und er langsam daran zweifelte - dass sie eben doch genau so gemeint waren.

Keisuke drehte innerlich schon langsam durch.
Pokerface dabei immer perfekt aufgesetzt, man hätte gar nicht meinen können das es ihn überhaupt interessierte.
Aber das tat es durchaus.
Zählte die Tage die verstrichen an denen du in der Schule einfach an ihm und Chifuyu vorbei gingst als wärt ihr fucking fremde.
Nicht ein flüchtiger Blick.
Kein einziges Wort.
Nicht mal ein Anzeichen was du gerade unternahmst oder mit wem du unterwegs warst.
Du warst wie eine fiktive Figur aus einem von Fuyus Mangas - Unerreichbar.

Wenigstens ein Blick.
Nur einer, selbst wenn es dieser wäre, der ihn auf der Stelle umbringen würde - es würde ihm reichen, wissend das du ihn wahrnahmst.

Aber Fehlanzeige ...

Weshalb er es nach einer Woche nicht mehr aushielt und dir einen Brief schrieb, hoffend das du wenigstens diesen liest und nicht einfach in die nächste Tonne werfen würdest.

Zuerst warst du verwundert als der Zettel beim Rauskramen deiner Sachen aus dem Spind fiel, dachtest es wäre nur ein wisch von deinen Notizen, aber als du die Rechtschreibfehler sahst setzte dein Herz einmal kurz aus.

Musstest du lachen als du ihn last?
Ja.
Verdammt nochmal ja.

Du wusstest von Bajis schwäche in Sachen Rechtsschreibung und einige Kanji konntest du einfach nicht lesen, aber trotzdem konntest du entziffern was er wollte.

Dieser Junge würde nie aufhören so hartnäckig zu sein geschweige denn dich zum Lachen bringen zu können, obwohl du gleichzeitig so wütend auf ihn warst.

Das schaffte eben nur Keisuke.
Der, der dich in den Wahnsinn treiben konnte ebenso wie er dich danach wieder besänftigen konnte.

...

Sprachlos als er dich dort im Park am Wasser sitzen sah.
Euer Ort, wenn ihr mal nicht nach Yokohama ans Meer fuhrt.

Du hast seinen Brief also wirklich gelesen.
Seine Hoffnung stieg mit jedem weiteren Schritt den er auf dich zu ging und sein Herz hämmerte immer schneller gegen seine Brust.
Das tat es immer wenn er in deiner Gegenwart war.

Trotzdem war er immer so gefasst und ließ es sich nicht anmerken.

,,Willst du nicht herkommen?"

Auch nicht jetzt als er endlich deine Stimme wieder hören durfte nach dieser unerträglich Zeit, in der er nicht mal mehr vernünftig schlafen konnte, weil du nicht wie so oft neben ihm lagst.

Und dabei war es nur eine Woche, wollte sich gar nicht erst vorstellen, wie es bei einem längeren Zeitraum war.

Er setzte sich hinter dich - seine Antwort auf deine Frage.

Baji sah es nicht, sah nicht wie du schmunzeln musstest.
Wusste nicht das du genauso sehr gelitten hattest wie er, wie sehr du ihn vermisstest.
Weil du einfach nicht ohne ihn konntest.

Erst deine Geste wie du zu ihm nach hinten zwischen die Beine rutschtest, seine Arme sofort um dich schlangen als würde er dich abhalten wollen sich nochmal von ihm zu entfernen, zeigten ihm deutlich das die Woche ebenso wenig spurlos an dir vorbei ging.

,,Mein Onkel ist ausgezogen.", hauchtest du leise, während er seinen Kopf auf deiner Schulter abstützte und ihr gemeinsam zum Wasser blicktet.

Natürlich war er das, es war schließlich Mikeys Anforderung plus, dass Haru euch Geld schicken würde so lange bis deine Mutter wieder auf eigenen Beinen stehen konnte.

,,Aber das muss ich dir nicht erzählen, oder?"

Richtig. Musstest du nicht.
Aber du wolltest, weil du dir selbst eingestehen musstest, dass du ihm viel zu verdanken hattest.

Deshalb drehtest du dich auch um, deine Hände dabei sanft auf seine Knie legend, schautest lieber den Rasen um euch herum, anstatt ihn, an.
Nicht noch einmal sollte er deine Schwäche sehen.

,,Ich hab mir Sorgen gemacht. Ich hab doch nur versucht sie zu beschützen ... Ich hab versucht dich da rauszuhalten, aber letztendlich hab ich versagt ... Ich ...-"

,,(Y/n)."

Und erst jetzt hobst du deinen Kopf an wo sich eure Blicke direkt aufeinander fixierten.

Es war zum Kotzen wie dir die Tränen runterliefen.
Alles was du in seiner Gegenwart tun solltest war zu lachen.

Deswegen benutzte er hier keine Worte mehr, sondern zog dich zu sich, ein letztes Mal in die Augen schauend, um dein Einverständnis zu sichern das es auch wirklich ok war.
Und das war es.
Führtest instinktiv deine Hand zu seiner Wange als du diejenige warst die ihre von salz überzogenen Lippen auf seine presste.

Mit einem Lächeln lehntest du dich an ihn an.
Keine Gefährlichen Stunts, keine Schlägerei, kein Streit, keine derartigen Adrenalinkicks konnten bei diesem Gefühl hier mithalten.
Nichts konnte dein Herz so viel höherschlagen lassen wie seine Gegenwart.

Im völligem Einklang miteinander, wenn ihr zusammen wart.

Hier war definitiv klar, du wolltest nicht ohne ihn - nicht, du konntest nicht ohne ihn.
Wolltest.

,,Verlass mich nie."

Das einzige logische was du jetzt noch zu sagen hattest.

Aber warum sollte er? Hatte keinen Grund dazu von dir zu gehen.

Hatte ...

Aber zurück von deinen Flashbacks standest du immer noch im Hier und Jetzt, regungslos in dieser beschissenen Realität da und sahst ihm zu wie er dich doch verließ.
Um dir herum das Gerede, er hätte offiziell mit dir Schluss gemacht, mittleidige Blicke von deinem besten Freund neben dir.
Ihr wart doch gar nicht zusammen!
Der Kuss? Nur einer von vielen unter "Freunden".
Das nebeneinander einschlafen? Das war doch nur, weil du nicht alleine konntest.
Diese unzähligen Vertrauten Gesten, Körperkontakt, gar nicht der Rede wert, weil es ja beste Freunde so machen.
Alle sahen es, alle wussten, dass du sein Mädchen warst.
ALLE.
Die einzigen die es nicht einsahen wart ihr zwei.

Nach all dem was war, was ihr durchhattet, wart ihr immer noch zu stur dafür euch eure Gefühle einzugestehen.

Stempeltet es beide ab als ,,Es ist genau dasselbe wie von einem Dach zu springen".
Dabei wusstet ihr beide das es eben nicht dasselbe Gefühl war.

Aber es war natürlich einfacher ihn von dir wegstoßen zu können, wenn ihr nicht offiziell in dieser Beziehung stecktet, weil du deine Verlustängste immer noch nicht überwunden hattest.

Wenn du nur gewusst hättest, dass Baji einfach nur darauf wartete die Wahrheit von dir zu erfahren, wie du wirklich fühltest.
Darum wartete er, bis du bereit wärst.
Bereit dafür deine Ängste endlich zu überwinden.

Aber eigentlich sagte er es dir schon damals ...

Damals ein paar Monate nach eurem Kennenlernen.
Im Jahr 2003.

,,Whoa du magst ihn!", platzte Mikey mit seiner gewonnen Erkenntnis laut heraus, während du versuchtest ihm den sahnigen Schaum Mund, welchem dem Shake zuzuschreiben war, zuzuhalten, um das schlimmste zu verhindern.

,,Wen mag sie?"

Zu spät.
Baji hatte das Café schon betreten in dem ihr euch immer alle traft.
Du warst so in das Gespräch mit dem Blondschopf vertieft, indem es nur darum ging zu leugnen, wie sehr du es geliebt hattest mit Keisuke an seiner GSX250E zu schrauben, dass du Geräusch der einfallenden Tür mit dem Bimmeln überhört hattest.
Und eigentlich wolltest du nur verhindern das es Draken und die anderen mitbekamen, aber tja, jetzt hörte es ausgerechnet die Person, die es überhaupt nicht hören sollte!

,,Wir haben gerade darüber geredet -"

,,Mikey."

,,Wie ihr damals -"

,,Mikey ..."

,,Immer zusammen -"

,,Mikey!"

Irgendwann ...
Irgendwann würdest du ihm an die Gurgel springen ... wenn Draken nur mal einen Moment unachtsam wäre ...

,,Sie mag dich!", schrie er beim Aufspringen, mit seinen Händen auf den Tisch knallend, ein schelmisches Grinsen sein Gesicht zierend, während der Stuhl nach hinten umfiel.

Völlig egal ob die Leute sich gerade nach euch umsahen oder dir Draken einen wütenden Blick beim Aufheben des Stuhls zuwarf als wärst du diejenige gewesen die etwas falsch gemacht hätte, schlangst du einen Arm um Bajis Hals, der zwischen dir und Mikey skeptische Blicke verteilte.

,,Ja als beste Freundin. Ist doch ganz normal, oder nicht?"

Zum Ausdruck hautest du ihm nochmal gegen die Schulter, aber dein nervöses Lachen war viel, viel zu auffällig.

,,Hahaha, (y/n), du siehst ihn immer wie ein verhungertes Monster an."

,,Eines welches gerade seine Beute gefunden hat.", fügte Kazutora noch hinzu, während er mit Mikey zusammen die Tür anpeilte, der sich nochmal zu dir umdrehte und irgendeine Grimasse zog. Es ähnelte eher einem Fisch der versuchte verzweifelt nach Luft zu schnappen. Was sollte es überhaupt werden, wenn er fertig war?

,,Oh~ Baji komm her.", versuchte dich Mikey auf eine lächerliche Art und Weise nachzumachen, die erstens nicht mal annährend nach dir klang und zweitens nicht mal nach dir aussah, wie er seine Hände nach vorne ausstrecke und mit seinen Fingern die Luft Griff, während er immer noch diese bescheuerte Fischfratze zog ...

,,Und küss mich endlich!", dann Kazutora.

Mit diesen grausigen Worten, die dich einerseits zum Erbrechen zwangen und andererseits die röte ins Gesicht schießen ließ, drückte der Leader die Tür mit seinem Rücken auf und verließ mit dem lachenden Kazutora als erstes das Café.

Deine Halsschlagader ragte schon etwas raus wegen dieser zwei Spinner.
Vergesst das mit an die Gurgel springen, du wolltest ihm seinen ganzen Dorayaki und seinen Taiyaki Vorrat wegessen.
Vor ihm, während er gefesselt dasitzt und qualvoll zusehen muss, wie er nichts abbekam und hören muss, wie gerade diese Dorayaki die besten waren die du je gegessen hattest.
Die Strafe dafür, dass er auch noch Kazu-kun anstiftete dich aufzuziehen.

Die beiden hatten doch überhaupt keine Ahnung von Mädchen ... vor allem hatten sie überhaupt keine Ahnung von der Freundschaft zwischen dir und Keisuke.
Pff, als würde da irgendwie mehr als nur das sein.

,,Halt die Klappe du beschissener Wischmopp."

Da ranntest du ihm schon hinterher und sprangst auf seinen Rücken.

,,Ehh lass meine Haare los (y/n)!", keifte der Blonde und fielt zusammen auf den Boden wo ihr euch wie kleine Kinder rangeltet.

Schaulustige Passanten sahen euch dabei zu, Pah-chin und Peh-yan Wetteten wer gewinnt, Draken-kun versuchte euch beiden auseinander zu bekommen und Baji gab auch noch seinen Senf dazu, indem er betonte, was für zwei Kinder ihr wärt.
Ironisch ihr wart ja auch welche.

Aber das war hier nicht der Punkt.
Der Punkt war was Keisuke darauffolgend mit einem Grinsen über die Schulter sagte.

,,Ich weiß es doch schon längst das sie mich mag."

Dein Blick sprach Bände als du das hörtest, dein Herz aussetzend und als wäre das nicht genug lachte dich Mikey aus, dem du danach eine über die Rübe zogst.

,,Aber ich will die Wahrheit, solange werde ich warten."

Die Wahrheit also?
Baji erfuhr ziemlich früh von deinem Vater, wusste nur von deinen Verlustängsten, weil es ihm deine Mutter erzählte und wollte dich deswegen nie drängen etwas zu sagen.

Er wartete.
Und wartetet.

Bis du die Worte irgendwann von selbst über deine Lippen brachtest.

Und nein, da reichte ihm auch nicht euer erster Kuss vor einem Jahr aus.
Sommer 2004.
Euer zweites Jahr an der Mittelschule.
Das Jahr in dem ihr Chifuyu kennenlerntet und Baji das erste Schuljahr wiederholen musste.

,,Komm mach schneller die anderen warten."

,,Das weiß ich auch! Können die nicht ein bisschen länger warten?"

Fauchtest du den voran laufenden Keisuke an der lässig seine Hände in seinen Hosentaschen seiner Uniform vergraben hatte.

,,Sag mir nicht, du willst alleine mit mir sein?"

Du brauchtest gar nicht sein Gesicht sehen, um zu wissen das er grinste.

,,Hab ich nicht gesagt! Ich mein ja nur ..."

Ok.
Du wolltest allein mit ihm sein, aber wolltest es nicht so direkt ansprechen.
Unterwegs wart ihr immer nur mit den anderen oder ihr wart zu dritt, Fuyu er und du.
Daran war auch nichts auszusetzen, es war schließlich die beste Zeit deines Lebens ... nur ... seit kurzem hattest du das Verlangen mal was alleine mit ihm zu unternehmen.
So richtig.
Natürlich nicht als paar oder sowas, dass kam gar nicht in Frage.
Nur als ganz normale beste Freunde, mehr nicht.

,,Komm schon (y/n), willst du mir nichts sagen?"

Was denn sagen?
Da war nichts Relevantes was du hättest sagen können.

Gab es da wirklich nichts?

Nein.

Überhaupt nichts?

Nein ...

Vielleicht das du dich in ihn ver-

Nein!

Ha. Lieber flüchtetest du dich vor deiner Inneren Stimme und gingst Beleidigt an Baji vorbei der Mittlerweile stehen geblieben war, der aber hielt dich von hinten fest und löste etwas in dir aus.
Etwas was dein Herz zum Überstrapazieren zwang.

,,Lass uns einfach gehen."

,,Erst erzählst du mir die Wahrheit."

,,Welche? Keine Ahnung von was du redest."

,,Hah? Was meinst du mit "Keine Ahnung von was du redest?" Idiot. Du und ich wissen genau, wovon ich rede."

Seitdem schrecklichen Vorfall mit Shin'ichiros Tod, hatte sich Baji verändert. An reife mangelte es ihm noch nie, aber nach Kazutoras Einweisung kam er dir noch erwachsener vor.
Nicht das es an dir spurlos vorbei ging, es war für dich ein Schock was dort passierte und dass euer bester Freund weg war, in der Jugendstrafanstalt wegen Mordes, hinterließ bei euch beiden eine tiefe Narbe.
Ohne ihn war es anders, leerer.
Du vermisstest Kazu.
Und wurdest manchmal etwas emotionaler als sonst.
Weil es ein weiter schwerer Verlust in deinem Leben war.

Vielleicht war es deswegen, dass du dich einen Moment in Bajis Armen verlorst, dein Gewicht immer weiter gegen ihn drückend, bis du seinen Atmen an deinem Ohr spürtest.

,,(Y/n), ich warte immer noch."

Als du bemerktest was du da eigentlich tatest, räuspertest du dich laut.

,,Da ist nichts zu sagen Baji."

Er schnaubte verächtlich und ließ dich einfach dastehen, ohne etwas zu sagen.

,,He wart doch mal verdammt."

,,Lauf doch einfach schneller, keine Lust das die anderen warten müssen."

Ach, jetzt auf einmal interessierte es ihn?
Das sah gerade aber noch anders aus als er dich von hinten umschlang als wärt ihr ein Paar.

Aber gut, du beließt es einfach dabei. Besser als nochmal auf das Thema davor zurückzukommen.

...

Die Luft war nicht das Einzige was hier dick war, der Eisbecher vor dir auf dem Tisch war es auch. Selbst beim bloßen betrachtet spürtest du jetzt schon die 2 kg mehr auf deinen Hüften.

Wenigstens würde Taka-chan mit dir zunehmen, der sich den nächsten Löffel in den Mund schob.
Wie sagt man so schön? Geteiltes Leid ist halbes Leid.
Du wolltest ja unbedingt diesen Überdimensionalen Becher.
Eis half doch angeblich gegen Kummer.

Eine Glatte Lüge.
Pures Marketing.
Aber so verdammt verlockend ...

Das war ja auch der Sinn davon (y/n)

Ja, ja.

,,Was ist los?"

,,Was meinst du?"

,,Ehrlich jetzt?", seufzte dein Kumpel, der sich den nächsten Löffel nahm. ,,Mir brauchst du nichts vormachen."

Er war ja nicht der einzige dem du versuchtest etwas vorzumachen.
Aber die viel wichtiger Sache war hier - konnte man diesem Jungen überhaupt etwas vormachen?

,,Wie lange willst du ihn noch hinhalten?"

Nö, konnte man nicht.

,,Ich halte ihn nicht hin, ich kann ihm nur nicht sagen das ich ihn mag."

Verdammt

,,Du meinst, wie sehr du ihn magst. Sag es ihm einfach."

Aus seinem Mund klang es als wäre es das einfachste auf der Welt.
Dabei war es für dich wahrscheinlich einer der schwersten Sachen.

,,Ich kann nicht Mitsuya. Es geht nicht."

,,Ah~ was, du machst das schon (y/n).", breitgrinsend klopfte er dir auf die Schulter und schaute an dir vorbei.

Ebenfalls in dieselbe Richtung schauend, sahst du wie Keisuke auf euch zukam, der Grund warum Takashi schnell das weite suchte und dich mit dem Rest Eisbecher und dem Verursacher für diese Kalorienbombe alleine ließ.

Spätestens jetzt war die Luft nicht nur dick, sondern auch verdammt erdrückend wie diese Stimmung zwischen euch.

In dem Augenblick wünschtest du dir, du könntest dich wie dieses Eis verflüssigen.
Einfach wegschmelzen, um diesem fixierten Blick deines Gegenübers zu entkommen.

Dein Seufzen war darum auch so willkürlich.

,,Sollen wir ... spazieren oder so?"

Wie sein ebenso willkürliches schnauben folgend.

,,Ich mache gar nichts mit dir. Außer du bekommst endlich den Mund auf."

Das war Erpressung!
Woran du zugegen auch selbst schuld warst.

,,Ok, was willst du hören? Das ich dich mag? Ja ok, ich tu es. Können wir jetzt gehen?"

Das war nicht wirklich das was er hören wollte, aber es war immerhin ein Anfang in die richtige Richtung.

Als ihr dem Meguro River entlang folgtet zogst du ihn Ruckartig auf die Brücke, die du sahst und stelltest dich aufs Geländer, um das Fliesende Wasser zu beobachten.

Ganz von alleine fingst du freudestrahlend an zu erzählen, wie dich dein Vater immer mit zu sämtlichen Seen und Meeren mitgenommen hatte. Es waren nicht viele Erinnerungen, die du mit diesem Mann verbrachtest, aber diese waren am schönsten.
Baji ließ dich reden, während er den Glanz in deinen Augen sehen konnte.
Beobachtete wie das rot der Abendsonne auf deine Blasse Haut fiel.
Und er jede Emotion, die du gerade preisgabst, aufsaugte, denn das kam eigentlich nicht vor, wenn du über ihn sprachst geschweige denn wenn du überhaupt mal Kindheitsgeschichten in Verbindung mit ihm erzähltest.
Aber das Wasser hatte gerade zu eine erstaunliche Wirkung auf dich, das wusste er und ihm gefiel wie du so Sorgenlos lächeltest, obwohl es dir so weh tat.

Er merkte gar nicht wie du ihm eine Frage stelltest, so abgedriftet war er mit seinen Gedanken.
Erst als er keine Reaktion machte und dein Blick zu ihm wanderte, dich danach vor ihm stelltest und ihn besorgt mustertest, entfesselte ihn aus seiner starre.

,,Also? Würdest du mich begleiten, wenn ich zu den verschiedensten Meere Reise?"

,,Klar. Als bräuchte ich deine Erlaubnis dafür."

Wie konnte ihn dein Kichern nur so aus der Bahn werfen?
Wie schafftest du es überhaupt ihn so, um den Verstand zu bringen?

,,Darf ich was ausprobieren?", fragtest du ihn vorsichtig, dein Blick gen Wasser gerichtet.

Keine Antwort.

Weswegen du dich zu ihm drehtest, um in seinen Augen eine zu suchen.

Da war nichts.
Ein undefinierbarer Blick.
Was dich in deinem Vorhaben verunsicherte.

Mensch nochmal du warst (y/n) die sich nie verunsichern ließ nichts sagen ließ und erst recht nicht vor irgendetwas Halt machte.

Außer es ging um einen Jungen mit schwarzen Mittellagen Haaren dem die Eckzähne rausblitzten, wenn er so wie jetzt den Mund leicht geöffnet hatte.

,,Vertraust du mir?"

Was eine Frage.
Natürlich vertraute er dir und das sogar Blind.
Unsicher war er trotzdem, ob er zustimmen sollte.

Andererseits was war schon dabei, vielleicht würde er ja endlich seine langersehnte Antwort von dir bekommen.

Also ließ er dich näherkommen als er dir zunickte.

,,Du musst die Augen zu machen."

,,Was wieso?"

,,Zumachen."

,,Erteil mir keine Befe-"

,,Zumachen!"

Dein Ton war bestimmend was Keisuke die Augen rollen ließ.
Du hattest verdammtes Glück, das du ihn seit eurem Kennenlernen so fasziniertest, sonst hätte er dich wie alle anderen Ignoriert.

Du hattest nun mal enormen Einfluss auf ihn und der war manchmal sogar positiv.
Selbst seine Mutter betonte es immer wieder, wenn du bei ihnen zuhause warst welches auch definitiv schon dein zweites Heim war so oft wie du die Abende und Nächte dort verbrachtest.

Ohne weiter zu protestieren - ein letzter skeptischer Blick folgte trotzdem - schloss er sie.

Du bisst dir auf die Unterlippe.

Spieltest mit deinem Ringfinger.

Atmetest ein letztes Mal zittrig aus.

,,Wird das heute noch mal was?"

,,Halt einfach die Klappe Baji ..."

Süß.

Wie er da so stand, wartend darauf das etwas passierte.

Fast schon unschuldig sein Gesichtsausdruck.

Jetzt musstest du es machen.

Langsam stelltest du dich auf deine Zehenspitzen, deinen warmen Atem bereits an seinen Lippen spürend, bevor du sie vorsichtig küsstest.

Feuerwerk.
Es war ein Feuerwerk an Gefühlen, die sich miteinander vermischten wie die Farben der Raketen im Nachthimmel, wenn sie dort explodierten.
Wie ein reißender Fluss, der dich mitzog.
Wie eine Schneelawine, die drohte dich zu erdrücken.

Erdrückend.
Es waren so viele Gefühle, dass es zu viel für dich war.
Erschreckend wie intensiv das alles war.

Und dennoch wichst du nicht aus, blicktest ihm sogar tiefer denn je in seine Augen.

,,Das war mein erster Kuss. Den ich nur mit einer besonderen Person haben wollte." In deinem Hals bildete sich ein Klos, so groß, dir blieb fast deine Stimme weg. ,,Aber ich kann so eine Person einfach nicht an mich heranlassen."

So abgefuckt es war, er verstand es.

Weil er das warum wusste.
Und ab da war er sich zu einhundertprozentig sicher - er würde dir alle Zeit der Welt lassen, die du brauchtest, weil er wusste du mochtest ihn genauso wie er dich.

Ein Schriller Pfiff ertönte im Hintergrund.
Du hättest gar nicht die dazugehörige Stimme erst hören müssen, um zu wissen, dass es nur von einem kommen konnte.

,,Ich dachte schon das passiert nie mehr."

Nicht nur das euer Leader alles gesehen haben muss, sondern auch die anderen in seinem Schlepptau.

Dieser konnte sein Lachen nicht zurückhalten (wenn er es denn überhaupt erst versuchte, es war Mikey) und war ziemlich amüsiert darüber, wie du sofort versuchtest dich aus der Sache herauszureden.
Ebenso wenig konnte er es sich nicht verkneifen dein beschämtes Gesicht zu kommentieren.
Dafür ließ er sich sogar gerne von dir um die in der Nähe stehenden Gebäude Jagen.

,,Also seid ihr jetzt zusammen, oder was?", fragte Mitsuya den verstummten Baji der seither nur noch wie angewurzelt dastand und beobachtete, wie Mikey und du einen halben Marathon hinlegtet.

,,Hackts bei dir? Natürlich nicht."

Euer erster Kuss war der ausschlaggebende Punkt dafür, dass Baji sich damit ab fand das du ihm nur so viel geben konntest, wie es gerade für dich angenehm war.
Ohne dich zu hetzten oder unter Druck zu setzten.
Und er nahm sich das was du versuchtest zu geben.

Eine Lüge zu sagen es wäre keine schöne Zeit gewesen.
Als wären die Zeiten zu zweit nicht die gewesen die sich so intensiv in euer Gedächtnis brannten und jede Berührung ein Kribbeln auf der Haut zurückließ.

Und hier gelangen wir nun wirklich zurück aus alten Zeiten - fürs erste - die dich eigentlich nostalgisch werden lassen müssten.

Aber nicht so.

Nicht so, wie er so gar nicht auf irgendeinen von euch regierte außer auf die eine Aussage von dir als du einen der Mitglieder anschriest ihr wärt nie zusammen gewesen.

,,Wie soll man mit etwas Schluss machen was nie war?"

Wieso spielte er nochmal darauf an, obwohl du es schon sagtest?

Was wollte er damit bezwecken?

Am Boden lagst du so oder so schon, da war es egal was er noch sagen würde.

Dachtest du zumindest.

Du wolltest diesen ganzen Blicken entkommen.
Dem Mitleid den sie dir boten als seist du ein kleines Mädchen, welches nicht aufrecht ohne Hilfe stehen konnte.
Ein Kind, welches im Laden seine Mutter verlor und am Verzweifeln war.

Die gezielten Schritte zu der Treppe, um zu deiner untenstehenden Maschine zukommen, nur der Beweis des Gegenteiles, dass du gut damit zurechtkamst.

Ha.

,,(Y/n) jetzt wart doch mal."

Deinen besten Freund ignorierend, der sich nicht entscheiden konnte, was er tun sollte - dich davon abhalten in deiner Wut einfach wegzufahren oder Baji aufzuhalten.

Bei beidem würde er kläglich scheitern.

Er kannte euch viel zu gut dafür, um zu wissen das keiner von euch sich abbringen lassen würde.

,,Na los Chifuyu, lauf ihr hinterher. Jetzt kannst du sie endlich haben."

Du stopptest.

Weil du dich fucking nochmal verhört haben musst, richtig?

,,Was redest du da Baji-san?"

Hattest du eindeutig nicht.

,,Es spielt keine Rolle mehr."

,,Ach nein? Was willst du eigentlich damit sagen, hm?", fragtest du fassungslos als du dich umdrehtest, zurückgingst von den Treppen, weil du hören wolltest, was er zu sagen hatte.

,,Dass nichts mehr eine Rolle spielt."

,,Du meinst das hier?", fuchteltest du mit deinem Finger zwischen ihm und dir hin und her.

Kein Ton, eine Bestätigung die sowieso schon klar war.

,,Dann wars das also?"

,,Ja."

,,Das Ende von-"

,,Was genau verstehst du an ,,Ich verlasse Toman" nicht? Soll ich es dir nochmal deutlicher sagen? Ich bin fertig mit allem, mit dir, mit dem hier. Du bist wie die anderen hier auch mein Feind und wenn du mir in die Quere kommst, werde ich keine Rücksicht nehmen."

Das war deutlich.
Laut und deutlich.

,,Und jetzt geh mir verdammt nochmal aus dem Weg."

Genauso deutlich wie der Schubser gegen deine Schulter, um dich beiseite zubekommen.

Und ab hier ... ab hier lagst du wirklich auf dem Boden.

Nicht im Übertragendem Sinne, sondern Wortwörtlich.

Deine Beine verloren sämtlichen Halt und deine Knie schlugen auf den harten Boden auf.

Auf den harten Boden der schmerzhaften Tatsachen.

Nämlich denen das er dich Fallen ließ.
Wie es davor schon dein Vater tat.

So viel zu er würde dich nie verlassen.

Aber fühlen tatest du nichts.

Nicht den Schmerz an deinen aufgeplatzten Knien und auch nicht den in deiner Brust.

Den Schmerz, den du noch fühlen solltest, würde dich später einholen und umso mehr weh tun als alles was davor war.

Dann wenn nicht mehr nur ein Moment eine Erinnerung war, sondern wenn die Person selbst zu einer wird.

____________________

つづく

𝑡𝑜 𝑏𝑒 𝑐𝑜𝑛𝑡𝑖𝑛𝑢𝑒𝑑

Chapter 3: Baji Keisuke x Reader | 𝙼𝚎𝚖𝚎𝚗𝚝𝚘 𝐏𝐚𝐫𝐭 𝐈𝐈

Notes:

Hier ist Part zwei von Memento und der Teil der schmerzhaft werden kann :') Ich schüttele jegliche Verantwortung von mir ab.

Es tut mir so, so leid, dass es so viele Wörter sind :') Ich konnte einfach nicht aufhören und hab die Sachen echt schon abgekürzt ... trotzdem sind es über 10.000 Wörter geworden ...

___________________________

Songs:

Lewis Capaldi - Someone you loved

Ruel - Say

Michael Schulte - Falling Apart

Glass Animals - Heat Waves
_________________

TW:

Death | Pain & Feels

(See the end of the chapter for more notes.)

Chapter Text

Es war tatsächlich vorbei.

Ihr wart nicht mehr.

Wart ihr nie und trotzdem doch ein Teil von einem Ganzen Stück.

Ein Teil einer Geschichte die vielleicht von Anfang an zum Scheitern verurteilt war.

Gescheitert.

Das wart ihr.

Das warst du.

Da war so vieles was du dich fragtest als du völlig verheult von einer Ecke deines Zimmers zur anderen wandertest, dich vom Stuhl zum Bett schlepptest, weil dir deine Glieder schon schmerzten.

Was dachte er über das ganze?
Ging es ihm auch so wie dir?

Wohl kaum, wenn er sich nicht mehr seitdem gemeldet hatte, du ihn kaum zu Gesicht bekamst und wenn, nur ein flüchtiger Blick in deine Richtung ging.

Es war ihm scheiß egal was mit dir oder Tōman war, er hatte es doch gesagt.
Er war fertig mit allem.

Ganz besonders mit dir.

Urgh.

Die Worte taten so verdammt weh.

Immer noch, und wurde mit jeder weiteren Stunde, in der du die Zeiger der Uhr anstarrtest, die qualvoll langsam tickten, mit jedem neuen Tag, an dem du nichts hörtest, nur schlimmer.

Aber dir ging dieses warum nicht in den Kopf.

Warum er mit allen brach, mit seinen wichtigsten Menschen.

Warum Baji

Die zuvor stoppenden Tränen rollten wieder über deine Wange, weil es so ätzend in deinem Herzen stach.
Weil es unaufhaltsam war.
Unmöglich dich zu beruhigen.

Es war nicht nur Kummer, den du hattest, weil eine wichtige Person aus deinem Leben ging.
Ihr wart nicht nur beste Freunde ihr wart weitaus mehr als das und es war schon ... schon sehr früh so.

Es war Liebeskummer.

Das erste Mal so richtig präsent, einschlagend wie eine Bombe.

Und so, so verdammt Kräftezerrend.

Du aßt kaum noch, sprachst kaum noch geschweige denn das du dich bei irgendwem außer Fuyu blicken ließt.
Dieser dachte schon du wärst ein wandelnder Zombie mit deinen rot geschwollenen Augen und deinem Vogelnest, was eigentlich deine Haare sein sollten, auf dem Kopf.

Selbst Emma musste dich Zwingen etwas mit ihr zu machen und dann war es auch noch das schlimmste überhaupt für dich - Shoppen.

Fuyu ging sogar auf Nummer sicher und achtete auch drauf das du dich wirklich mit Hina und ihr triffst und keinen Rückzieher in letzter Minute machtest.

Begeistert war was anderes als du ihn mit einem 'Muss das wirklich sein Blick' anschautest und er dir in die Wangen kniff und meinte du sollst nicht so ein Gesicht wie drei Tage Regenwetter ziehen.

,,Guck das geht so ..."

Und er dir zeigen musste, wie man vernünftig grinste.

,,Ich weiß wie das geht."

Und du es ihm ... nachmachtest.

,,Hör auf das sieht furchtbar aus."

So fühltest du dich auch.

Es schmerzte nochmal mehr als du dir das verschrammte Gesicht deines besten Freundes ansahst welches Baji zum Opfer gefallen war.

Dein Griff um die Kette der Schaukel wurde fester, das Wippen innehaltend als Fuyu dir seine Hand auf die Schulter legte und du ihn ansahst.

,,Es wird alles wieder gut, vertrau mir."

Vertrauen hattest du auch in Baji ...
Nur weil du keines hattest was deine Gefühle anbelangte und irgendwelchen Bindungen, hieß es nicht dass du ihm überhaupt gar nicht Vertraut hattest.
Folgen tatest du diesem Jungen Blind.
Überall hin.
Da war der Ärger praktisch vorprogrammiert und du liebtest es wenn er die Dinge auf seine Weise tat.
Egal ob er wegen seinem leeren Magens Autos anzündete oder irgendwelche vorbeilaufenden Menschen eine reinhaute, weil er gerade müde war oder er Leute einfach anchrie, um ihnen danach eine reinzuhauen, weil du ihn wie so oft auf die Palme brachtest und oben an der Spitze angelangt, ließ er seine Wut einfach freien Lauf.
Du standest immer nur einen Schritt weit entfernt von ihm wenn sowas passierte.

Lächelnd sah Fuyu von dir auf.

,,Yo, Dude."

So lächerlich wie es war, und du wusstest das es nicht sein konnte, umdrehen tatest du dich trotzdem, nur um zu sehen das es Shittymichi und nicht dein Freund war.

Ex?

Keisuke ...
Einfach nur Keisuke.

Die Enttäuschung war dir ins Gesicht gemeißelt.

,,Ich weiß was du denkst. Ich kenne dich jetzt mittlerweile über ein Jahr. Das ist wirklich 'ne lange Zeit."

,,Achja? Wenn du weißt was ich denke dann weißt du auch was er denkt."

,,..."

,,Sag's mir Fuyu. Sag mir das er Tōman nie verlassen würde. Sag mir das er mich nie verlassen würde."

Wie sehr er es dir einfach sagen würde, dich in den Arm nehmen und dir die Wahrheit über Keisuke sagen würde ... aber er konnte nicht.

Weil es letzten Endes -

,,'Tschuldige für die Verspätung, Hina und Emma kommen gleich nach."

,,Was brauchen Mädchen immer so lange.", fragte Fuyu der sich wohl eine Antwort von dir erhoffte, die aber nicht kam.

Du hattest doch selbst keine Ahnung was die da immer treiben und Takemichi auch nicht so wie er mit den Schultern zuckte.

,,Geht ... geht es dir schon besser?"

Sah deine grausige gestallt etwa das für ihn aus? - Besser?

,,Ja ... weißt du, ich schminke mir einfach so meine Augen dunkel als seien es Augenringe und schneide vorher Zwiebeln damit meine Augen glasig und rot werden und oh~ ich laufe gerne mit krausigen Haar durch die Gegend, sodass jeder denkt aus welchem letzten Loch ich gekrochen bin." Du schnaubtest einmal aus. ,,Nein, Bakamichi, mir geht es nicht besser, falls du das offensichtliche nicht siehst."

,,Ähm ... eh ... E-entschuldigung.", stotterte er vor sich her, während er beschämt seinen Hinterkopf kratzte.

,,Du tretest immer wieder ins Fettnäpfchen, Takemichi."

Tsk.

,,Weil er ein Idiot ist."

Ein Idiot, der noch vor fünf Tagen dein Hinterteil rettete, aber eigentlich hatte er ihn erst in diese Situation reingebracht.

Und zwar an dem Tag nach Bajis Kundgebung seines plötzlichen Seitenwechsels nach Walhalla.

,,Eh? Take ... michy?

Was machte bitte der hier?
Er wusste ja nicht mal, wo du wohntest.

,,Hallo♡ (y/n)."

Mikey.
Natürlich.

Sonderlich witzig fandest du es nicht wie er dir hinter Michi zuwinkte und fröhlich lächelte.

Dementsprechend rolltest du auch mit den Augen.
Wolltest ihm eigentlich sofort die Tür vor der Nase zuschlagen wäre es Draken nicht gewesen der sie aufhielt.

,,Draken-kun?
Sag mal Shittymichi, wen hast du noch alles zu mir eingeladen du Idiot?"

Takemichi lachte nur nervös, spielte mit seinen Händen und hoffte inständig du würdest ihm nicht auch noch eine, wie Baji, reinhauen.

Denn ehrlich - er hatte richtige Angst vor dir, nachdem Mikey ihm von dir erzählt hatte.

Also ... da saßt du nun.

Vor dir zehn Augenpaare, die auf deine Antwort warteten.

,,Nein."

,,Ahh sehr gut ... du ... HAH?!!? NEIN?"

,,Richtig Takemichi. N-E-I-N. Nein.", buchstabiertestet du ihm.

,,A-aber wieso?!"

Weil du verdammt nochmal nicht wolltest.
Nicht konntest ...
Baji würde niemals auf dich hören und einfach so seine Meinung ändern.
Auch wenn du nichts mehr wolltest, wie das er es tat, um am Ende wieder auf der richtigen Seite zu stehen.
Zu kämpfen.

An deiner Seite.
An Mikeys Seite, wo er hingehörte.

,,Warst du gestern nicht anwesend? Hast du nicht gehört was er sagte? Es ist zur Hölle nochmal vorbei.

Fuck."

,,Du bist die Einzige, die ihn zurückbringen kann."

Das sollte ein Witz sein, oder?
Was wollte dieser kleine Möchtegern Rowdy überhaupt von dir?

Das Einzige was du über Takemichi wusstest, dass er Mikeys neues Schoßhündchen war.

Und er hatte Draken gerettet

Ja und das.

Aber trotzdem hatte er kein recht dazu zu so zu tun als würde er dich kennen, nur weil er jetzt der Buddy vom Leader und vom Vice Presedent war.

,,Du kennst weder mich noch Baji, also warum willst du wissen das ich es schaffen würde?!"

,,Durch mich. (Y/n), Es war schon immer schwierig zu sagen was er denkt, richtig? Aber es ist nicht vorbei."

Warum mussten dich eigentlich alle noch so quälen?
Dich noch extra mit falschen Hoffnungen locken, nur damit die Realität an deiner Tür klopfen konnte, um dich auszulachen wie Naiv es war auch nur einen Moment daran zu denken das er wiederkommen würde.

Warum konnten sie nicht wie du es einfach akzeptieren das Baji weg war.
So wie du es tatest.

,,Ich glaube ... diesmal doch Mikey. Egal wie oft wir gestritten haben, noch nie hat es sich so endgültig angefühlt wie jetzt ... Bei jedem Streit, den wir hatten und danach einer von uns ging, kam einer auch immer wieder zurück zu dem anderen.
Seitdem er diese Streitigkeiten innerhalb der Gang anfing, wurde es zwischen uns auch anders.

Er gleitet mir aus den Händen ... und ich ... ich kann einfach nichts dagegen tun."

Deine Stimme brach.
Mehrere Male.
Immer wieder schluchzest und schlucktest du zwischen den Sätzen die dir so verdammt schwer fielen, Finger in die Tischkannte krallend, Tränen die weigerlich liefen und Arme, die dich zu sich an die Brust zogen.

Wie konntest du von ihnen Verlangen zu akzeptieren, wenn du diejenige warst die es überhaupt nicht tat.

,,Ihr Jungs kennt ihn doch mit am allerbesten, ihr wisst, wie er ist, aber noch nie waren unsere Auseinandersetzungen so aggressiv. Er hatte schon längst damit aufgehört zu mir zurückzukommen."

Schon bevor er gestern mit allen gebrochen hatte.

Mitsuya stich dir immer wieder Vorsichtig über den Rücken, während du dich einfach nur noch an seiner Schulter ausheultest.

Das war ein Fakt, den keiner von ihnen wusste, nämlich das es seit mindestens zwei Monaten schon so beschissen zwischen euch lief.

Hatte Baji also schon die ganze Zeit vorgehabt die Seiten zu wechseln?

Du wolltest es wissen.
Wissen was in seinem Kopf vorging.
Er war dir diese Erklärung schuldig!

,,Ich machs. Ich hol ihn zurück."

Oh~ wie hättest du dir doch lieber selbst die Zunge für diese Entscheidung abgeschnitten.

Denn so übermütig und selbstbewusst du diese Worte sagtest, tränen dabei wegwischend, so sprachlos und zerrissen warst du als du deinen alten Freund in der Runtergekommenen Halle sahst.
Der Stützpunkt Walhallas, an dem dich Takemichi wenige Stunden später zu sich hinbestellte. Und das Unglück ins Rollen brachte.

,,Kazu?", flüstertest du zu dir selbst, schritt für schritt durch die Menge aus schlägern weiter gehend, Luft so stickig, erdrückend wie die Stimmung unter ihnen und wenige Schritte vor dir ...

,,Fuck ... Chufuyu!"

Also nach zwei Jahren sahst du ihn ausgerechnet hier wieder.
Kein Besuch, keine Nachricht, kein ,,Ich bin wieder aus dem Knast."
Gar nichts hörtest du von ihm.
Und das erste was er sagte als er dich bemerkte, weil du blitzartig zu Fuyu ranntest, der völlig zugerichtet auf dem Boden lag und Blut spuckte, war

,,(Y/n), was machst du denn hier?"

Und er so tat als wäre alles "cool" zwischen euch, obwohl er ... Member von Walhalla war?
Ihm schien es anscheinend gepflegt am Arsch vorbeizugehen, wie du dich gerade fühltest.
Die Frage? Rein rhetorisch.
Das lächeln? Fake.
Es erreichte nämlich nicht seine Augen, nicht so wie damals.

Dein zerrütteter Verstand kratzte die letzten Puzzleteile zusammen als du neben dem Blutüberströmten Chifuyu knietest und das Gespräch zwischen Baji, Takemichi, Kazutora und diesem beschissenen Hanma lauschtest, dein Schniefen dabei untergehend, während deine Zittrigen Hände auf der Brust deines besten Freundes weilten.

Hier war keine Erklärung mehr für dich von Nöten denn es war offensichtlich das Baji diesen Verrat schon die ganze Zeit plante.
Die Bestätigung wenig später sogar selbst von ihm hörtest.
Aus seinem eigenen Mund.

Was zur Hölle ging hier vor sich?
Das konnte doch alles nicht wahr sein.
Nein, das durfte nicht wahr sein.

,,Du willst mich verarschen! Oder Baji?!"

Genauso zittrig wie deine Hände war auch deine Stimme, die du versuchtest, nicht komplett brechen zu lassen.

,,Was denkst du dir eigentlich dabei ihn zusammenzuschlagen, hm?"

Baji dachte nicht, er handelte einfach.
Es war so klar wie das Amen in der Kirche und trotzdem wolltest du nicht glauben was du hier vorfandest.

Nie, nie, niemals hätte er jemals seinen besten Freund so derart zusammengehauen, dass dieser röchelnd von dem ganzen Blut, welches ihm aus dem Mund rann, fast das Bewusstsein verlor.
Gott da war einfach so viel Blut was überall neben und auf ihm war, dass es dir dein Herz zerriss.

,,Wer ist das eigentlich?"

Wäre dieser stechende qualm nicht in deinen Augen gewesen der dir entgegen gepustet wurde hättest du Hanma wohl nie bemerkt der vor dir in die Hocke ging, Fokussiert war nämlich nur diese rote Flüssigkeit, die an deinen kalten Händen klebte, die dich hätte schreien lassen können.

,,Sie? Haha, das ist Bajis Weib."

,,Wirklich~ das wird ja immer besser."

,,Wenn schon ist sie sein Weib, nicht meins, Kazutora."

Stellte Baji mit einer Kopfbewegung in eure Richtung klar.

Er sagte es gestern schon zu Chufuyu

,,Na los Chifuyu, lauf ihr hinterher. Jetzt kannst du sie endlich haben."

Was dir da schon merkwürdig und völlig bescheuert vorkam, kam dir hier erst recht so vor.

Warum zum Teufel meinte er zu glauben du seist Fuyus Freundin?
Was dachte Baji bei der Aktion.
Was ging ihm hier wirklich durch den Kopf?

Wie Mikey es vorhin sagte, es war schon immer schwierig zu wissen was er dachte.

Es war ok für dich es nicht zu wissen.

Hattest dir noch nie großartig Gedanken darüber gemacht, weil es euch nie im Weg stand, dich nie betraf.

Jetzt aber schon.

Jetzt warst du mittendrin und es störte dich, vor allem, weil du dich mittlerweile fragtest - was war hier überhaupt echt? Hatte es jemals eine Bedeutung was er mit dir und für dich tat?

,,Du veräppelst mich Baji, sie war doch immer viel zu besessen von dir."

,,Seh ich etwa so aus als würde ich dich verarschen?"

,,Also hast du wohl auch die Seiten gewechselt, wie es aussieht, was (y/n)?"

War es Spott was in Kazutoras Stimme lag? Oder amüsierte er sich einfach nur auf deine kosten?
Was es auch war, das war nicht mehr dein bester Freund von damals, nicht der Junge, mit dem du immer gemeinsam scherztest und nicht ... nicht so wie er es gerade tat.

,,So ein böses Ding.♪"

Hättest du nur irgendwie den Nerv gefunden, würdest du Hanma sein dreckiges Grinsen aus dem Gesicht schlagen, den Glimmstängel gleich dazu vor der du immer wieder den Rauch abbekamst.

,,HANMA! Ich bin nicht hier über unbedeutende Sachen zu reden, sondern ich bin hier, um Walhalla beizutreten, also was ist?"

,,Unbedeutend, hm?

Dann wäre hier der ultimative Vertrauensbeweis für mich ... überlass sie mir."

Bitte was?!

,,W-warte, lass sie in Ruhe Hanma!", stellte sich Takemichi schützend vor dich.

,,Findest du nicht du solltest (y/n) daraus halten?"

Das es ausgerechnet Kazu war der dich zusätzlich mit Worten verteidigte wolltest du nicht so recht begreifen.

Aber dem schlaksigen Typen schien es so gar nicht zu interessieren, so wie er die beiden ignorierte und nur auf Baji fixiert war.

,,Ich warte auf deine Antwort, willst du Walhalla beitreten oder nicht?"

Ignorierte er die beiden als wären sie Luft, konzentrierte sich nur auf einen in diesem Raum und das war Baji der nur da stand, keinen einzigen Muskel in seinem Gesicht verzog als er eiskalt sagte

,,Mach mit ihr was du willst."

Der Einzige, der dich nicht schützte, war er, der, der es am allermeisten hätte tun sollen ...

Du fielst regelrecht von deinem Glauben ab als du ihn das sagen hörtest, kralltest dich in Takemichis Jacke, weil du mittlerweile von Fuyu abließt, was dir mehr als nur schwerfiel ihn da einfach so liegen zu lassen.

,,Weißt du was? Du kannst mich mal Baji. Fick dich!", schriest du, weiter in deiner Position verharrend, als du Hanma zuerst deinen Zeigefinger ,,Und wer hat hier gesagt, dass ich dir überlassen sein will?" und ihm danach deinen Mittelfinger präsentiertest.

,,Hahaha, du kannst ja bellen."

,,Ich kann sogar beißen, Arschloch."

,,Interessant~
Ich lass dir eine Chance zu verschwinden.
Wenn ich bis 1 runtergezählt habe und du noch hier bist, garantiere ich für nichts."

Mit einer Handbewegung setzte einer seiner Leute sich in Bewegung.
,,3."

,,Lauf y/n).", stieß Chifuyu aus, mit so viel kraft wie er gerade noch so aufbringen konnte.

,,2, beeil dich."

Deine Beine bewegten sich wie von automatisch, keine Ahnung wie Hanma in Wahrheit tickte, wolltest es auch nicht herausfinden, wolltest im Allgemeinen nicht wissen was passieren würde, wenn du dich ihnen stellen und angreifen würdest.

Du musstest da weg, die Tür schon fast in Reichweite und du hörtest, wie er amüsiert rief

,,3. Chōji, sie gehört dir.", lachte er, dieser Chōji sofort losrennend als du mit einem Blick nach hinten über die Schulter durch die Tür preschtest.

Takemichi setzte ebenfalls zum rennen an, wurde aber von Hanmas Worten, denen danach Kazutoras folgten, aufgehalten.

,,Bevor du ihr zu Rettung eilst, musst du noch hören was du Mikey ausrichten sollst."

Am 31. Oktober.
Walhalla vs. Tōman.

Eine Woche bis zum schlimmsten und düstersten Tag in deinem ganzen Leben.

Was du bis dato noch nicht wusstest als Takemichi es dir erzählte, während du versuchtest Chifuyu zu verarzten, so gut wie es dir nur möglich war mit deinen zittrigen Händen.
Der Schock saß nämlich immer noch tief.

,,Danke, Takemichi."

,,Eh? D-du musst dich nicht hierfür bedanken."

,,Nicht hierfür, Idiot. Für vorhin."

,,Oh."

Als er dir hinterherrannte, sah wie ihr beiden am Kämpfen wart und dich der Schläger bei seinem letzten Tritt gegen die Wand schmetterte, und er Chōji schreiend mit seiner Faust einen knock-out verpasste.

Was du ihm vorher nie zugetraut hättest und fragtest dich, ob es gerade wirklich Takemichi war, der dir so gefasst klar machte lieber von dort zu verschwinden.

Ab dem Zeitpunkt musstest du zugeben, dass er vielleicht gar nicht so ein übler Typ war.
Half dir sogar Chifuyu mit zu dir nach oben zu schleppen, was sich doch als Herausforderung ergeben hatte, so schwach wie er auf den Beinen stand.
Wenigstens war er bei Bewusstsein und bei dir, eine Sorge weniger die du ertragen musstest.
Aber trotzdem ... als ihr ihn wenige Meter von deinem Wohnkomplex saht, rutschte dir dein Herz ein Stockwerk tiefer.
Dachtest nicht einmal drüber nach wer ihn dort abgeliefert hatte, wolltest ihn nur so schnell wie möglich aus dem Dreck vom Boden holen.

Von dem Boden, an dem du seit Tagen vor dir hinvegetiertest, kitschige Mangas von Chifuyu last, um dich noch mehr in deinem Liebeskummer zu ertränken den du dir sogar langsam selbst eingestandest.
Was vielleicht auch nur ihm zu verschulden war, so oft wie er dir predigte es seien ganz normale Symptome von dieser "Krankheit" wie du es lieber bezeichnetest als das, was es in Wirklichkeit war.

Hättest du gewusst was passieren würde, hättest du dir nichts lieber gewünscht als diesen Kummer beizubehalten.
Denn was folgte war wirklich unerträglicher Schmerz.

Dabei dachtest du dir noch, nichts wäre unerträglicher als der Tag vor dem Kampf.
Als du ihn sahst, dort auf dem Klettergerüst wo er als Kind so viel Zeit mit Mikey verbrachte.
Und er dich behandelte als hättet ihr nie etwas miteinander geteilt.

Wie kalt er dich ansah als du ihn versuchtest zurückzuhalten.
Abhalten wolltest nach Hause zu gehen ohne mit dir überhaupt geredet zu haben.

,,Wenn es dir je etwas bedeutet hat, dann bleibst du bei mir."

Es war vielleicht nicht das beste sowas in dieser Situation zu sagen, weil du es doch sowieso schon wusstest, wie egal es ihm war.

,,Wann begreifst du es. Ich gehöre nicht mehr zu Tōman, sondern zu Walhalla."

,,Bullshit!"

Bullshit, bullshit, bullshit!

War es leider nicht.
Und egal wie viele Male du es auch in deinem Kopf wiederholtest, es änderte nichts daran.

,,Du gehörst nicht zu diesem Abschaum! Du gehörst zu Mikey.

Zu mir! Du gehörst verdammt nochmal zu mir!"

,,Das hab ich noch nie. Weißt du nicht mehr was du sagtest? Du kannst niemanden an dich heranlassen. Und jetzt willst du mich von etwas anderem Überzeugen?"

Das war ... damals.
Du hattest ihn doch an dich herangelassen, mehr als du je wolltest und er hatte nie etwas dazu gesagt.
Nie gesagt das es ihn störte.

Aber wenn es ihn störte, konnte es ihm nicht egal sein.

Theoretisch.

Wie sehr du momentan in seinen Kopf gucken könntest, um die Lösung für sein Verhalten zu finden.
Doch vielleicht existierte die nie.
Vielleicht handelte er immer nur aus einem Impuls heraus.
Und dachte nie über sein Handeln nach.
Gab nie einen Hintergrund für das was er tat und wie er es tat.

Das wolltest du ebenso wenig akzeptieren wie das er Walhalla angehörte und ihn gehen zu lassen schonmal drei Mal nicht.

Aber vielleicht solltest du es einfach akzeptieren.

Es hinnehmen das er dir wie jetzt, und vielleicht zum letzten Mal, den Rücken kehrte.

Solltest dich von dieser Naiven Vorstellung verabschieden jemals zusammenzugehören.

Und aufhören darum zu weinen.
Um etwas was in seinen Augen sowieso nie existierte.

Aber du warst nun mal (y/n) die nicht aufgab nur weil man dich versuchte zu Boden zu drücken.
Schaffen tat es sowieso niemand, also warum sollte er es können?

Weil er dich schon längst dort unten hatte und dich auch noch dahielt.

Aufhalten tat es dich trotzdem nicht.

Tatest vielleicht den zweiten Fehler wie vorhin und sagtest etwas unglaubliches dummes, er solle warten, wenigstens einmal noch und es ein letztes Mal zulassen.

Klammertest dich an diese Hoffnung er würde dich lassen.

Und ja, er ließ dich tatsächlich machen als du langsam auf ihn zugingst, so wie damals bei eurem ersten Kuss und wie du sagtest

,,Du musst deine Augen zu machen."

Nur diesmal war deine Stimme wesentlich zittriger, unsicherer.

Und er schloss sie nicht, stand nur da, ohne etwas zu sagen, selbst die Berührung deiner kalten Finger um seine Wange ließen keine Regung in seinem Gesicht zu. Seine Iren das Einzige was sich bewegte, deine Seelenspiegel musterten als würde er diesmal derjenige sein der etwas darin Suchte.

,,Wann ... wie ... wie konntest du mir so schnell aus der Hand gleiten?"

Seine Augen weiteten sich einen Moment, einen Augenblick lang, dass du ernsthaft dachtest du hättest ihn erreicht.

,,Aus der Hand gleiten? Meinst du etwa -"

,,Warum tust du das?", unterbrachst du ihn Streng. Wolltest seinen Sarkastischen Kommentar nicht hören. Du wolltest die Wahrheit, hier und jetzt, was das alles sollte. ,,Was ist mit dem Jungen passiert, der auf mich achtgab? Hast du den Tag vergessen an dem du sagtest du willst mich beschützen?"

Dieser Tag ... an dem er es sagte, durch so eine banale Sache ausgelöst, dass es schon wieder albern war.
Juni 2003.

,,Schneller Pah. Ich will ihre Gesichter sehen.", riefst du ihm vom Rücksitz aus zu, dabei motivierend auf die Schulter klopfend als er nochmal Gas gab.
Seine Maschine war sowieso schneller als die anderen, deswegen wusstest du das sie keine Chance hatten rechtzeitig am Treffpunkt zu sein.

Dein Herz klopfte, deine Haare zerzaust von dem Wind, deine Augen am Strahlen als ihr mit der Hohen Geschwindigkeit seiner Honda, alle vier Jungs auf ihren Bikes, den Imaginieren Rauch schmecken ließt.

,,Das ist unfair!"

Hörtest du Baji wütend schreien.

,,Ach ja? Dann versuch mich zu Fangen!"

Tch.
Fangen? Wie sollte er das bitte anstellen, wenn ihr mit über 80 km/h durch die Innenstadt brettert? Auf einem Motorrad!

An sein dummes Gesicht würdest du dich noch ewig erinnern.
Und auch an diesen Tag der nicht nur für dich, sondern für alle eine Bedeutung hatte.

Er fing schon gut an, als dich Baji morgens aus den Federn klingelte.
Und als du ihn im Treppenhaus auf seinen Rücken sprangst und er deswegen zuerst zeterte, es aber eigentlich mochte.

Weiterführend, nach eurem Rennen durch die Stadt, welches Pah und du natürlich gewannt, als du dem wartenden Keisuke lachend in die Arme Sprangst und er sein Gleichgewicht verlor.
Und ihr beide die Wiese herunterrolltet, dich dabei die ganze Zeit mit seinen Armen umklammerte als ihr dabei auch noch fast im Wasser landetet, wenn er euch nicht abgebremst hätte.

Eigentlich dachte er schon ihr seid zum Schrein weitergefahren, aber er hätte wissen müssen das du wieder nur Flausen im Kopf hattest.

So fest wie er dich an sich drückte, beide Arme um deinen Körper geschlungen, bekamst du schon fast keine Luft mehr.

Beim wiederholten Klopfen auf seine Brust ließ er locker und du konntest dich ins Gras setzten.

,,Das nächste Mal warn mich vor!"

,,Hab ich doch."

,,HAH?! Meinen Namen zu schreien, während du von hinten auf mich zu rennst? Ja, tolle Warnung."

Ja~ vielleicht wartetest du extra bis sie mit dem Rücken zu dir standen und schlichst dich an, um genau das zu tun.
Was tat es schon zur Sache?
Deinen Spaß hattest du, eine Wunde mehr durch den Sturz war da auch völlig egal.

Währenddessen beobachteten die anderen von oben, wie ihr anfingt zu diskutieren.

,,Die beiden bekommt man nicht auseinander, was?", gab Mitsuya das offensichtliche kund.

,,Nope.", dann Mikey

,,Die Kleben wie Kleister aneinander.", seufzte Draken.

,,Unglaublich das dieser Idiot so eine Freundin abbekommt.", Pah

Unglaublich war, wie ihr euch aus heiterem Himmel gegenseitig hochschaukeltet und es immer in 'Wer kann den anderen am lautesten anschreien' endete.
Ihre Blicke waren dementsprechend auch schon nicht mehr Fassungslos, weil sie es schon gewohnt waren, sondern Rollten in solchen Situationen nur noch mit den Augen.

,,Sie Streiten schon wieder.", so wie Kazutora.

,,Oi! Lasst den scheiß und kommt endlich wieder nach oben! Wir wollen weiter."

Du fingst nicht aus heiterem Himmel an zu Lachen, weil dich Drakens Geschrei so amüsierte, sondern weil dir lediglich bewusstwurde, wie glücklich du gerade warst, wegen so einer Kleinigkeit wie diese Menschen um dich zu haben.
Weil, egal wegen was einem scheiß ihr Strittet, es war immer so etwas unnötiges, harmloses eigentlich, dass du nur drüber lachen konntest wie bescheuert es war.
Lieber wolltest du diese Zeit genießen.
An ihrer Seite.
An seiner.

,,Versprichst du mir das diese schönen Tage nie aufhören werden?"

,,Schön? Wirst du jetzt Sentimental?"

,,Ha, ha. sehr Witzig Baji."

Bajis aufstehen verwirrte dich zunächst, weil er wieder Mal ging, ohne etwas zu sagen, aber dieses freche Grinsen, mit dem er dich über die Schulter hinweg ansah und sagte:

,,Ich versprech's."

Sie ließen dich willkürlich Schmunzeln. Die Worte.
Du hättest schwören können sein lächeln stach bei diesen Schrammen im Gesicht, die er jetzt dank dir hatte, noch mehr raus. Machte es noch schöner.
War das überhaupt möglich?
Oder bekamst du von der vielen Sonne einen Stich und bildetest dir Sachen ein die gar nicht sein konnten?

Das würde deine röte, die deine Wangen zierte, zumindest erklären.
Oder aber es waren deine eigenen Schrammen im Gesicht, die es röter werden ließen.

So oder so, dieses Ereignis löste in Keisuke seinen Beschützer Instinkt aus.
Verlor kein zweites Mal den halt als du es wenige Tage später nochmal versuchtest.
Standfest mit beiden Beinen auf dem Asphalt, als du ihm auf den Rücken sprangst.

,,Du fällst ja gar nicht.", schmolltest du, während du dich um seinen Hals Schlangst.

,,Tsk. Das hättest du wohl gerne, was?"

,,Es war doch lustig."

,,Du bist manchmal echt merkwürdig." Er stieß etwas Luft aus. ,,aber ich werde nie zulassen das dir etwas passiert."

,,W-warum sagst du sowas?!", riefst du empört vor lauter Scham.

Vielleicht mochte es übertrieben sein, völlig überzogen, weil er wusste das du auf dich aufpassen konntest.
Baji wollte es dennoch so.

,,Weil wir Freunde sind. Und ich beschütze das was mir wichtig ist."

,,Wer ist hier der merkwürdige, hm?"

Er wusste das du gerade so rot wie Mikeys Helm warst, aber es war ihm egal, denn auch in seinem Gesicht war die röte zu sehen, leicht, aber sie war definitiv da.

Eigentlich schwor er es sich schon viel früher dich zu beschützen, aber an dem Tag sagte er es dir.

Doch irgendwie schien das alles keine Bedeutung mehr zu haben oder er es vergessen zu haben ...

,,Beschützen? Wieso sollte ich dich beschützen? Du gehörst zum Feind."

,,Ist es meine schuld?", fragtest du zittrig.

Deine Schuld, dass er weg ging?
Vielleicht hättest du mehr tun sollen, ihn nicht so von dir stoßen sollen ... ab und zu.

Aber das war Schwachsinn.
Auch wenn du es vielleicht sagtest du könntest ihn nicht an dich heranlassen, tatest du es schon längst.

Genau wie jetzt.

,,Ich werde dich hiernach in Ruhe lassen, wenn du das willst."

Du wolltest es nicht, logst dich selber an, um das hier erträglicher zu machen, um den Kuss, der folgte nicht so schmerzhaft sein zu lassen.
Und packtest so viel Gefühl darin, wie es dir möglich war, fuhrst mit dem Daumen immer wieder über seine Wange und ließt den salzigen Geschmack deiner Tränen in den Kuss einfließen, in den ihr euch beide einen Moment verlort.

Es war so vertraut, voller Emotionen, die ihr beide zu einem gewissen Grad immer zurückhieltet, die jetzt ausbrachen.

Aber Baji konnte nicht.
Drückte sich von sich, nicht ruppig, nicht Ruckartig, sondern einfach nur Sanft.

Was es kein bisschen schmerzloser machte.

Seine Schritte in die entgegengesetzte Richtung von dir noch mehr, seine Silhouette im Mondschein immer geringer werdend, verschwand, außerhalb deiner Reichweite, machte dir klar - er war wirklich weg.

Doch deinen schmerzhaften Schrei hörte er noch deutlich genug.
Fuhr ihm durch Mark und Bein.
Hasste es.
Verdammt er hasste es.
Er wollte nie dafür verantwortlich sein, dich niemals in diese Situation bringen, aber er hatte keine andere Wahl.

,,Tut mir leid.", sagte er mit dem gleichen Ton wie immer, während sich selbst die Tränen bei ihm bildeten.

Er würde das alles wieder gut machen, nahm es sich fest vor dich danach nie wieder so etwas fühlen zu lassen wie jetzt.

Nur war das Schicksal nun mal ein mieser Verräter.

Welches Stunden später, dein ganzes Leben Beeinflussen sollte.

...

Gedankenverloren starrtest du zum Himmel.

Waren sie schon am Kämpfen?
Wer würde gewinnen?
Und was passierte am Ende?

Die Gedanken drehten dir deinen Magen um.

Bleib locker (y/n)

Es ist nur ein Kampf, so einer den Mikey und die anderen schon oft gewonnen hatten.
Also warum sollte der hier anders sein?

Weil es noch immer nicht feststand, ob Baji zurückkäme.
Darum.

Unabhängig davon wer heute den Sieg holen würde.

,,Ey hallo, hier spielt die Musik." Emma fuchtelte mit ihren Händen vor deiner Nase herum. ,,Wir sind hier, um Spaß zu haben und nicht über ihn Nachzudenken."

Dir war nicht nach Spaß.
Nicht einmal annähend.

Das wussten auch deine zwei Begleiterinnen.

Die beiden gaben sich wirklich Mühe, versuchten alles um dir wenigstens ein kleines lächeln zu entlocken, aber du warst nicht dran zu bekommen.

Saßt lieber starr auf deinem Stuhl und zupftest an dem Ärmel deines Hoodies.

Dein schlechtes Bauchgefühl wollte einfach nicht weggehen.
Warum wurdest du nur mit jeder Minute, die verstrich nervöser?

Und dann kam da noch dieser Anruf ...

Unbekannte Nummer?

Normalerweise gingst du nicht ran, wenn du nicht die Nummer kanntest, aber irgendwie hattest du das Gefühl du müsstest.
Lag vielleicht auch daran, dass du unterbewusst wolltest es sei einer der Jungs der dir mitteilen würde alles wäre gut.
Was kein Sinn ergeben würde warum sollte die Nummer unbekannt sein? Und einer der Member würden sie auch nicht beauftragen er solle dich Anrufen.

Geh doch einfach ran dann weißt du's

Kann sein das es Angst war, die dich zurückhielt.
Angst vor einer schlechten Nachricht.
Und ja, vielleicht wärst du nicht ran gegangen, wenn du gewusst hättest, wer an der anderen Leitung so penetrant versuchte dich zu erreichen.

,,Ja?"

,,(Y/n)~, Hanma hier, dachte schon du gehst gar nicht mehr ran."

Das genervte Stöhnen entwich dir praktisch sofort als er seinen Namen sagte.

,,Urgh. Was willst du? Hat dir meine Abfuhr nicht gepasst? Oder warum stalkst du mich jetzt und ... warum zur Hölle hast du meine Nummer?"

,,Darüber bin ich schon hinweg, aber was ist mit dir? Vermisst du mich schon?"

,,Komm zum Punkt ich hab keine Zeit für Spielchen."

,,Wie du willst. Weil ich so gutmütig bin, wollte ich dir eigentlich nur mitteilen, dass es deinem Freund nicht so~ gut geht. Er spuckt ganz schön viel Blut, viell-"

Du ließt einfach das Handy aus deiner Hand rutschen und zu Boden knallen - der Riss der sich durchs Display zog gerade völlig unwichtig.
Dein Kopf war schlagartig leer und deine Welt schien für eine Sekunde still zu stehen.

Er log, richtig?
Er spielte mit dir.

Aber wenn es so war, wieso fingst du dann wie Entlaub an zu zittern?
Es fühlte sich so an als würde man dir Stück für Stück die Kehle zuschnüren.

Du konntest nicht ruhig auf deinen vier Buchstaben sitzen, wolltest, nein, musstest Wissen, ob er nicht doch die Wahrheit sprach.
Brauchtest diese Gewissheit, dass alles ok war.

Weswegen du in der nächsten Sekunde entschuldigend aus dem Raum und aus dem Haus zu deinem Motorrad ranntest.

Noch nie warst du so schnell gefahren wie jetzt, nicht mal mit Baji bei einem eurer Rennen.
Holtest alles aus deiner EL250B raus was sie hergab.

Vorbei an Menschen, die dir hinterherriefen, vermutlich sowas wie Rücksicht zu nehmen, langsamer zu fahren und aufzupassen, aber selbst wenn du es gehört hättest, hätte es dir in dem Moment nicht noch weiter am Arsch vorbei gehen können.

Das Einzige was für dich zählte war Baji.

Woher warst du dir aber so sicher, dass Hanma ausgerechnet ihn meinte?

Selbst wenn nicht, du wolltest auch nicht das einer der anderen verletzt wurde.

Als du endlich an diesen Schrottplatz ankamst ranntest du zwischen den Getümmel aus schwarzen und weißen Jacken hindurch.

Hindurch durch den aufwirbelnden Staub, den sie bei ihrer Schlägerei verursachten, deine Lungen bereits voll damit, als Takashi auf dich zu ging.

Takashi ...
Wenigstens einen den du in diesem Chaos finden konntest.

,,Taka-chan ... weißt du wo Baji ist?"

,,(Y/n) ..."

Seine Augen waren glasig.
Warum waren seine Augen glasig?
Das war nur wenn man ... weinte?

,,Was ist? Es geht ihm gut, oder?"

,,(Y/n), bitte ...", hauchte er monoton.

Warum Klang er so, wenn doch alles gut war?

,,Ich mein, es ist Baji, richtig? Ihm kann gar nichts anhaben."

Richtig.
Er würde gleich vor dir stehen und sagen, er hätte Tōman nie den Rücken gekehrt und all die Dinge, die er sagte, nicht wahr waren.

,,... (y/n) hör mir zu."

Dass es eine Lüge war, weil er dich nach wie vor in seinem Leben haben wollte.
Genau das würde er dir gleich sagen und später könntest du sogar drüber schmunzeln, weil du ihm doch nie länger als einen Tag böse sein konntest.

So war es doch?

,,(Y/n) sieh mich doch jetzt mal an!"

Deine Augen wanderten die ganze Zeit wild durch die Menge, vorbei an ihm, hinter dich, aber nirgendwo war Baji.

Wo war er nur verdammt?

Mitsuyas kalte Finger umschlossen mit beiden Händen dein Gesicht.

Zitterten ... seine Hände?

Da gab es keinen Spielraum mehr, um seinem undefinierbaren Blick zu entkommen.
Kein Entkommen mehr vor der Wahrheit, die du versuchtest zu verdrängen in dem du dir einredetest, es sei alles gut.

,,Sag mir wo er ist."

Die Worte steckten ihm im Hals fest.
Und anstatt dir etwas zu antworten, wanderte seine Hand deinen Arm hinunter und umschloss sie mit deiner.

Er führte dich vorbei an weinenden Mitgliedern, die meisten davon auf dem Boden saßen.
Warum sahst du es erst jetzt?

Die Realität so klar, dir quasi auf einem Silber Tablet serviert.

Deine Schritte fühlten sich an als hätte man dir Steine an deine Füße gebunden, die du hinter dir her schleiftest und mit jedem weiteren, den du setztest, liefen mehr und mehr die Tränen.

Du hofftest es sei hier alles ein riesengroßen Missverständnis.
Das es nur ein Scherz war.
Das er dich später in den Armen halten würde und alles vergessen würdet.

Und ... er würde dich angrinsen, so wie immer.

Gott ja, dieses Grinsen, er würde es dir schenken, während du einen von Chifuyus doki doki Mangas lesen würdest und sagen würdest, wie kitschig es wäre und er sich endlich eine richtige Freundin suchen solle.

Aber etwas tief in dir, etwas was sich der schmerzlichen Realität schon stellte, sagte dir das es nie wieder so werden würde.

Dass das was ihr miteinander teiltet, nicht mehr zurückkommen würde.

Und etwas anderes in dir wollte einfach nur vor diesem Teil wegrennen.
Und so tun, als könntest du den schein bewahren es sei alles wie immer.

Aber ... das Bild, welches sich dir vor deinen Augen abspielte, zeigte dir die bittere Wahrheit.

Die Mitleidigen Blicke mit einer Mischung aus Trauer, die du von Draken und vor allem von Pehyan bekamst, sie brannten sich in deine Netzhaut.

Chifuyu der weinend auf dem Boden kniete und Bajis Oberkörper auf seinen Beinen abgelegt hatte, du hättest den Halt unter dir verloren würde Takashi deine Hand nicht halten, seine dabei fast zerquetschtest, weil dein Blick auf das ganze Blut gerichtet war.

Welches seine weiße Jacke an manchen Stellen tiefrot färbte.
Seine Hände.
Seinen Bauch.
Und seine Lippen, die sich bewegten.

Er ... er lebte.

Das hieß das es Hoffnung gab.

Eine sehr geringe und schwindende Hoffnung, als du zu ihm ranntest und das Blutbad aus nächster Näher sahst.

Nein, er wird überleben!

Du ließt dich neben ihn fallen, versuchtest die Tränen zurückzuhalten, weil es keinen Grund gab zu weinen.
Er war doch am Leben, die Stichwunde an seinem Bauch nur eine kleine Verletzung. Nichts was man nicht verarzten könnte.

,,Hey.", hauchte er leise.

,,Hey.", du schniefend zurück.

,,Ich wusste das du kommst, weißt du wieso?"

Nur ein Kopfschütteln, während du vorsichtig hinter ihn rutschtest und seinen Kopf auf deine Beine legtest.

,,Weil du hartnäckig und stur bist. Egal wie weit ... ich dich von mir drücken würde, du würdest nie aufhören dagegen anzukämpfen."

Auch wenn dich Hanma nicht kontaktiert hätte, wärst du wenig später sowieso losgefahren ...
Weil ihr doch zusammengehörtet.
Nie getrennt wart.
Weil du nicht akzeptieren tatest das er ging.

,,Was ist passiert? ... Warum ..."

,,Ich hab ihn nicht vergessen."

,,Huh?"

,,Den Tag an dem ich sagte ... ich würde dich beschützen. Ich hab ihn nicht vergessen."

Also war nichts davon ernst gemeint, er wollte Tōman wirklich nie verraten und dich nie alleine lassen?

Wieso tat er es dann alles?

,,Ich hab versagt, hm? Am Ende konnte ich dich nicht beschützen, wie ich wollte.
Ich gebe dich in Chifuyus Hände und -"

,,Was redest du denn da? Er brauch nicht auf mich achtgeben, weil du es weiterhin tun wirst. Weil ... weil gleich der Krankenwagen kommt und, und du dann versorgt wirst. Wir gehen danach nach Hause und alles wird ... wie vorher.
Oder? Chifuyu? Der Krankenwagen ist doch unterwegs?"

Sein Schweigen und seine Tränen machten dir Sorgen.
Warum sagte er denn nichts?
Warum stimmte er dir nicht zu?
Es würde doch irgendjemand kommen?

Irgendjemand? ...

,,Baji du darfst mich nicht alleine lassen ..."

,,Idiot, du wirst nicht alleine sein."

Hauchte er Selbstsicher, während er deine Hand in seine nahm.

,,Ich ... hab's dir nie gesagt, oder? So richtig. Wie sehr ... wie viel du mir bedeutest.
Ich ... ich liebe dich Baji ... Deswegen ... kannst du mich hier nicht zurücklassen!", drangen die Worte zwischen deinen Lippen hervor und hieltest seine Hand etwas fester.

,,Ich weiß es doch schon längst."

Die Tränen kullerten deine Wangen hinab, tropfen ihm auf sein Shirt, welches schon klatsch nass von dem vielen Blut war.

Ja er wusste es.
Und erinnerte sich an all die Momente in denen du es ihm zeigtest.
Es ihn fühlen ließt wie dein Herz nur für ihn so schnell schlug.
Für ihn warst du das schönste was es gab, selbst jetzt, obwohl so gebrochen, und ihm nicht mit diesem Lächeln begegnetest, welches er so sehr liebte.
Er wollte es sehen, ein letztes Mal, küsste deinen Handrücken bevor er dich zu sich runter zog und seine Lippen mit deinen vereinte.
Und die Zeit, sie schien einen Momentlang einzufrieren.
Für euch stillzustehen, bevor er ihn auflöste.
Deine Augen geschlossen als du nichts anderes konntest außer es ihm zu schenken, weil du immer lächeltest, wenn ihr euch so nah wie jetzt wart.

,,Hey, (y/n). Ich hatte ... 'nen merkwürdigen Traum.

Von unserer gemeinsamen Wohnung.
Mit Katzen, die ein und ausgingen."

,,Mit ganz vielen Katzen, hm?"

Sein Lachen war schwach und das Blut was er dabei spuckte machte dir erst so richtig bewusst was hier vor dir geschah.

Er stirbt ...
Er würde sterben hier in deinen Armen.
Vor deinen Augen.
Und mit ihm ein Teil von dir.

,,Ja. Chifuyu, Kazutora und ich hatten eine Tierhandlung. Und du ... kamst jeden Mittag mit unserem Kind auf den Arm zu uns.
Bescheuert, was?"

,,Mhm."

Du bisst dir auf die Lippe, um deine Tränen zurückzuhalten.

,,Aber weißt du was? Eigentlich gefiel mir die Vorstellung.
Die Vorstellung von uns."

Stille.

Von uns ...

Von euch.
Es könnte doch Wirklichkeit werden.

,,Was passierte dann? ... Wie geht es weiter?"

Keine Antwort. Wie so oft schon, nur diesmal ... war es anders.
Du sahst zu wie er lächelnd seine Augen schloss, während sein behüteter Körper in deinen Armen immer schwerer wurde.

Legtest vorsichtig deinen Kopf auf seine Brust ab, doch ... du hörtest nicht das bekannte Geräusch, spürtest nicht das sonstige Hämmern gegen seinen Brustkorb, so wie sonst auch, wenn du auf diesen kurz vorm Einschlafen warst.

Nur jetzt ... Jetzt, da hörtest du -

,,Chifuyu ... warum ... warum höre ich seinen Herzschlag nicht mehr?"

Dir wurde heiß.

Kalt.

Übel.

Schwindelig.

Dein Kopf wollte einfach nicht begreifen was passierte.

,,Baji ... hey ... weißt du ... ich find diese Vorstellung auch nicht so schlecht, aber du musst aufwachen. Bitte ... du hast mir doch versprochen ... mich niemals zu verlassen ..."

Das hier war nicht real.

War so falsch.

Es war ein schlechter Alptraum, aus dem du gleich aufwachen würdest.

Aus dem dich irgendjemand retten würde.

Diese Mitleidigen Blicke um dich herum hörten nicht auf.

Ebenso wenig wie das Schluchzen um dich herum nicht verstummte.

,,Baji komm schon wach auf."

Er hatte doch gerade noch mit dir geredet.
Warum wachte er denn dann nicht auf?

Warum regte er sich nicht beim Schütteln seiner Schultern.
Warum war jede Stelle seiner freien Haut, die du berührtest, so wahnsinnig kalt?

,,BAJI!
TU MIR DAS NICHT AN DU VERDAMMTER IDIOT!"

Deine Kehle brannte.

Von dem gequälten Schrei, den du die ganze Zeit unterdrücktest und der dir jetzt über deine Lippen entwich.

Es fühlte sich nicht so an als würde es dich erleichtern.
Es war schmerzhaft.
Je öfter du schriest, umso mehr schmerzte es.

Alles schmerzte.

Dein Herz - gebrochen. Nochmals in Tausend Teile zersplittert.

Deine Glieder - schwer.

Deine Augen - sie brannten von den Tränen dieser Vergangen Woche. Von jetzt ...

Er musste dir doch noch erzählen wie der Traum weiter ging ...

Er konnte dich doch nicht einfach so zurücklassen ...

Du versuchtest alles um ihn Wach zu bekommen.
Rütteltest weiter an seinem leblosen Körper.
Nahmst seine Wangen in deine Hände.

Aber er machte sie nicht wieder auf.
Würde er nie wieder tun.

Dein Schreien intensivierte sich nur noch mehr als dich zwei Hände Packten und dich von ihm wegzerrten.

,,LASS MICH IN RUHE!"

,,(Y/n) wir müssen hier weg. Die Cops kommen.", schluchzte Fuyu dem das ganze hier nicht leichter fiel als dir.

,,IST MIR EGAL! LASS MICH BEI IHM!"

Aber er ließ dich nicht.
Schleppte dich immer weiter zum Schiebetor des Platzes.

Immer weiter weg von ihm.

,,Wir lassen dich nicht hier."

Wieso stellte sich Mitsuya auch noch gegen dich?
Wieso ließen sie dich nicht einfach da.
Sie hörten nicht auf dich, egal wie sehr du schriest, strampeltest, dich wehrtest, sie hörten nicht auf dich.

,,Bitte ..."
Das wegzerren stoppte abrupt.
Und es war nur noch Fuyus flüstern an deinem Ohr, welches du hörtest - deine Umgebung komplett stummgestellt.
,,Ich will das hier genauso wenig. Ich weiß, wie schwer das ist, aber ich will dich hier nicht zurücklassen. Bitte komm mit mir."

Er spürte, wie du den halt verlorst, umarmte dich damit du nicht fielst.

,,Ich hab dich, ok?"

Dein weinerliches ich krallte sich in die Ärmel seiner Jacke, in die Arme, die dich so festhielten - du hättest gar nicht mehr den Halt verlieren können.

Die Sirenen, sie kamen immer näher selbst du musstest dir langsam klar werden, dass das hier sein musste - die Flucht.

Ein letztes Mal ließt du deine Augen über deine erste Liebe schweifen, die dort im Sand lag.

Außerhalb deiner Reichweite.

Und das für immer.

Mit zittriger Stimme fragtest du ihn, ob er dich tragen würde - er tat es, nahm dich Huckepack, obwohl er selber kurz vorm Zusammenbrechen stand, aber er hatte es Baji zuvor versprochen da zu sein, wenn du es brauchtest. Was er so oder so wäre. Er war deine bester Freund und jetzt dein größter Halt.

Er war da als du dir die Seele aus dem Leib kotztest, weil Bajis Blut an sämtlichen Stellen deiner Kleidung klebte.
Wie an deinen Händen.
Du es auf deinen Lippen schmecktest, von dem aller letzten Kuss, den er dir gab.

Du warst gebrochen, standest immer noch unter Schock, reagiertest auf gar nichts mehr.
Redetest nicht mehr.

Taubheit.

Dein Körper war Taub.

Stunden vergingen.

Stunden in denen du nur in die leere starrtest.

Stunden, in denen dein bester Freund nicht einmal von deiner Seite wich.
In denen er zwischendurch mit deiner Mutter redete und ihr alles berichtete - es brach ihr das Herz, weil sie den Schmerz nur allzu genau kannte, wenn eine geliebte Person fort ging.
Baji war immer willkommen, wenn Harou nicht im Haus anzutreffen war, kochte sogar meist schon mehr damit er mit euch Essen konnte.
Sie verurteilte ihn nicht, bezeichnete ihn nicht als Abschaum, weil er einer Gang angehörte.
Nein, sie hörte ihm sogar zu als er ihr erklärte wie es zu der Gründung kam, machte sich natürlich Sorgen, aber nie hatte sie Keisuke als schlechten Umgang für dich angesehen.
Sagte ihm sogar wie sehr du in seiner Gegenwart aufblühtest und wie schwer dir das mit deinem Vater fiel.

Suki sagte Fuyu er solle dich jetzt nicht alleine lassen, machte er nicht, nur war es verdammt schwer selbst das Gleichgewicht zu halten, um nicht zu stürzen.
Dich so zu sehen - am Boden, er verlor fast selbst den Halt.
Ihr beide hattet einen schlimmen Verlust zu überstehen, aber er versuchte alles, um stark zu bleiben - für dich.
Dabei hätte er selbst nur Heulen können, schreien können als seine Augen automatisch immer wieder zu der Bilderwand, die über deinem Bett hing wandern ließ.
Bilder von Baji und dir, wie du einen Arm um seinen Hals schlangst, breit Grinsend und er lediglich einen Mundwinkel Hochzog mit einem Eckzahn der rausblitzte.
Bilder von dir auf deiner Kawasaki die du gemeinsam mit Keisuke zusammenbasteltest.
Und von euch dreien, wie du und Chifuyu rumblödeltet und Baji nur genervt dreinschaute.
Es war aus Zeiten, aus denen du nicht so recht wusstest was du von dem Blonden halten solltest als Baji ihn dir vorstellte.
Ein Punk? Ein verdammt merkwürdiger, aber in diesem fandest du jemanden der dein perfektes Gegenstück bildete.
Ihr drei wart so unterschiedlich und doch hattet ihr so vieles was euch verband.

Aber ... dieses perfekte Trio existierte nicht mehr.
Baji war tot und zurück blieben nur ihr zwei.

Und diese Erinnerungen aus Zeiten an denen ihr gemeinsam eure unvergesslichen Momenten kreiertet.

Du bist der Gestalter deiner Momente und somit von deinem Leben.

Der erste Tag verging schleppend und dein Zustand verbesserte sich nicht.

Kein Essen nahmst du an.
Reden tatest du immer noch nicht wirklich.
Und in deinen Augen fand sich nichts außer leere wieder.

Nicht dieser übliche Glanz, du verlorst ihn zusammen mit ihm.

Es war zum Verzweifeln.
Warum Chifuyu auch die anderen um Hilfe bat.
Die allerdings auch nicht mehr weiterwussten, weil du alles verleugnetest, was mit seinem tot zu tun hatte.

Nie hättest du gedacht dein Kopf könnte so leer sein.
Gucktest jedes andere Detail an außer in die Augen der Menschen, die dir eigentlich so nahestanden.

Am schlimmsten war der Tag, an dem du ihn in seinem Totengewandt sahst.
Nach Tag zwei.
Über diese Türschwelle in seine Wohnung zu treten fühlte sich im ersten Moment wie immer an.
Alles völlig normal, so wie fast jeden Tag, an dem du zu ihm gingst.

Nur ... dass du jetzt hier warst, um ihn zu verabschieden. Ihn zu begleiten und ihn ins Totenreich übergehen zu lassen.

Eine Zeremonie die qualvoll erschien, eigentlich sollte sie dazu beitragen Trost zu finden, abzuschließen, aber du hattest Angst. Du fühltest nichts positives, nur mehr schmerz als du weiter gingst und ihn dort in weiß gehüllt liegen sahst.
Kein Stück regtest du dich mehr, dein bester Freund neben dir dessen Hand du nicht mehr loslassen wolltest.

Und wieder einmal wurde dir schlecht.
Schlecht von diesem Anblick.
Ließt seine Hand nur los, um zum Klo zu rennen und dich zu übergeben.
Da waren Hände die du plötzlich spürtest, die dir die Haare zurückhielten und zarte Finger, die dir über den Rücken fuhren.

Und diese Hauchdünne Stimme dir sagte, dass du dich beruhigen kannst, weil sie da wäre.
Sie ließ dich zu ihr Blicken in die Augen, die seinen so ähnelten.

Seiner Mutter.

Sollte sie nicht diejenige sein die Weinte?
Und die Sauer auf dich sein sollte? Wegen dieser bescheuerten Anzeige gegen Baji?
Stattdessen wischte sie dir vorsichtig den Mund ab und drückte dich fest an ihre Brust.

,,Danke (y/n)."

Wofür bedankte sie sich?
Es gab nichts, wofür man sich hier bedanken müsste.

,,Danke das du hier bist."

Oh ...
Richtig. Die Realität, dein jetziges Leben ohne ihn, vor der du einfach wegrennen wolltest.

,,Soll ich dich begleiten?"

Du verdientest ihre Nettigkeit nicht.
Sie hatte gerade ihr einziges Kind verloren und trotzdem war sie hier um dich, eine Person, die nicht mal seine feste Freundin war, zu trösten.

Ein schwaches Nicken gabst du lediglich als Antwort, schämtest dich zu sehr, um etwas zu sagen.

Sie half dir mit einem Lächeln auf und Chifuyu reichte dir ebenfalls die Hand, die du sofort fest umgriffst.

Einen Schritt nach dem anderen setztest du, der eine schwer wie der andere.

Es war einfach nicht fair.
Er sollte mit dir hier stehen und nicht dort liegen.
So leblos.
Das Bild, das dort aufgestellt war, zeigte ihn in voller Farbe. Das Gesicht, in welches du wagtest zu schauen, dass völlige Gegenteil davon.

Es war blass.

Aber dennoch friedlich, als würde er dort schlafen.
Sich nur etwas ausruhen und gleich wieder aufwachen.

Aber als du deine Augen über seinen Körper wandern ließt, jede einzelne Stelle gründlich Mustertest und versuchtest in deinem Gedächtnis zu speichern, als ob es das letzte Mal wäre, dass du ihn sehen würdest, breitete ein weiteres Mal die Realität vor deinen Augen aus.
Er war fort.
Seine Seele war nicht mehr da.
Zurück blieb seine kalte Hülle.
Und du würdest ihn hier wirklich das aller letzte Mal sehen, bevor sein Körper eingeäschert würde.

Das hier war endgültig.
Es gab kein Ticket für eine Rückfahrt. Du besaßt nur eines für die Weiterfahrt.

Eine Weiterfahrt zu einem unbekannten Ort.
Eine Unbekannte Zukunft.

Ohne ihn.

Du konntest dort nicht länger stehen bleiben, setzest dich in die Küche mit Chifuyu der nicht einen Moment deine Hand losließ.

Minuten vergingen bis Bajis Mutter zu euch stieß.
Es fühlte sich falsch an hier zu sitzen, nichts war mehr richtig alles war verkehrt herum ... weil diesmal alles anders war.

Weil es diesmal seine Mutter und nicht er war der dir etwas zu trinken anbot.
Weil es sich so leer anfühle, so wie dein inneres.

All die Erinnerungen in dieser Wohnung, sie kamen bewusst als hättest du sie abgerufen, um sie immer wieder von neuem zu starten.

Du quältest dich selbst damit.

Aber du hattest Angst sie könnten verblassen, könntest dich nicht richtig Erinnern, könntest seine Stimme, sein Lachen, sein Gesicht vergessen, wenn du aufhörtest daran zu denken.

Weswegen der nächste Schritt nochmal alles von dir abverlangte, immer noch verleugnest du was hier passierte, aber wenn du es nicht tun würdest, vielleicht würdest du es dir nie verzeihen - dich richtig von ihm zu verabschieden.

Alleine.

Also gingst du nochmal zu ihm, strichst mit einer Hand über sein Bein, während du weiter zu seinem Oberkörper liefst.
Einen Fuß nach dem anderen, deine Hand über seine wandernd die dich so oft schon berührt hatte.
Deine Hände berührte.
Deinen Hals, wenn er dir deine Kette umtat.
Deine Taille, wenn er dich Umarmte.

Jede einzelne Berührung, die er dir je gab, hinterließen ein Kribbeln auf deiner Haut und du hättest schwören können sie immer noch zu spüren.

Sein Atmen zu hören, obwohl sich sein Brustkorb nicht mehr auf du absenkte.

Seine Stimme zu lauschen, obwohl sein Mund zu war.

Das Atmen fiel dir schwer, versuchtest nicht an die Bilder von vor ein paar Tagen zu denken, sondern lieber an all die Momente, in denen er dich zum Lachen brachte, aber vor allem noch am Leben war.

So sehr geweint wie in den vergangen Tagen hattest du dein ganzes Leben noch nie.
Und es hörte auch nicht auf, wurde schlimmer als du bei seinem Gesicht halt machtest und ihm hier, ein letztes Mal anschautest.

,,Baji ..."

Es fiel dir so unglaublich schwer die Worte auszusprechen, die dein Herz so sehr belasteten.

,,Wir haben beide versagt, was? Du hast auf deine eigene Weise versucht mich zu beschützen, richtig? Und ich hab immer versucht auf meine eigene Weise dich auf Abstand zu halten. Aber am Ende ... am Ende haben wir beide verloren.
Ich kann doch nicht einfach so akzeptieren das du nicht mehr bei mir bist ... und ich werde das wohl nie können.
Aber ich glaube fest daran, dass du bei mir bist, schließlich ... hast du mir es versprochen und du brichst deine Versprechen nie. Deshalb weiß ich, dass du mich nie richtig verlassen wirst."

Niemals

Und bevor du ihn endgültig dem Jenseits überließt, küsstest du ein aller letztes Mal seine Wangen.
Ein Kuss auf jede Seite.

,,Ich liebe dich, Baji."

Für immer

Bis dein Herz irgendwann selbst nicht mehr schlagen würde.

Du drehtest dich um und schautest in die roten Augen der Person, den du jetzt am meisten brauchtest - Chifuyu.

Du warst nicht die Einzige, die keinen Schlaf fand, ihr Kissen in Tränen tränkte und versuchte zu Ruhe zu kommen.
Chifuyu erging es ähnlich wie dir.
Litt ebenso wie du.
Nur er lag nicht alleine im Bett, Peke J war da und Kuschelte sich an ihn. Ein geringer Trost für den Verlust den er zu schlucken hatte.

Aber Tiere, ganz besonders Katzen, waren gut darin ein gebrochenes Herz zu flicken.

Aber vollständig reparieren konnte Peke J nicht.

In dem Moment als ihr euch gegenseitig Ansaht, eure glasigen Seelenspiegel fixiertet, da warst du diesmal diejenige die seine Hand mit deiner umschloss.

Weil er dich jetzt brauchte.
Weil du genauso für ihn da sein wolltest.

Baji bedeutete ihm alles und deswegen gabst du ihm denselben halt wie er dir.

Und du lächeltest.
Schwach, gebrochen, aber es war ehrlich.

Etwas was er seit Wochen nicht mehr richtig von dir zu Gesicht bekam.

,,Soll ich dableiben?", fragtest du heiser.

,,Nein, warte auf mich an der Tür. Kyoko wollte noch mit dir reden."

Du gingst in Richtung Haustür, verweiltest dort für ein paar Minuten, aber seine Mutter kam nicht.

Vielleicht war es der Flur mit den Bildern, die ihn abbildeten, sein lächeln eigefangen in diesen Rahmen, welche dich so unwohl fühlen ließen und die Stimme in deinem Kopf auslöste die sagte 'Lauf'.
Oder aber es war, weil du unmittelbar an seinem Zimmer standest.

Den nächsten Schritt hättest du lieber nicht machen sollen - einfach reinzugehen, weil es dich dort hinzog, obwohl die Stimme immer lauter wurde, fast schon schrie einfach wegzurennen.

Aber du standest im nächsten Moment schon in dem kleinen Raum in dem seine Gestallt immer noch präsent zu sein schien.

,,(Y/n) ..."

Sie weinte ... Kyoko saß weinerlich auf seinem kleinen Bett und hielt dabei etwas fest in der Hand.

,,Es tut mir leid ... ich wollte es nur holen für dich ... und ..."

Sie versuchte ihr schluchzen zu unterdrücken, woran sie aber bitterlich scheiterte.

Du gingst zu ihr und legtest vorsichtig deine Hand auf ihre, die nicht mehr aufhörte zu Zittern.

,,Baji war kein großer Redner. Er interessierte sich nicht für Mädchen oder für etwas anderes außer Katzen und seinen Freunden. Oder, zumindest nicht für sonderlich viel.
Aber als er mir damals von dir erzählte, da sah ich die Begeisterung in seinen Augen. Ich wollte dich unbedingt kennenlernen und wissen, wie du es schafftest meinen Sohn so in den Bann zu ziehen."

,,Ich weiß auch nicht.", war deine knappe Antwort, weil du ihre Worte verarbeiten musstest.

,,Ich bin dankbar dafür, dass du an seiner Seite warst. Nicht nur als seine beste Freundin, sondern als seine Freundin."

Es tat weh.
Weil du wusstest das du eben nicht seine Freundin warst.
Und warum?
Weil du deine Verlustängste nicht unter Kontrolle bringen konntest. Vielleicht wäre er noch am Leben, wenn du über deinen scheiß Schatten gesprungen wärst.

,,Hier. Der Brief ist für dich ... von ihm."

Nein ...
Du konntest nicht noch mehr ertragen ...
Nicht auch noch einen Brief.

Lesen tatest du ihn deswegen erst nach Wochen.
Beziehungsweise nicht mal du, sondern Chifuyu, weil du wusstest, dass du dazu nicht fähig warst.
Würdest wahrscheinlich wieder zusammenbrechen und dich unter deiner Decke verkriechen.

Fuyu öffnete den hellen Umschlag, den zuvor all die Male mit deinen Fingern abtastetest, weil sie etwas erfühlten.
Du wusstest sofort was es war, fühltest was er dir da hinterließ, warst aber nicht bereit dafür es auch zu sehen.

Und immer noch nicht als dieses Teil auf den Tisch rollte und in der Mitte liegen blieb - die geschockten Blicke von Mikey, Draken, Takashi, Pehyan, Emma, Hina plus Anhängseln und Chifuyu darauf festgefroren. Alle Augen bis auf deine.

Plötzlich war er sich selbst nicht mehr so sicher es vorzulesen, fixierte seinen Blick kurzzeitig auf dich, um deine Reaktion zu beobachten.
Doch alles was du zeigtest schien Desinteresse zu sein.

Dabei wusste er es besser.
Bautest eine fette Mauer um dich herum auf, um sämtlichen Stürmen standzuhalten aber alles was sie darstellte war lediglich eine Fassade, die bei dem kleinsten Hauch Umfallen konnte.
Bei der kleinsten Erschütterung einstürzten.
Der Brief war hier das Sinnbild einer Abrissbirne, die gegen deinen Schutzwall krachen und sie einreißen lassen würde.
Und davor fürchtete er sich hier am allermeisten.

Dabei machtest du doch kleine Fortschritte in deiner Trauerphase.
Versuchtest deine Kontakte zu pflegen, zu den Leuten die hier momentan anwesend waren - und keiner von ihnen machte dir Vorwürfe, verstanden das du sie bei dir haben wolltest, bemitleideten dich nicht, sondern halfen dir lieber auf deinen Beinen zu stehen - jeder auf seine eigene Weise.
Besuchtest sein Familiengrab, starrtest abwesend den Schriftzug seines Nachnamens an, während du davor knietest.
Du aßt wieder etwas, und wenn es nur lediglich kleine Reiskörner waren die du runterwürgtest - es war ein Anfang.

,,Dann wenn du bereit bist ..."

Wagte er Bajis geschriebenes in Worte umzuwandeln.

Sie mussten nur eins und eins zusammenzählen, um zu wissen was er damit meinte.
Du hingegen musstest keine Schlussfolgerungen ziehen - du wusstest es auch so - und der Ring, der dort lag, rief den Flashback von dem Tag hervor, an dem ihr über dieses völlig bescheuerte Thema Verlobung und den ganzen Mist, der damit einherging, spracht.

Erinnertest dich.
An all die Sachen die du fühltest ...
Wie du es fühltest.

So intensiv an diesem Tag vor über einem Jahr.
Oktober 2004.

Du fühltest das Gras unter dir auf dem ihr beide nebeneinander lagt.
Er abgestützt auf einem Arm, spürend wie Baji mit einem der Halme über deinen Arm strich, während sich die Wärme der Sonne wie eine Decke um dich legte.

Nahmst jeden Geruch um dich herum auf.
Seinen sanft stechenden Duft, der sich mit der Natur vermischte, mit den Blumen neben euch, der Erde unter euch, der leichten Briese aus gelb braunen Herbstblättern was dich fast zum Schlummern brachte.

Hörtest die Vögel, wie sie miteinander kommunizierten, das dumpfe Flugzeug Geräusch weit oben im Himmel welches sich so beruhigend anhörte als du in völliger ruhe döstest.

,,Du solltest langsam wieder wach werden. Chifuyu kommt gleich zurück."

,,Mhm. 5 Minuten."

Mhh~ die bekannten "5 Minuten" aus denen gerne mal eine Stunde werden konnte.

Was er zunichtemachte als er mit dem Grashalm durch dein Gesicht strich und dein genervtes 'Baji' ihn nicht davon abhielt weiterzumachen.
Da konntest du auch noch so viel grummeln und mit deiner Hand nach im Hauen - es interessierte ihn nicht.

Bis dir dein Geduldsfaden riss und nach seiner Hand griffst die dich am Dösen hinderte.

,,Hör verdammt nochmal auf damit."

,,Dann hör auf zu schlafen."

,,Vergiss es ..."

Gerade als du es dir wieder bequem machen wolltest, griff er dir unter die Beine und um deinen Rücken, um dich mit einem Zug in die Luft zu hieven.

,,Siehst du den See? Da landest du gleich drin, wenn du nicht wach wirst."

Er spaßte nicht, ging weiter auf das Wasser zu, während mit einem mal die Müdigkeit aus deinen Knochen fuhr.

,,Du bluffst doch bloß."

,,Meinen Bluff wirst du dann spüren, wenn du nass bist."

Je näher er drauf zu ging, desto angespannter wurdest du.
Die Temperaturen waren zwar immer noch angenehm draußen, aber auf nasse Klamotten konntest du dennoch verzichten.

,,OK! Ok lass mich runter Baji. Ich bin ja wach man ..."

Keisuke beabsichtigte nicht dich zu ärgern. Er kannte deinen miserablen Schlaf.
Deine Ängste beim einschlafen und wusste, wenn du hier weiter schlafen würdest, würdest du heute Nacht wieder wach liegen.
So wie die letzte ohne ihn.

,,Hast die Nacht nicht geschlafen, hm?"

Musterte er deine Müden Augen, in die er schaute, bevor er dich wieder zu Boden ließ.

,,Nicht wirklich ..."

Lehntest deinen Kopf an seiner Schulter ab.

,,Sorry. Heute kannst du wieder zu mir. "

Und er legte seine Hand auf deiner Taille ab.

,,Mhm. Ok.", hauchtest du gegen seinen Hals.

Genau das waren solche Momente, die du genosst.
In denen du ihn nah genug an dich ließt.

Aber warum sagtest du nie etwas?
Warum sagtest du ihm nie aufrichtig was du empfandest?
War es Gewohnheit schon den Mund zu halten?
Sahst du das alles als selbstverständlich, weil er ja sowieso nie etwas dazu sagte?

Würde er noch Leben, wenn du etwas gesagt hättest?

Er ließ dich los und steuerte die nächste Bank an auf die er sich drauf setzte was du ihm nach einigen Sekunden gleich tatest.

Beobachtet gemeinsam eure Umgebung und ganz besonders war dein Hauptaugenmerk die Person neben dir, die sich so lässig an die Lehne zurücklehnte und Nachdenklich in die ferne Blickte.

Bis ein lauter Schrei euch über die Bank hinweg nach hinten schauen ließ, um dieses Bild was euch geboten wurde zu betrachten.

,,ICH WILL!"

Schrie die junge Frau aufgeregt, während der Mann vor ihr freudestrahlend dieses Glänzende Teil an ihren Finger streifte und sie auch noch anschließend Hochhob.

Du konntest gar nicht anders als verächtlich zu schnauben und dir zu denken das wieder eine Seele brechen würde.

,,Wieso wollen immer alle Heiraten?"

Keisuke zuckte lediglich mit den Schultern.

,,Es bringt niemandem etwas.", spottetest du weiter.

,,Es ist bullshit.", dann Baji.

,,Völlig übertrieben."

,,Vielleicht sollten wir es irgendwann tun."

Huh?

Du konntest dieses beklemmende Gefühl nicht aufhalten, welches deine Muskeln anspannen ließ und deinen Schutzmechanismus auslöste.

,,N-nie im Leben! Hör auf so einen scheiß zu labern ... Ich will nicht mal das du so lächerlich vor mir auf die Knie gehst."

,,Wer hat hier was von auf die Knie gehen geredet, Idiot. Du bekommst nur einen Ring. Einen der aus den Ersatzteilen meines Goki's und deinem Bike geschmiedet ist."

,,Du spinnst doch! Ich will nicht. I-ich kann -"

,,(Y/n). Ich rede nicht von heute. Sondern sobald du bereit bist."

Das war es warum du nie etwas sagtest.

Viele denken Bindungsängste würde bedeuten das man sich überhaupt nicht Binden könnte.
Sich eine Beziehung in keiner Weise vorstellen könnte.
Das stimmte aber nicht zu einhundert Prozent, denn es gab unterschiedliche Formen dieses Phänomens.
Und tatsächlich konntest du es dir vorstellen.
Wolltest es sogar - seine Nähe, und zwar permanent.
Nur war das nicht so leicht wie es klang.
Es war ein riskantes Spiel aus Nähe und Distanz.
Suchtest seine Nähe, wolltest ihn neben dir, um dich herum doch wenn einmal das Thema Bindung kam, egal in welcher Form, dann setzte automatisch dein Fluchtinstinkt ein.
Deine Handflächen wurden schwitzig, deine Muskeln verkrampften sich und dein Atem stockte augenblicklich.
Alles durch ein Kindheitstrauma ausgelöst und du verfluchtest es.
Hasstest es, weil du nichts mehr wie diesen Jungen haben wolltest.

In einem Moment konntest du dir nichts anderes vorstellen wie als den Rest deines Lebens mit ihm zu verbringen und dann zerstörte dieses glücklich aussehende Paar alles, indem sie sich Unbedingt vor eurer Nase verloben mussten und Baji es auch noch ansprach und deine Negativen Gedanken ans Tageslicht brachten.

Es war nicht fair.

,,Das nächste Mal schlage ich vor ihr beide Stellt euch in diese bombastisch lange Schlange. Wisst ihr wie voll das war?!"

,,Sei ruhig, du hast doch die Getränke."

,,Nur noch zweieinhalb Getränke. Deins hab ich halb getrunken.", grinste Chifuyu vor sich hin.

,,Tsk."

,,Was ist, wenn ich das nie sein werde?"

Gabst du Baji endlich eine Antwort, während du wie hypnotisiert auf das junge Paar starrtest.

,,Ich werd dir zeigen, dass du es bist."

In diesem Moment vermischte sich das Angstgefühl mit einem Glücksgefühl.
Es war eine merkwürdige Kombination und wirklich nicht angenehm.

Solltest du Luftsprünge machen, weil dieser Junge dich in seine Zukunft einplante?
Ja, eigentlich schon.
Nur war alles, woran du denken konntest war, wie du unter einer Trennung leiden würdest.

Würdest du also wirklich irgendwann bereit sein?
Nicht mehr davonlaufen, weil du Angst hattest er würde genauso gehen wie dein Vater?

Die Fragen stelltest du dir immer wieder, aber jetzt, nach seinem Tod warst du dir ziemlich sicher, dass du nie bereit dafür wärst.
Alles was man von Bindungen hatte war ein Verlust.

Und alles was er dir hinterließ war ein gottverdammter Ring?
Mit Gravur in der Innenseite.

場地 圭介 *

愛してますよ *

*Baji Keisuke

*Japanische Form von 'Ich liebe dich', wenn man jemanden einen Antrag macht

Du brachst manchmal in Wut aus, schriest in dein Kissen und verfluchtest Baji dafür das er den Ring dagelassen hat und dass es anstatt ihm das Ding war, was bei dir lag.

Wann hörte der Schmerz endlich auf?
Du schriest weiter und weiter.
In deine Klamotten.
Während du zusammenbrachst und in deine Hände schriest.

Es hörte nicht auf.
Die Tränen sie brannten mittlerweile die unaufhaltsam dein Gesicht runterliefen.

Und es gab Momente, an denen du dachtest, du beruhigtest dich langsam wieder, dabei sammelte sich nur erneut dieser Druck in deiner Lunge der raus wollte.
Fingst wieder an zu schluchzen und an zu schreien.
Immer und immer wieder wiederholte sich diese qualvolle Folter.

Wochen, weil sich die ganze Trauer Prozedur ineinander vermischte.
Und deine Schutzmauer war tatsächlich gefallen.

Aber es war echt, oder?
Dieser Ring ... er zeigte dir doch das Baji dich wirklich nie hätte verlassen können.
Also war alles was ihr hattet echt.
Ihr wart echt.

Mittlerweile waren schon Monate vergangen seit seinem ableben.
Vier, um genau zu sein.

Und die ersten Monate fühlten sich träger ohne ihn an.

Die Gespräche, die du führtest bei denen du manchmal den Anschluss verlorst, weil du nicht mehr zuhörtest - wer konnte es dir verübeln.
Dein Verstand glich der einer zerquetschten Tomate.

Aber trotz allem schafftest du es doch dich aus dem Bett zu rappeln und mal nach Wochen wirklich rauszugehen.
Und deine Freunde an dich zu lassen und heute nach vielen weiteren Wochen mit ihnen am Tama River den Tag ausklingen ließt.
Etwas was jeder schon als Ding der Unmöglichkeit ansah, dass du mal zur Ruhe kämst, aber hier saßt ihr nun beisammen.

Ja, und irgendwie gelang es dir sogar ein wenig zu lachen.

Keiner wusste von ihnen, ob es eine gute Idee war über alte Zeiten zu reden, aber du sagtest es sei ok, ließt dich mitreißen und lauschtest ihren Geschichten.

,,Ich weiß noch, wie er mir erzählt hat, dass er kurz davor war dich aus der Garage zu werfen, weil du ihn einfach Minuten beobachtet hattest ohne, dass er dich bemerkte.", scherzte Mikey.

,,Jap, er war kurz vorm Ausrasten.", schmunzeltest du bei dem Gedanken an euer Kennenlernen.

Er bastelte gerade an seiner Suzuki als du vor seiner Garage halt machtest und ihn dabei zusahst, wie er etwas suchte.
Und Fluchte.
So viele Beleidigungen hattest du noch nie in einer Minute gehört.

,,Suchst du die Motorschraube?"

Die, die zuvor vor deinen Füßen lag und aufhobst.

,,Ha? Wer zur Hölle bist du denn? Und wie lange stehst du schon hier, um zu wissen was ich suche, dumbass?!"

,,Lange genug, um zu wissen, dass du der Motorblock 'ne Lackierung gebrauchen könnte.
Hier, die Schraube."

,,Du kennts dich mit Bikes aus?", fragte er verwundert, während er dir das Teil abnahm.

,,Jap, mein Vater hat viel geschraubt und mir alles erklärt."

Du erinnertest dich an dieses Grinsen als er sich bei dir bedankte.
In welches du dich so verguckt hattest.
Von Anfang an.

Und wie ihr danach ins Gespräch kamt, herausfandet, dass du auf dieselbe Schule gehst und im selben komplex, wie er Wohnte, weil du gerade dort hingezogen warst.
Und wie er herzlich sagte ihr könntet ab jetzt jeden Tag zusammen zur Schule gehen.

Es versetzte dir immer noch einen schmerzhaften Stich in deiner Brust, aber du weintest nicht mehr.
Und es war größtenteils deinen Freunden zu verdanken das es so war.
Ganz besonders einem davon.

,,Oder wie du dem Typen am Strand seine Abfuhr des Lebens verpasstest und danach wie ein Honigkuchenpferd auf Baji zu gerannt bist. Man, ich konnte genau sehen wie ihm das Herz in die Hose gerutscht ist, als er gesehen hat, wie der Typ dich mit seinem Kumpel angequatscht hat."

,,Aber (y/n) hatte schon immer nur Augen für Baji, haha."

Du musstest Mikey zustimmen.
Es gab niemanden für dich außer Keisuke.

Und du wusstest genau wovon Mitsuya da sprach.

Von dem Sommer mit der unerträglichen Hitze, die dir die Schweißperlen über den Körper jagte.
Deine Haut glänzte in der Mittagssonne und alles was du wolltest war in dieses blaue kühl reinzuspringen.
Aber die zwei Typen von denen Takashi redete, machten dir einen gewaltigen Strich durch die Rechnung.
Alleine schon wie arrogant er dich ansprach, da konntest du gepflegt drauf verzichten.
Du schautest ihn mit diesem 'Das ist gerade nicht dein Ernst, oder?' Blick an als du ihn einfach nach mehr als drei Sätzen von ihm im Sand stehen ließt.
Dieses aufgesetzte reden als würde er sowieso jedes Mädchen bekommen was er nur ansah, würgte dir deinen vor fünf Stunden verzehrten Milchshake wieder hoch.
Das schlimmste war, dass er nicht lockerließ, dir hinterherlief OBWOHL du ihm sagtest du hättest null Komma null Interesse daran mit ihm zu kommunizieren.
Standest wirklich kurz davor ihm eine reinzuhauen, aber in dem Moment als du schon kurz davor warst deine Beherrschung zu verlieren, sahst du Baji mit seiner angepisste Miene, das Wasser schwappte ihm leicht gegen seine Beine und dein Herz schlug um das Dreifache höher.
Ein Lächeln welches ihn aus der Bahn warf, weil es nur wegen ihm deine Lippen zierte, während du die beiden Jungs einfach ignoriertest und freudestrahlend, als hättest du den größten Hauptgewinn überhaupt gemacht, auf Keisuke losstürmtest und ihn lachend hinter dir her ins Meer zogst.

Den Ort, wo du am liebsten warst, zusammen mit der Person, der dir die Welt bedeutete.

Die Person die jetzt an allen Ecken und Kanten fehlte.

Du sahst einmal kurz zu Chifuyu der vor dir saß, eure Blicke sich treffend, bevor du dich erhobst und Richtung Wasser gingst.

Auf Mitsuyas Frage hin, ob alles gut war, antwortetest du nur mit 'Ja, keine Sorge' und zogst einen Mundwinkel dabei hoch.

Es war nicht einmal wirklich gelogen.
Natürlich, die Erinnerungen schmerzten nach wie vor, würde es vermutlich immer, aber momentan lag dir etwas anderes auf dem Herzen.

Nämlich der Streit? Zwischen dir und Chifuyu.
Eigentlich völlig belanglos und dennoch war er entstanden, weil du Wütend auf ihn, auf dich, auf einfach alles warst.
Schlimme Sachen sind gefallen, die du bereutest.

Er hatte es nicht verdient an den Kopf geworfen zu bekommen das er nicht genug getan hätte, um Baji zu beschützen so wie es ein Vice-Captain tun sollte.
Fuyu machte sich ja selbst schon vorwürfe deswegen.

Auch jetzt noch.

Sah dir hinterher, wie du dich am Rand des Flusses stelltest, während sich in Takemichi ebenfalls etwas in der Magenregion schwer ablagerte und es war nicht das Teriyaki seiner Mutter.

Er erfuhr in der Zukunft von Chifuyu deinen tot.
Weil du einen gewaltigen Rückschritt gemacht hattest, und Fuyu gab sich Jahrelang die Schuld dafür weil er dir gestand, er wusste von Bajis Vorhaben, wusste das er dich nur wegstieß, um dich zu schützen.
Und dieses Geständnis von Chifuyu ...
Man hätte ihn in diesem Augenblick wirklich brechen hören können - deinen sowieso schon angeknacksten Verstand.

Takemichi erzählte ihm nach seiner Rücker aus der Zukunft alles und Chifuyu empfand es vorerst für das beste es dir noch nicht zu erzählen.
Irgendwann sicher, aber nicht heute, nicht morgen, dann wenn es dir besser gehen würde.

,,Geh zu ihr.", befahl Takemichi schon fast, während er Chifuyu wegdrückte, damit er aufstand.

Aber er wusste nicht recht, ob du ihn wirklich bei dir haben wolltest.
Haderte mit sich, ob er zu dir rüber soll.
Schließlich hattest du ihn ins Gesicht geschrien, das du ihn nicht mehr sehen wolltest und das tat doppelt weh.
Sein bester Freund war für immer fort und seine beste Freundin gab ihm die Schuld dafür.

Irgendwie war er das auch und es von dir vorgehalten zu bekommen war die reinste Folter.

,,Jetzt geh endlich. Sie sollte nicht allein sein."

Er hatte recht.
Chifuyu hätte nie auf abstand gehen sollen.
Deine Mutter sagte es ihm doch, er muss viel Geduld in diesen Phasen mit sich bringen und mit so etwas rechnen.
Im ersten Moment tat es weh, wenn eine wichtige Person so reagierte, völlig wutentbrannt und nicht mehr Herr über seine Gefühle war, aber sie sagte er solle es unter keinen Umständen Persönlich nehmen.

Also stand er da - neben dir, die erst nichts anderes tat außer abwesend über das Wasser zu schauen bis du deine Aufmerksamkeit ihm schenktest.

Zehn Sekunden.
So lange starrtet ihr einander tief in die Augen bis du anfingst zu lächeln und ehrlich - man hörte die last von seinen Schultern Fallen.

Legtest deinen Kopf auf seine Schultern ab und hauchtest leise

,,Ich vermisse ihn."

,,Ich auch.
Wie wir alle."

Vorsichtig streiftest du seine Hand, bevor er deine Finger mit seinen verflochten ließ.

,,Danke Fuyu. Danke das du bei mir bist."

,,Immer, (y/n)."

Keine Ahnung was die Zukunft brachte.
Keine Ahnung was du ohne Baji machen solltest.
Ob du jemals wieder richtig glücklich sein würdest.
Aber eines war sicher, nichts auf dieser Welt ließ dich bereuen was ihr hattet, was ihr miteinander teiltet.
Dies hier war das das Ende eurer Reise mit allen Höhen und Tiefen, doch nicht das Ende deiner Reise.

,,(Y/n) komm her, ich hab noch 'ne Erdbeermilch für dich."

Und so absurd der Blondschopf gerade aussah mit dem wedelnden Trinkpäckchen in der einen und seinem Dorayaki in der anderen Hand, dass er sich in den Mund stopfte und überhaupt nicht wie der gefährliche Anführer der Tokyo Manji Gang aussah, sondern wie ein kleines Kind, welches dir zuwinkte und wie die anderen darauf warteten, dass du wieder zu ihnen kämst, um mit ihnen gemeinsam den wunderschönen stechenden rot pinken Sonnenuntergang zu genießen, wusstest du, dass du weiter machen musstest.

Das du niemals diese Momente mit ihnen missen wolltest, auch, wenn diese jetzt ohne ihn waren.

Du warst (y/n) die den nerven Kitzel der Gefahr liebte und sich in diese verliebte die den Namen Keisuke Baji trug.

Und nichts davon wolltest du anders haben.

You are my first love
My treasure.
Everything that i wanted.
And i love all of this.
I never regret what we had.

In Memento.

In Memento

Notes:

Lange schwirrte mir dieses Thema im Kopf rum und lange habe ich überlegt es so zu Ende zu bringen.
Aber warum so? Warum habe ich es nicht anders gemacht und den Tod dieses Characters aus dem Manga übernommen?
Zum einen, weil es einfach der schlimmste Verlust in diesem Manga ist(aus meiner Sicht).
Verlust begleitet uns unser ganzes Leben und da ich mich selbst mit diesem Thema auseinander setzen musste und es unteranderem auch in meiner Lehre hatte, kam mir diese Idee zu diesem schwierigen Thema.
Jeder geht damit anders um und tatsächlich denke ich viel darüber nach.
Natürlich - es ist hier immer noch eine fiktive Figur, aber ich denke ich spreche da für uns Weebs, wenn ich sage, dass uns einige Charaktere sehr schnell ans Herz wachsen und ich bin bestimmt nicht die einzige die beim Lesen eines Mangas anfängt zu heulen, weil ich es teilweise nachvollziehen kann, u know?
Wenn ich einen Manga lese oder einen Anime schaue, passiert es automatisch, dass ich die Charaktere analysiere und deren Verhalten hinterfrage. Ich setzte mich mit den Sachen auseinander, mit denen ich mich beschäftige.
Und zum anderen habe ich mich nicht nur mit meinen Verlusten auseinandergesetzt, sondern auch mit anderen, die mir ihre Geschichte erzählten. Geschichten, in denen in ihren jungen Jahren der Partner entrissen wurde und da kamen mir auch diese ganzen Ideen.
Und hier fängt auch der Plot an, den der nächste Oneshot weiterführt. Es ist eine Idee über Verlust und über die Heilung und das, dass Leben weiter gehen muss, egal wie hart es im ersten Moment auch sein mag.
Aber ich wollte auch, dass es hier nicht nur um Verlust und Heilung geht, sondern auch um Leidenschaft und die Sehnsucht. Und all das habe ich in den zwei Oneshots reingepackt.

Also ... es ist noch nicht zu Ende

Chapter 4: Matsuno Chifuyu・𝗛𝗲𝗮𝗹𝗶𝗻𝗴 𝐏𝐚𝐫𝐭 𝐈

Notes:

Hier ist die Fortsetzung, der Plot, und somit das (fast) Ende zu Memento (:

Es brechen alte Emotionen auf und neue Gefühle entstehen. Neue Gefühle für (y/n), die Verwirren und eine neue Herausforderung entstehen lassen.

Chapter Text

Der Weg der Heilung, über einen Verlust im Leben hinwegzukommen, war ein schwieriges Unterfangen.

Schmerzhaft.

Qualvoll.

Frustrierend.

Das wichtigste dabei war, diesen Menschen nicht alleine zu lassen in diesen Phasen und ihm zuzuhören, beizustehen und ihm Halt zu geben.

So wie er es tat.

Chifuyu war die Säule, die dein Dach vor dem kompletten Einsturz bewahrte.
Das Seil, an dem du dich festhieltest, um nicht zu fallen.

Seine Schulter, die Stelle, an der du deine Emotionen freilassen konntest.
Raus lassen konntest, weil er sie dir Anbot.

Mittlerweile waren zwei Jahr vergangen.
Insgesamt fast drei nach seinem Tod.
Jahre in dem du seinen, deinen Geburtstag, Feste wie Obon ebenso wie Silvester das erste Mal wieder ohne Baji verbrachtest.

Aber ... es war ok.

Lerntest dich damit auseinanderzusetzen und zu sagen 'Ich halte das aus'

Lerntest dich besser kennen.
Akzeptiertest dein 'neues Ich', weil ein Teil von dir mit Keisuke zusammen starb.

Du wurdest etwas ruhiger, warst zurückhaltender, hieltest dich weit möglichst aus Ärger raus, weil niemand mehr da war, um dich in diesen reinzuziehen.

Aber ... auch das war ok.

Und heute, Juni 2008, nach fast drei vergangenen Jahren, fühlte sich alles wieder etwas lebendiger an.

Aber vor allem sahst du deine graue Welt wieder in voller Farbenpracht.

,,Ich mein ja nur Hakkai. Es würde dir stehen deine Haare zusammenzubinden."

,,Findest du meine Haare so nicht gut?", fragte er etwas panisch.

,,Doch! Aber du könntest so viel mehr damit machen. Eine Typveränderung halt."

,,Also gefallen sie dir doch nicht?"

,,Beruhig dich doch. Sie meint das doch nicht negativ. Übrigens steh ich auf ihrer Seite. Eine kleine Veränderung wäre nicht schlecht."

Kam von Mitsuya, der wie aus dem nichts aufgetaucht war und der plötzlich neben dir stand.
Er fand es schrecklich, wenn Hakkai so übertreiben tat.
Wegen nichts und wieder nichts.

,,DANKE Taka-chan. Schau dir mich an. Ich hab letztes Jahr doch auch 'ne Veränderung vollzogen."

,,Sehr Wiederwillig."
Erinnerte dich der helllilahaarige.

Ja, gut.
Takashi und Yuzuha zwangen dich regelrecht dazu dir ein Umstyling zu verpassen, weil es ja "angemessen" für den Tag war.

Dieser Tag im April 2007.

,,Halt die Schale höher."

Wies dich Yuzuha an, die gerade dabei war deine Haare mit Strähnchen aufzufrischen.

Und zugegeben, lieber hättest du Emma das machen lassen wollen, aber seit sie mit Draken zusammen war, wolltest du ihr die Zeit mit ihm geben.
Schließlich wusstest du mittlerweile am besten wie wertvoll aber vor allem wie vergänglich das alles sein konnte.

,,Warum muss das nochmal sein?"

,,Es wird Zeit dich wieder aufblühen zu lassen. Ein wenig Farbe, ein neuer Haarschnitt und voilá - eine neue (y/n)."

Na, ganz so sicher warst du dir immer noch nicht. Wolltest deine langen Haare eigentlich nicht aufgeben nur für ein voilá von dem du nicht überzeugt warst.
Ganz davon abgesehen das es vermutlich Emmas Worte waren, die sie da benutzte ...

Aber nachdem Takashi dich vor den Spiegel zog, trautest du deinen Augen kaum.
Risst sie regelrecht auf als du deine nur etwas kürzeren Haare sahst, die auf der linken Seite anliegend und auf der rechten Seite über die Schulter hingen, und dieses Outfit von oben bis unten betrachtetest welches er dir zusammengestellt hatte.

Du konntest gar nicht glauben das wirklich du da standest, die vor Freude anfing zu lächeln, weil dich einfach unglaubliche Emotionen überkamen.

Freude.
Selbstsicherheit.

Du konntest es überhaupt nicht richtig deuten was du alles fühltest.
Nach so langer Zeit, dass du überhaupt wieder richtig fühltest.

Etwas fühltest.

Nur durch so eine Geste ausgelöst.

Um seinen Hals springend, dankbar dafür was er und die zwei Mädchen für dich taten, erdrücktest du ihn fast mit deiner herzlichen Umarmung.

,,Sieht wirklich gut aus."

Und hier wollten deine zwei Sinnesorgane dir wohl endgültig einen Streich spielen.

Hakkai Shiba sprach mit dir und gab dir auch noch ein Kompliment.
Der wohl schüchternste Junge, den du kanntest, zumindest was Frauen anging.
Anschauen tat er dich trotzdem noch nicht - nicht richtig.
Starrte nach seinem kurzen Blick, der auf dich gerichtet war, danach nur wieder aus dem Fenster, während er gelassen auf dem Sofa hockte.

Ja, und dann war es so weit - der nächste Tag, der dich nervöser werden ließ.

Warum eigentlich?

Es war ein ganz normaler Tag, ein neues Schuljahr - das zweite Jahr auf der Oberschule - und nichts was dich unruhig stimmen müsste.

,,Warum so nervös? Hast du Angst ihm könnte es nicht gefallen?"

Fragte dich Emma aus heiterem Himmel, während du dein Gewicht von einem Bein aufs andere Verlagertest.

,,Nein das ist mir egal."

,,Das Empfangskomitee hat wirklich seinen Reiz."

Merkte Mitsuya an, der dich früh morgens aus dem Bett holte, fast rausscheuchte, nur um dich nochmal zurecht zu machen für die Schule.
Der Grund, warum du heute nicht zusammen mit ihm gegangen bist, sondern ausnahmsweise mit Takashi.

Du konntest den Wirbel nicht nachvollziehen warum er als auch Emma und Yuzuha so versessen darauf waren Arbeit in dein äußeres reinzustecken.
Oder warum sie hier so nervös wirkten.

Es war doch nur -

,,Und~ da kommt er auch schon."

Deine Augen fielen sofort auf das Eingangstor des Hofes durch welches Chifuyu durchschritt und auf euch zu ging.

Nicht sie waren die nervösen, sondern es warst nur du.
Und umso näher er dir kam, desto schlimmer wurde es.

Und das erste was er sagte war ... gar nichts.
Er stand wie festgefroren an Ort und Stelle, eine Strähne deines neuen Stufenponys in seine Finger klemmend als er nur dastehen konnte und deine Erscheinung musterte.

,,Sieht gut aus, oder?"

Fragte Takashi, der mit Emma im Hintergrund stand und wie eine Jury darauf wartete das etwas vor ihnen passierte.

,,Es ist perfekt." und plötzlich, war da dieses grinsen, Augen dabei zusammengekniffen ,,Ich hab halt 'ne richtige Schönheit als beste Freundin."

Was war das gerade für ein Gefühl, welches dich überkam?

Welches dein Herz kurz höherschlagen ließ und dieses Kribbeln in deinem ganzen Körper verursachte.

Und dich irgendwie ... so erleichtert fühlen ließ.

,,Mission erfüllt."
Schlug Takashi in Emmas Hand ein. ,,Oh und, willkommen auf der Oberschule. Endlich bist du bei uns."

Grinste er frech zu euch rüber, bevor er mit Emma abzischte und euch alleine ließ.

,,Ich bin in so froh, dass wir endlich wieder auf eine Schule gehen. Ich muss dir alles zeigen."
Sagtest du freudig, während du seine Hand in deine nahmst und ihn einfach mitzogst. ,,Ich kenn übrigens einen richtig guten Ort zum Lesen."

Heute war schon wieder über ein Jahr vergangen seit dem 1. April.
Die Zeit, sie flog praktisch an euch vorbei und je älter Chifuyu und du wurden, desto mehr wuchst ihr aneinander.

Wuchst miteinander.

Überstandet gemeinsam diesen schweren Verlust, der eine tiefe Einkerbung in eurem Leben hinterließ.

Aber jede verheilte Narbe, egal wie verblasst sie sein mag, kann früher oder später wieder aufreißen.

Nur war es dafür noch nicht an der Zeit.

,,Wir sehen uns später. Vergiss nicht vorbeizukommen."

Verabschiedete sich Takashi und ging mit dem Winkenden Hakkai in Richtung Haupteingang.

Kaum zu fassen wie zutraulich Hakkai dir gegenüber geworden war.
Damals machte er kein einzigen Mucks, sah dich nicht an, war wie erstarrt, wenn du ihn mal ansprachst und obwohl ihr euch genauso lange kanntet wie Baji und du, redete er das all erste Mal erst letztes Jahr mit dir. Nach über vier Jahren.
Mittlerweile konntest du ihn sogar anfassen ohne dass er in eine Schockstarre verfiel.

Du warst froh drum ihn und seine Schwester als Freunde anzurechnen.
Keine Ahnung, warum du nie mit Yuzuha warm wurdest, heute war sie nämlich deine beste Freundin.
Ihr kämpftet sogar manchmal gegeneinander damit du nicht einrostetest, weil du keine öffentlichen Schlägereien mehr austrugst, aber ganz aufhören zu kämpfen wolltest du auch nicht.

Mit einem Lächeln auf den Lippen, glücklich, dass Baji am Ende recht behielt

,,Idiot, du wirst nicht alleine sein."

Peiltest du das Große Schulgebäude an, welches du nächstes Jahr schon wieder verlassen würdest, um langsam dein Leben als halbe Erwachsene anzugehen.

Das hier war dein drittes und somit letztes Jahr an der Oberschule und Chifuyu müsste noch ein Jahr hier sein, ohne euch alle.

Dir machte das Heranwachsen eine Heiden Angst, weil du nicht wolltest das sich etwas veränderte.
Wolltest für immer diese Zeit einfangen und rauslassen, wenn es dir nicht so gut ginge, um dich an das hier zu erinnern.

Aber ...
Alles fand nun mal sein ende.
Und solange du alle um dich hattest, mit ihnen zusammen alt werden würdest, über alte Zeiten lachen würdet, ihren Kindern zusehen würdet, wie sie selbst einmal heranwachsen, müsstest du dich eigentlich vor nichts fürchten.

Eigene Kinder kamen für dich nicht infrage.
Mit wem denn auch?
Aber Patin werden, dass konntest du dir vorstellen.

Du wärst diese Tante auf Feiern mit der Sektflasche statt dem Glas in der Hand, die ihnen erzählen würde, was ihre Eltern alles für Mist in ihrer Kindheit gebaut hatten.
Die, die Mikey und den anderen ihre Jugendsünden unter die Nase reiben würde (von denen du selbst eine Menge vorzuweisen hattest) und drüber lachen würde mit was für einem Bunten und Chaotischem Haufen an wundervollen Menschen sie befreundet wäre.

Diese Zukunft wolltest du haben.
Diese neue Zukunft für dich.

,,(Y/N)!"

Brüllte dir jemand mehrere Male aufgebracht hinterher.

Und im nächsten Moment als du dich umdrehtest sahst du Takemichi, der verheult auf dich losstürmte und dich in eine fette Umarmung zog.

,,Du lebst." fing er plötzlich an, weinte und weinte und weinte dir die Schulter voll, während er dich immer fester drückte.

,,Ich hatte nicht vor zu sterben", lächeltest du etwas verwirrt.

Obwohl dir der Gedanke etliche Male durch den Kopf geschossen war, weil alles keinen Sinn mehr zu machen schien.
Weil deine Depressionen zum Vorschein kamen, du nichts mehr fühltest außer Taubheit.
Du nur noch ein Schatten deiner selbst warst, keine Rettungsleine in Sicht, nur dieser große blaue Ozean, der dich fast ertrinken ließ.

Und doch waren da immer wieder diese leichten Sonnenstrahlen, die durch die Wasserdecke zu dir durchdrangen.
Hände, die dich hochzogen und ein Rettungsring damit du nicht nochmal untergingst.

,,Ein Glück."

Glück?

Takemichi redete seit zwei Jahren nicht mehr richtig mit dir, tat gerade so als wärt ihr nie auseinander gegangen und erdrückte dich jetzt fast vor Freude.

Wenn das nicht merkwürdig war, wusstest du auch nicht.

,,Ja, ich bin auch froh dich zu sehen, aber könntest du mich loslassen?"

Entschuldigend nahm er etwas Abstand von dir und schüttelte dich im nächsten Moment wie ein verrückter an den Schultern, während er nach Chifuyu fragte.

Ehrlich - was war los mit diesem Jungen?

Da hatte man so lange kaum etwas miteinander zu tun und dann war er plötzlich wieder der alte Shittymichi den du damals anfingst zu mögen.

Und das lag nicht daran, dass Chifuyu ihn als Nachfolger für Baji wählte.
Du mochtest seinen Kampfgeist, seine bedepperte Art, und ja, sogar seine weinerliche Seite.

Als Chifuyu anfing mit dem komischen Kerl abzuhängen, saßt du automatisch mit im Boot.
Ihr wart auf einmal das neue dreier Gespann.
Und ehrlich gesagt warst du froh drum, dass Chifuyu nach vorne Blickte und einen guten Freund in Bakamichi gefunden hatte.

Der irgendwie gerade nicht mehr wusste wo unten und wo oben war, wild um sich guckte als könnte er nicht glauben das er auf die Oberschule ging.

Und die Verwirrung schien kein Ende zu nehmen als auch noch seine Buddys aus der Mittelschule aufkreuzten.

Armer Takemichi.
Wie konnte man nur so verpeilt wie er sein?

Anscheinend brauchte er einen Moment, um auf die Sachen klarzukommen, die ihm gesagt wurden.

Also übergabst du ihn in die Hände von seinen Freunden, bevor du gar nicht mehr zu Fuyu kämst, der wartete wahrscheinlich schon ungeduldig, weil ihr eigentlich verabredet wart - so wie immer.
Man konnte sagen das es schon eure Tag tägliche Routine war, nachdem ihr gemeinsam zur Schule fuhrt, euch trenntet, du dich mit den anderen Unterhieltest und danach wieder zu ihm gingst.

Und meistens las er einen seiner Manga, bevor die Schule anfing, so wie jetzt als du leise durch die schiebe Tür gingst und dich hinter ihm stelltest, Arme um ihn schlingend und deine Hände dabei auf seiner Brust ablegtest.

,,Was liest du da?"

Fragtest du neugierig, während deine Augen selbst schon über die Zeichnungen flogen.

Natürlich war es wieder so ein Romantischer Kitsch.
Sahst auf das Bild, auf dem der Junge das Mädchen am Handgelenk packte und Schattierungen ihr Gesicht zierten.

Röte, die einem ins Gesicht schoss, wenn etwas Unangenehmes oder Peinliches passierte.

In deinen Augen völlig unrealistisch.
Dabei hattest du sowas selbst schon erlebt.

,,Fuyu du solltest endlich raus gehen und dir eine Freundin suchen. Eine aus Fleisch und Blut."

Scherztest du und setztest dich neben ihm auf einen der Stühle hin.

Merkwürdig wie locker du mittlerweile über dieses Thema reden konntest, ohne gleich schlecht davon zu denken.

Dich zu binden war für dich immer noch keine Option, aber du akzeptiertest, dass Trennungen und Seelenschmerzen zum Leben dazu gehörten.
Es war grausam und keiner würde so etwas wollen, aber jeder verdiente doch irgendwo sein Glück und wenn es jemand in einer anderen Person fand, dann war das halt so.

Und du wünschtest dir nichts Sehnlicheres wie als das Chifuyu sein Glück fand.
Egal wo oder wie es sich zeigen würde.

,,Ich hab gar keine Zeit dafür."

Eine glatte Lüge.
Du wusstest das er eine Freundin haben wollte.

Und ja, er datete Mädchen.
Aber ... keine kam auch nur annähernd an -

,,Mhm, ist klar.
Ehrlich, warum hast du keine Freundin? Ich meine, guck dich an, du bist praktisch Schwiegermutters Liebling."

Chifuyu war witzig, aufrichtig, liebevoll, respektvoll und ... er war verdammt gutaussehend.

Eigentlich müssten die Mädels Schlange stehen, aber aus irgendeinem Grund gab es in seinem Leben immer nur noch Peke J.

Was an sich ziemlich schade war.

,,Chifuyu? Ist irgendwas?"

Da waren so einige Sachen, die ihm durch den Kopf gingen, weswegen er Gedankenverloren an dir vorbeisah.

,,Ich versteh 's selber nicht warum ich keine Freundin hab."

Gab er dir als halb Wahrheitsgemäße Antwort und schaute dir erst jetzt in deine Augen.

,,Du wärst so ein guter Freund, aber selbst schuld, dann verpassen sie halt was."

Warum klangen diese Worte aus deinem Mund für ihn nur so seltsam?

Und warum erweckte es in ihm die Hoffnung du würdest von dir selber sprechen?

Egal was es war, sein Kopf schaltete sich aus, bekam einen Kurzschluss als ihr euch so intensiv ansaht und du auch noch währenddessen zaghaft lächeltest.
Und als es langsam verblasste, du deinen Kopf mehr nach links drehtest, um ihn noch tiefer in die Augen zu sehen, seinen warmen Atem auf deiner Haut spürtest und ihr euch bereits viel zu nahe wart, da beging er vielleicht seinen größten Fehler - er küsste dich einfach.

Geschockt starrtet ihr einander nur an.

War das gerade wirklich passiert?
Nein, es war Chifuyu. Er würde nie ...

Doch, würde er.
Hatte es gerade bereits getan - dich geküsst.
Einfach so.

Und hinterließ ein sanftes Kribbeln an der Stelle, die er zuvor mit seinen Lippen berührte, über die du wie paralysiert mit deinen Fingern fuhrst.

,,Ich geh mal eben an die frische Luft."

,,Ja."

Hauchtest du, Augenkontakt erst brechend als er aufstand, um den Raum zu verlassen.

Was zu Hölle war in ihn gefahren?
Was zur gottverdammten Hölle war mit ihm los?

Hatte er sich nicht geschworen es nie so weit kommen zu lassen?
Sich unter Kontrolle zu halten damit genau DAS nicht passierte?

Es war nicht richtig, auf so vielen Ebenen einfach nur Falsch.

Es war ein Fehler.

So einen, der ihn verzweifeln ließ, während seine Schritte immer schneller wurden, fast schon Panisch.
Er brauchte frische Luft, und zwar dringend, bevor sich das Gefühl verschlimmerte gleich zu ersticken.

Bei dir hingegen, passierte überhaupt nichts.
Warst dir immer noch unsicher, ob das gerade echt war.

War es nicht, oder?

Und wenn doch, war es sicher nur ein Ausrutscher.
Hatte absolut keine Relevanz und zwischen euch war alles wie immer.

Jap, genau, weil Chifuyu niemals seinen besten Freund verraten würde, selbst nach seinem Tod nicht.

Also brauchtest du dir keine Sorgen zu machen was das gerade war, schobst es einfach beiseite wie alte Zettel, über die keiner mehr nachdachte.

Aus den Augen aus dem Sinn.

Bei Chifuyu funktionierte das allerdings nicht.

Lief wie eine aufgebrachte Katze hin und her, während Takemichi ihm verzweifelt versuchte zu erklären was in der Zukunft passiert war.

Hörte nur Bruchstücke außer einen Satz, den ihn zum Stillstand brachte.

,,Wiederhol das."

,,Wir waren zusammen was Essen-"

,,Nicht das! Das mit (y/n)."

,,Oh ... ähm ... sie ist verschwunden. Wie vom Erdboden verschluckt. Du wusstest selber nicht warum, aber du hattest vermutet das sie sich Mikey und Bonten angeschlossen hat."

Fuck.

,,Warte. Was ist Bonten?"

,,Hab ich dir doch schon gesagt."

,,Sorry Dude. Sag es nochmal."

,,Eine der schlimmsten kriminellen Organisationen in Tokyo-"

Mehr brauchte es nicht für ihn.

Was würde dich dazu bringen von heute auf morgen zu verschwinden, alles hinter dir zu lassen, um einer Kriminellen Gang beizutreten?

Der ... Kuss?

Das war doch unmöglich der Grund.

Oder?

,,Wir müssen los."

,,Aber ich hab dir doch noch gar nicht alles erzählt."

,,Ich hab dir eh nicht zugehört."

,,WAS?! Ich hab alles umsonst erzählt?"

Rupfte sich der ältere verzweifelt die Haare.

,,Erzähl's mir später einfach nochmal, wir haben jetzt keine Zeit."

Er musste zu dir und es geradebiegen, falls es wirklich deswegen war.

Dieses Szenario war viel schlimmer als das davor.

Es durfte unter keinen Umständen passieren und dabei dachte er sich eigentlich du wärst gerettet.
In Sicherheit.
Aber anscheinend verbockte es Chifuyu immer wieder.

Vielleicht, nur vielleicht, wenn er sich von dir fernhalten würde, könntest du eine gesicherte Zukunft haben.

Das war doch Unsinn!

Es würde auch nichts ändern.
Würdest wahrscheinlich erst recht zusammenknicken.

Alles war einfach nur zum Haare raufen.
Jedes Szenario abgefuckt und er hilflos.

Und jetzt, wo es auch noch so wichtig wäre mit dir zu sprechen warst du nirgendswo aufzufinden und an dein verfluchtes Handy gingst du auch nicht, obwohl du es immer tatest, wenn er dich anrief.

Es war Panik, in welche er verfiel, die schlimmsten Szenarien bereits in seinem Kopf.

Klick.

Tick.

Klack.

Tack.

Das Ticken der Uhr, die Geräusche seines Mitschülers vor ihm, der mit irgendetwas in der Hand rumspielte und Chifuyu damit noch Wahnsinniger machte.

Seine Gedanken kreisten als er im Unterricht hockte.

Alles ging an ihm vorbei, wurde ausgeblendet und seine Unterlagen blieben leer die eigentlich hätten ausgefüllt werden müssen.
Wichtiger Unterrichtsstoff, den er nachholen müsste, soviel stand fest.

Warum reagiertest du auf keine seiner Nachrichten?

Warum musste er auch diesen bescheuerten Fehler begehen, die Kontrolle über sich verlieren und dir so nahekommen?

Dieses ganze Drama in seinem Kopf fand erst ruhe als Hakkai ihn und Takemichi mit zu Pah-chin nahm, sein erster Blick sofort auf dich fallend, die lachend hinter Peh-yan stand der sich fast so sehr amüsierte wie du.

Anscheinend auf Kosten von Pah der weniger begeistert als ihr zwei aussah, Zähne zusammengebissen und mit einer Miene, die für sich sprach.

Du sahst so zufrieden aus, breit grinsend als sei vorhin nichts zwischen euch passiert.

Also hatte er sich umsonst Sorgen gemacht?

So wie du ihn im nächsten Moment ansahst, bemerkend das er mittlerweile mit ihm Raum stand, wohl eher nicht.

Denn die ganze Stimmung schien auf einmal drastisch gekippt zu sein.

,,Taka-chan du wolltest mir doch noch was zeigen."

,,Was meinst du?"

,,Na, das Outfit was du für mich gemacht hast?"

,,Ich hab dir nur ein-"

,,Hast du es etwas vergessen?"

,,Was für eine Art scherz soll das hier werden, (y/n)?"

Er beäugte dich skeptisch, bis du Augenrollend nach seiner Hand griffst und nach draußen, vorbei an dem stillen Fuyu, dem verwirrten Takemichi und dem noch verwirrteren Hakkai, liefst.

Flüchtetest.

Das Einzige was du jetzt wolltest.

,,Was ist hier eigentlich los?"

Ja was war hier eigentlich das Problem?

Es war doch nur ein blöder Kuss.

So ein unbedeutender drei Sekunden Kuss, nichts weiter.

,,Er hat mich geküsst."

,,Wer? Chifuyu?

Das ist doch gut."

Hatte er das gerade ernsthaft gesagt?
Was sollte daran denn gut sein?

,,Verarscht du mich? Das ist 'ne Katastrophe. Das funktioniert nicht ... Es ist ein Verrat an Baji ..., weil ..., weil ich ihn liebe."

Deine Stimme wurde immer hysterischer je mehr du realisiertest welche Auswirkungen es tatsächlich hatte.

Baji war tot, ja.
Aber du würdest ihn immer lieben.
Für dich gab es doch immer noch niemanden außer ihn.
Dein 'Ich liebe dich' an seinem Totenbett ein Versprechen, dass sich genau das niemals ändern würde.

,,Hey, hey, hey. (Y/n) beruhig dich, ja? Findest du nicht das du langsam wieder an dich denken und nach vorne sehen solltest?"

Takashi meinte es nicht böse, nicht unsensibel, hatte ja recht, aber du wolltest es einfach nicht hören.
Komplett nach vorne zu sehen hieß, Baji zu vergessen und das wolltest du nicht.

Dieses Szenario, etwas mit dem besten Freund deines verstorbenes Freundes anzufangen, fandest du grauenvoll.

Was würde Baji davon halten?
Er hätte es sicher nicht gewollt.

Aber du warst schon mittendrin in diesem Strudel aus neuen Gefühlen, das Kribbeln im Bauch welches du immer in seiner Gegenwart bekamst einfach ignorierend als würdest du es dadurch wegbekommen.

Es war surreal.
Gefühle für deinen besten Freund? Seinem besten Freund?
Nie im Leben.

Du würdest es dir nie eingestehen, es nie wollen.

Weswegen auch nur eines für dich in Frage kam.

Er brauchte eine Freundin.
Dann würde dieses Thema zwischen euch, was immer es auch war, nicht mehr sein.
Und alles wäre wie vorher.

Du wusstest auch schon welches Mädchen dafür in Frage käme.
Sprintetest sofort los und ließt Mitsuya mit einem 'Wir sehen uns' stehen.

Im Grunde genommen warst du manchmal wie Baji, keiner wusste so richtig was du dachtest.

Nach über vier Jahren Freundschaft konnte Mitsuya aber wohl behaupten dich zu kennen.
Und er kannte dich gut. Dich und deine Flausen.
Kannte diesen Blick, wenn du kurz davor warst, etwas ausgesprochenes Dämliches zu tun so wie damals mit Baji wenn ihr diesen Kick nach Adrenalin brauchtet.

Deswegen schrieb er dir auch noch extra diese SMS 'Bau bloß keinen scheiß, ja?', die du zwar gelesen hattest, aber dein Handy direkt wieder in deiner Tasche verschwinden ließt.

Du hattest doch nichts weiter vor, außer ein date für Fuyu zu arrangieren.
Es war doch nichts dabei.

Du mischt dich ja nur in sein Leben ein

Stimmt, da war überhaupt~ gar nichts dabei.

Dieses Mädchen, Mio, du wusstest wie vernarrt sie in ihn war.
Sie ging in seinen Jahrgang, hatte auch immer wieder versucht mit ihm zu reden, aber er schien nicht sonderlich interessiert daran zu sein mit ihr in Kontakt zu stehen.

Und genau das ändertest du jetzt.
Vielleicht würde er ihr mehr Beachtung schenken, wenn er sie kennenlernen würde.

Also sprachst du sie an, die Skepsis, ob du sie auch nicht verascht sah man praktisch sofort, als du sie nach einem Date für ihn fragtest.

Und dann war da von ihrer Seite noch diese Frage 'Ihr seid nicht zusammen?'

Natürlich nicht.
War doch offensichtlich das ihr nur befreundet wart.

Letzten Endes sagte sie aber doch zu, die Skepsis blieb dennoch bestehen.
Verübeln konntest du es ihr nicht, schließlich war diese Situation seltsamer als alles andere.

Und aus irgendeinem Grund sogar Unangenehm.

Fürs erste war es egal wie es sich anfühlte, ob es falsch war.

Denn jetzt müsste es nur noch Chifuyu tun - dem ganzen Zustimmen - dem du es in einer SMS mitteiltest.

Drei Minuten vergingen, da stand er außer Atem in deinem Zimmer.

,,Ein Date?!"

Was er davon halten sollte wusste er nicht so recht.
Einerseits würde er vielleicht diesen Kuss zwischen euch vergessen andererseits hatte er momentan keine Lust auf andere Mädchen.

Vermutlich sollte er sauer sein, ohne sein Einverständnis so etwas zu entscheiden.

Was er aber nicht war, nur verwundert, dass du nicht darüber redetest, was zwischen euch vorfiel und ihm dann auch noch eine Verabredung abklärtest.

,,Sie ist wirklich nett. Du solltest ihr wenigstens eine Chance geben."

Wollte er das auch?

Er seufzte bloß bei deinem lächeln.

Wenn du das wirklich wolltest, dann würde er sich draufeinlassen, vielleicht war sie wirklich nicht so schlecht und er könnte sich dich endlich aus dem Kopf schlagen.

,,Also ... ich hab herausgefunden das sie Shiroi Koibito liebt."
Wer nicht? Diese Plätzchen waren der absolute Wahnsinn.
,,Vielleicht sollten wir welche Backen? Würde dir bestimmt Pluspunkte einbringen."

Als würde er die wirklich bei Mio brauchen so wie sie ihn ohnehin schon anhimmelte.

Backen also, hm?

Keine schwierige Sache eigentlich, wenn du nicht (y/n) wärst und es ernst nehmen würde.

,,Da fehlt was."

Wies dich Chifuyu drauf hin der sein Finger in den Teig tunkte und ihn ableckte.

Hatte er nicht gesagt er wüsste was zu tun war?
Aber was erwartetest du auch von Chifuyu, diesen Satz hörtest du schon zigmal und es endete immer ... na ja chaotisch?

Wie sein Masterplan Takemichi dabei zu helfen Hakkai davon abzuhalten Toman zu verlassen.

Sein Plan B ...

Er war manchmal wirklich ein Idiot.

Und ... verdammt, keine Ahnung was er in den Teig mischte als du mal 5 Sekunden nicht hinschautest, weil du euch beiden etwas zu trinken aus dem Kühlschrank holtest, aber es schmeckte grauenhaft.
Irgendwie bitter und ... es war nicht identifizierbar.

Seine geheime Zutat, was?

Vielleicht würde es besser schmecken, wenn ...

,,Mhh ... vielleicht ..., dass?"

Und das eklige zeug kurz darauf in seinem Gesicht klebte, dein sadistisches Grinsen konntest du gar nicht zurückhalten.

Zuerst war er etwas baff, ob du das jetzt wirklich getan hattest, aber seine verdutzte Miene änderte sich ziemlich schnell als er mit einem schelmischen Lächeln selbst in die Schüssel griff.

,,Oh~ ok du willst Krieg? Du bekommst Krieg."

Ja~ den bekamst du wirklich so wie er es dir zurück pfefferte.

Es entstand ein hin und her bis er am Ende seine ganze Hand in die Schüssel tunkte und dich durch die Wohnung jagte, um den Esstisch, über die Couch drüber über die er fast noch gestolpert wäre hätte er sich nicht ausbalanciert.
Euer Gelächter rang durch die ganze Wohnung gepaart mit Geschrei als er dich packte und dich auf dem Sofa festnagelte, damit drohend dir den Teig ins Gesicht zu schmieren.

,,Wag es und-"

,,Yeah. Was dann?"

Dann würdest du es ihm selbst ins Gesicht klatschen, was du auch tatest. Hautest ihm seine Hand mit Schmackes auf seine Wange.

Augen weit aufgerissen, Hand vorm Mund haltend während du anfingst ihn auszulachen.

Vielleicht wart ihr beide Idioten.
Herzliche Chaoten die sich ... mochten.

,,Dann halt auf diese Weise."

Und schmierte im selben Moment seine Wange an deiner ab.
Wer zuletzt Lacht, lacht am besten, und man ... sein kehliges Lachen war so ...

So ...

Fandest du es schon immer so ... schön?

Oder seine Augen? Dieses Meer aus blau grün in welchem du dich gerade verlorst.

Sein lachen, es wurde immer leiser, komplett verstummend als ihr einander nur noch ansaht.
Nur eure laute Atmung hörend von eurem Räuber und Gendarm spiel nur ohne das Verstecken.

Mit einem Finger strichst du ihm die Reste seines 'Gute Geste Geschenkes' aus dem Gesicht und ließt ihn in deinen Mund gleiten.

,,Mhm, schmeckt jetzt definitiv besser als vorher."

Einen Moment glaubtest du ihn schwer schlucken gehört zu haben, aber alle Geräusche schienen bei deinem pochendem Blut welches dir durch den Kopf rang unterzugehen.

Warum pochte dein Herz so unfassbar schnell bei der Berührung seiner Hand, die sich um deine Wange schloss?
Dich sofort gegen diese Wärme lehntest, weil es automatisch passierte.
Weil es sich richtig anfühlte.

Richtig anfühlte, wie er dir immer näherkam und dieses Kribbeln an deinem ganzen Körper verursachte, nur weil du seinen Atmen spürtest.

Und gerade als er es wieder tun wollte, seine Lippen mit deinen in Berührung bringen, da fiel ihm ein Detail ins Auge.

Ein gravierendes Detail, warum er das hier lieber lassen sollte.
Für euer beider Wohl.

Bajis Ring.
Er kam zum Vorschein.

Den Ring, den er dir hinterließ, als Zeichen seiner Liebe, sein Antrag, den er dir damit machen wollte, um dich irgendwann zu seiner Frau zu machen.

Es ließ ihn augenblicklich von dir runterspringen, auf seine Beine bringen und ihn wieder klar denken lassen.

Warum passierte das schon wieder?

Und wie konnte er es vergessen das du ihn immer noch um deinen Hals trugst?
Du warst immer noch nicht über ihn hinweg, würdest du vielleicht auch nie richtig sein und alleine deswegen schon sollte er es nicht tun.
Dir nicht zu nahekommen, weil es vielleicht genau der ausschlaggebende Punkt war, der dich abrutschen und Kriminell werden ließ.
Warum auch immer es in der Zukunft passierte, er wollte alles Mögliche vermeiden, um dich nicht in einen unnötigen Gefühlschaos enden zu lassen.

In diesem Chaos stecktet ihr beide nur leider schon mittendrin.

Gefühle, die ihr verstecktet, weil ihr nicht wusstet damit umzugehen in dieser Situation.

Fragte sich nur, ob ihr dem stand halten könntet, wenn diese Gefühle so richtig ausbrachen und euch überschwemmen würden.

Und was am Ende wohl das Richtige hier wäre.
Welche Entscheidung entweder zu eurem Glück oder zu eurem bitteren Ende führen würde.

,,Du solltest dich für dein Date fertig machen."

Lächeltest du Chifuyu an.

Hatte er dir nicht mal gesagt er wüsste was du denkst, weil er dich schon so lange kannte?

Jetzt gerade wusste er es nicht.

Warst wie eine undurchdringbare Mauer.

Warum sprach er es nicht einfach an?
Sonst redete er doch auch mit dir über Dinge, die ihn beschäftigten.

Na ja, er wollte es vom Tisch haben, wusste nicht was hier richtig und was falsch war.
Könnte dir, wie Takemichi ihm, erklären was dich in der Zukunft erwarten würde.

War das richtig?
Oder führte das auch nur wieder zu Komplikationen?

Verdammt er wusste es einfach nicht.

Du warst fast genauso verwirrt wie Chifuyu, deine Gefühle auf dem Kopf gestellt und ein permanentes schlechtes Gewissen machte sich in dir breit.

,,Wir sollten drüber reden."

Was zur Hölle sagte er denn da?
Wollte er es gerade nicht noch lassen?
Es nicht ansprechen?

,,Über was? Über den beinahe Kuss?"
Oder den Kuss?, dachtest du dir, ohne es auch auszusprechen.
,,Du hast heute ein Date und solltest dich darauf konzentrieren.
Wir sind beste Freunde ... Ich will das es so bleibt. Außerdem ... kann ich das einfach nicht."

Es war wie ein déjà vu.
Wart Baji und du nicht auch nur "Freunde"?
Die besten?

Aber das hier war definitiv etwas anderes.

,,Yeah, vergessen wir das.

In zwei Stunden Treff ich mich mit ihr?"

,,Jap, und es werden immer weniger je länger du hier rumsteht. Du~ musst mir nämlich noch helfen das Chaos aufzuräumen."

,,Ich? Wer hat denn diese Schlacht angefangen?"

Grinste er frech.

,,Du, indem du das Rezept vergeigt hast. Also los, der schnellere gewinnt und der Verlierer zahlt nächstes Mal das Kino."

Und mit jeden weiteren Worten,

,,Mit Snacks?"

tatet ihr es beide.

,,Und Getränken."

Das Grinsen Immer breiter werdend,

,,Dann kratz schonmal dein Taschengeld zusammen."

bis ihr in eurem Gelächter Endet.

Also, egal was ihr füreinander empfandet, ihr schlucktet es einfach wie eine bittere Pille hinunter und spracht es nie wieder an.
Machtet so weiter wie bisher, lachtet, albertet genosst die Zeit, ohne euch dabei zu nahe zu kommen.

Und wieder vergingen Monate, so unbeschwert ihr hättet niemals gedacht was passieren würde. Das es nochmal geschehen würde.
Denn so starke Gefühle wie ihr zwei sie empfandet konnte man nicht so mir nichts dir nichts wegsperren und hoffen sie würden dort für immer eingeschlossen bleiben.

Chifuyu und Mio trafen sich immer öfter, beobachtest wie die beiden miteinander umgingen, so als wären sie tatsächlich ein Paar.

Auf den ersten Blick sah es wirklich danach aus, sogar Gerüchte waren im Umgang, aber irgendwie schien Fuyu etwas gedämpft zu sein, denn er lächelte nicht so wie sie es tat, seine Augen Funkelten nicht wenn er sie ansah und generell war er in ihrer Gegenwart anders.

Bei dir war er das genaue Gegenteil.

War immer so aufgeregt, wenn er dir seine Träume, seine Wünsche für die Zukunft erzählte, du kamst nie so schnell hinterher, wie er dir seine Informationen ins Gesicht klatschte.

Nur heute, da war selbst bei euch der Wurm drin.

Warum?
Weil Chifuyu vielleicht etwas unfassbar Dämliches sagte.

Wieso sprach er dich überhaupt auf den Ring um deinen Hals an?

Und dann klang es auch noch so negativ ...
Fast schon vorwurfsvoll.

,,Ich kann doch selbst entscheiden, ob ich ihn trage? Wo ist dein scheiß Problem?"

,,Meinst du nicht-"

,,Oh~ fang nicht auch noch mit diesem bullshit an."

Wütend klammertes du dich ans Geländer der Brücke, über die ihr lieft und schautest hinunter zum Wasser.

Alles was du wolltest war ihm doch nur nahe zu sein.
Und dieser Ring war das einzig feste was dir von ihm blieb.

An diesen du dich genauso festklammertest.
Wortwörtlich und im Übertragenem Sinne.

,,(Y/n) geh von dem Geländer zurück."

Als du über deine Schulter zurück in seine Augen sahst fand sich dort Panik wieder.

Panik, die nicht unberechtigt war.

Undefinierbare Gefühle prasselten auf dich ein, machten dich traurig, wütend und kombinierten sich mit deiner Angst, die du gerade deutlich spürtest.

Warum genau konntest du nicht wirklich sagen.
Es war merkwürdig, das auf jeden Fall, aber hier war nichts, wovor du dich momentan fürchten müsstest.

Vor allem nicht, weil er dich auf einmal von hinten festhielt, Hand auf deine legend die sich so fest an das kalte Material klammerte als würdest du gleich abstürzen.

Und irgendwie fühlte sich genau das so an.

Wie ein freier Fall in die leere.
Du kanntest dieses Gefühl gut, hattest dich abermals schon daraus gehievt, aus diesem schwarzen Loch, welches dich einsog, aber warum kamen diese negativen Aspekte wieder?

,,Was fühlst du?"

Druck, der sich aufbaute.

,,I-ich weiß es nicht."

,,Was geht dir durch den Kopf?"

Kein klarer Gedanke, alles war so schnell, als würden all die Gedanken mit Lichtgeschwindigkeit durch deinen Schädel jagen.
Zu schnell, zu viel, um irgendeinen Satz zu Stande zu bringen.

Du fingst an zu zittern, Atmung abgehackt, und der Junge hinter dir tat nichts anderes als das was er die vergangenen Jahre auch schon tat

,,Vermisst du ihn gerade?"

dein Halt sein.

,,Ja.", hauchtest du.

Er wollte das du über deine Gefühle redetest, denn nichts erdrückte einen mehr wie sie einzusperren.

Aber genau das war es doch was ihr tatet.
Jedoch ging es gerade nicht darum.

Deine Gedanken - sie ordneten sich plötzlich wieder.
Stück für Stück, nicht alles, aber du konntest einzelne Bruchstücke zusammenfügen.

,,Ich glaube ich will einfach nur spüren das ich, Ich bin."

Weil du es viel zu lange schon nicht mehr tatest.
Vermisstest dieses Gefühl, welches nur er dir geben konnte, das Adrenalin, das durch deinen Körper schoss.

,,Ich bin nicht Baji-san ..."
Er ließ dich los und was er als nächstes tat stockte dir den Atem.
Chifuyu kletterte über das Geländer rüber und klammerte sich an die Stangen.
Blick auf das Wasser, welches unter ihm her floss, gerichtet.
,,Aber wenn ich dir helfen kann ..., wenn ich dir etwas geben kann, um dich wieder besser zu fühlen ... dann werde ich alles dafür tun."

Und erst jetzt, da schaute er dir in die Augen.
Sahst seine Tränen, die ihm runterliefen, spürend, wie sie sich selbst bei dir bildeten.

,,Ich weiß was zu tun ist, also Spring mit mir."

Ob er es wirklich wusste, da war er sich noch nicht sicher.
Er war sich sogar mehr als unsicher, und so wie du es in seiner Stimme raushörtest, spürtest du wie sehr.

Aber du tatest es.
Klettertest wie er zuvor über die Stange und stelltest dich dicht neben ihn.

Der Blick nach unten brachte deinen Kopf zum Drehen.
Es waren mindestens über 10m da runter.
Eine Höhe die Fuyus Knie weich werden ließen und dir dein natürliches Lächeln ins Gesicht zauberte.

,,Hast du Angst?"

Ein wenig hatte er die schon, nur war es nicht ganz wegen dem Sprung der ihm bevorstand, sondern wegen dem Gedanken, der ihn all die Jahre nicht losließ, wie ein schlechter Alptraum, in dem er sich jetzt wiederfand.

Genau wegen so einem Sprung warst du gestorben.
In der Zukunft.
Das hatte ihm Takemichi damals erzählt, nur waren die Geschehnisse anders und die Höhe um ein vielfaches extremer wie diese Meter.

Hier, in diesem Szenario, ging es von ihm aus und du wolltest dich hier auch sicherlich nicht umbringen.
Ihr beide nicht.

Hier ging es einstig und allein darum, dieses Gefühl des Schwebens wiederzuerlangen was dir die Jahre über so fehlte.
Es war unbewusst, weil du dich damit zufrieden gabst wer du jetzt warst, dein altes Ich hinter dir ließt, aber wenn man etwas so sehr liebte, dann war es nicht von Vorteil so zu tun als könnte man ohne dieses gewisse etwas leben.
Sei es eine Person, ein Charakterzug, alte Gewohnheiten oder auch nur ein bloßer Gegenstand.

Irgendwann holte einen alles ein.

Und hier, dieser Moment, holte dich jetzt ein.
Du vermisstest wer du warst, vermisstest den Teil von dir der starb und den du jetzt zurückhaben wolltest.
Auch wenn es nur für heute war, für jetzt, du wolltest es noch einmal spüren.

,,Du kannst immer noch einen Rückzieher machen."

Deine weiteren Worte, weil Chifuyu immer noch nicht antwortete.

,,Nein, wir machen das jetzt."

Sagte er zwar, blieb aber immer noch stehen.

,,Soll ich zählen?"

,,Scheiß auf's Zählen."
Sagte er Selbstsicher, Atmete einmal aus, bevor er deine Hand packte und dir noch einmal in deine Seelenspiegel blickte.

Dieses Kribbelige Gefühl, wenn man kurz davor war etwas zu tun vor dem man Angst hatte, wurde immer intensiver als ihm bewusst wurde was er da genau vorhatte.

Es gab kein Zurück.
Wollte kein Zurück.
Denn er wollte dir dieses Gefühl geben, welches du brauchtest.
Und wenn dich das hier glücklich machte, dann wollte er es tun.

In diesem Augenblick, wo er zusammen mit dir absprang, es tatsächlich gewagt hatte, spürte er sein Herz aussetzen.
Es war wie eine Abfahrt in einer Achterbahn, nur wesentlich gefährlicher.

Und so viel besser.

Alles geschah so wahnsinnig schnell, dass er kaum etwas mitbekam, fühlte nur den Fall, spürte deine Hand, die festzudrückte.
Oder aber es war seine die es bei deiner Tat - völlig egal.

Es war absolut befreiend.

Wie sein Hemd seiner Schuluniform hochrutschte, dem kalten Wind eine Angriffsmöglichkeit bot und es an seinem Körper bei dieser extremen Geschwindigkeit zum Flattern brachte genau wie sein Herz, das er beim Aufprall ins nasse wieder deutlich schlagen spürte.

Um ein Vielfaches schneller als grade eben noch.

Die vielen Bläschen schmiegten sich um deine entblößten Beine, kitzelten und fühlten sich Sanft, im Gegensatz zu dem Aufprall, an.

Mit dem Auftauchen füllten sich deine Lungen wieder mit Luft, und zum ersten Mal konntest du wieder Atmen.
Nach so langer Zeit des Anhaltens.
All der Staub, der sich in den Flügeln ablagerte, war mit einem Mal weg.

Durch deine Venen floss das Blut, welches so lange stillstand und alles fühlte sich nicht nur halb, sondern diesmal richtig lebendig an.

Alles dem Jungen zu verdanken, der dich beobachtete, wie du die letzten Sonnenstrahlen auf deinem Gesicht einfingst, Augen dabei geschlossen, die Wärme genießend als sich eure Blicke plötzlich aufeinander fixierten.

Nicht wissend was du schöner finden solltest, seine Augen, die dich so anfunkelten, das Wasser oder die Farben um euch herum.

Ihr schwammt einfach nur da, voreinander im Kreis, mustertet euch, als würdet ihr euch gleich aus den Augen verlieren.
Spürtest seine streifenden Berührungen auf deiner Haut als ihr euch unbewusst immer näherkamt.

,,Ich muss dir was sagen."
Einmal kurz die Augen schließend, um dir das zu beichten was er schon viel früher hätte sagen sollen.
,,Baji-San ... er hat dich damals nur weggestoßen, um dich zu beschützen.
Er hat versucht Tōman zu beschützen. Ich wusste es, aber konnte ihm nicht helfen.
Es tut mir leid (y/n)."

Schockierte es dich?
Nicht wirklich.
Denn irgendwie hattest du es schon geahnt.

,,Ich weiß.
Du weißt gar nicht wie oft es mir durch den Kopf ging, und deswegen konnte ich damit schon länger abschließen.
Dich trifft überhaupt keine Schuld Chifuyu."

War es Erleichterung, die ihn überkam?

Gut möglich.

War es das Adrenalin, das noch durch seinen Körper floss, welches ihn nach deiner Hand greifen und dich zu ihm ziehen ließ?

Auch das war gut möglich.

Aber was es auch letzten Endes war, du ließt es zu und schlangst instinktiv deine Beine um seinen Oberkörper.

Es war egal ob ihr fast dabei untergingt oder dass er dieses siffige Wasser in den Mund bekam, du lachtest, ob es wegen ihm war, der versuchte euch beide über Wasser zu halten oder ob es wegen diesem überwältigendem Gefühl war - du warst glücklich und das war alles was zählte.

Wasserperlen tropften ihm von deinen nassen Haarspitzen ins Gesicht, während er versuchte auf dem Rücken Richtung Ufer zu schwimmen.
Und als er endlich wieder den Boden unter seinen Füßen hatte, ließ er dich runter, spürtest seine nassen Haare als er seine Stirn gegen deine lehnte, Augen geschlossen als deine Finger über seinen Undercut fuhren.

Du liebtest dieses weiche Gefühl, ließt sie immer wieder drüber Streifen, bevor deine Hand in seinen Haaren versank.

,,Du zitterst."

Bemerktest du das offensichtliche.

,,(Y/n) ...", hauchte er gegen deine Lippen, Nasenspitzen dabei berührend.

Euer Atem zittrig.

,,Nicht.", hauchtest du zurück

Tu es nicht

Tu es nicht
Tu ...

Er tat es, berührte mit seinen Lippen deine, während ihr im Wasser wanktet, weil sich alles zu drehen schien.

Seine Hände legten sich um deine Kieferknochen und seine Daumen fuhren immer wieder über deine erhitzten Wangen, während der Kuss immer intensiver wurde.

Heiß.
Dir war so unfassbar heiß in diesem Moment, obwohl das Wasser eisig kalt war.

Es war bereits Ende Oktober und nicht unbedingt das Wetter, um in dieser Kälte zu schwimmen und ganz bestimmt auch nicht für das was ihr gerade tatet.

Alles wurde unkontrollierter.
Deine, seine Küsse, eure sowieso schon abgehackte Atmung, die euren Atem zwischen euren Lippen in die Luft ausstieß, sichtbar werden ließ, weil Hitze auf Kälte traf.

Vielleicht wehrtest du dich gegen diese Gefühle, die immer so präsent waren, aber in diesem Moment hier, da gab alles nach.

So wie deine Beine von diesen ungewohnten Reaktionen deines Körpers.
Zumindest fühlte es sich so an, waren so weich wie Pudding, aber du standest im Wasser, du hättest gar nicht einknicken können und wenn, hätten dich diese Hände, die sich ihren Weg nach unten, über deinen Rock bahnten und an der Hinterseite deiner Oberschenkel Halt machten, gehalten. Die, die einen leichten Druck ausübten und dir signalisierten du sollst hochspringen.

Und genau das tatest du auch.

Den Augenkontakt niemals brechend ebenso wenig wie die flüchtigen küsse, die er dir gab, Stirn an Stirn als er Schritt für Schritt durch den Sand lief, in dem er leicht einsank und dich aus dem Wasser an Land trug.

Der kurze sog als die Schwerkraft wieder die Macht übernahm, brachten ihn kurz zum Wanken, aber er hielt dich, legte dich ins Gras, in diese Wiese aus sattem Grün, die deine Kleidung an manchen Stellen einfärbte.

Ganz besonders an deinen Ellenbogen, auf denen du dich abstütztest während er von deinen Lippen abließ, entlang deiner Kehle küssend wo die Wassertropfen auf deiner Haut zu verdampfen schienen.

Kopf in den Nacken legend, weil dieses Brennen in deinem Unterleib immer mehr zunahm, so wie die Hitze zwischen euch.

Und wieder fühltest du dich in diesen Iren, diesem sanften blau grünem, absolut verloren als du wagtest seinem Blick Stand zu halten, nachdem er mit seinen Liebkosungen innehielt, um dich zu betrachten.

Als ihr zusammen sprangt, hatte es mehrere Bedeutungen.
Es war nicht nur ein Sprung.

Ihr sprangt gemeinsam ins ungewisse.

Aber ... du warst noch nicht bereit, um weiterzugehen.

,,Wir sollten das nicht tun."

Nicht weitergehen, weil es schon viel zu weit ging.

Chifuyu realisierte ziemlich schnell was du meintest, wie könnte er nicht? Es waren hier schließlich deine Beine zwischen seinen, während er sich halb über dir beugte.

Deine Worte schossen ihm sein Blut wieder dahin zurück, wo es eigentlich hingehört, und ließen ihn rücklinks ins Gras fallen.

,,Wieso machen wir das immer wieder?"

Nein

,,Warum tust du das immer wieder?

Immer, und immer, und immer wieder ...

Machte dein schlechtes Gewissen gegenüber Baji nur noch schlimmer.

Noch unerträglicher.

Und das hier, war der Gipfel an Erbärmlichkeit.

,,Ich? Du vergisst das zwei Personen dazu gehören."

,,Ich will Baji aber nicht hintergehen."

,,Denkst du ich? Du tust so als wärst du die Einzige, die ihn verloren hat. Die Einzige, die unter dem ganzen leidet.
Ich hab meinen besten Freund verloren! Und ... trotzdem hab ich immer versucht für dich da zu sein! Und was tust du, hah?!

WARUM STÖßT DU MICH VON DIR?"

Du warst es gewohnt, dass Baji dich anschrie, aber das es von ihm kam ... damit hattest du nicht gerechnet.

Was war das gerade? Eben wart ihr euch noch so nah wie niemals zuvor und in binnen von Sekunden zersprang alles.

,,Vielleicht bist du bei Baji damit durchgekommen, aber ich werde das nicht mitmachen ...

Shit ...
Glaubst du ich wollte mich in dich verlieben?!"

Wow

,,Was?"

,,..."

Ihr beide startet einander entgeistert an.

Ver was? Du hattest dich nicht verhört. Eindeutig nicht.
Nur ... wolltest du es nicht hören. Was dachte er sich denn dabei?

,,Weißt du was? Ja du hast recht, du bist nicht Baji, du wirst nie er sein und einen Moment dachte ich ..."

Einen Moment der Schwäche kam über dich, dachtest tatsächlich es wäre Baji der dich küsste und nicht ... sein bester Freund.

,,Du dachtest ..."

Stille.

Unangenehme, beschissene Stille.

Chifuyu wollte es überhaupt nicht aussprechen.
Konnte es auch gar nicht, denn dieser Klos in seinem Hals wurde immer größer.

,,Lass mich in Ruhe! Lass mich verdammt nochmal bloß in Ruhe!"

Völlig resigniert falltete er die Hände hinter seinem Kopf, sein Herz zersplitternd, als er dir stillschweigend dabei zusah wie du aufgebracht davon stolpertest.

Was hatte er da gesagt?

Was um alles in der Welt hatte er getan?

Er war so ein Idiot, wenn er wirklich glaubte du hättest es zugelassen, weil du etwas für ihn empfandest.

Nein, das würdest du nie.
Dafür liebtest du Baji viel zu sehr ...

Immer noch.

Jahre waren vergangen, doch du konntest immer noch nicht loslassen.

Konntest du damals schon nicht, also warum sollte es jetzt anders sein?

Mit einem Blick, so verzweifelt und traurig, schaute er gen Himmel.
Blinzelte die Tränen weg die sich bildeten, hoffend er würde Chifuyu hören ...

,,Baji-San ... Warum zum Teufel bist du nicht hier?"

Dann wäre das hier gerade zwischen euch niemals passiert ...

Dann ... wären seine Gefühle nie passiert, die die er für dich hegte, so stark, er wusste nicht einmal das er überhaupt so empfinden konnte.

Chifuyu weinte nicht viel, bewahrte eigentlich immer einen kühnen Kopf, doch es gab manche Situationen, da hielt er seine Emotionen nicht mehr zurück.

Bajis Tod.
Die Momente an seinem Grab.
Die Nächte in denen du nur am Schreien warst, weil deine Seele schmerzte.

All das brachte ihn wie jetzt zum Weinen.

Und als er das Geschehene Review passieren ließ, fasste er einen Entschluss.

Um deine Zukunft zu sichern ... würde er dich in Ruhe lassen.

Und dass diesmal wirklich.

Die Frage war nur ...

... war es das richtige?

_____________________________

つづく

𝑡𝑜 𝑏𝑒 𝑐𝑜𝑛𝑡𝑖𝑛𝑢𝑒𝑑

Chapter 5: Haitani Rindō・𝒀𝒐𝒖𝒓 𝑳𝒆𝒈𝒂𝒄𝒚 𝙿𝚊𝚛𝚝 𝙸

Notes:

𝗚𝗲𝘄𝗮𝗹𝘁 | 𝗗𝗿𝘂𝗴𝘀 | 𝗠𝗮𝗻𝗴𝗮 𝗦𝗽𝗼𝗶𝗹𝗲𝗿 (𝗜 𝗴𝘂𝗲𝘀𝘀?)

꒷ ꒥꒷꒦꒷°˖៹𓄹 ٠٘꒦ᦼ꒦‧₊˚꒷꒥꒷°˖ ꒦꒷⋆·˚

Chapter Text

Als Kind glaubtest du immer man müsse in die Norm der Gesellschaft passen, dazu gehören, sich beugen und wie ein Gehirnloser Zombie hinter der Masse hinterher trotten.

Weil du eben auch nie etwas anderes lerntest außer das.

Und auch nie ein Gefühl für aufrichtige Liebe entwickeltest, weil deine Erzeuger es nie für angebracht genug hielten dir gesunde Menschenkenntnisse auf deinen Weg mitzugeben.

Schon traurig, wenn man mit gerade einmal sechs Jahren anfangen musste für sich selbst zu sorgen und man zwischen Koks, dem ständigen Geruch von Gras, welches die Räume dieser dreifachen schickimicki Bude einhüllte, und gelallter Predigen eines eigentlichen Erwachsenen aufwuchs.

Aufwachsen musste.

Und auch hier wieder keinen ordentlichen Bezug zu richtig oder falsch lerntest.

Keinen wirklichen Bezug zur nackten brutalen Realität, die sich dir Jahre später zeigte.
Mit 18, um genauer zu sein.
Keine Hilfe in Sicht, nur die unzähligen Drogen, die sich in eurer Wohnung verteilten wie das normalste überhaupt.

Keine Ahnung, wann es anfing, der Realitätsverlust untersagte dir jegliche Funktion nach einem Gedanken zu greifen, der sich nicht um irgendwas anderes außer ihn drehte und dem Drang deiner Sucht zu erliegen.

Der weiße Schnee durch deine Nase gezogen ließ dich Tag für Tag vergessen wie abgefuckt dein Leben eigentlich verlief.

Zwischen Mädchen erwachsen zu werden, die ihr Geld mit Prostitution und anderen Dingen verdienten zwangen dich dein Kindliches Ich abzulegen.
Den schönen Gedanken mit jemandem glücklich zu werden schon längst aus deinem zugeballerten Kopf verbannt.

Und sie lebten glücklich bis an ihr Lebensende, war es nicht so?
In einem Märchen vielleicht, aber nicht in deiner Welt.

Die verdrehte Liebe zu diesem Mann, Drogenboss und Nachtclub Besitzer, deinem Vorgesetzen und Verlobten, der dir im Endeffekt alles nahm, was dir irgendwie noch wichtig erschien-
Obwohl ... deine Sinne waren sowieso schon längst betäubt - es erlaubte dir gar nicht mehr klar zu denken.
Jede Kleinigkeit deinem sowieso schon gebrechlichen kranken Körper antuend, dein Blick kälter als jemals zuvor.

Die blutige Lippe? Ein Ausrutscher seinerseits. Einer ... von vielen.
Die Überdosis in deinem Blutkreislauf? Du hättest halt besser aufpassen müssen. Schließlich war er nicht dein Babysitter.
Die Belastung sowie seelische Qualen durch die Misshandlungen? Ein Mann hatte auch Bedürfnisse, die eine Frau stillen musste.

Unnötig zu erwähnen, dass er einen arroganten Bastard verkörperte, der dich benutzte, wie er gerade wollte.
Dröhnte dich mit dem Gift zu, nur um dich gefügig zu machen.
Der Plot? Du glaubtest damals wirklich an seine Worte und an die Liebe.

,,Du bist bei mir sicher, versprochen."

Versprechen ...

Ha ...

Seine Versprechungen spürtest du am ganzen Körper, wenn du dich nicht seinem Willen beugtest.

,,Sicherheit hat auch seinen Preis, weißt du?"

Ja, es war dir bewusst.
Nichts auf dieser Welt kostenlos und keiner wollte jemandem irgendwas Gutes.

Vor allem er nicht mit seinen verlockenden Worten, wie süße Träume, die zu deinen schlimmsten Albträumen wurden.
All diese falschen Versprechungen, dem teuren Schmuck, den du auf einmal um deinen Hals trugst und diesem fetten Klunker an Ring, der deinen dürren Finger zierte.

Trotzdem ... Schafftest du es.
Irgendwie ...
Es haperte an alles Ecken und Kanten, doch du warst nach einem grausamen kalten Entzug clean.
Und frei von diesem Mann, weil sie dich fand und ihm gleich auch noch einen Denkzettel in Form einer Kugel in seine Schulter jagte.

Mit letzter Kraft und deinen letzten vorhandenen Nerven Schafftest du es aus dieser Drogenhölle raus.

Und Schlussendlich ... wurdest du zum Vorbild anderer Mädchen, die du vor dem Schmerz rettetest.
Aus der Verzweiflung und der Hoffnungslosigkeit rausholtest.

Von dem kleinen verängstigten Mädchen zu einer Frau mit Einfluss, der auf den Straßen von Nagoya herrschte wie die reinste Hierarchie.
Eine Frau, die durchaus wusste (oder es eher dachte, dass sie es wusste) was sie wollte und auch alles dafür tat, um es zu bekommen.

Wenn du deinen Eltern für eines danken musstest, dann dafür das du lerntest das die Welt nicht gnädig war.
Die dicke Haut, um deinen verletzlichen Kern, nur eine Mauer.
Eine, die früher oder später egal wie standhaft sie auch schien einmal einbrechen könnte.

Doch was du definitiv nicht wusstest war, dass selbst in den dunkelsten Zeiten irgendwo Licht reinbrach.
Licht, das selbst die hinterste Ecke deiner Seele zum Leuchten brachte.
Dir nach all dem scheiß einen Lebenssinn gab - das Geschenk, welches er dir hinterließ und dem du all deine Liebe, die du selbst nie kosten durftest, geben musstest.

Wolltest.

Sein Geschenk - deine Tochter.

Als du damals die zwei Streifen auf dem Test sahst - dein Herz ein paar Oktaven höherschlagend, während deine Augen nur auf das Ergebnis klebten und sich nicht eine Reaktion in deinen weichen Gesichtszügen zeigte - wusstest du nicht so recht was du fühlen solltest.

Mit gerade einmal 23 Schwanger zu werden stand nicht mit auf deinen durchdachten aufgestellten Lebensplan.

Du warst dir damals nicht mal sicher, ob deine Skills fürs Mutter sein ausreichten.
Deine Vorbildfunktion verließ deinen Vater und dich immerhin und dieser na ja ... Die Drogen standen bei ihm an erster, die Frauen an zweiter Stelle.
Von deiner eigenen Vergangenheit brauchen wir nicht noch mal anzufangen, um deine Zweifel erahnen zu können.

Aber hier saßt du nun - fünf Jahre später - keine einzige Sekunde bereuend was passierte.
Dein Glück fest mit beiden Armen umschlungen, während sie auf deinem Schoß sitzend und mit Pustebäckchen etwas aufs weiße Blatt zeichnete.
Oder es mit Mühe versuchte.
Den Tisch gleich mit bekritzelnd lächelte sie vor sich hin.

Ehrlich mal ... wie konnte so jemand wie du so etwas wunderbares wie sie hinbekommen?

Ihr.
Was ihr hinbekamt auch wenn Rindou sein Ebenbild niemals sah.
Hätte es dir damals jemand erzählt, wie du dein größtes Glück in den Armen halten würdest, hättest du ihm das niemals geglaubt.
Alleinerziehend noch dazu.

Was nicht bedeutete du würdest es hassen.
Es war nur ... nicht immer leicht.
Aber wann war das Leben überhaupt einfach, nicht?

Ein ständiges auf und ab mit großen und kleinen Wundern und eines davon veränderte dein ganzes Leben von heute auf morgen.

Aber wie?
Was passierte in dieser Zeit und wer war Rindou für dich?

Wusstest du es überhaupt selbst?

Eine unbedeutende Liebelei, die mit einem Knall endete?
Wohl kaum, denn dein Herz verriet etwas was du dir niemals eingestehen würdest.
Es zeigte deinen Schmerz, den du seitdem mit dir rumschleppen musstest.

Die Leere in dir füllte deine Tochter.
Das Resultat ... eurer oder deiner Liebe da warst du dir nie so ganz sicher.

Was es auch war - es schien dir trotzdem immer ein Stückweit ehrlich gewesen zu sein.

Angefangen mit dieser Nacht vor fünf Jahren ...
In der dein Trugspiel, welches du dir die Jahre zum Überleben aneignetest, wie Glas zerbrach.

26. Dezember 2011 21:13
Nishiki, Naka-ku, Nagoya, Präfektur Aichi, Japan

Während der Ältere Haitani die Nächte zum Tag machte, hielt sich Rindou eher zurück.
Frauen, belangloser Sex waren nicht wirklich seins.
Hier und da gab es schon längere Geschichten, aber er war nie der Typ Mann, der sich so einfach auf etwas festes einließ.
Es gab nur ihn und seinen Bruder und alles andere war ihm schlichtweg egal.

Ein gefährliches zwei Mann Team, und um es sanft auszudrücken - welches man lieber nicht ans Bein pissen sollte, wenn einem sein Leben irgendwas bedeutete.

Etwas anderes als grausame Brutalität lernten sie nie kennen.
Als kleine Knirpse ausgelacht, verspottet, bespuckt, wie dreckiges Gesindel auf den Straßen zurückgelassen, blutig und mit blauen Flecken übersäht, im kalten kauernd, während Ran das tat, wofür ein großer Bruder da war - beschützen.
So wie es seine Mutter immer sagte und er es ihr am Sterbebett hoch und heilig versprach.

,,Dein Bruder steht immer an erster Stelle, vergiss das nicht und pass auf. Auf Euch beide."

Ihre letzten, mehr gehauchten als klaren Worte, während Ran ihre kalte Hand immer fester drückte.
Keine Träne vergießend, weil er nicht durfte.
Er musste stark sein. Stark genug, um ihn und seinen kleinen Stöpsel an Bruder irgendwie durchzukommen.
Rindou allerdings verstand nicht ... warum seine Mutter, der einzige liebevolle Mensch neben Ran, regungslos dalag, eingehüllt in weiße dreckige Laken, die ihr, ihr ältester drüberzog.
So lange war er doch nicht weg gewesen ...

An diesem Morgen ... starb mit ihr auch etwas in ihnen.

Die Welt war grausam also warum sollten sie anders sein?
Keiner schenkte den beiden etwas was machten sie also, wenn keiner einem etwas Gutes wollte?

Grausam sein.
Unfair sein, um zu überleben.
Trainieren, um aus ihrer Asche emporzusteigen und ihren Gegnern zeigen das die Haitani Brüder unantastbare Bastarde mit keinem einzigen Gewissensbiss waren.

Wut, kanalisiert in ihre Taten.
Leidende Schreie ihrer Feinde in den Ohren ringend, während Rindou weiter die Knochen seines Opfers zwischen seinem Griff zum Brechen brachte.

Sein Bruder? Stolz auf den jüngsten, seine Braids um seinen geliebten Schlagstock geschlungen, lächelte er auf dieses Schauspiel herab.

Süße, süße Genugtuung seiner verdorbenen Seele.

Oh ja, die Haitani Brüder waren keine guten Männer.
Sie ergötzten sich an dem Leid anderer und verdammt würde einer sein je etwas anderes zu denken.

Heute zählten beide als Bonten's Executive und wurden keinen Tag weniger grausam.
Älter ja, reifer sicher, aber ihre Ideale immer noch beibehaltend.

So fanden sich beide inklusive Bonten's no. 2 auch in den beleuchteten Gassen Nagoyas wieder.

Stapften alle drei in dein Etablissement.
Ihr Ziel klar vor Augen - die totale Kontrolle über alles und jeden.
Bonten's Fänge sollten nicht nur in Tokyo alles beherrschen, sondern weitaus mehr.

,,Mit diesem Gewinn gebe ich dir alles an deinem Ehrentag aus, du und ich sollen uns wenigstens ein bisschen amüsieren."

Meinte Ran nur, der die nächste Runde gewann.

,,Vergiss nicht warum wir eigentlich hier sind, Bruder."

Rindous ernste Antwort darauf, Augen nur auf die Finger des Mannes vor ihm gerichtet der, den Croupier spielte.

,,Lass deinen Schwanz in der Hose, Ran, wir sollen den Auftrag ausführen und nicht noch mehr Zeit verschwenden."

Dann Sanzu, der bereits gereizter als vorhin schon seine schlechte Laune abließ.

,,Wir sind umgeben von diesen ganzen Schönheiten, welcher Mann würde da nicht schwach werden? Ein ordentlicher Fick würde euch zwei wieder zur Besinnung bringen."

,,Nur weil ich nicht alles durchnehme, was mir vor die Nase gesetzt wird, heißt es nicht ich wäre unzufrieden."

Seine Worte eine Maßlose Übertreibung, doch man sollte eine aufgebrachte Schlange nicht noch mehr als ohnehin schon reizen auch wenn ihm der Provozierende Satz bereits auf seiner Zunge lag verkniff er sich diesen.

,,Da muss ich Ihnen Recht geben, wenn man schon einmal hier ist, sollte man es nutzen.

Entschuldigt, ich habe beim vorbei gehen euer Gespräch aufgeschnappt."
Eine Sache, der du immer nachgingst, um deine Gäste zu kontrollieren.
In diesem Geschäft konnte man immerhin nicht vorsichtig genug sein, Augen und Ohren stets wachsam, doch trotzdem Professionell bleiben.
,,Darf ich?", fragend deutetest du auf den Platz neben dem melancholisch dreinschauenden Mann.

,,Keine Höflichkeiten, setz dich einfach zu meinem Bruder."

,,Will die Dame beim Black Jack mitspielen?", fragte der Croupier mit ruhigem Ton, dabei sahst du ihm seine Nervosität praktisch an dem unregelmäßigem Tippen seines Fingers auf dem Tisch deutlich an.
Seine flüchtiger Augenkontakt das zweite Zeichen, welches dich stutzig machte.

Pokerface allerdings immer aufrechterhaltend.

Nichts anmerken lassen, vielleicht war dein Angestellter einfach nur über vorsichtig.
Du wolltest auch keine zu voreiligen Schlüsse gegenüber dieser drei Männer, die in der letzten Stunde seit ihres Betretens keine Auffälligkeiten zeigten, ziehen.

Also setztest du dich neben dem Mann, der so stumm auf die Karten glotzte.

,,Ihr seid also Geschwister?"

,,Was denn? Sieht man das etwa nicht?"

Eure Karten gelegt, deine eine acht und ein Ass.
Unbekannter Nummer eins eine drei und fünf.
Der zweite einen Buben und eine fünf.
Und unbekannter número tres eine acht und eine vier.
Der Dealer eine aufgedeckte Dame.

Kritisch, wenn du es nicht besser wüsstest.

,,Durchaus. Und wer ist der ältere von euch?", lächeltest du zu deinem Gesprächspartner, während du keine Karte mehr wolltest und er noch eine zog.

Eine zwei.

Knapp ...

,,Ran.", knurrte der andere. Keinesfalls als Antwort geltend, sondern als Warnung für seinen Bruder sich zurückzuhalten.

,,Ich bin der ältere und automatisch auch der bessere."

Aber dieser plapperte Seelenruhig weiter und verlangte noch eine Karte, während du das gleiche tatst.

So, wie er, konnte man einen Schwanz Vergleich natürlich auch anfangen.

,,Spiel dich nicht immer so auf und konzentrier dich."

Man brauchte sich nicht wirklich bei diesem Spiel zu konzentrieren.

Es war ...

,,Es ist reine Glückssache zu gewinnen."
Keiner wollte eine weitere Karte.
Also der Einsatz des Croupiers seine zweite Karte offenzulegen.
,,Und ich hab immer Glück."

Ja~ reine Glückssache.
Mit einem Ass, einer acht und einer drei näher an der 21 zu sein als deine Mitspieler und der Dealer an sich.

,,Die Dame gewinnt."

,,Takara-sama, ich müsste etwas mit dir besprechen."

Dein Blick zu dem Mädchen schweifend, die dich mit deinem Geschäftlichen Namen ansprach.

,,Sehr knapp, Ran. Vielleicht beim nächsten Mal.
Tut mir leid, aber da muss ich mitgehen.
Ich wünsche euch aber noch einen schönen Abend im 'Gold'."

Sein Blick deiner Gestalt nachgehend, die im gedimmten Licht immer unklarer wurde und sein Grinsen, als ihm bewusstwurde, dass die drei gar nicht mehr nach dir suchen mussten, nur größer werdend.

Selbst an der Zeit aufzustehen.
Ihre Richtung des schillernden Bar mit den überteuerten Sorten an aufgestelltem Alkohol, der dahinter präsentiert wurde.

,,Meine wehrte Dame."
Meinte er belustigt zu Sanzu, was dem Pink Haarigen ein genervtes 'Tsk' entlockte.
,,und mein Herr, ich glaube wir haben soeben unser Ziel Objekt gefunden, findet ihr nicht?

Wer kümmert sich jetzt um unser Problem? Mein Brüderchen vielleicht?"

,,Wie wäre es mit dem, der sich so gut mit ihr unterhalten hat?"

,,Bitte, ich will dir die Tour nicht verderben.
Ich weiß genau worauf deine gierigen Augen geschaut haben."

Klopfte er lachend auf Rindous Rücken, während dieser nur seufzend an seinem Getränk nippte und sich gegen das edle Holz lehnte.

Damals für ihn unvorstellbar, sich in Läden wie diesem rumzutreiben und sich keine Sorgen über irgendwas machen brauchte.
Heute ... suhlte er sich im Reichtum.

Glücklich? Nah, lassen wir es mal so dahingestellt.
Zufrieden? Vielleicht.
Aber er war wenigstens Sorgenfrei.

So wie man es bei dir sagen könnte.

Mit diesem lasziven Lächeln auf deinen dunkelroten Lippen wandertest du 10 Minuten später durch den mittelgroßen Saal, während deine Augen zu ihm schweiften.
Seine, deine zwischen dem diesigen Licht treffend, als du langsam auf den Mann im dunkelblauen Anzug zugingst.

,,Lass deinen Haitani Charme spielen, Rin."

Dieses gewisse Etwas was er vielleicht, aber nicht Rindou besaß.
Sein melancholischer Blick den Ran zwar auch drauf hatte, aber wie aus dem Effeff sein Grinsen einsetzte.
Er wurde halt schon immer von allen außer seiner Mutter bevorzugt. Für sie waren beide Jungs auf Augenhöhe. Beide ihre kostbaren Geschenke.
Manchmal frage er sich was sie wohl jetzt von ihnen denken würde ...
Monster, geboren aus der abgefucktheit der Menschen.

,,Und? Alle Angelegenheiten geklärt?"

Doch es gehörte seiner Vergangenheit an. Es gab sowieso kein Zurück mehr.
Keine Zeit für Reue oder bedauern.

,,Sind sie das jemals?"

Lächeltest du sanft.

,,Vermutlich nicht.

Drink?"

,,Wenn ich dir damit helfen kann dich zu amüsieren, dann gerne.
Dein Bruder scheint es definitiv."

,,Bei so einem Angebot wie diesem kann er nicht anders. In Roppongi gibt es unzählige Clubs, aber nichts im Vergleich zu diesem Laden."

Ganz schöne Ecke, sofern man über 300 km als weit einstufen würde.
Und die Fahrt war alles andere als angenehm. Mit einem plappernden Bruder und einem Miesepeter neben ihm zogen sich die vier Stunden wie Kaugummi da schien dieses Gespräch zwischen euch recht ... angenehm für den Mafiosi.
Deine Hochgezogene Augenbraue das letzte was seine Monotonie zu Fall brachte.
Denn ... Dieses kleine Schmunzeln konnte er sich dann doch nicht verkneifen.

,,Roppongi? Und dann seid ihr hier her nach Nagoya gekommen? Ganz schön weit, nicht? Nur um sich ein wenig zu vergnügen."

,,Eigentlich sind wir wegen Geschäftlichem hier. Angelegenheiten, aber die beiden wollten an meinem Geburtstag raus und Spaß haben."

Glatte Lüge.
Das mit dem Spaß haben.
Es war eigentlich nur der Bonus neben dem Arbeiten.

,,Und das Geburtstagskind geht leer aus, hm?

Wenn das so ist, muss ich dir etwas ausgeben.

Bist du interessiert?
Warum sonst solltet ihr in einem Hostess-Club landen?"

Eine Auszeit von diesen zwei Spinnern könnte seinen Abend vielleicht noch retten ...
Aber wenn wollte er schon den großen Fisch und das warst in diesem Raum nun mal du.
Bonten's Zielperson. Deine Rolle als Chefin zu verbergen war nicht sonderlich deins, was? Rindou und die anderen waren sich sicher.
Schließlich warst du nicht die Einzige, die seit ihrer Ankunft beobachtete.

Wie ging das? Erst die Arbeit, dann das Vergnügen. Warum nicht also beides miteinander verknüpfen?
Warum dir nicht einfach Honig ums Maul schmieren?

,,Was ist, wenn ich es bin? Welche deiner Mädchen würdest du empfehlen?"

,,Wir haben viele gute. Willst du dich wie ein König fühlen, geh zu Tsuki.
Oder steht es dir eher nach Körperliche Nähe ... dann ist Nekura deine beste Wahl.
Momentan steht Yasu an der Spitze und ist unter den Gästen am gefragtesten."

,,Und was ist mit der Königin? Was hat sie zu bieten?"

Wenn es nicht sein prägnantes Parfum war, welches sich mit dem Scotch in seiner Hand vermischte - Herb doch süßlich - dann waren es spätestens seine Augen.
Diese Lavendel ähnlichen Irden, die dich nicht mehr klar denken ließen, je näher er dir kam.

Und das lag natürlich nicht daran das du schon seit Ewigkeiten auf dem trockenen saßt.
Nein~

Professionalität.

Riefst du dir in den letzten verbliebenden Sinn, der nicht mehr lange standhaft bleiben würde, wenn es so weiter ging.
Völlig untervögelt mit jemandem zu reden, der eine gewisse Anziehungskraft auf dich ausübte war nicht sehr hilfreich.

Ganz schlechtes Timing.

Nicht nur das, sondern auch verdammt Oberflächlich.
Ugh.

,,Sie steht momentan nicht zu Verfügung.
Außerdem muss sie zurück zur ihren Pflichten, aber um dein Geschenk wird sich gekümmert."

Zwinkernd setztest du dein Glas an, das Streifen über seinen Oberarm eine Geste deinerseits ihm deine Aufmerksamkeit zu signalisieren.

Rein Beruflich natürlich.
Doch seien wir mal ehrlich ... ganz abgeneigt warst du jetzt auch wieder nicht. Von dem Gespräch versteht sich ...

Einer der Vorteile als Hostess war es, dass man nicht mit jedem dahergelaufenen schmierigen Typen schlafen musste, um seine Brötchen zu verdienen.
Hier war Sex zweitrangig und die meisten Männer, ob es jemand glauben mag oder nicht, wollten nur reden.
Abschalten von dem stressigen Arbeitstag im Büro oder auch nur von diesem lauten krach dieser Stadt.
Manche warfen ihr Geld für diverse Drogen und Sex aus dem Fenster und wieder andere investierten es in deine Mädchen, die ihnen ein besseres Gefühl gaben.

Eine win-win Situation für beide.
Eine Sache, die die am wichtigsten war - ohne Zwang und jeder deiner Angestellten konnte selbst entscheiden, ob sie weiter als Gespräche gingen.
Extraservice so gesehen, aber sie alle wussten, wie sie ihre fröhliche Art übertrugen, um ihre Kunden Vollends zufrieden zustimmen.
Die Einnahmen sowie die positive Stimmung zwischen euch sprachen für sich - deine Bestätigung des Erfolgs, den du dir mit Mühe erarbeitet hast.

Lächelnd an den Gästen vorbei, steuertest du auf deinem Berg von Security Mann, der an der Rot mit Gold verzierten Wand stand, zu dem du mit einer einfachen Handbewegung signalisiertest mitzukommen.
Dein Stirnrunzeln wieder eingesetzt als ihr alleine durch den Rauch erfüllten Durchgang zu deinem Büro lieft.

,,Der Mann an der Bar ... Könntest du mir einen Gefallen tun und ihn im Auge behalten? Und wenn du schon dabei bist, etwas über die Gangs in Tokyo und Umgebung herausfinden?"

Roppongi war dir dann doch eine Ecke zu weit weg, um irgendetwas darüber zu wissen.

,,Natürlich (l/n)-San."

Wie schon gesagt ... Man konnte nie vorsichtig genug sein und seine violetten Augen machten dich nicht weniger stutzig.
Auch wenn deine Gedanken immer noch vernebelt waren.

In deinem Business gab es eben auch nicht immer die schönen, sondern auch die schmutzigen Seiten.
Die, die dir nur allzu gut bekannt waren.
Deine gebrandmarkte Seele der unglückliche Beweis dafür.
Und leider Gottes blieben die Mädels hier genauso wenig davon verschont.

Dieser Sexistische Affe, im Hinterraum des Clubs, den du zusammen mit Takahiro betratst, war übrigens einer der Typ Männer, die du nicht in deinem Club duldest.

Du warst die beiläufigen Tuchfühlungen und dummen Sprüche gewohnt, aber nichts widerte dich mehr an als das es hier in deiner Sicheren Zone passierte. Ein Zufluchtsort für andere.
Wofür gab es sonst strikte Hausregeln, wenn solche zurückgebliebenen Primaten sie nicht befolgten?

,,So~, ich hab dir deine Bedenkzeit gegeben. Jetzt will ich im Gegenzug eine Antwort von dir.
Was willst du hier und warum belästigst du meine Angestellten plus meine Nerven?"

,,Ich sag dir gar nichts du dreckige Hure. Ihr solltet lieber das machen, wofür ich euch bezahle."

,,Und ich sollte lieber das machen, wofür ich bezahlt werde. Aber das wäre Mord. Man kann im Leben eben nicht alles haben, oder?
Also schlage ich vor du verschwindest von meinem Boden ... Und wenn ich irgendwas von dir hören sollte, kastriere ich dich persönlich.
Oder ich sorge dafür das du dein bestes Stück nie wieder zum Einsatz bringst. Womit ich der Frauenwelt eigentlich einen Gefallen tun würde.
Deal?"

,,Fick dich ..."

,,Vielleicht sollte ich das tun ..."

Aber zuerst musste man Spreu vom Weizen trennen.
Was Takahiro allerdings mit dem Mann jetzt anstellte blieb ganz ihm überlassen.
Und wie du deine Security kanntest würde es nicht angenehm werden.

Jedoch brauchtest du noch etwas, bevor er seiner Arbeit nachging.

,,Würdest du mir noch einen Gefallen tun? Schick den Mann von vorhin zu mir. Über den du etwas herausfinden solltest. Ich kümmere mich selbst darum.

Danke, Takahiro-san."

Für alles.

Ehrlich.

Du warst nicht undankbar nur weil du ab und an eine stoische Tonlage anwendetest.
Eher abgestumpft, wenn man sich als Frau behaupten musste.

Und bei ihm war es nicht anders.
Anfangs eurer Rendezvous im Mondschein glaubtest du dies zumindest.
Du warst sogar der festen Überzeugung das er nur einer von vielen war und auf dich herabsah.

Doch ... Irgendwie rückte dieser Gedanke kurz ganz weit ins Hinterstübchen als er wenige Minuten später zur Tür reinkam.

,,Dachte die Königin wäre nicht verfügbar?"

Kopfschüttelnd - die lästigen High Heels schon lange von deinen Füßen gestreift - tapsten deine schmerzenden Füße um die Dimensionale Couch rum auf die du dich im nächsten Moment drauf pflanztest.
Beide Gläser mit der Braun schwappenden Flüssigkeit darin in deiner Hand schwenkend.
Als Einladung sich neben dich zu setzen.

,,Und wie kommst du darauf, dass sie es wäre?

Woher willst du wissen, ob sie dich nicht eher interessant findet und du deswegen hier bist?"

Ein wenig Ehrlichkeit lag schon in deinen Worten nur konntest du jetzt nicht deine Fassung verlieren und flirten.
Und dennoch sagte deine Körpersprache etwas anderes als er neben dir Platz fand.
Gefährlich, einschüchternd doch trotzdem nach dem bisschen Wärme seiner Näher suchend.
,,Lass uns ein wenig quatschen.
Vielleicht über dein Tattoo?"

Ihr beide wolltet etwas vom jeweils anderen.
Und ganz ehrlich? Wäre Rindou grad nicht in Stimmung hätte er dich auch einfach beseitigen können.
Doch wie drückte sich Ran noch mal aus? Er wusste worauf seine "gierigen Augen" geschaut haben.

Pf.

,,Mein ... Tattoo? Ist nichts Besonderes, aber warum bekomme ich gerade das Gefühl, das du weniger an dem Muster interessiert bist?
Bist du nachts als Hostess und am Tag als Gangster unterwegs?"

Auf ex diese Brennende Pfütze aus Alkohol runterschluckend, von der du heute Abend schon mehr als genug hattest, knalltest du dein Glas auf den Tisch und nahmst ihm seines gleich mit weg.

Und eventuell schoss dir gerade ein wenig zu viel Mut durch deinen Körper, denn was du tatest war ein Fehler.
Ein gewaltiger. Einer von zweien in dieser Nacht.

Du suchtest vielleicht ein wenig zu sehr seine Nähe als sich deine warmen Finger um seine Kehle legten ... Und leicht zudrücken.
Warum zurückhalten, wenn das hier sicherlich kein Spiel war.

Und sicherlich war es hier nicht der Alkohol der dich gerade Kontrollierte.

,,Und du? Auch nicht wirklich unschuldig, oder? Wir haben hier in Nagoya auch Gangs und eure gemeinsamen Tattoos sagen mir, dass es keine dumme Jugendendsünde war."

Oder der Freundschaft zur Liebe.

Dieses auffällige Tattoo mitten auf seiner Kehle das er auch noch sichtbar für dich freilegte bereiteten dir schon die ganze Zeit Sorgen.

,,An deiner Stelle würde ich das lassen.
Bevor du dir noch weh tust."

Du warst es eigentlich gewohnt, dass man dich nicht für voll nahm und wie gesagt dachtest auch du so von Rindou.
Und irgendwie tat er es auch nicht, aber es lag nicht daran das du eine Frau warst.

,,Mal gucken wer von uns beiden sich noch verletzt, wenn wir fertig sind."

Doch du solltest verdammt aufpassen mit wem du dich hier gerade anlegtest.

Schon den ersten deiner Schläge blockte er.

Mit dem zweiten Griff zu dem Messer um deinem Bein rechnete er zwar nicht, aber wirklich jucken tat es ihn auch nicht.
So wie er dich ohne Mühe und mit dem niemals schwankendem Grinsen auf die Beine hievte - beide Handgelenke fest in seinem Griff - da wurde dir so einiges klar.

Nach außen hin sah er vielleicht harmlos aus doch dieser Bastard mit seinen sleepy eyes konnte wahrscheinlich ganz anders zupacken.

Herrgott konzentrier dich.

Musstest du jetzt wirklich über seine Qualitäten innerhalb und außerhalb eines Kampfes nachdenken?

,,Was ist? Schon am schwächeln?"

Nein, deine Hormone spielten nur gerade verrückt, Adrenalin durch deinen Körper jagend holtest du mit deinem Bein aus.
Sonderlich schlau war es nicht diesen schlafenden Hund zu wecken und euren Kampf durch den ganzen Raum zu verlagern der in Null Komma nichts Chaotischer aussah, wie nach einer Hausparty.
Zerstörte Gläser, Bilder die von der Wand fielen waren nur ein Teil deines Mobiliars welches kaputt ging ... Samt deines Stoffes auf der Haut.
Wer zettelte einen Streit auch schon in einem Kleid an ...
Aber abgesehen davon wusstest du nichts über diesen Mann. Du hättest sechs Jahre Kampferfahrung haben können - wer sagte er hätte keine zehn gehabt?
Was ihn momentan zu einer tickenden Zeitbombe machte.

Zu schnell.
Oder du einfach zu langsam.
So schnell wie er sich bewegte, traf sein nächster Tritt in deinen Magen.
Gnadenlos und mit voller Wucht.
Dein Rücken der samt dem Glastisch, auf den du Rücklings drauf landetest, ungesund knackte, welcher nach Erneuerung nur so schrie - Rückgrat gleich mit - sagten dir deutlich, wie er tickte.

,,Lady, du solltest aufpassen.
Sonst brechen deine Knochen noch bevor ich es tun kann."

Zischend rappeltest du deinen Oberkörper auf, dieses Höhnisch sadistische Grinsen welches dich förmlich von oben herab verspottete trieben dich zur Weißglut.
Eine glatte Verschwendung einer solchen Perfektion, wenn der Typ ein totaler Mistkerl war.

Er wollte nicht die Sanfte Art - er legte es praktisch auf die Knallharte Tour an als sein Bein auf dich hinunter jagte und du dich gerade noch so mit einer Rolle nach hinten wieder auf deine eigenen Beine rappeln konntest, bevor das Glas endgültig zersplitterte.

Scheiß Designer Schrott.

Haufen Kohle für diese Anfertigung hingeblättert, um jetzt in tausend Teilen vor dir zu liegen.
Über die er so lächelnd drüber stolzierte.

Scherben sollten eigentlich jemandem Glück bringen ...
Tonscherben vielleicht, aber nicht Glas ...
Die waren nur ein schlechtes Omen und so wie es danach eintraf glaubtest du womöglich wirklich bald an so einen Aberglauben.

Denn egal wie gut du dich wehrtest, die wenige Distanz zwischen euch nutzend - er war dir immer alle deiner Schritte voraus und so landete dein Gesicht voran gegen den Pompösen Spiegel an der Wand.

Du hattest nicht mal eine Chance dich zu befreien, logisch gesehen war dieser Kerl dir weitaus überlegen, wem wolltest du hier was vor machen?
Dir selbst?

Tsk. Dummes Ding.

Im Gegensatz zu dir amüsierten ihn dein Gefluche und Versuche seinem Griff zu entkommen den er nur noch intensivierte je verzweifelter du dich darin zu winden versuchtest.

,,Komm schon, ich strenge mich nicht einmal an."

Bastard.

Es waren unangenehme Schmerzen, wie er den Druck immer wieder auf einen Punkt verlagerte, um dir deine leidensschreie zu entlocken, die er unbedingt hören wollte.

Aber nein, so einfach machtest du es ihm nicht.
Auch wenn du am liebsten gerade nichts anderes tun würdest ...

Du hasstest es.
Schwach zu sein, obwohl du dich schon so oft beweisen musstest.

,,Bist du endlich fertig dich gegen mich aufzulehnen und können wie Erwachsene reden? Oder muss ich dich wirklich töten?"

Seine Ganze Nähe kotzte dich gerade so dermaßen von an.
Genau wie sein prägnanter Geruch.
Oder seine violetten, stechenden Augen, die dich durchbohrten als er dich umdrehte und dich weiter gegen die gespiegelte Wand drückte.
Alles, seine ganze Präsenz nervte dich.

,,Reden?", fauchtest du scharf.
,,Gerade wolltest du mich noch umbringen."

,,Wer hat denn dieses Zicken Theater angefangen? Wenn du nicht unter der Erde landen willst, schlage ich vor netter zu mir zu sein."
Du trautest kaum deinen müden Augen als er diesen fetten Batzen an 1000 und 2000 ¥ Scheinen aus seiner Brusttasche holte. ,,Das ist doch dein Job, oder irre ich mich? Nett zu sein und zu quatschen."

Dich wunderte nicht die Menge, sondern seine Bereitschaft noch einmal zu bezahlen, denn theoretisch tat er das schon an der Kasse.
Aber wofür?
Wo lag der Sinn hinter seinem Vorhaben?

,,Richtig, aber auch nur zu Leuten, die nicht solche Arschgeigen sind."

Ganz sicher hätte hier und jetzt dein letztes Stündlein geschlagen, wenn du ihn weiter Provoziert hättest, aber anstatt irgendwas zu spüren, Blut, stechende Schmerzen, fühltest du überraschender Weise nur, wie sich sein Griff lockerte.

,,Du weißt wirklich, wie man mir auf den Sack geht."

,,Touché."

Bei dir eher auf die Eierstöcke, aber das war jetzt eine Banalität, die keine große Sache sein sollte.
Aber wenn wir schon mal in dieser Region waren - was seine Blicke und dieser darauffolgende, zugeben freiwillige Körperkontakt in deinem Uterus auslösten sollte an dieser Stelle eigentlich gar nicht erwähnt werden.

Es sollte belanglos sein.
Doch diese Hitze in dir bereitete dir noch so manch schlaflose Nächte.
Einsame.

So landete ihr wieder auf der Couch.

,,Ich will direkt auf den Punkt kommen - mein Boss hätte dich schon lange tot haben wollen.

Aber ich glaube du könntest ganz nützlich sein.

Beweis' mir das du es wert bist dich am Leben zulassen und ich könnte meinen Partner überzeugen meinen Boss davon zu überzeugen für uns zu arbeiten."

Nachdenklich hieltest du seinem Blick stand.
Das Stirnrunzeln automatisch wieder eingesetzt genau wie deine ernste Stimme.

,,Ich gehe davon aus, dass ihr die Kontrolle über diese Stadt wollt.

Aber ich kann dir sagen - vergiss es. Schlag es dir aus deinem hübschen Köpfchen. Das ist nämlich glatter Selbstmord, Mister Namenslos."

Er zögerte zunächst, haderte förmlich mit sich, aber im Grunde genommen gab es keine Nachteile, wenn du seinen Namen wüsstest.
Irgendwann wärst du sowieso nur noch ein weiteres Opfer von Bonten.
Nichts von Bedeutung und sechs Meter unter der Erde.

,,Rindou.

Lass das mit dem Selbstmord meine Sache sein. Du unterschätzt uns."

Dein spottendes Lachen war nur eine natürliche Reaktion.
Die Leute dachten immer sie wären stark, doch in Wahrheit waren sie einfach nur fucking naiv.

Aber nicht Bonten.
Was du zu dem Zeitpunkt natürlich nicht wissen konntest, aber sehr schnell selbst erfahren solltest.

,,Ich bin in diesen Straßen aufgewachsen. Kenne jede miese Ratte und die großen Fische oder diejenigen die glauben sie hätten die Karten in der Hand."

,,Und du? Was ist deine Rolle?"

Deine Rolle ... War eigentlich keine besondere.

,,Wer weiß das schon. Aber was ich weiß ist, dass ihr meine Hilfe braucht."

,,Ganz schön große Töne."

Für jemanden der gerade verloren und sich mitten in der scheiße befindet mit einem Kerl der einen umbringen wollte, ja.
Definitiv~

,,Es hat seine Vorteile so ein Mundwerk zu haben."

In so vielerlei Hinsicht, aber das ließt du jetzt mal stecken.

,,Da bin ich mir sicher."

Du hättest schwören können ein schmunzeln in diesem stoischen Blick erkannt zu haben.
Was er von dir eigentlich genauso behaupten konnte.

Aber ... Damit brachte er deine Mauern auch nicht zu Fall.
So weit würde es noch kommen.
Weswegen du auch wieder das wesentliche ansprachst, um einen kühnen Kopf zu bewahren.

,,Ich glaube, wenn wir zusammenarbeiten sollen, musst du mir schon ein wenig Vertrauen entgegenbringen. Immerhin arbeite ich hier mit den bösen Jungs, oder irre ich mich?"

,,Und wie stellst du dir das vor? Wer sagt mir das du uns nicht in den Rücken fällst?"

Auf gut Deutsch vertraute er dir also kein Stück. Nicht mal ein bisschen, aber was erwartetest du auch? Dein Vertrauen in ihm war ebenso wenig vorhanden.
Und Rückblickend betrachtet, wäre es vielleicht besser so gewesen es niemals getan zu haben.
Denn alles was danach folgen würde, ergab sich als deine bisher größte fucking Herausforderung überhaupt.

,,Ich kenne nichts über euch, oder das Ziel was ihr verfolgt. Nicht direkt.
Aber falls wir wirklich gemeinsame Sache machen sollten, würde ich gerne die Geschichte dahinter wissen."

Gedankenverloren fuhrst du mit deinem Finger über die Linien seines Tattoos, während er dich einfach nur dabei ansah.
Das "sollten" eher eine Option und kein Muss darstellte schien ihm nicht direkt zu schmecken und ließ ihn ermüdend seufzen bevor er deine Hand schnappte, um sie von sich zu bekommen.

,,Ist das dein Job, oder bist du gerade wirklich ... Sanft?"

Dein Job natürlich.
Wer blätterte denn hier 4000¥ hin, nur um mit dir zu reden?
Doch wohl er, falls du nicht wegen ihm deine letzten verbleibenden Zellen verlorst.

Aber du störrisches Ding wolltest nicht zugeben, dass es eine Mischung aus sowohl als auch war.
Dass es der Job als auch dein eigener Wille war diese sowieso schon mickrige Distanz zwischen euch zu überbrücken.

,,(L/n)-sama. Wir haben hier ein Problem."

Die im nächsten Augenblick durch die reinstürmende Security (fast) aufgelöst wurde.

Im Schlepptau, die Begleitung von Rindou.
Natürlich würden sie nur Ärger bringen was dir seit der ersten Minute vielleicht unterbewusst schon klar wie Kloßbrühe war, aber nicht überstürzt Handeln wolltest und was jetzt auf dich zurückfiel.

,,Ich sag doch wir hätten den Ball flach halten sollen, denn wie ich sehe, scheint mein Brüderchen ziemlich beschäftigt."

Der hatte vielleicht Nerven.
Was dem anderen wohl auch gegen den Strich ging.
Und zwar gewaltig, so angepisst wie er ihn von der Seite anfuhr.

,,Das waren meine Worte, Haitani. Wer von uns hat sich Sorgen um Rindou gemacht und musste unbedingt nach ihm sehen?
Tsk. Einmal im Leben mit Profis arbeiten."

Deine Augen zusammenkneifend ließt du von Rindou ab und wandertest durch den Raum.
Hin und her und her und hin in deiner Ganz eigenen Welt, während Ran weiter seinen witzelein nachging, die jedem der Anwesenden gewaltig auf den Sack ging.
Besonders dem Pinkhaarigen, der ihn am liebsten in dieser entstandenen hitzigen Diskussionsrunde erdrosselt hätte.

Worauf ganau ließt du dich hier eigentlich noch mal ein?

,,Warum lebt sie überhaupt noch? Sollten wir uns nicht darum kümmern, dass der Laden uns gehört?"

Ah.
Darauf lief es also hinaus.
Zu blöd das du ihnen die Suppe endgültig versalzen musstest und Mann, darauf wartetest du insgeheim doch schon die ganze Zeit.
Sie mussten dir nur etwas liefern was du jetzt so schön durch diesen passiv aggressiven Mann bekamst.

Dein verrücktes Lachen nur weiteres Öl, das du ins lodernde Feuer warfst und dann besaßt du auch noch diese Dreistigkeit sich auf ihre Kosten weiter zu amüsieren.

,,Also wenn ihr geglaubt habt ich wäre die Inhaberin dieses Clubs muss ich euch leider enttäuschen ..."
Ein wenig Spaß hattest selbst du dir verdient.
Du hättest Rindou schon früher aufklären können, doch wozu, wenn dir dieser Moment hier durch die Finger gegangen wäre?
,,Meine Herren, Gentleman. Ich besitze zwar Macht, aber die reicht dennoch nicht an meinen Boss heran. Wenn ihr euch wirklich hier ausbreiten wollt, bleibt euch nichts anderes übrig als an die großen Köpfe zu kommen. Und dafür müsst ihr unten anfangen.
Um euch hochzuarbeiten braucht ihr verbündete, denn glaubt mir - die lassen sich nicht einfach töten oder unterwerfen von Leuten, die einfach so wie räudige Köter in ihre Stadt gekrochen kommen.
Also, falls ihr euch einig seid, dann meldet euch. Ich kann auf euch warten."

Spottend.
Lasziv.
Und so, so fucking Siegessicher, dass dir dieses Sadistische Lächeln über deine Lippen huschte.
Du hattest sie quasi sowas von an den Eiern.

,,Die Kleine hat uns verarscht."

Bemerkte Ran das offensichtliche.

,,Das hat sie schon die ganze Zeit über. Schon beim Black Jack hat sie uns abgezogen, ihr Flachzangen."

Deine Provokation niemals Endend und mit dieser Dreistigkeit über deine Schulter zurückzublicken ...

... direkt in seine Augen.

,,Nein, das war wirklich nur pures Glück."

Und dieses Zwinkern, bevor du Takahiro den Rausschmiss aus dem Club großzügig ihn überließt.

Rindou kochte innerlich. Für jemanden wie ihn einem Sadisten, kam es gar nicht in Frage sich von irgendwem verarschen zu lassen.
Geschweige denn auf irgendwelche Vorderrungen einzugehen.
Du solltest für Bonten und nicht umgekehrt arbeiten.

Na ja.
Das musste er dir noch verklickern.

Wie auch immer ...

Glück im Spiel Pech in der Liebe.

Denn was du dir da anlachtest, war die reinste Hölle.

Das dein Boss von ihnen nicht zufrieden war, war dir bewusst.

Trotzdem ...

Ganz zu deiner Verwunderung stimmte sie dennoch zu.
Sie, richtig.
Die Frau, die dir damals deinen erbärmlichen Arsch aus der scheiße eines niemals endenden Teufelskreises rettete.

Eine Frau, die sich zwischen einer Domain aus Dekadenz besessen Männern behaupten musste. Der eine zwielichtiger als der andere, wie eine dunkle Gasse im Nachviertel von Nagoya.

Aber natürlich würde sie nur unter einer Bedingung zustimmen.
Du solltest dafür Sorgen ihnen nicht die Zügel in die Hand zu übergeben.

Also im Grunde genommen solltest du sie in ihrer Traumwelt lassen.
Sie denken lassen ihrem Ziel näher zu kommen, den sie niemals wirklich erreichen würden.

Und ließt sie in dem Glauben für Bonten zu arbeiten.
Mit ein wenig Überredungskraft versteht sich als Rindou dir ihren Boss vorstellte, so kühl wie er wirkte, ein Kribbeln unter die Haut kroch.
Anders wie bei deinem potenziellem Opfer - deinem zukünftigen Liebhaber.
Anders als jemals zuvor.

Augenringe schwärzer, wie eure damaligen Nächte und Wortkarg, wie ein Fisch.

Dein Schlucken in diesem Moment für jeden der Anwesenden hörbar.

Gruselig.

Genau das dachtest du dir, als du diesem toten Blick standhieltest.
Von dem du am liebsten gar nichts mehr gesehen hättest.

Aber gut ... Da musstest du jetzt die nächste Zeit wohl oder übel durch, wenn du deinen Plan sie an der Nase herumzuführen durchziehen wolltest.

Und eines konntest du klar sagen: Manjirō Sano war ein verdammter Psycho.
Unberechenbar und ohne Rindou hätte dir Sanzu wahrscheinlich direkt ein Loch durch deine Schädelwände gejagt.

Denn er war schon kurz davor.
Das klicken des Abzugs zu hören und scheiße ... Dir rutschte das Herz tiefer als so manches Niveau.

Eigentlich war es aber Ran, der ihn aufhielt und Rindou das Sprechen überließ.
Keine Ahnung, wie Manjirōs Mood war, weil sein Blick absolut nichts Preis gab, in den du irgendwas interpretieren konntest.

Aber ...
... ob es Schlussendlich deine oder Rindous Überzeugungskunst zu verdanken war ... Er stimmte zu.
Das war doch was für dich zählte.

Ihr legtet mit diesem Vertrag also den Grundstein eurer ... tieferen Beziehung.

Sehr tiefe ...

Weitreichend genug, um dich High fühlen zulassen.
Und das nicht durch irgendwelche Drogen.

Wenn du eines hinter diesem immerzu genervten Gesichtsausdruck zusehen bekamst, dann das Rindou auch anders konnte.

Nicht nach Stunden.
Auch nicht nach Wochen.
Sondern nach Monaten diverser teilweiser einseitigen Neckereien zwischen ihm und dir und dem offensichtlichem rum flirten mit seinem Bruder.
Was er immer anfing ...
Dir entgingen Rindous flüchtige Blicke und der genervte Tonfall währenddessen ganz sicher nicht.

Männliche Jagt Instinkte oder sowas.
Jedenfalls glaubtest du, dass es so begann.

Mit den gemeinsamen Abenden inklusive diesen schlechten Nudeln von dem Stand gegenüber seines Mietapartments, in dem sowas, wie tiefgründige Gespräche stattfanden.
Die du sogar zur Abwechslung wirklich als angenehm bezeichnen würdest.

Mal bei dir.
Mal bei ihm.
Da wart ihr beide eher flexibel, wenn es darum ging.

Oder aber ihr verbrachtet die Nächte auf den Dächern, mit schlechtem Dosen Bier und 400¥ Kippen.
Beobachtend, wie der Trubel der Viertel auf den Neon beleuchteten Straßen herrschte, während die Zeit bei euch praktisch einfror.

Ihr fingt an die Gegenwart des jeweils anderen irgendwie zu genießen und dabei die Hektik und den Stress zu vergessen.
Wenn auch nur für einen Moment.
Für eure Momente.
Die, die ihr mit ehrlichem Gelächter und gewollten Berührungen kreiertet.

Und komm schon, du musstest zugeben, dass die sonst so leere Bettseite ersetzt durch seine Wärme am Morgen und der süßliche Geruch aus seiner offenen Küche schon etwas für sich hatte.

Ihr wart kaum verschieden.
Beide verstoßen.
Und beide so unglaublich abgefuckt.
Zwei gebrochene Seelen, die ihr Ventil in Primitiven Aktivitäten fanden.

Gefährlich.

Doch du wolltest unbedingt glauben, dass hinter diesem lila seiner Iren etwas anderes als nur ein sadistischer Mistkerl steckte.

Du bemerktest es gar nicht das es passierte.
Oder wie es passierte ...

Dabei war es doch so offensichtlich.
Dieser schleichende und unvermeidbare Prozess.

Gefühle.

Euer Standpunkt war allerdings von Anfang an ganz klar.
Du hattest einen Vertrag und dieser sollte unter keinen Umständen wegen sporadischem Sex gefährdet werden.

Wenn es nur so einfach gewesen wäre.
Wenn es doch nur der grandiose, hemmungslose Sex gewesen wäre ...

Aber so einfach war es eben nicht.
War es noch nie.

Und ...

Da war mehr als das.

Er war exzentrisch und irgendwie stand ihm das.
Mit ihm fühlte sich alles so "normal" an.

,,Du bist das wichtigste in meinem Leben.

Neben Ran."

Der Satz kam so unerwartet und leise über seine Lippen, du hättest ihn fast überhört.
Vielleicht war es auch nur die Müdigkeit oder dem Alkohol zu verdanken und gar nicht von ihm beabsichtigt gewesen, schließlich lag er schon eine ganze Weile Seelenruhig auf deiner Brust.
Augen geschlossen.
Atmung Flach.
Ein Arm runterhängend.
Und dein Herz so laut am Pochen, das du ihn locker aus seinem Halbtrunkenen Zustand bekamst.

,,Hast du zu viel am deinem Brandy genippt?"
Glucktest du, als du ihm durch die Haare fuhrst.

Aber als Antwort bekamst du nur gegrummelte Laute.
Du gingst nicht weiter drauf ein.
Dachtest nicht weiter drüber nach.

Schließlich war Rindou alles andere als Gefühlsduselig.
Er war kühl.
Gnadenlos.
Rücksichtslos zu seinen Gegnern.
Und Du sahst es fast Tag für Tag, wann immer ihr zusammenarbeitet.

Aber zu dir ...
Zu dir war er anders.
Als hätten seine Hände nie diese unfassbar grausigen Dinge getan.
Nie seine Opfer damit gequält, bis sie ihren Wunden erlagen.

Dieselben Hände, die dich fast jeden Tag mit so einer Fürsorglichkeit berührten, du wolltest es gar nicht wahrhaben, was sie tatsächlich Taten.

Deswegen schlucktest du es runter.
Machtet ohne Verpflichtungen euer Ding.
Bis eure Zweisamkeit irgendwann zur Routine wurde.

Normalität, zwischen der Brutalität und euren nackten Emotionen.

Aber auch die schönen Zeiten änderten sich mal.
Richtig kann zu falsch und Gut zu schlecht werden.
Und alles was ihr hattet binnen Sekunden zu scheitern drohen.

An diesem Tag, an dem sein Schicksal seinen Lauf fand.

Genau an diesem Tag, weil du in Mikeys Augen einen gewaltigen Fehler begangen hast.

Das Spiel zwischen Gut und Böse.
Das Spiel mit dem Feuer.

Und du hattest dich verbrannt.

Sie nahmen dir alles.
Und er ... dir dein Herz.

• • • • • • •

つづく

𝑡𝑜 𝑏𝑒 𝑐𝑜𝑛𝑡𝑖𝑛𝑢𝑒𝑑

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Chapter 6: Haitani Rindō・𝒀𝒐𝒖𝒓 𝑳𝒆𝒈𝒂𝒄𝒚 𝙿𝚊𝚛𝚝 𝙸𝙸

Chapter Text

Eigentlich war es mittlerweile ein Tag wie jeder andere auch.
Für eure Verhältnisse alles ganz normal.

Du lagst auf dem Bauch in seinem Bett, Augen geschlossen und dein Bein zur Musik mit wippend, die von der einen Seite des Apartments zu dir ins Freie "Schlafzimmer" drang.

Und er tapste Barfuß zu dir, um sich auf dich zu legen und seinen nackten Oberkörper gegen deinen entblößten Rücken zu pressen.

,,Hast du noch nicht genug?"

,,Nein. Du weißt, dass ich das nie haben werde."

Nun ja, dass spürtest du in Form seiner Morgenlatte 2.0 ganz deutlich, die sich gegen deinen Hintern drückte, während er mal flüchtige, mal sanfte Küsse von deinem Ohr über deiner Wirbelsäule verteilte, die auf deiner Hüfte endeten.

,,Du kannst dich nicht mit etwas zufriedengeben, oder?", kichertest du Halbtrunken ins weiche Kissen.

,,Das fragst du noch? Als wenn du es nach dieser Zeit nicht wüsstest."

Badumm.

Doch. Natürlich wusstest du es.

Genau wie dein Herz es wusste, was Rindou wirklich mit solchen Bemerkungen in dir auslöste.

,,Mhm~ Ich bin aber noch viel zu müde, um darauf einzugehen."

,,Dann werde ich dich halt wecken."

Seinen Worten Gewicht verleihend wanderte er immer weiter runter, Stück für Stück deinen entblößten Rücken Küssend.

Du lächeltest leicht vor dich hin und genießt die Wärme seiner Lippen auf deiner Haut.

Klick.
Rindou stoppte bei dem Geräusch der Haustür abrupt mit dem was er da gerade vor hatte und riss die Decke, auf der du so gemütlich drauflagst, weg, um sie locker um seine Hüften zu hängen.

Du warst gerade dabei dagegen zu protestieren, bis deine Augen Rins Problem sahen.

,,Ran, was zur Hölle?"

Sein Bruder stolzierte zu seiner Unmut völlig gelassen in die offene Wohnung.
Das tat dieser Dreckskerl immer, doch heute war es mal für ihn etwas Untypisches mit diesem dreckigen Grinsen reinzuplatzen.

Es war nämlich ausnahmsweise mal wichtig.

,,Hübsche Kehrseite, (y/n)."

,,Wirklich?~ Präg sie dir gut ein, denn du wirst niemals mehr sehen, Haitani."

Dein präsentierter Mittelfinger, deine nackte Figur immer noch liegend, sorgte nur für heiseres Gelächter vom älteren.

,,Nicht? Dachte Geschwister teilen sich immer alles?"

,,Pass auf das ich dir nicht gleich etwas in zweiteilen werde, Bruder.

Was suchst du hier?"

Ran wäre sicher nicht hier in Nagoya, wenn er lieber weiter bei seiner Eroberung hätte sein können, doch was machte man nicht alles für seinen kleinen Bruder?
Der sein Smartphone aus hatte ...
Und er genau so wenig erreichbar, wie du warst.

Genau - sich mit Ach und Krach in den Jet fläzen, um von Tokyo nach Nagoya zu fliegen.
Für diese eine wichtige Angelegenheit, die dir förmlich ein Fettes Loch in deine Brust riss.

,,Deine Kleine sollte es vielleicht auch wissen.

Das Mikey Sanzu geschickt hat."

Und da ... Erst ab da wurdest du so richtig hellhörig.

,,Warum?"

Die Einzige Frage, die dir grad so einfiel, während du dich wie paralysiert aufsetztest.

,,Weil du anscheinend eine Verräterin bist."

Ruhe.

Da war diese angespannte verdammt Ruhige Stimmung zwischen euch dreien, die die Luft förmlich zu schneiden vermachte.

Ran blickte zu seinem allem Anschein nach stillen Bruder, der wiederum seine Augen nur auf dich richtete.

Die gerade die Aussicht aus der Glasfront viel Interessanter fand, als ihr Statement dazu zu geben.

,,Mikey sucht sie und wenn du nicht aufpasst, dann geht's dir genauso an den Kragen.
Sanzu schien nämlich in verdammt guter Stimmung zu sein heute ein paar Köpfe einzuschlagen."

Oder abzuschlagen, so wie er es Gestört lachend Preisgab.

,,Wo ist er?"

,,Mh?
Da wo alles angefangen hat, Darling."

Wo es Anfing ...

Der Anfang vom Ende.

Der Scheiterhaufen deines Lebens im Sinnbild eures Clubs, der Lichterloh in Flammen stand als du zwanzig Minuten später da warst.
Geschockt knicktest du einfach auf den Straßen ein, zu groß war dieser Verlust und der Schmerz über das was deine Augen, aber nicht dein Geist, da wahrnahmen.

Die Botschaft?

Don't fuck with Bonten.

Als hätte es dir Mikey buchstäblich in die Haut geritzt.
Einen Stempel, den du eigentlich nicht haben wolltest, auf die Stirn gedrückt.

Verräterin.

Dabei warst du nicht mal ein Teil von ihnen.
Was konntest du dafür, wenn sie es Haus hoch vergeigten.
Du hast es ihnen von Anfang an gesagt: Die Großen Köpfe dulden keine Eindringlinge und alleine kamen sie mit diesem gewaltigen Monster anscheinend nicht zurecht.

Da spielte es keine Rolle, ob du ihnen halfst oder nicht am Ende des Tages haben sie verloren, und zwar wegen dieser Naivität, die stärksten zu sein.

Und du zahltest den vollen Preis dafür.

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Heute Mittag ereignete sich im Nachtviertel von Nagoya ein Unglück, welches für die Bürger immer noch unbegreiflich ist.
Der bekannte Club "Gold" fing urplötzlich Feuer.
Einsatzkräfte waren bis in die späten Stunden damit beschäftigt die ausbreitende Gefahr zu dämmen und die Menschen zu evakuieren.
Behörden gehen von Brandstiftung aus und von überlebenden fehlt immer noch jede Spur.

,,Mach das aus."

Keine Überlebenden.
Denn es gab keine.

Als du das Meer aus Flammen bereits von der nächsten U-Bahn-Station sahst - den Schwarzen Himmel über dir - hattest du noch den kleinen Funken Hoffnung in dir, dass es alles nur nicht das war.

Nicht deine Existenz.

Aber mit dem herrschenden Chaos auf dem Straßen, den toxischen Smog in deinen Lungen Flügeln, erlosch auch das.

Deine letzte Hoffnung.

Ein paar Stunden zuvor

Es war doch wie immer.
Wie oft kamen und gingen Dinge?

Wie oft ging etwas kaputt?
Und wie oft reparierte man etwas? Weniger, wie als das man etwas zerstörte, oder?

Es wurde einfach weggeworfen und ersetzt.

So wie dein siebtes Glas Brandy welches du nach Rindou warfst der in deine geliebte Stamm Bar eintrudelte und es neben ihm an der Wand zersplitterte.

Na ja.
Das ihr nach eurem darauffolgenden "Beziehungsstreit" Hausverbot bekamt nahmst du nicht wirklich positiv auf.
Nein, denn eigentlich fachte es deine Wut, die sowieso schon der Intoxikation deines Pegels geschuldet war, ins unermessliche an.
Selbst deine geliebte Bar mit Flair aus den 80'ern in der du after working betriebst nahm er dir.

Wie hättest du anders als völlig abwertend reagieren sollen?
Stillschweigend neben ihm herlaufen?
Ganz sicher nicht!

Und nach dem ganzen Sortiment deiner taktvollen Beleidigungen, die dein Vokabular so hergab, besaß er allen Ernstes die Dreistigkeit, sich an deiner Haustür zu vergreifen.

Weil ... Es mit wackeliger Hand und einem Gleichgewicht, wie als wärst du auf 14 cm hohen Absätzen, eben nicht so gut funktionierte, wie du vorher annahmst.

,,Hey, wer hat gesagt du kannst dir einfach Zugang zu meiner Wohnung gewähren?

Hörst du mir zu? Das ist Hausfriedensbruch."

Nö. Hörte er nicht als er dir einfach den Schlüssel aus der Hand nahm und sich unter deinem Protest in Form von semi festen Schlägen gegen seinen Arm vorbeidrückte und eintrat.

,,Glaube der Alkohol steigt dir zu Kopf, ma Lady."

,,Glaubst du echt das liegt an dem Alkohol, hm?

Dann hab ich Neuigkeiten für dich. Du bist mein fucking Problem momentan!"

Mann, wie du ihm seit der Bar mit deinem Geplärre auf den Sack gingst.
Da war das bisschen Mitleid, welches er mit dir hatte, auch futsch.

,,Du verhält dich gerade genauso Kindisch wie mein Bruder."

Und eigentlich machtest du es auch nicht viel besser mit deinem trunkenen Gekeife.

,,Vielleicht passen wir beide auch besser zusammen!

Vielleicht hätte er und nicht du mich Ficken sollen!"

Eher schlimmer ...

Aber dich leiden zu sehen, wie du wie ein verletztes Mäuschen, um dein Leben fiepst, ließ den Inneren Rin weich werden, aber zeigen tat er es trotzdem nicht.
Und auch nicht, dass ihm diese Worte mehr weh Taten als er je zugeben würde.

,,Du hättest dir nur die Finger an ihm verbrannt."

,,Und das hab ich an dir nicht?"
Seufzend rauftest du dir die Haare als er dich nur stillschweigend ansah.
,,Verpiss dich einfach nach deinem beschissenen Roppongi und lass mich in Frieden."

,,Keine Sorge, dass wird schneller passieren als du denkst.
Aber vorher sagst du mir die Wahrheit über alles."

,,Die Wahrheit?

Die Wahrheit!
Ich hab dich nicht verarscht. Ich gab dir die Infos, habt es auf eure Weise versucht zu regeln und es Best möglichst verkackt.

Herzlichen Glückwunsch.", spucktest du ihm spöttisch entgegen.

Rindou trat an dich heran und du schlucktest
schwer bei dem Tiefen einatmen seines Parfums als er dein Kinn mit seinen Fingern umschloss.

Nein, nein, nein!

Bloß den Wiederstand nicht verlieren den du dir bei deinem vierten Shot - der schlimmer in der Kehle brannte als dein Special Curry - schworst.

,,Ich glaube was du jetzt brauchst ist eine kalte Dusche."
Doch dieser Bastard lernte dich in den vergangenen Monaten bestens kennen ... Er wusste das du nachgeben würdest.
Es hätte diesen flüchtigen Kuss auf deine Stirn gar nicht gebraucht, um dich weichzuklopfen.
,,Und dann können wir reden."

✿•˖* ੈ ‧°• .·.

,,Mach das aus."

Es war bereits spät am Abend, als du nach 30 Minuten duschen zurück in die offene Küche tapstest und dich auf den Hocker pflanztest.

Die Nachrichten aus dem Retroradio aus alten, und wahrscheinlich besseren Zeiten waren mit Abstand das letzte was du jetzt hören wolltest.

,,Geht's wieder? Den Pegel senkt es zwar nicht, aber du solltest wieder etwas klarer im Kopf sein."

Nein, Pardon - er und seine gleichgültigen Worte waren wirklich das letzte was du zum Ende des Tages hören wolltest.

,,Oh bitte, ich hasse Dich. Ich hasse und ..."

Stille.

Mit Druck auf deine Unterlippe beißend verkniffst du dir jenes Wort, welches du ihm am liebsten zu jeder Minute gesagt hättest.

,,Gib mir nicht die Schuld für das was passiert ist. Ich wusste nichts davon."

,,Wer garantiert mir das? Du kannst genauso gut hier sein, um mich umzubringen."

Wieder mal.

Glaubtest du das wirklich? Oder wolltest du nur das es wirklich so war?
Dein Leben hier und jetzt zu beenden nach all dem Schmerz und dem ganzen Leid.
An deinem Körper.
Deiner Seele.
Es wäre die beste Option, wenn es hier und jetzt aufgehört hätte.
Dieser ewige Kampf, der dich innerlich auslaugte und den Rindou zum Teil erträglicher werden ließ.

Doch es war nur eine Traumwelt, die du dir als Kind schon erbautes, um der Alkoholfahne deines Vaters zu entgehen.
In welcher Welt hatte so jemand wie du schon mal das Glück Frieden zu finden?

,,Sieh mir in die Augen und sag mir das ich Lüge."
Wolltest du nicht, doch war es so einfach ihm zu verfallen?
Alleinig durch seine ganze ... Präsenz?
Die dich im Endeffekt doch dazu Zwang ihm eines Blickes zu würdigen.
,,Was siehst du, (y/n)? Einen Lügner?"

Es waren im nächsten Moment seine Vorsichtigen Berührungen, die deine Lippen so bibbern ließen, obwohl jede Faser seines Körpers Wärme ausstrahlte.
Und deiner sehnte sich so sehr nach dieser.

,,Nein."

Er bettelte förmlich danach.
Nach diesen Händen, die Rindou auf deine entblößten Oberschenkel platzierte.

,,Was ist mit deinen Augen? Kann ich dir vertrauen so wie du mir?"

,,Ich hab dich nicht belogen. Ich hab's versucht.
Aber selbst eine starke Frau hat ihre Schwächen, was?"
Von allen Schwächen, die du hättest haben können, war er ausgerechnet deine.
,,Ich hasse Dich dafür, dass ich so fühle."

Hauchtest du gegen seine Lippen, deine Stirn gegen seine drückend, Augen geschlossen, während du sie diesmal nicht mehr zurückhieltest.
Deine Tränen.

,,Dann lass mich das geradebiegen."

Du sahst es ihm deutlich an, wie sehr er mit sich und seinen Gefühlen haderte.
Wie sehr er dagegen ankämpfte sich zurückzuhalten, weil er einfach nicht der offensive Typ war, aber so sehr er es auch versuchte, seine Hand um deine Wange, wie sein Daumen die Tränen wegwischte, sprach Bände.

,,Was willst du da-"

Nackte Emotionen zwischen dem Kuss voller Verzweiflung und ... Liebe.

Denn ja - du liebtest diesen Mann egal wie sehr du es auch leugnest.

Und ihr beide stecktet im Zwiespalt.
Wolltet den jeweils anderen an eurer Seite wissen, aber das ging nicht.

Und das wusstest du.

Nur noch realisieren müsstest du das dieser Traum von Geborgenheit und ehrlicher Zuneigung sein Ende finden musste.

The deep end.

Doch wenn es hier und jetzt ein Abschluss war, dann wolltest du ihn noch einmal spüren.

Alles von ihm.

,,(Y/n), ich hab keine Ahnung wie man jemandem etwas Gutes tut, aber lass es mich auf meine Weise versuchen.

Lass mich dich besser fühlen."

Es waren ehrliche Worte, das spürtest du. Die nackte Wahrheit, die er dir so offen darlegte, auch wenn er nicht viel sagte.
Es waren keine weiteren Worte nötig. Waren sie eigentlich nie, um euch blind zu verstehen und das liebtest du genauso sehr wie alles andere an ihm.

An euch.

Er ließ dich doch schon besser fühlen.
Stätig.
Und dafür warst du ihm unendlich dankbar.
Aber das sah er wahrscheinlich nicht einmal - was er da eigentlich genau mit dir anstellte.

Und wenn du die letzte Nacht mit ihm verbringen würdest, wenn ihr euch nur dieses eine weitere Mal vorgaukeltet was ihr nicht wart, dann wolltest du es so.

Dann sollte es so sein.

Ein aller letztes Mal.

Und deshalb, als er dich wieder küsste, ließt du dich fallen.
Deine Gedanken schweifen bis nur noch er im Fokus stand.

Vor dir - in all seiner Pracht als er sein Jackett von den Schultern streifte und es seitlich zu Boden warf.

,,Du weißt gar nicht wie sehr Du mein Leben schon zum besseren gemacht hast, Rin."

Jeden einzelnen Muskel unter dem weißen Hemd beobachtend, unter deinen Berührungen spürend, wie sie sich Anspannten.

,,Nicht eher zum schlechteren?"
Hauchte er gegen deine Lippen.

,,Nein, niemals."
Schütteltest du langsam deinen Kopf.
,,Ich bereue keine einzige Sekunde mit dir."

,,Du machst mich noch sentimental."

Eine schamlose Übertreibung, in der sich doch ein wenig Wahrheit wieder spiegelte.
Wann traf man schon einen Menschen, bei dem sich alles richtig anfühlte?
Bei dem man sein konnte, wie man war.
Mit dem man über Gott und die Welt sprechen konnte.

Und den man egal was es kostete beschützen wollte.

Das und nichts anderes tat er.

Auch wenn es hieß ... dich zurückzulassen.

Seine Hände umfassten deine, um dich auf die Beine zu ziehen und dich durch die schlicht aber dennoch warm eingerichtete Wohnung ins Schlafzimmer zu führen.

Der Kuss ... Er war anders als die, die ihr sonst teiltet.
Verlangend und doch langsam.
Leidenschaftlich und doch ... So verletzlich.

Und niemals unterbrechend, während du dich aufs Bett legtest und er dir folgte.

Für jemanden wie ihn, mit dem Hang seine Feinde leiden zulassen, konnten seine Berührungen gerade nicht sanfter sein.

Nicht so grob, wie so oft schon, wenn ihr euch so nahe wart.
Keine Anzeichen für einen Mörder.
Er behandelte dich, wie etwas was er hätte kaputt machen können.

Und du genosst jede einzelne Sekunde, die er dir so widmete.

Öffnetest sein Hemd und fuhrst die Konturen seines Tattoos nach, welches seinen Oberkörper zierte, während er sich den Stoff - über dir aufgerichtet - Arm für Arm auszog und hinter sich fallen ließ.

,,Hast du noch welche hier?"
Fragte er mit Ruhiger Stimme, stand auf und bewegte sich auf die kleine Kommode neben deinem Bett zu, um die silberne kleine Packung mit der Grünen Schrift rauszuholen.

,,Warte, können wir ...
Ich will kein Kondom."

,,Bist du dir sicher? Das ist ein verdammtes Risiko."

War es das letzte Mal schon, als ihr wie zwei untervögelte Teenager übereinander herfielt und die Sicherheit völlig außer Acht ließt.

Oder die ... Ein, zwei Male davor ...

Aber ...

,,Ist schon okay, ich kann nicht Schwanger werden."

Und durchgecheckt warst du auch, dass wusste er.
Wenn es um Krankheiten gepaart mit Paranoia ging, dann warst du wohl die Pingeligste Person überhaupt.

Doch das war gar nicht das Thema für ihn, so wie er dich fragend ansah.

,,Du kannst nicht?"

,,Ich bin unfruchtbar, Rin.
Du kannst gerne die Berichte sehen."

Und die schnelle Antwort schockierte ihn mehr, wie sie eigentlich sollte, nicht weil er Kinderwünsche verfolgte, beim besten Willen nicht, aber du hattest ihm nie etwas davon erzählt.

Warum auch, wenn es keine große Relevanz für euch spielte.
Ehrlich gesagt warst du froh drum das er nicht weiter nach bohrte, weil er es sich eben auch schon denken konnte, warum du keine Kinder bekommen konntest.

,,Brauch ich nicht. Ich glaube dir."

Rindou kniete sich mit einem Bein auf die Matratze, auf die du dich mittlerweile mittig platziertest und lehnte sich zu dir runter, um dir in deine (e/c) Iren blicken zu können.
Mit seiner linken Hand umschloss er deine Wange und lehntest dich gegen sie, weil du von dieser Geste nie genug hättest bekommen können.

,,Jetzt, weißt du allen großen Punkte aus meinem Leben."

Du musstest bereits so vieles ertragen.
Tragbare und die weniger tragbaren Dinge und ausgerechnet jetzt verlorst du noch Menschen, die dich damals auffingen.

Wer hier die Schuld dafür Trug sei mal dahingestellt - keiner von euch war nämlich ein unschuldiges Lamm.
Aber das schlimmste daran für ihn war, dass er nur auf eine Weise für dich da sein konnte.

Hier, diese Nacht, die in gewisser Weise sowohl eine Entschuldigung als auch ein Abschied seinerseits war.

Wie abgefuckt es auch sein mag - ihr beide wusstest das es nicht anders ging.

Deswegen saugtest du alles auf was er dir gab.
Mustertest jeden Zentimeter von ihm, aus Angst du könntest alles vergessen.

Verlorst dich in diesem Kuss, der genauso unbeschreiblich Sanft, wie die davor waren und erkundetest mit deinen Fingerspitzen seine entblößte Brust, bis deine Arme sich um seinen Hals legten und seine Hände ihren Platz unter dem dunklen Satin deines Kimonos fanden.

Du stöhntest gegen seine weichen Lippen als seine Finger über deine Nippel glitten und er hätte schwören können das sich jeder kleinste entlockte Ton von dir, sich noch nie schöner für ihn anhörte als jetzt gerade.

Wenn er so deine Schmerzen, und sei es nur ein wenig, hiermit lindern konnte, dann wollte er dir alles davon geben.
Alles was er geben konnte.

Und oh~ wie sehr du es liebtest, wie seine Hände seicht über deine Haut streifen.
Wie sich seine Küsse über deine Wangenknochen, über deinen Hals runter zwischen deine Brüste verteilten und ein Kribbeln an jeder einzelnen Stelle hinterließ.

,,Ich will das du dich jetzt fallen lässt und mich im Fokus hast.
Nur mich, verstanden?"
Sagte er mit belegter Stimme, als er sich seinen Weg nach unten Bahnte.
Seine rechte Hand umfasste deinen Oberschenkel, weitere Küsse entlang der Innenseite verteilend, Augen Kontakt niemals dabei brechend, während seine Finger auf deinem Bauch ruhten und dort Kreise zeichneten.

Du glaubtest noch nie einen schöneren Anblick als in diesem Moment gesehen zu haben.
Jeder intensive Blick, jede Berührung, die deine Haut förmlich in Brand steckte und jedes kleinste Schmunzeln von ihm brachten dich um den Verstand.
Nicht nur jetzt, sondern war es schon immer so gewesen.
Seitdem du diesen Mann kennenlerntest, brachte er alles, wirklich alles in deinem Leben durcheinander und am meisten deine Gefühle.

Und diese spielten gerade verrückt als du ihm dabei zusahst wie geschickt er seine Zunge um deinen Kitzler einsetzte, die dich stöhnen ließ.

Dein zusätzliches Wimmern, als sich deine Finger in das weiche Laken unter dir krallten waren Bestätigung genug, um sich voll und ganz die Zeit zu nehmen, die du jetzt brauchtest.
Er wollte jede letzte Minute ausnutzen in der er dich noch hatte.

Jede Minute spüren, wie sehr du ihn wolltest.
Mit jeder Faser seines Körpers dich fühlen lassen wonach du in diesem Augenblick so betteltest.

Dein ganzer Körper verlangte nach mehr - nach ihm - während seine Zunge zwischen deine Schamlippen und Klitoris glitt.

,,Ich bin echt nicht der Aufdringliche Typ und das weißt du, aber könntest du einfach zum Punkt kommen? Ich will nicht mehr warten.", kichernd kralltest du dich in seiner violetten Mähne fest.

Rindou musste gar nicht aufhören, um dich wissen zulassen das er gerade Grinste - direkt zu dir starrend - während er mit einem Finger, als seine Antwort auf deine Frage, in dich eindrang.

Dieses Gefühl seiner kreisenden Zunge im Zusammenspiel mit den Bewegungen seinem Finger ...
Er wusste was er tat und er war verdammt gut darin es dir zu zeigen weswegen der zweite automatisch folgte.

Rhythmisch.
Sanft.

Hinreißend, wie du dich ihm hingabst und wie deine laute sein Blut zum Kochen brachten.
Sich kaum beherrschend als du fester an seinen Haaren zogst.
Ihm dein Becken entgegenstreckend musste er selbst keuchen, weil sich der aufgebaute Druck kaum mehr bändigen ließ.

,,Rin, bitte."

Schafftest du hervorzubringen, was ihn innehalten ließ.

,,So bedürftig also?"

Und dann tief kichern, bevor er sich dir entzog und sich seine Finger ableckte, die dich vorher fast zum Höhepunkt brachten.

Du wimmertest kurz wegen der plötzlichen Leere und dem komischen unbefriedigendem Gefühls.
Seine Mimik und Gestik, als er zu dir hochkroch und über dir schwebte, sprachen für sich das er genauso in Versuchung wie du warst.
Sich einfach seiner Lust hinzugeben und diesen Moment zu genießen.

,,Nicht bedürftig. Ich will nur ...
Ich will dieses Gefühl, wenn wir uns so nahe sind.

Das klingt völlig bescheuert, oder?"
Dein Seufzer und dein Handrücken vor deinem Gesicht brachten ihn erneut zum Kichern.
Rau und zugleich sanft.
,,Ja klingt es, oh Gott."

,,Alles was du willst, solange es dir dadurch besser geht."

Überraschend schautest du unter deiner Hand hervor direkt in diese durchdringlichen violetten Augen, die dich jedes Mal so in ihren Bann zogen.

,,Alles was ich will? Wenn ich jetzt will, dass du vor mir auf allen Vieren kniest und bettelst, machst du's dann?"

,,Treib es nicht zu weit, Lady."

Rindou schmunzelte bei dem Gedanken, wie du diejenige wärst, die alleinig um seinen Schwanz bettelte, der momentan so unangenehm gegen den Stoff seiner Hose drückte und ihn keinen klaren Gedanken mehr fassen ließen.

Dieser Gedanke dich unter sich zu haben, so wie jetzt.
Dich einfach zu ficken, bis du wimmernd seinen Namen schreien würdest.

Wäre da nicht ... Dein verdammtes Lachen, welches ihn so aus dem Konzept brachte.
Oder Deine Augen, die ihn dabei so anschauten als wäre das hier nicht eurer letztes Mal.

Als wärt ihr die Ewigkeit gewesen.
Perfekt miteinander im Einklang.
Perfekt füreinander.

Und verdammt, du könntest sagen, ihn darum bitten zu bleiben er wäre wahrscheinlich noch so dumm und würde es tun.

Mit diesen leuchtenden Augen überzeugen, die so voller Lust und Vorfreude strahlten, er hätte fast geglaubt das es das Einzige wäre.

Doch es war nicht nur diese ungebändigte Lust - es war vielmehr Bewunderung, die sie ausdrückten.

Für das was er war.
Für das was er tat.
Und für das was er mit dir anstellte.

Für dieses unglaubliche Gefühl des Schwebens.

,,Du bist unglaublich.", seine Strähne zwischen deinen Fingern einfangend sagtest du es so natürlich.
So ehrlich.

,,So wie Du."

Genauso ehrlich, wie er.
Und diese verfluchte Ehrlichkeit tat so weh.
Euch beiden.

Doch er schluckte den Schmerz runter und platzierte lieber einen Kuss auf dein Handgelenk, bevor sich seine Hände um seinen Gürtel kümmerten, den er hinter sich warf.
Die Hose folgte dem teurem Leder Stück sofort hinterher zu Boden und während er sich auch noch dem letzten Teil seiner Kleidung entledigte beobachtetest du aufmerksam jeden Handgriff von ihm.

Deine Lippe zwischen deinen Zähnen einfangend sahst Du ihm direkt in die Augen als er sich wieder über Dich platzierte.
Seine Hüfte mit deinen Beinen umschlungen kam ein zittriger Atmen über seine Lippen als er sich immer mehr gegen dich presste.

,,Rin-"
Hauchtest du ein letztes Mal, bevor er deine Worte mit seinen Lippen versiegelte und in dich drang.
Seine Größe stellte nie ein wirkliches Problem dar, musstest dennoch kurz auf zischen als er sich immer tiefer in dir vergrub.
,,Shit~"

Doch was folgte war mehr als nur ein Lustvoller Schub.
Es war das Gefühl der Vollkommenheit, der Geborgenheit und dem kribbeln in deiner Magengrube das dein rechtes Bein einmal kurz zucken ließ.

Deine Finger krallten sich immer fester in seinen Rücken je mehr Du ihn in Dir aufnahmst.

,,Fuck, ich weiß nicht, wie lange ich das durchhalte, (y/n)."

Und das war ok für dich.

Ihn zu spüren, ihm so nahe zu sein mit dieser innigen Verbundenheit eurer Körper, Haut auf Haut, war etwas Besonderes was du die letzten Stunden Vollends genießen wolltest.
Ohne Stress oder Druck.

Einfach nur Er und Du.

,,Wir haben die ganze Nacht, oder?"

,,Das macht es jetzt nicht gerade besser."

Deiner Kehle entflohenes Stöhnen erstickte dein leises Kichern als er sich etwas aggressiver in dir Bewegte.
Diese Töne, die seine Lippen ebenso entwichen, hauchten dem Raum von der gedimmtem Beleuchtung der nächtlichen Skyline leben ein und waren einfach nur Musik in seinen Ohren.

Du zogst im völligem Rausch einmal kräftig an seinen Haaren, in denen du gerade eben noch deine Finger vergrubst, was ihn kurz scharf einatmen ließ.

,,Agh~ ...

Schau ganz genau hin. Sieh zu wie ich dich ficke, nhm~ keiner wird ... es je besser machen.

Keiner."

Seine Worte waren reine Beanspruchung, eine Seite, die du eigentlich so nicht von ihm kanntest.
Lass es dem Männlichen Ego verschuldet sein, das ihn sowas sagen ließ, dir sollte es egal sein, es fachte dein Verlangen nach ihm nur noch mehr an.

Seine Worte brav befolgend sahst Du zur Decke direkt in diese eingearbeitete Glasfläche, wo sich dieses atemberaubende Schauspiel eurer Vereinigung spiegelte.

,,Wunderschön.", flüstertest du benommen - Finger über die schwarze Tinte wandernd, die dieses einzigartige Muster auf seinem Rücken bildete.

,,Ich will das du es nicht vergisst.", keuchte er angestrengt in deine Halsbeuge, bevor er seine Zunge sanft drüberfahren ließ.

Wie könntest du?
Selbst, wenn du es gewollt hättest, wäre er wie Gift in deinen Gedanken geblieben.
Genau wie diese funkelnden Augen, deinen Blick erwidernd, während seine Bewegungen dich immer weiter an den Rand trieben.

Du umfasstest mit einer Hand sein Gesicht und presstest deine Lippen schließlich auf seine.

Kaum ein Atemzug dazwischen nehmend, mitten in einem Strudel aus Leidenschaft die genau so wenig abflachte, wie seine Stöße.

Immer näher, immer intensiver die Spitze des Berges fast erreichend den er dich hinauf jagte.

,,Fuck, vergiss mich ... einfach nicht.", wisperte er inmitten des Kusses - es klang fast schon verzweifelt.

So verletzlich ...

,,Niemals.", flüstertest du zurück und konzentriertest dich immer mehr auf diese steigende Lust in dir.

Deine Krallen bohrten sich tiefer in sein Fleisch, suchten immer mehr den Halt darin, als er mit einer bahnbrechenden Geschwindigkeit in dich fickte.
Dieses schnalzende Geräusch seiner Hüfte, die gegen deine knallte, so berauschend.
Du spürtest dieses anbahnende Gefühl, deinem Höhepunkt immer näherkommend.

Und dann, Stirn gegen deine drückend, als wäre es das letzte gewesen was dir fehlte, erreichtest du endlich deinen Orgasmus, dieses unglaubliche Gefühl, welches er dir bescherte - seinen ebenfalls erwartend, während er nicht mit seinen Stößen aufhörte.

Du entspanntest Deine Muskeln und versankst förmlich in der Matratze eingehüllt aus dunklen Satin.
Er Küsste weiter deinen Hals, saugte die mittlerweile geröteten Stellen, während deine inneren Wände immer noch um seinen Schwanz pulsierten.

Es fühlte sich so gut an, wie du unter ihm außer Atmen versuchtest dich zu beruhigen.
Und dann in diesem Moment, als er ein letztes Mal zustieß, mit einem letzten unterdrückten Stöhnen erreichte er endlich auch sein Ende.

Spürend, wie sich die Wärme in dir ausbreitete und dir ein wohliges Gefühl gab.

Rindou sackte erschöpft auf deiner Brust zusammen - sein absoluter Lieblingsplatz, in den letzten Monaten.
Du streicheltest über seine erhitzte Haut, spieltest mit seiner nassen Strähne als ihr beide von eurem High runterkamt.

,,Rin?", flüstertest du nach Minuten der Stille, während dich seine komplett Körperwärme einnahm.

,,Hm?"

Wieder mal in seinem halbtrunkenen Zustand, weil es sich so ... Geborgen anfühlte.

,,Danke, dass du hier bist."

,,Mhm. Bedank dich nicht, Lady."
Und nach einer kurzen Pause, in der du eigentlich mit nichts mehr rechnetest, ...
,,Weil ich es gerne bin."

Bei dir.

... kamen seine gemurmelten Worte, bevor er endgültig auf deiner Brust eindöste.

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Zu realisieren was man eigentlich hätte haben können schmerzte.
Aber es dann auch noch zu verlieren ... noch mehr.

Also hier ... Ging es wohl jetzt zu Ende mit euch.
Das bittersüße Ende von etwas was nie wirklich real gewesen schien.

Du hörtest nichts, nur dein pochendes Herz.
Das Zimmer noch immer nur von der Farbenfrohen Skyline der Stadt beleuchtet, die seine dunkle Silhouette im Raum hervorhob.

Er saß am Ende deines Bettes und dachte über seine weiteren Schritte nach, während du dich aufsetztest.

,,Du bist wach?"

Pf, nicht ein verdammtes Auge hattest du die letzten Stunden zu bekommen. Also ja, deine geröteten Augen sprachen da ganz für sich.

,,Ich war nicht wirklich am Schlafen."
Deine Blick wanderte zur digitalen Uhr neben dir, um sicher zu gehen das wirklich nur drei Stunden vergangen waren.
,,Du willst um diese Uhrzeit los? Blei-"

,,Mikey erwartet mich.
Zusammen mit Sanzu.", Schnitt er dir das Wort ab, um irgendwelches Drama zu vermeiden.

Natürlich wusstest du, dass es nicht anders ging, aber jetzt wo das hier so endgültig war, sehnte sich dein verkorkster Arsch nach diesem Gefühl was förmlich zwischen euch in der Luft zu schweben schien.

Nach sowas wie liebe.

,,Ich liebe dich."

Kaum mehr als ein Hauchen, doch er hörte es laut und deutlich.

,,Mich? Sicher, dass es nicht nur die Vorstellung davon ist?"

Und da war es.
Dieses klitzekleine Fitzelchen Unsicherheit in seiner Stimme und dieses Runzeln seiner Stirn, wenn es mal passierte.
Scheiße, er wusste es doch, aber was sollte er denn machen?

,,Ich tu das hier nicht für mich.

Ich ...

Wenn ich könnte, würde ich ...

Scheiße, weißt du eigentlich in was für einem Zwiespalt ich mich befinde?
Ich werde Bonten treu bleiben egal was passiert.
Du passt da einfach nicht rein, (y/n)."

Als wäre deine Seele nicht schon genug am Leiden gewesen sagte er ausgerechnet sowas.
Du bemerktest dennoch, wie Rin versuchte mit Mühen und so wenig Emotionen wie möglich es dir begreiflich zu machen.

Weh tat es trotzdem wie sau.

,,Weil ich es gerne bin, was? Hmpf, verdammter Heuchler."

Anspielend an seine noch vor wenigen Stunden gemurmelten Worte stelltest Du Dich auf stur.

,,Mir egal, wenn du das von mir denkst."

,,Wenn ich das von dir denke? Mehr hast du dazu nicht zu sagen? WOW."

Vielleicht solltest du dich nicht aufregen und ruhe walten lassen, weil es sowieso nichts brachte.
Es war doch klar was hier nach käme also wieso beließt du es nicht einfach dabei?

Du sahst ihm hinterher, wie er mit einer Ruhe weg seine restlichen Sachen schnappte und in Richtung der Tür ging.

Da war plötzlich dieses ekelhafte Gefühl von Verzweiflung in dir, wolltest ihm eigentlich so viel noch gesagt haben, während du Löcher in seinen Rücken starrtest, doch deine Lunge brannte, völlig unfähig auch nur einen Satz zu bilden, weil du deinen eigenen Kampf zu bestreiten hattest.

Und zwar den gegen deine Tränen anzukämpfen.

Er hatte dich in dieser Zeit nicht ein einziges Mal zum Weinen gebracht und auch jetzt fühlte es sich irgendwie so surreal an als würde etwas deinen zitternden Körper beherrschen.
Als wärst du nicht mehr Herr über deine eigenen Gefühle gewesen und beherbergtest das größte Chaos überhaupt in dir drin.

Du wolltest ihn einfach zurück zerren und ihm eine ballern, dennoch behieltest Du ein Stück weit die Kontrolle über deinen Geist.

Was zur Hölle war bloß mit dir los?
Warum wolltest du dich deinen Gefühlen einfach hingeben und am liebten losschreien?

,,Du musst mir was versprechen.

Such nicht nach mir. Niemals."

Diese Worte, seine Worte waren so final, als er einfach aus diesem Raum trat und dich verließ und nicht mehr zurücksah.

Aber das Leben ging doch irgendwie weiter.
Genauso wie bei Rindou.

Jedoch ... Wie das Leben manchmal so spielte, saht ihr euch nie wieder.

28. November 2017 17:47 Uhr
Roppongi, Minato, Präfektur Tokyo, Japan

Es gab Momente nach dem er verschwand in denen er sich fragte, ob es nicht auch eine andere Lösung gegeben hätte.
Ob es sein Leben wirklich so vorhersah zu gehen und dich alleine zu lassen.
Rindou schwelgte normalerweise nicht in der Vergangenheit und bereute auch nichts, weil es reine Zeitverschwendung für ihn gewesen wäre und diese war etwas was man nicht zurückbekam.

ABER trotz dessen hielt er immer diesen qualvollen Gedanken an dir fest.

Fast Tag für Tag.
Es machte ihn schon Wahnsinniger als die Muntermacher die sich Sanzu reinpfiff.

Tsk.

Fünf Jahre sollten einem eigentlich lang vorkommen, aber für ihn fühlte es sich nur nach Monaten an.
Als wären deine Berührungen und dein Lächeln immer noch so präsent, wie in der Zeit miteinander.

Doch dein Lachen beim Versuch deine nicht vorhandenen Kochkünste schön zu reden, lag in weiter Ferne und unerreichbar.

Wiederum warst du talentiert dafür Farbe aufs Papier zu bringen.
Zeichnen lag dir definitiv im Blut und verdammt ... Wie gerne beobachtete er dich mit seinem Tee in der einen und Kippe in der anderen Hand dabei, wie du angestrengt, Stirnrunzelnd und mit sichtbarer Zungenspitze versuchtest die morgendliche Skyline zu zeichnen.

Und das Ergebnis sah einfach schöner als das Original aus.
Etwas was er hätte am liebsten noch einmal sehen wollen.

Doch das ging nicht ...

,,Entschuldigung ... O-Sama."

Der heutige Tag allerdings sollte die komplette Zukunft des Mafiosi auf den Kopf stellen.

Warum?
Weil ihn dieses kleine Geschöpf auf den Straßen anrempelte.

,,Pass einfach besser auf."

Sagte er gelangweilt, während sie sich verbeugte und schnell mit ihrer Tasche auf dem Rücken weiter spurtete.

Während Rin gar nicht darauf achtete fiel seinem Bruder bei ihrem Anblick direkt dieses kleine etwas auf.
Dieses klitzekleine erschreckende Detail was ihm zum Nachdenken brachte.

,,Hey weißt du an wen mich der kleine Hosenscheißer erinnert hat? An dich."

Und zwar als kleinen Baby Boy.
Er hatte schon immer diese markanteren Gesichtszüge, die Ran überall erkennen würde.
Schließlich war der jüngere sein ein und alles.

,,Nicht eher an uns?", antwortete er mit Händen in den Hosentaschen, ohne überhaupt drüber nachzudenken.
Wenn ihn jemanden an Rin erinnerte, dann doch automatisch auch an ihn selbst, denn viel unterschied lag nicht zwischen den beiden.

,,Welches arme Herz musste unter deiner Rumtreiberei wieder leiden~?
Wenn du mir irgendwas erzählen willst kleiner Bruder ..."

,,Nein, und jetzt komm, es ist schweinekalt."

Wie oft kam es schon vor, dass sich Menschen ähnlich sahen?
Für Rindou war es absolut belanglos sich jetzt Gedanken darüber zu machen, wenn ihre Mission gerade wichtiger war.

,,Vielleicht werde ich auch einfach nur verrückt wegen Sanzus Dasein.

Wundern würde es mich nicht mehr.", das letzte murmelnd liefen beide weiter durch die November Kälte.

Auf das Rindou heute den Tag so schnell wie möglich beenden könnte.

Dass das aber nur ein sehnlicher Wunsch von ihm und nicht die Realität bedeutete, merkte er wenige Stunden später als Koko schon in ihrer Wohnung wartete.

,,Sollte ich fragen, wie du dir zu Tritt verschafft hast oder sollte ich dir gleich in den Arsch treten?"

Wütend pfefferte er den Schlüsselbund auf den Tresen an dem Koko mit seinem Rücken lehnte, auf beiden Armen stützend und desinteressierter denn je.

,,Schön auch dich zusehen.

Mir war das Warten zu öde."

,,Zu öde? Wie wäre es das nächste Mal, wenn du deine Rede für später behältst, um uns erst am nächsten Tag damit zu konfrontieren?"

,,Rin?"

,,Ich sagte doch es ist wichtig."

Wichtig ... Wichtig war wohl hier bei beiden eine Ansichtssache, denn es gab in der Vergangenheit schon mehrere Auseinandersetzungen wegen der Wichtigkeit.
Aber diesmal stimmte es tatsächlich.

,,Und ich sagte, dass mir das egal ist."

,,Rin ..."

,,Und mir, dass es dir egal ist."

,,Rindou!"
Herrgott noch eins! Was war jetzt bitte für den Älteren so interessant, dass er ihn unterbrechen musste?
,,Vielleicht solltest du dir das mal anschauen."

Tja ...

Und dann sah er es selbst mit seinen eigenen Augen, die sich weiteten.
Vor wem Ran da saß und es genau wie sein Bruder starr beobachtete - es war die Kleine von vorhin.

,,Du schleppst ein Kind an? Sag mir jetzt nicht das es deines ist."

,,Bist du so blind oder tust du nur so, Haitani?

Sieh noch mal genauer hin."

Hier ging es nicht darum genauer hinzusehen, denn innerlich war es ihm schon bewusst was Koko da anschleppte.

Nur ... Wie konnte das sein?
Rindou war in der Vergangenheit niemals unvorsichtig gewesen, außer ...

Er beäugte die kleine, die ihm wie aus dem Gesicht geschnitten war nur eine Millisekunde, länger konnte und wollte er nicht.
Was sollte der ganze bullshit eigentlich?

,,Tja, mein Brüderchen hat die Zuneigung wohl ein wenig zu lang in ihrem Geburtskanal gesucht.", warf Ran unverblümt durch den Raum was seinem Bruder die Fäuste ballen ließ.

,,Was soll der Auftritt, Koko? Nimm sie und verschwinde."

,,Weißt du kleines, wir sind hier nicht die Kinderkrabbelgruppe."

,,Ich brauche ja auch keine."

,,Ah~ stimmt, du bist schon richtig erwachsen, was?"

,,Mehr als du."

Er lachte kehlig wegen ihrer Ehrlichkeit in dieser Trockenheit.

,,Muss ich jetzt auch Windeln, wie du tragen?"

,,Ran, du diskutierst da gerade mit einer vier-Jährigen."

,,Fünf!"

Fuck.

Das war die Bestätigung, die seinem Hirn endgültig fehlte, um die Zahnräder in Gang zu setzen.

Du und schwanger? Von ... Ihm?

,,Fünf, huh?
Das ist unmöglich ... (y/n) konnte nicht ...

Warum lässt sie die kleine hier? Und was hast du verdammt nochmal damit zu tun?"

Was sollte er nun mit dieser reizüberflutenden Information anfangen?
Wenn du wirklich sein Fleisch und Blut warst, was sollte er jetzt machen?
Und wo zur Hölle warst du abgeblieben?
Dachtest du ernsthaft so könntest du ihm seine Tochter unterjubeln?
Diese Aktion passte so gar nicht zu dir ...

,,Sie ist tot, Rindou."

.

.

.

Er erstarrte regelrecht, als ihn Kokos Worte erreichten, aber nicht ganz realisierte.

Damals vor fünf Jahren Der selbige Tag, an dem er ging und sich mit Sanzu in einem von Bonten's Hideouts traf sagte der Pinkhaarige eines klar und deutlich nach der hiesigen Diskussion mit ihm:

,,Soll diese Bitch doch krepieren.
Mikey wollte es sowieso von Anfang an."

Was für eine fucking Ironie, oder?

Ich meine wer erzählt eine Story über die Toten, richtig?
Du musst am Leben sein, um diese - deine Geschichte - erzählen zu können ...

Aber ... Das warst du nicht.

Und sie lebten glücklich bis an ihr Lebensende.
Hab ich das nicht erzählt?

Nur leider war das Leben nicht, wie in einem Märchen und dein Prinz kein Heiliger.

Da fällt mir spontan die Fabel Geschichte zu Dornröschen ein.

Der Prinz fand dieses Mädchen unter 100 - Rindou fand dich.
Du, die sein Gegenteil war und trotzdem sein Spiegel.
Eine Frau, die ihn wirklich zum Lachen bringen und gegenüber er sich öffnen konnte.
doch ... Das hier war kein Märchen.

Es war die nackte kalte Wahrheit - seine Realität, in der du kein Teil mehr von ihm warst.
Nie mehr sein würdest.
Nichts weiter als eine entfernte Erinnerung an Zeiten in denen ihr ... Aufrichtig liebtet.

Damals wolltest du kein Gehirnloser Zombie sein der zu allem Ja und Amen und den Nachrichten im Fernseher glauben.
Wolltest nicht einer dieser Frauen sein, die sich irgendeinen Mann mit einem unbedeutenden Doktor Titel angeln und in irgendeinem Kinderfreundlichen Vorstadt Viertel mit Helikopter Müttern Enden.

Damals, damals wolltest du Frei sein.
Unabhängig.

Doch lustigerweise dachtest du im letzten Augenblick nur daran, wie es mit Rin und eurer Tochter in genauso einem Kaff weit weg von Brutalität und Mord und Kriminalität wäre und dem Klatsch und Tratsch zu lauschen, während du ... Glücklich warst.

Nicht wegen dem Drum und Dran, sondern weil du mit dem Wichtigsten auf dieser Welt vereint wärst.

Deiner Familie.

,,Woran?"

,,Herzversagen.
Sie wusste das sie stirbt und hat sich an mich gewandt."

,,Und du hast ihr einfach so geholfen, weil du ein netter Typ bist, hm?"

Es geht hier nicht um mich, sondern um sie. Ging es immer.

Waren deine Worte an ihn als ihr jedes Risiko erwischt zu werden abwiegt.

,,Das wichtigste war für sie ihre Tochter, die du eigentlich gar nicht zu Gesicht bekommen solltest.
(Y/n) bezahlte mich dafür das ich jemanden finde der Kana nimmt, wollte aber keine Behandlung wegen ihrer Krankheit, weil es auch keine bestehende Hoffnung auf Heilung gab."

Das kann nicht sein.

Es durfte nicht sein ...

Nun, Drogen konnten einiges Zerstören und davon blieb auch leider Gottes dein Körper nicht verschont.
Lange Zeit warst du diesem Gift ausgesetzt und rächte sich zum Ende hin.

Unfähig darauf zu antworten, schleppte er sich auf die Couch zu seinem Bruder - vor seiner Tochter - die einen Stift in der Hand hielt und die beiden ganz genau beobachtete.

,,Solltest du nicht irgendwas zu ihr sagen?"

Und was? Was sagte man denn einem kleinen Mädchen, welches man zuvor noch nie sah und sich dann auch noch als eigenes Bündel herausstellte?

Verdammt, er war ein beschissener Gangster und kein Vater.

Dann ... Auf einmal streckte sie Ran frech die Zunge raus und drehte sich einfach wieder zum Tisch, um weiter zu zeichnen.

,,Ahaha~ Das Temperament hat sie eindeutig von ihr."

,,Ich mag euch nicht. Ich mag nur Koko.
Weil er mich an Kokosnüsse erinnert."

Und die liebte Kana.
Selbst seine weiße Mähne glich dieser Frucht.

,,Ganz reizend, deine Mutter hasste deinen Papa auch, was ein Zufall."

Sie war ein offenes Mädchen, laut, redegewandt, Kontaktfreudig und lachte sehr viel.
Und keinesfalls Aggressiv oder Grausam zu ihren Mitmenschen.
Kurzum das komplette Gegenteil ihres Vaters, der völlig überfordert mit dieser Situation schien.

,,Tat sie nicht! Und ich will wieder zu ihr!"

Ja, und er war nicht wirklich der Einzige in diesem Raum, der so in der Luft hing.

Kana knallte den Stift auf den Tisch und rannte ins nächstoffenstehende Zimmer, denn irgendwie ... hatte sie sich die beiden, trotz Kokos Vorwarnung, ganz anders Vorgestellt.
Alles was sie wollte war jemanden zu haben, der eine Familie für sie darstellte und dann bekam sie diese zwei ...
Und anstelle von Geborgenheit und dem Gefühl erwünscht zu sein fühlte sie ... Was eigentlich genau?

Schmerz, alles ein Riesen durcheinander von undefinierbaren Gefühlen prasselten auf das kleine Ding ein und ließ die dicken Tränen fließen, während Rindou aus einem natürlichen Instinkt heraus aufstand und zu ihr wollte.

,,Rin. Als Mutter starb, was hab ich da getan?"
Er stoppte, als sein Bruder ihn in seiner sitzenden Pose verweilend ansprach.
,,Beschütz sie."

Beschützen ... Das hatte er auch bei dir versucht und scheiterte kläglich daran.
Wie zur Hölle sollte er also dieses kleine Wesen schützen können, das bedröppelt auf seinem Bett saß, schluchzend, während sich ihre Fingerchen in den Stoff krallten.

Was sollte er tun? Er selbst sein? Das könnte wohl oder übel gewaltig nach hinten losgehen, denn der einfühlsamste war Rindou nicht gerade.

Rin seufzte als er sich langsam neben ihr auf die Kante niederließ.

Es war ... auf so vielen Ebenen komisch und zugleich einfach nur überwältigend, sie aus nächster Nähe zu betrachten und sich wirklich in ihr zu erkennen.

Eins zu eins.

Die blonden Haare, dieselben violetten Irden, die ihn anfunkelten und dieser ... stoische Blick.
Als hätte man ihm den Spiegel vor die Nase gehalten und mit diesem die unverblümte Wahrheit.

Sie war seines.
Und daran bestand überhaupt kein Zweifel.

,,Was ist? Du kannst ruhig mit mir reden."

Natürlich, die Frage war nur, wie?

,,Du nimmst ja kein Blatt vor dem Mund, was Kana?"

,,Hm, natürlich nicht. Mama sagte, dass es eine gute Eigenschaft ist, frei zu sagen was man denkt."

Er konnte nicht anders, als zu schmunzeln und sich dabei willkürlich an dich zu erinnern.

,,Ja, klingt ganz nach ihr."

Und als wäre es das nicht genug haute sie noch einen drauf was ihn um ehrlich zu sein kein Deut wunderte, aber...

,,Sie sagte du wärst total unlustig."
... dennoch sprachlos machte.
,,Aber ich find's ok. Ich sehe dich trotzdem als meinen Papa an."

Eigentlich müsste der Klos in seiner Kehle größter und größer werden, doch raus bekam er nur ein kehliges Lachen.

Bis ...

,,Was hat dir Mama bedeutet?"

... ihre Frage ihn mitten ins Herz traf.
So oft redete er sich selbst ein, dass du nichts zu seinem Leben beitrugst, nur um dich zu vergessen.
Nächte, in denen er mit Ran unterwegs war und sich abschoss - alles, um dich aus seinem Schädel zu bekommen, um sich diese eine Sache nicht eingestehen zu müssen:

,,So viel, dass ich dich in meinem Leben haben will."

Und das Funkeln samt dem breiter werdendem lächeln ihrerseits ließ seinen Blick weicher werden, doch die Zweifel, die ihn übermannten wie eine riesige Sturmflut blieben weiter bestehen.

,,Ich wusste das du kein schlechter Mensch bist."

Na ja, Ansichtssache ...

So oder sowas ähnliches hättest du wahrscheinlich auch gesagt mit dem kleinen Unterschied das du ihn kanntest und wusstest zu was er fähig sein konnte.

Wortlos stand er auf und sie beobachtete, wie Rin zum großen Wandschrank ging, um nach wenigen Handgriffen etwas herauszufischen und ihr in die kleinen Hände zu drücken.

Sein altes Stofftier was nach all den Jahren mehr mitgenommen aussah als ein Überfahrenes ... Na ja, Ding eben.

,,Du bewahrst das verstaubte Teil immer noch auf? Ich hätte es schon längst weggeworfen, wäre es dir nicht so wichtig gewesen."

Im Türrahmen mit beiden Händen in den Hosentaschen lehnend beobachtete Ran das ungewohnte Szenario vor seiner Nase.

Rindou schleppte den Stoffhasen als Kind wirklich überall mit hin.
Durch sämtliche Pfützen, wenn es mal wieder, wie sau regnete.
Durch den Schnee.
Und durch das gesamte Haus, während Ran ihn brüllend jagte.

Er nannte das stinkende Ding liebevoll Cutn eye Joe, weil ihm irgendwann das linke Auge verloren ging.
Sein kleiner Bruder allerdings fand es gar nicht so witzig wie er.
Heute belächelte Rin das ganze bloß noch.

,,Mir gefällt es! Nicht alles was kaputt ist muss man ersetzen, Onkelchen."

Und wieso klang es schon wieder so nach dir.
Du hattest wirklich gute Arbeit geleistet, in Anbetracht der ganzen beschissenen Umstände.
Er hat dich allein gelassen ... Schwanger ... Mit nichts und du schafftest es trotzdem ihr wertvolle Sachen mit auf ihren Weg zu geben.

,,Pass auf sonst fress' ich dich. Kleine Kinder sind meine Lieblingsspeise."

,,Ran ...", seufzend schloss er einmal seine Augen.
,,Er ist gar nicht so übel wie er tut."

,,Nicht? Da würden die 200 unter der Erde jetzt was anderes sagen.", kicherte der Gangster was ihn einen genervten Blick von Rin einheimste.

,,Ich hab keine Angst. Ich mag ihn bloß nicht."

Tja, was sollte er da noch ergänzen?

,,Das kann ich nachvollziehen."

,,Huh? Dieser verrat schmerzt, Brüderchen."

Ran nervte ihn manchmal mehr, mal weniger, doch jetzt überschritt er tatsächlich eine gewaltige Grenze mit seiner Aussage.

,,Dann hör auf so eine scheiße vor meiner Tochter zu reden."

Für beide war das hier absolut Neuland gebiet und sein Bruder, nun ja war nun mal in vollen Zügen Er selbst.
Er achtete nicht auf seine Umgangssprache ganz zu schweigen von dem was er plapperte.

Aber Kana war aus anderem Holz geschnitzt.
Sie interessierte sich irgendwie nicht wirklich dafür.

,,Fürs Fluchen bekomme ich 600¥."

,,Sie hat sich an meinem Bekannten auch schon eine goldene Nase verdient."

Bemerkte Koko im Hintergrund an.

,,Sag mal, wie lange kennst du meine Tochter schon?!"

Keine Ahnung wieso oder warum, aber Rindou störte etwas ganz gewaltig an diesen Punkt.
Du warst kein leichtes Mädchen und auch keine, die jeden an sich ranließ, dass checkte er ziemlich schnell, also betete er einfach nur dafür das Koko und du-

,,Es ist nicht wie du denkst ich hatte nichts mit (y/n)."

Erleichterung.
Da war ein Funken Erleichterung zu spüren.
Trotzdem ... Der Weißhaarige kannte Kana anscheinend ziemlich gut während Rin vor einer Stunde nicht einmal von ihrer Existenz wusste.

Tsk.

Ja~ es kotzte ihn regelrecht an.

,,Ha, was ein Lügner.

Hey~"

Rin haute seinem Bruder gegen die Brust.

,,Für Gewalt Anwendungen bekomme ich das doppelte.
Man muss so ein Problem nämlich sofort angehen.", sagte sie völlig beiläufig mit einem Hopser vom Bett und Ran tätschelte der kleinen beim vorbei gehen den Kopf.

,,Braves Mädchen.
Ich werde jetzt einfach der nette Onkel sein und dir anstelle deines Papis das Geld geben."

Was ein Schleimer.

,,Hmhh~ DEAL."

...

Wie Bestechlich Kinder doch waren.

,,Magst du was essen, Kana?"
Sie zögerte etwas, während er Richtung Küche ging und ihren Magen aus dieser Entfernung grummeln hörte.
,,Komm, ich mach dir Pancakes."

,,Ich mag nur die von Mama.", tapste ihm das Mädchen Stirnrunzelnd hinterher.

,,So? Rat mal von wem sie das Rezept hat."

Ja, ja, so ungleich die beiden waren, Papa und Tochter blieben sie trotzdem und während sie lächelnd den Hocker erklomm, so bemerkte er neben ihrer fehlenden Zahnlücke eines ganz deutlich - Zuneigung.

Das ... glaubte er zumindest zu spüren.

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Es sollte eigentlich gar nicht so weit kommen, aber die beiden sahen sich danach noch öfters.

Unter sehr, sehr vielen Bedenken. Schließlich gehörte er immer noch Bonten und somit der gefährlichsten Kriminellen Organisation an.

War es verwerflich?
Definitiv.

Gefährlich?
Aber sowas von.

Unverzichtbar?
Nein ...

Kana lebte zwar nicht bei ihm, sondern auf deinen Wunsch hin bei Kontakten aus Kokos Vergangenheit, aber sie brauchte ihn.

Jetzt wo sie dich nicht mehr hatte, brauchte sie wenigstens ihren Vater.

Wenigstens einen Teil ihrer kleinen Familie.

,,Du gehst noch komplett in dieser Vaterrolle auf, wenn du nicht aufpasst."

Unglaublich das Rin sowas einmal denken würde, aber wie Kana, nachdem sie nach einem langen Tag, auf ihm einschlief, konnte er es einfach nicht mehr verleugnen - vielleicht, nur vielleicht kämen irgendwann sowas wie Väterliche Gefühle in ihm auf.

Denn ... Sie war das Einzige was du ihm vermachtest.
Seine Erinnerung an dich.

,,Halt die Klappe."

So friedlich, wie sie sich immer mehr an den Gangster ankuschelte war dieser eher überfordert mit der Situation und doch pochte sein Herz schneller als bei einer Tachykardie.

,,Was hast du jetzt eigentlich genau vor? Mit dem ganzen hier?"

,,Keine Ahnung, schätze ich werd's versuchen."

Sie war all das hier wert.
Bestimmt.
Das sagte er sich und so musste es sein.

Wenn Rin dich schon nicht halten konnte dann wenigstens eure Tochter.

,,Normalerweise würde ich ja sagen, ist nicht unser Problem, aber sie ist meine Nichte.

Und ich mochte (y/n) irgendwie.

Die Kleine hat eine Familie verdient.
Das was wir nie richtig hatten.
Außerdem ist sie eine Haitani, dein ... Fleisch und Blut. Mir bleibt nichts anderes übrig als sie zu beschützen."

Merkwürdig, wie die zwei eiskalten Monster dort mit ihr saßen und darüber nachdachten sie vor Mikey geheim zu halten.

Aber ... Sowas tat doch ein Vater, oder nicht?
Sein Kind von allen Gefahren fernhalten.

Wir erzählen Kindern so viele Lügen.
Tag für Tag und ob unterbewusst oder nicht, sollte sowas nicht sein.

Du allerdings erzähltest Kana keine einzige.
Außer vielleicht eine.
Diese eine über euch.

Dann als sie nach ihm fragte.

,,Papa ist beschäftigt, süße und irgendwann wirst du es verstehen."

Irgendwann wirst du ihn bestimmt treffen, wenn du alt genug bist.

,,Aber ich will ihn sehen."

Warum du ihr nicht die Wahrheit sagtest?
Weil du nie ganz mit ihm abschließen konntest und immer an dieser lächerlichen Idee von euch beiden festhieltest.

Jede Berührung jeder Kuss am Morgen und jede einzelne Silbe vermisstest du an diesem Mann und er ... tja, er starb innerlich ein bisschen mehr wann immer seine Augen zufielen und das Einzige was er sah du warst.

Lächelnd, Wütend, belustigt.
An jedes kleinste Detail erinnerte er sich.

Und an jedem davon zerbrach er innerlich ganz für sich allein.

Gott, wie er dich vermisste.

Eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit, welches du erst möglich machtest.

Und plötzlich war da sie, das kleine Wesen auf seinem Schoß was vielleicht nach ihm aussah, aber definitiv deine Eigenschaften teilte.

Ob sie also jemals die klaffende Wunde seines Herzen heilen könnte, würde sich zeigen.
Er zumindest wollte alles Erdenkliche dafür tun Kana aus sämtlichen Risiken rauszuhalten und bei sich zu haben.

Also war es im Endeffekt doch die Liebe - dein ganz eigenes Märchen - was ihr gemeinsam erlebtet.

Alles andere als perfekt und doch real.

Denn Kana war tatsächlich der lebende Beweis dafür.

,,Hey, Lady?"

,,Rin."

Dein Lächeln Wärmer als alle Sonnenstrahlen, die seine Haut durch die Bäume trafen.

Eine entfernte Erinnerung an die Zeit, wo du für ihn in greifbarer Nähe warst.

Und jetzt ...

,,Papa?"

Gilt seine Aufmerksamkeit ihr.

,,Kana."

,,Darf ich heute hier schlafen?"

Er würde alles davon für immer in seinem Herzen behalten, genau wie dein Vermächtnis.

Das Resultat eurer Liebe.
Dein kleines Wunder und sein aller größtes Geschenk im Leben.

𝐄𝐮𝐫𝐞 Tochter.

Chapter 7: Sanzu Haruchiyo・𝖡𝖾𝗒𝗈𝗇𝖽 𝖦𝗈𝗈𝖽 𝖺𝗇𝖽 𝖤𝗏𝗂𝗅

Notes:

𝐎𝐤𝐚𝐲.

𝐄𝐢𝐠𝐞𝐧𝐭𝐥𝐢𝐜𝐡 𝐡𝐚𝐛𝐞 𝐢𝐜𝐡 𝐝𝐚𝐬 𝐠𝐚𝐧𝐳𝐞 𝐤𝐮𝐫𝐳 𝐠𝐞𝐡𝐚𝐥𝐭𝐞𝐧, 𝐰𝐞𝐢𝐥 𝐢𝐜𝐡 𝐞𝐬 𝐢𝐫𝐠𝐞𝐧𝐝𝐰𝐨 𝐧𝐢𝐜𝐡𝐭 𝐦𝐞𝐡𝐫 𝐚𝐮𝐬𝐠𝐞𝐡𝐚𝐥𝐭𝐞𝐧 𝐡𝐚𝐛𝐞.
𝐌𝐞𝐢𝐧 𝐠𝐚𝐧𝐳𝐞𝐬 𝐇𝐞𝐫𝐳𝐛𝐥𝐮𝐭 𝐟𝐥𝐢𝐞ß𝐭 𝐠𝐞𝐫𝐚𝐝𝐞 𝐚𝐮𝐬 𝐯𝐞𝐫𝐬𝐜𝐡𝐢𝐞𝐝𝐞𝐧𝐞𝐧 𝐆𝐫𝐮̈𝐧𝐝𝐞𝐧 𝐝𝐮𝐫𝐜𝐡 𝐝𝐢𝐞𝐬𝐞𝐧 𝐨𝐧𝐞𝐬𝐡𝐨𝐭 𝐮𝐧𝐝 𝐢𝐜𝐡 𝐠𝐥𝐚𝐮𝐛' 𝐦𝐞𝐢𝐧 𝐇𝐞𝐫𝐳 𝐡𝐚𝐭 𝐣𝐞𝐭𝐳𝐭 𝐧𝐮𝐫 𝐧𝐨𝐜𝐡 𝐞𝐢𝐧 𝐠𝐫𝐨̈ß𝐞𝐫𝐞𝐧 𝐊𝐧𝐚𝐱 :')

𝐔𝐧𝐝 𝐞𝐬 𝐢𝐬𝐭 𝐞𝐢𝐧𝐞 𝐀𝐔, 𝐰𝐞𝐢𝐥 𝐢𝐜𝐡 𝐝𝐞𝐧𝐤𝐞 𝐞𝐬 𝐩𝐚𝐬𝐬𝐭 𝐡𝐢𝐞𝐫 𝐞𝐢𝐧𝐟𝐚𝐜𝐡 𝐛𝐞𝐬𝐬𝐞𝐫 𝐳𝐮. 𝐄𝐢𝐧𝐞, 𝐢𝐧 𝐝𝐞𝐫 𝐇𝐚𝐫𝐮 𝐬𝐨 𝐰𝐚̈𝐫𝐞, 𝐰𝐞𝐧𝐧 𝐚𝐥𝐥𝐞𝐬 𝐞𝐢𝐧 𝐰𝐞𝐧𝐢𝐠 𝐚𝐧𝐝𝐞𝐫𝐬 𝐯𝐞𝐫𝐥𝐚𝐮𝐟𝐞𝐧 𝐰𝐚̈𝐫𝐞. 𝐄𝐫 𝐰𝐢𝐫𝐝 𝐡𝐢𝐞𝐫 𝐚𝐧 𝐦𝐚𝐧𝐜𝐡𝐞𝐧 𝐒𝐭𝐞𝐥𝐥𝐞𝐧 𝐚𝐥𝐬𝐨 𝐞𝐭𝐰𝐚𝐬 𝐎𝐂𝐂 𝐰𝐞𝐫𝐝𝐞𝐧 𝐛𝐞𝐳𝐢𝐞𝐡𝐮𝐧𝐠𝐬𝐰𝐞𝐢𝐬𝐞 𝐬𝐨, 𝐰𝐢𝐞 𝐢𝐜𝐡 𝐢𝐡𝐧 𝐦𝐢𝐫 𝐯𝐨𝐫𝐬𝐭𝐞𝐥𝐥𝐞, 𝐰𝐞𝐢𝐥 𝐞𝐫 𝐦𝐢𝐫 𝐞𝐢𝐧𝐟𝐚𝐜𝐡 𝐝𝐢𝐞𝐬𝐞 𝐠𝐞𝐰𝐢𝐬𝐬𝐞𝐧 𝐯𝐢𝐛𝐞𝐬 𝐠𝐢𝐛𝐭.

𝐎𝐡, 𝐮𝐧𝐝 𝐰𝐞𝐫 𝐢𝐦 𝐌𝐚𝐧𝐠𝐚 𝐚𝐮𝐟𝐠𝐞𝐩𝐚𝐬𝐬𝐭 𝐡𝐚𝐭 𝐰𝐢𝐫𝐝 𝐰𝐢𝐬𝐬𝐞𝐧 𝐰𝐚𝐫𝐮𝐦 𝐢𝐜𝐡 𝐝𝐢𝐞𝐬𝐞 𝐛𝐞𝐬𝐭𝐢𝐦𝐦𝐭𝐞 𝐅𝐫𝐞𝐮𝐧𝐝𝐬𝐜𝐡𝐚𝐟𝐭 𝐠𝐞𝐰𝐚̈𝐡𝐥𝐭 𝐡𝐚𝐛𝐞 𝐚𝐥𝐬𝐨 𝐥𝐞𝐭'𝐬 𝐠𝐨 ;)

Chapter Text

𝗗𝗿𝘂𝗴𝘀 | 𝗦𝗹𝗶𝗴𝗵𝘁 𝗔𝗻𝗴𝘀𝘁 | 𝗠𝗮𝗻𝗴𝗮 𝗦𝗽𝗼𝗶𝗹𝗲𝗿

• • • • • • •

Der Wind durch seine Haare.
Die Sonne auf seiner Haut.

Und die Musik, die durch seine Kopfhörer in seine Ohren Drang, während das Adrenalin durch seinen Körper schoss.

Es war einfach unbezahlbar.

Dieses Gefühl.
Diese Geschwindigkeit.
Dieses Leben.

Er war Er.
Wann immer er mit seinem Board damals durch die Straßen von Shibuya bretterte.

Haruchiyo tat das was er wollte nicht das was andere von ihm verlangten.

Allerdings war es nicht immer so gewesen.
In seiner Kindheit musste er vieles dafür in Kauf nehmen, um so zu werden, um diese Einsichten zu bekommen und auch zu wahren.

Was bei diesem Bengel meistens eher so schlecht als recht funktionierte.

Ja, sich sogar als fucking Herausforderung herausstellte.

Die nichts ... aber auch gar nichts im Vergleich zu dieser, die noch kommen sollte.

Und es würde weh tun.

Es würde die größte Herausforderung seines und deines Lebens werden.

Alles gottverdammte auf die Probe stellen und dazu zählte auch eure "Beziehung".

Aber ...

Fangen wir erst mal klein an.
Fangen wir mit eurer Geschichte an.

Ihr wart beide immer noch diese Teenager.

Mit 25 und mit seinen 27 Jahren.
Man war eben nur so alt wie man sich fühlte, nicht?
Daran gab es gar nichts auszusetzen.

Alles um euch herum wandelte sich nur ihr zwei bliebt jung.
Jung, zielstrebig, verrückt, im Herzen ein Kind und doch ernst, wenn es nötig war.
Während so gut wie fast alle eurer Freunde schon Kinder bekamen, heirateten, machtet ihr euer Ding.

Eure Hobbys die ihr auslebtet.

Und so fing es auch an.
An diesem einen Abend, dieser einen Nacht.
Dieses aufeinandertreffen.

Schicksal.

Würdet ihr euch noch öfters denken.

Und irgendwie war es das auch.
Euer ganz eigenes welches ihr formtet und schriebt.
Mit ... Hürden.

Manches Glück entstand eben nicht sofort.

Aber es fing hier an.

Hier zwischen den ganzen Menschen in diesem Park.

Da wo sich deine beste Freundin bei über 25° pfeifend mit ihrem Board verabschiedete, weil sie deinen Blick zu ihm ja genau sah und diese ... wie nannte sie es ... Spicy Verbindung zwischen euch genau spürte.

,,Willkommen im fucking Californication, (y/n). Da wo Träume wahr werden! Vielleicht findest du heute dein Glück, süße."

Genau dann, als Haru auf seinem Board an dir vorbeifuhr.
Die Pipeline am Wasser entlang auf das der Sonnenuntergang traf und blau mit dem Orange der Sonne verschmolz.

So Atemberaubend schön.
Ganz gleich ob der Junge oder die Natur vor dir.

Beide strahlten etwas so Einzigartiges aus, dass du einfach hinsehen musstest.
Es war sicherlich nicht das erste Mal, dass du ihn sahst.
Eher so das siebte oder achte Mal.

Mit jedem von euch flüchtigen Blick den ihr dem anderen schenktet besser.

Und letzten Endes

,,Was schreibst du da eigentlich die ganze Zeit, wenn ich so blöd fragen darf?"

,,Äh.
Na ja, nichts Besonderes. Gedanken und so."

als er sich zu dir auf die kalte Stein Erhöhung setzte.
Mit dieser aufgeweckten und doch ruhigen Stimme war es dann fast komplett um dich geschehen.

Du weißt es noch, weißt noch ganz genau wie sehr seine Worten neben der Musik aus Deinem Display gesplitterten Handy in deine Ohren drang.

Als wäre es erst gestern gewesen ...

... bessere Zeiten.

,,Gedanken?
Hm.
Kann ich hier mit einer neuen J.K Rowling oder Stephen King in weiblich rechnen?"

Das Wunderte dich jetzt wirklich.
Also neben dem Skaten auch noch ein Bücherwurm? Dabei sah er nicht wirklich brennend interessiert an sowas aus.
Deine Familie würde ihn mit diesem oversized Hoodie und den kaputten Converse wahrscheinlich als loser, einen Satanisten oder noch schlimmer als einen Rowdy bezeichnen und diesem kurzen Punker Haarschnitt zusammen mit seinen gepiercten Ohren waren wahrlich der Krönende Abschluss des Meisterwerkes eines Bildes.

Für dich perfekt für gewisse andere nun ja ...

Deine Oma wäre begeistert ...

,,Eher mit einer Anna Todd."

,,Sowas schreibst du also?"

Interessant.

,,Was? Nein.

NEIN!

Ich mein, vielleicht ... 'nen bisschen."

,,Ich verurteile dich nicht. Ist doch cool. Schreib doch was du willst."

,,Ja, ich ... Danke?"

Ja ... er bemerkte deine ... kurze Verwirrung.
Klar, wenn man für das was man tat, eigentlich nur die negativen Reaktionen kassierte.

Aber er, er fand es tatsächlich beeindruckend könnte man so sagen.

,,Aber ernsthaft, was wird es?"

Ganz schön neugierig, was?
Und normalerweise würde der junge Akashi es nicht fragen, aber du warst hier nicht die Einzige, die schon länger beobachtete.
Aus der Ferne.
Mal von nahen.
Aber immer mit so einem Abstand das es keinem von euch wirklich auffiel.

Du anscheinend viel zu vertieft mit dem was du eben mit am besten konntest und er ebenso.

,,Ein drittklassiges Buch, wenn's fertig ist denke ich."

Es war schon immer ein Problem von dir.
Diese schlechten Ansichten dir gegenüber.
Die nicht mal Sinn ergaben, aber dir halfen nicht so enttäuscht von etwas zu sein, wenn es nicht sofort oder gar nicht hinhaute.

,,Ziemlich selbstkritisch.
Wenn's so weit ist will ich es als erster lesen, um sagen zu können, dass es richtig gut ist."

,,Du- was? Ich mein, du kannst doch nicht so von etwas überzeugt sein was du nicht kennst."

,,Kann ich."

,,Nicht dein Ernst."

Seine nach oben zuckenden Schultern neben seinem fast schon gelangweilten ,,Doch" waren Aussage genug, um zu bemerken, wie ernst er das meinte.
Viel zu ernst wahrscheinlich und dich wunderte seine Offenheit immer mehr.
Oder eher war es Bewunderung.
Das wusstest du noch nicht so ganz.

,,So ... Du skatest also auch, wie ich sehe?"

Nickend zu deinem angelehnten Board welches die ein oder anderen Gebrauchspuren von den wohl schönsten Momenten in deinem Leben aufwies.

Von deinen Stürzen.
Von den Tricks.
Von den unzähligen Nachtfahrten, oder die Richtung Sonnenuntergang und sogar Aufgang.

Du hattest mehrere bei dir daheim an der Wand deiner "Legenden" hängen, aber dieses hier, dieses war mit Abstand dein liebstes.

Nicht die beste Kurvenlage, nicht perfekt, aber dein comfort Board mit dem du dich am wohlsten fühltest.

Perfekt unperfekt.

Du liebtest es.
Ob Mensch oder Gegenstände - es machte für dich alles einzigartiger.

,,Man munkelt ich tu nur so."

Zwinkertest du, während du deine Mappe zuschlugst und mit einem hops wieder Boden unter den Füßen spürtest.

,,Komisch ich auch. Ich kann's eigentlich gar nicht.", meinte er nur Schulterzuckend, während er es dir gleichtat.

,,Also der große Poser, was?"

,,Der größte den du je gesehen hast.

Lass irgendwann mal zusammenfahren, ja?"

,,Warum?"

Das meintest du keineswegs negativ oder wolltest es so klingen lassen, die Neugier überwiegte aber und dieses ,,Warum" hing dir so penetrant in deinem Kopf fest.

Und ohne darauf irgendwie zu antworten, es überhaupt in Erwägung zu ziehen ...

,,Weißt du was? Meine Freunde und ich hängen hier heute Abend wieder ab. Komm auch, wenn du Lust hast."

... sagte er das.

Diese Neugier.
Diese blöde Neugier packte dich.
Diese nach dem Warum.
Und diese, um herauszufinden wer er nun war.

Also vielleicht hatte deine Freundin Becks ja recht.
Ja ... Becks wie Becks das Bier.
Mit dem ihr sonst immer beisammen saßt und die ... alten Jugendgeschichten auch genannt Jugendsünden auspacktet.

Du warst wirklich ein schrecklicher Teenager und hast deinen Eltern schon vorzeitig Graue Haare beschert, die deine Mutter heute so verfluchte.

,,Ich bin noch keine Oma, scheiße noch mal" fauchte sie immer, während sie von ihrer Mutter wegen ihrer Aussprache eins über den Deckel bekam.
Vielleicht auch minimal, weil sie sich beleidigt fühlte.

Wie auch immer.
Ob es nun dein Glück, seines, eures war sollte sich also noch herausfinden.

Urkomisch war es allemal, da lebte man seit einem Jahr hier in Long Beach und kaum endecktest du diesen Ort zum Schreiben trafst du auf diesen Typen mit pinkem Haar.

Zufall? Das ihr ausgerechnet beide von Japan hier her zogt, um neu anzufangen?
Du mit 'ner Freundin und er aufm Roadtrip mit seinen Freunden.

Tja und damit fandest du dich mit deinem Longboard am späten Abend auch wirklich auf dem Weg zu ihnen wieder.
Keine Ahnung was dich erwartete, aber als du dort am Wasser ankamst - die Musik bereits so präsent in deinem Kopf verankert mit dem Duft der Holzkohle in deiner Nase gepaart - fiel schon mal dein erster Gedanke, den du mit dir rumschlepptest.
Wer waren seine Freunde?

Anscheinend so cool, wie er, denn einer von ihnen stellte sich völlig offen und auf Respektvolle Weise bei dir vor.

,,Du musst also sie sein, die Haru erwähnte.
Wollte es nicht so wirklich glauben, aber tja. Die Beschreibung passt auf jeden Fall.

Baji Keisuke."

,,Wirklich? Schätze hier steh ich nun live vor dir.

(L/n) (y/n)."

,,Freut mich.", grinste er leicht welches seine Eckzähne zum Vorschein brachten.
,,Haru ist auf der anderen Seite, da beim Steg. Komm mit."

Verwirrung traf es hier mal wieder ganz gut.
Sie wussten also von dir?
Was irgendwie creepy und auf der anderen Seite interessant(?) war.

Dein Brett quer hinter deinem Rücken schleppend, deine Hände das raue Grip erfühlend, folgtest du dem Typen mit den langen Haaren.
Vorbei an wahrscheinlich genau den Freunden die ... Haru(?) erwähnte, bis ihr euch von der Menge entferntet und du durch die Beleuchtung bereits zwei Personen endecktest.

Lachend.
Eine davon ziemlich laut und aufgedreht während vom anderen nur ein leichtes Kichern ertönte.

Seines.

Und obwohl du es heute zum aller ersten Mal hörtest, erkanntest du es bereits.

,,Wow~ Du hast nicht gelogen.", trällerte der Mann neben dem pinkhaarigen, der seine Arme lässig über das hölzerne Geländer baumeln ließ.

,,Genau dasselbe habe ich mir gerade auch gedacht.", dann Baji.

,,Tsk. Wieso zum Teufel sollte ich denn auch?"

,,Na ja, aus offensichtlichen Gründen."

Aus so, so vielen.

Aber wenn es einer sein sollte, dann dieser hier - Akashi hatte 'ne Klappe so groß wie Waka sein Ego.
Manchmal.
Neben seinen ruhigen Momenten provozierte er auch gerne mal, woran seine kleine Schwester definitiv nicht ganz unschuldig war.
Sie konnte nämlich schon immer gut die 31er Karte ausspielen und unter Geschwistern musste man sich ja irgendwie, irgendwo beweisen.
Oder eher lernen sich zu wehren.

,,Sagt mein Schwesterherz auch immer."

,,Apropos, wo ist sie eigentlich? War sie nicht bei dir, Baji?", fragend stieß sich der blonde von dem splittrigen Holz ab.

,,Zur Hölle nein. Ich bin nicht ihr Aufpasser, Idiot."

,,Aber ich."

Dieses seufzen vom schwarzhaarigen war abzusehen.
Also wirklich abzusehen.

Mikey und Senju ... Das da was zwischen ihnen lief sah 'nen blinder aus 20 km Entfernung.
Was Haruchiyo eher so quer im Magen hing.

Auch aus so vielen verschiedenen Gründen.
Alles was er wollte war das Beste für beide.
Aber sein Freund war ... Schwierig.

Das es mal die ein oder andere Schlägerei gab sollte er dir gegenüber vielleicht niemals erwähnen, wenn er den guten Schein wahren wollte.
Lieber Klappe halten und erst denken dann reden.

,,Keine Ahnung wer von euch beiden hoffnungsloser ist. Du, Mikey oder unser Spezialist für Müll, Haruchiyo."

Die schlechten Erfahrungen in Sachen Liebe sprachen da ganz für sich.
Eine Katastrophe nach der anderen.
Eine Freundin, die ihm am liebsten im Schlaf erwürgt hätte.

Dabei hatte er sie nur nicht in diesem viel zu überteuerten Kleid zum zehnten Mal so gelobt wie sie es sich in ihrem komischen Köpfchen zurechtlegte.
Einmal reichte doch wohl ...

Psycho Bitch nannte sie Senju immer und ja, recht hatte sie nun mal.

,,Man, geht endlich. Meine Schwester ist wahrscheinlich bei Yuzuha und Ema."

,,Ja, ja. Wir lassen dich mit deinem Date schon allein."

,,Viel Spaß~, Haru-chin."

Innerlich schämte er sich gerade nur für beide. Was solltest du jetzt von ihm halten?

Na, genauso viel wie vorher, denn dir ging das ganze so ziemlich am Königlichen Arsch vorbei.

,,Sorry, die beiden können manchmal übertreiben."

,,Schon okay, ich find's witzig. Scheint 'ne ziemlich gute Freundschaft zu sein."

Das war es.
War es definitiv seinem Schmunzeln nach zu urteilen.

So wie sie wenig später beisammen am Feuer saßen, ihm und seiner Schwester beim jammen auf der Gitarre lauschend, während sich eure Blicke immer wieder trafen.

Du hättest es der Wärme der Flammen oder dem bisschen Alkohol in deiner Blutbahn anrechnen können, aber deine Wangen glühten bei diesem Anblick.

Jahrelang gingen sie alle durch dick und dünn.
Jahre, die er nicht missen und sie immer an seiner Seite haben wollte.

So am besten für immer.

Für immer ... war schon ein großes Wort und klar wünschte man es sich, aber realistisch gesehen ... tja.

Lebe immer den Moment heißt es und könnte einer von diesen Tumblr Sprüchen sein, doch was Wahres war ja schon dran.

Haru wollte irgendwann auf sein Leben zurückschauen und sagen er bereue nichts davon.

Keine einzige Sekunde und Minute.

Keine Menschen bereuen, die er in sein Leben ließ und ja, dazu zählte er auch dich.

Nach wenigen Wochen der Zweisamkeit.
Nach all den tiefsinnigen Gesprächen am Tag, während die Sonne unterging und ihr barfuß den weißen Strand entlang stapftet.

Fühlend, wie es sich immer vertrauter zwischen euch wurde.
Lachend, weil er auf seine Art und Weise doch ganz lustig sein konnte.
Weinend, weil dir seine Lebensgeschichte wortwörtlich unter die Haut ging, so wie sich die Gänsehaut über deinen gesamten Körper ausbreitete und der Stich im Herzen so weh tat.
Du hattest kein Mitleid mit ihm - nein, du verstandest ihn.
Vollkommen.

Und das war auch der Punkt.
Du urteiltest nicht. Nie.
Du akzeptiertest ihn voll und ganz, denn die kleinsten Fehler waren für dich die schönsten.
Haru verfiel dir an dieser Stelle komplett.
Wirklich komplett.
Seine Gedanken kreisten und immer standest du im Zentrum.
Im Zentrum des Sturms.

Keine Ahnung, wie oder warum es so schnell passierte. Warum du dich so schnell in seinen Tagträumen wieder fandest, obwohl er nicht über dich nachdenken sollte.
Doch er tat es. Erwischte sich sogar, wie er über die Zukunft nachdachte.

Was definitiv komisch war, weil du für ihn doch eigentlich immer noch eine fremde warst.

Eigentlich ... Wäre da nicht dieses vertraute - die Insider, die flüchtigen Berührungen, eure Late-Night Dates im Subway, weil sie dort die besten Wraps zur Auswahl hatten und natürlich, weil Akashi Mikey dieses Kids' Pak mitbringen musste.

Ihr hattet nicht diese Rosarote Brille auf, denn ihr wusstest es einfach.
Ihr fühltet es eindeutig - diese gewaltigen Gefühle, die sich wie eine Welle an Größe gewann und nicht mehr abflachte.

Bis ...

Bis sie eines Tages an der Klippe aufschlug und alles ins Wanken brachte.

Weil?

Weil alles mit diesem Streit anfing, alte Wunden aufriss.
Nicht zwischen euch ...

Und ironischer Weise, nachdem er sowas sagte:

,,Manche Menschen bleiben eben nur eine bestimmte Zeit lang und das ist in Ordnung."

Meinte er, als du dich mit einer Freundin heftig strittest und du ihm erzähltest, wie es dir damit ging und dass du es alles so leid warst.

Er meinte das zu 100% genauso.
Was allerdings niemand wissen konnte, dass sich dieser Tag noch als wohl einer der schlimmsten erwies.

Schlimmere Narben, sichtbare Narben folgen würden als alles davor.

Sowohl Äußerlich als auch innerlich.

Denn er verlor etwas.
Er verlor einen Freund an diesem Tag.

Keiner von ihnen sah es.
Keiner bemerkte es.

Mikeys Absturz in die Hölle.
Und mit sich ... riss er auch Haru.

Seinen besten Freund.

"Wie konnte man nur" fragten sich alle, als sie erfuhren was passierte.

Was zur Hölle war passiert, dass Mikey die komplette Kontrolle über sich und seinem Handeln verlor und es nicht einmal ansatzweise zu bereuen schien.

Völlige Besessenheit?
Krankhafte Obsession?
Und ... die blöde Eigenschaft es nicht vergessen zu können?

Die Antwort, zumindest nur einen Teil davon, wusste nur Haru selbst und die ... wollte er nicht sagen.

Saß regungslos, blutend auf dem Boden neben seiner aufgebrachten Schwester, vor Verzweiflung heulend, weil sie sich einfach nicht mehr zu helfen wusste.

Das But tropfte einfach nur in den Sand und sprenkelte es Rot.

Rot.

Rot.

Rot.

Mehr sah er nicht mehr.
Spürte den eigentlichen Schmerz in seinem Gesicht nicht mehr.

Hörte die unzähligen Beleidigungen, die von Baji in Richtung des blonden gingen, nicht mehr.

Schaute vom Boden zu seinem Freund, der von mehreren Polizisten gleichzeitig fixiert werden musste, weil dieser wie ein wildes Tier um sich schlug.

,,Du bist schuld. Du hast ihn umgebracht."

Er ... war schuld?

Und in diesem Moment verstand er. Ab hier fügten sich die letzten Teile zusammen. Denn als Mikey auf ihn einschlug, während er immer wieder sagte ,,Du nimmst mir nicht auch noch sie" wollte er nicht so recht begreifen.
Aber jetzt ...
Haru war schuld ...

An dem Tod von Draken.

,,Ich werde dich umbringen Haruchiyo."

Ein drohendes Versprechen in Mikeys von Schwarz getränkten Irden.
So dunkel und leer ...

Dabei ...
... Es war damals nur ein Unfall.
Niemand - vor allem der junge Akashi - wollte das es passiert.
Was sich ereignete und die Gruppe wortwörtlich auseinanderriss.

Und ja, vor 10 Jahren da passierte es bereits.
Unterschwellig und langsam, aber Haru wollte es bis dato vielleicht auch nicht sehen, wie sehr sie sich durch diesen viel zu schnellen Tod veränderten.
Was es wirklich in Mikey anrichtete.

Er war blind.

Hätte vielleicht doch mehr für ihn tun sollen.

Er hätte ...

,,Es tut mir leid, Mikey."

Seine von Blut getränkten Hände fixierend, während ihn Zweifel und dieses ekelhafte Gefühl von Reue und schlechten Gewissens in ihm aufkam.

Kehle zuschnürend, weil dieser Klos alles abschnitt, was raus wollte.

Die Worte, der Schrei.
Alles.

Und es tat ihm unendlich leid, dass er Draken damals in diesen Streit reinzog und er deswegen diese beschissene Kugel abbekam.

Direkt durch seine Lunge.
Draken verblutete an Ort und Stelle ... In seinen Armen.

Und genau wie jetzt sah er dieses ganze Blut, um ihn und auf ihm.

Es war furchtbar.

Ein Trigger, ein Flashback den er nicht haben wollte.

Es tut mir leid.
So leid.

Aber er konnte sich nicht bewegen, nichts sagen kniete immer noch regungslos im zweifarbigen Sand.

Alles um ihn herum stand plötzlich still.
Tagelang.

Und du ... du warst so hilflos ... als er von diesem ganzen Chaos erzählte, weil er doch bedarf zum Reden hatte, aber nichts in seinem Schädel zusammenkam.
Viel zu aufgelöst, viel zu ... Lost(?)

Er gab sich damals die Schuld.
Heute die Schuld.
Vielleicht hätte er ihm Senju nicht so versuchen sollen auszureden.
Vielleicht fühlte er sich dadurch so stark getriggert und Haru hätte einfach seine Schnauze halten sollen.
Vielleicht wäre Mikey dann noch ... Da.

Gut und Böse.

Liebe und Selbsthass.

Wut.

Wut.

Wut.

Da war so viel davon in Haruchiyo, dass er schon gar nichts mehr um sich herum wahrnahm.

Nicht mal die Respektschelle seiner Schwester löste etwas in ihm aus.
Die einzige Reaktion kam von seinem besten Freund, der einfach nur dastand und beobachtete.

Nicht mal mehr das spürte er. Da wo hätte ein brennen, ein Schmerz oder irgendwas sein sollen fühlte er nur ... Taubheit.

Nichts als Taub.
Das war sein Körper.
Alles stand still.
Sein Herz.
Sein Körper.
Seine Gedanken.

,,Du kannst froh sein, dass sie es nicht mitbekommt."

Was Senju vielleicht nicht hätte sagen sollen, aber auch sie war mit ihren Nerven irgendwann mal an einem Punkt angelangt, wo es nicht mehr weiter ging.

Sie fühlte sich mindestens genauso hilflos wie du und alle anderen.

,,Er isst nichts mehr. Redet nur das nötigste. Es ist schlimm, (Y/n). Diesmal wirklich."

,,Ich wünschte ich könnte ... irgendwas machen."

,,Es tut mir so leid für dich. Er ist gerade nicht Er.

Shit."

,,Es ist ok ... Ich komm klar, Senju."

,,Ist es nicht. Ich sehe doch wie du genauso darunter leidest.
Tu nicht so als wäre es dir egal. Friss es nicht in dich hinein."

Das war vielleicht der Punkt, warum du wieder deine Tränen spüren konntest - schmecktest - als sie nach Tagen wieder in dir aufkamen.

Ja, du littest und fandest es nicht mal gerechtfertigt, weil du ihn nicht so lange kanntest, weil die anderen in deinen Augen viel mehr das recht dazu hatten richtig zu leiden.

,,Ich will nicht in der Vergangenheit schwelgen und auch nicht in die Zukunft blicken, denn die ist sowieso ungewiss.
Was aber nicht ungewiss ist, ist der Moment, in dem man lebt, denn das passiert hier und jetzt und du entscheidest was du daraus machst.
Weißt du, alles hat ein Kapitel im Leben und wenn das - er - jetzt eines davon ist will ich es so. Shit. Ich will es genauso und nichts bereuen. Ich will sagen können das ich diese Momente mit ihm hatte ganz gleich wie das ganze am Ende ausgeht. Ich will es so."

Aber da war wieder diese eine Faktor.

Mit ihm an deiner Seite war das Leben in Farbe getränkt.
Auf einmal so viel besser und vorher hatte es dir wirklich an nichts gefehlt.
Tja bis er in dein Leben trat.
Und egal welche Situationen euch herausfordern würden, wie schwer diese Zeiten auch sein sollten - du wolltest an seiner Seite bleiben.

Aber manchmal, manchmal da reichte es einfach nicht.

Wir waren hier nicht in einer Fanfiction eines Kindes, die meint man könnte jemanden retten in dem man ihm liebe gab.

Welcome to the shitty reality, girl.

Nur eine blöde Vorstellung, weil du keine Ahnung davon hattest, was auf dich zu kam.

Nämlich dann, als er wieder zu den Drogen griff.
Was du nicht wusstest - nach Drakens Tod wurde er abhängig von diesem Gift.

Und jetzt ... jetzt brach alles zusammen. Der Kampf, den er damals mit sich bestritt und gewann holte ihn wieder ein.

Auf böse unschöne Weise.

Und er fühlte etwas. Fuck, nach Tagen fühlte er wieder etwas und ausgerechnet durch diese beschissen Drogen, die ihm fast eine Überdosis bescherten.

,,Mach dir keine Sorgen."

War das Einzige was du hörtest und in dir kroch die Wut hoch.
Verbanntest die Trauer und die Tränen und wolltest sauer sein.

Keine Sorgen ...
WIE?
Wie sollte sowas funktionieren, wenn dir der Mensch, der dir etwas bedeutete, gerade dabei war sein fucking Leben wegzuschmeißen?

Und du nur dabei zusehen konntest.
Denn so war es nun mal - die Realität - er musste es selbst schaffen.

Er war am Ende ...
Gefangen in einem Teufelskreis, aus dem er nicht rauskam.

,,Ich will dich nicht auch noch mit runterziehen."

Es ist mir egal.

Wolltest du schreien.

Es ist mir egal!

Wiederholtest du dir in deinem Kopf, mit deinem gebrochen Verstand.

Egal!

Immer und immer wieder.

,,Tust du nicht. Ich-"

,,Du willst mich so nicht in Deinem Leben. Du musst mir das glauben.
Es ist besser so."

Du wolltest.
Du wolltest ihm das so sehr glauben.
Doch dein Kopf hielt an diesen einen lächerlichen Gedanken fest.

Euch.

Dieses Gefühl ihn nicht bei dir zu haben machte dir Angst.
Angst vor dem was kommen wird.
Angst davor was es mit ihm machen wird.
Angst davor das er sich selbst aufgibt.

Angst.

Angst.

Angst.

Da war so viel davon in dir, dass du weinen wolltest.
Schreien wolltest.

,,Du kannst nicht einfach gehen."

Nicht einfach so wieder verschwinden.

Wie ein Geist.

Und dann kam es dir ... deine eigenen negativen Gedanken, weil du dir nicht helfen konntest.

Vielleicht bin ich ja zu egoistisch gewesen, als ich verlangt habe es mir zu sagen.
Vielleicht hätte ich stattdessen sagen sollen: Wenn du es mir nicht sagen willst, ist das auch ok.

Und ja. Vielleicht hatte ich Hoffnungen als du mir versprachst dir Hilfe zu holen. Jedoch versprachst du nicht das alles auch auszuhalten.
Die Realität traf mich erst danach.

,,Sicher das du nicht 'nen Geschäft mit dem Teufel schließt für das dein Arsch zu eng ist?

Vergiss ihn."

Ich kann' s nicht.

,,Ich würde.
So einfach ist das nicht."

Nicht für mein Naives Hirn, das sich in diese Seifenblase aus Hoffnung verschanzt hat.
Dieses Paradies, welches nie sein wird.
Meine Traumwelt, wie man es eben auch nennen wollte.

Es fuckt ab.

Weil ich es weiß.
Ich weiß das ich an nichts glauben sollte momentan.
Nicht an ihn und auch nicht an diese ... Zukunft.

━━━━━

Ich will meine Augen nicht schließen.
Ich weiß nicht, ob du dann noch da wärst.

━━━━━

Ich vermisse jedes gottverdammte Detail an dir.

━━━━━

,,Dieser Zufall dir jetzt begegnet zu sein ist schon etwas witzig."

,,Schicksal. Das nennt man Schicksal, Haru."

Immer wieder kam es bei den unterschiedlichsten Gesprächen zustande und so blöd es auch klingen mochte glaubtest du an sowas.

₊꒷︶ଓ︶꒷꒦🌸⊹˚₊꒷︶ଓ︶꒷

Wochen.
Monate.
Sie vergingen.

Du flehtest, betetest, wenn es da oben tatsächlich eine höhere Macht oder sowas geben sollte.

Wolltest an irgendwas glauben, nur um diesen Schmerz in deiner Brust nicht länger ertragen zu müssen.

Hofftest er würde das alles verkraften.
Und diese scheiß Angst ... diese Angst er würde nicht mehr derselbe sein wuchs.

Trotzdem versuchtest du positiv zu denken.
Jeden verdammten Tag.
Lächeltest es einfach weg und verbrachtest deine Zeit allein oder mit Freunden.

Für deine Seele tat es nur gut, weil ihr gerade absolute Funkstille hattet.
Das Einzige was dich über Wasser hielt, die Informationen seiner Schwester.

,,Er ist gerade viel mit sich selbst beschäftigt."

Du verstandest.
Fuck, wie könntest du denn nicht?

Das Einzige was für dich zählte war seine Gesundheit.
Seine mehr als nur gebrochene Seele.

Und er versuchte es.
Wirklich.
So gut es eben ging, aber das ganze brauchte nun mal seine Zeit.
Zeit und sehr viel Geduld.

Das was du ihm geben wolltest und hattest.
Aber du gingst auch von dem schlimmsten aus. Von den schlimmsten Szenarien, einfach, um nicht zu sehr an etwas festzuhalten. Dieser lächerliche Gedanke Haru könnte vielleicht so viel mehr werden als ein Freund. Mehr werden als eine alberne Liebelei.
Es tat weh. Gott, es schmerzte so sehr.
Immer wieder gab es da diese Momente, da weintest du einfach nur. Leise und in dich hinein. Das Stechen in deiner Brust nicht zu verleugnet.
Weil du fühltest. Weil du mehr Sorgen um ihn als um dich hattest.
Einfach, weil das Universum so scheißen ungerecht war.
Alles wolltest du verfluchen. Was musstest du in deiner Vergangenheit verbrochen haben, um so ein schlechtes Karma auf deinem Konto zu haben, hm?

Das sechste Glas flieg im nächsten Moment schon gegen die Wand.
Der nächste Aufprall auf den Boden schon Vorprogrammiert.
Kniend, weinend, lachend vor dem Scherbenhaufen an dem du dich schnittst.

...

Dann war da allerdings diese Sternenklare Nacht.
Eine von so einigen die ihr schon miteinander verbrachtet.

Der Wind war kalt und das Meer schlug am Ufer auf.
Deine Gedanken mittlerweile leer, doch trotzdem warst du nervös.

Nervös und verdammt aufgeregt, weil er dich sehen wollte.
Musste.

Plötzlich spürtest du so viel in dir, als du dieses vertraute Geräusch eines Boards auf Asphalt Rollen hörtest. Das Geräusch des Abhebens und das darauffolgenden Landen auf den Steinen, die ihn verrieten - du brauchtest dich nicht mal umdrehen, um es zu wissen.

Dein Herz, es schlug auf einmal schneller als sonst.

Wie solltest Du Dich jetzt verhalten?
Was solltest Du in so einer Situation sagen?

Was-

,,Hey, tsuki."

,,Hey ..."

Traurigkeit war es das deinem leisen Ton Ausdruck verlieh.
Dabei wolltest du nicht mal so depri klingen.

Es war nur ... nur so viel auf einmal.

Viel zu viel was er im nächsten Moment in Form einer fast erdrückenden Umarmung besser machte.
Dich wieder mal besser fühlen lassen ließ, einfach weil er so ein unglaublicher Mensch war, der dir in den letzten Wochen so viel gab.

Und dann spürtest du ...

,,Du weißt nicht, wie leid es mir tut dich da mit reingezogen zu haben."

Dieses zittern.
Das ruckartige zucken seines Körpers.

Du spürtest Tränen.
Seine Tränen.

Die, die er zurückhalten wollte, aber nicht konnte, weil diese ganzen Gefühle auf ihn herabstürzten und seine Standhaftigkeit zu Fall brachten.

Und es schmerzte.
Mal wieder.
Das ungefähr 100ste Mal in diesen Wochen der Ungewissheit.

Keine Ahnung wie lange ihr Arm in Arm so verharrtet, aber es müssen locker an die fünfzehn Minuten gewesen sein, bis er dein Gesicht gründlich musterte.

Und du ... du seines.
Die Folgen dieses Kampfes mit seinem Freund im Form seiner zwei Narben im Gesicht ließen dich fest auf deine Lippe beißen, bis du das Blut schmecktest.
Er sah furchtbar aus.
Es tat dir leid.
Diese Situation.
Seinen Verlust und wo er gerade drinsteckte.

,,Komm, wir setzen uns lieber."

Zustimmend verflochten sich eure Finger ineinander, bevor er dich genau auf die Stein Erhöhung führte, auf die er sich das erste Mal zu dir setzte.

,,Ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll.

Es tut mir wirklich leid, was passiert ist. Die letzten Wochen. Das was ich gesagt habe. Wie ich es gesagt habe. Ich wollte dich nicht anschreien und dich weg schicken... Ich... Man...

Ich wünschte ich könnte alles daran Rückgängig machen, glaub mir.
Du verdienst alles, weißt du.
Und ich... Ich kann's dir aktuell nicht geben was du brauchst und verdienst.

Keine Ahnung was in Zukunft mit mir passiert, (y/n), aber wenn ..., wenn du immer noch da sein solltest, würde ich gerne von neu anfangen.
Du sagtest schließlich mal was von Schicksal, richtig?"

Jeder Mensch kommt aus einem bestimmten Grund in das Leben eines jenen.

Wieso du es warst, musste er also noch herausfinden.
Irgendwann. Vielleicht.
Er hoffte es zumindest.

Und du ...

Es war das erste Mal, das sich jemand auch die Mühe machte, dich wirklich in seinem Leben behalten zu wollen. Der sich die Mühe machte dir zu zeigen was für einen Wert du hattest.
Nicht durch leere Worte.
Nichts daher Gesagtem ohne Bedeutung, sondern durch aufrichtige Gesten so klein sie auch sein mögen, es bedeutete dir die Welt.

Und warum er in dein Leben trat, sollte sich zeigen.
Irgendwann. Vielleicht.
Du hofftest es zumindest.

Am Ende entschied immer noch die Zeit, nicht?
Und wer weiß ... Vielleicht sogar das Schicksal.

Deinen Kopf auf seine Schulter legend lauschtest du dem Wasser.

,,Ich will glauben, dass das Schicksal kein mieser Verräter ist.
Und wenn doch, wenn es am Ende kein Wir geben wird, dann will ich wenigstens diese Momente hier kreieren. Mit dir. Ich will sagen können das du Teil von meinem Leben warst."

Denn du wolltest nicht bereuen müssen.
Du wolltest es herausfinden und wenn es schmerzte, dann sollte es so sein.

Wenn ihr fielt, dann sollte es so sein.

Und wenn es gut enden würde ...

... dann sollte es ebenso sein.

Im Leben gab es für nichts eine Garantie und wer weiß, ob nicht du diejenige warst, die genau jetzt in sein Leben treten sollte, weil es den Gedanken es könnte etwas für ihn in der Zukunft liegen viel erträglicher machte.

Who knows, right?

Chapter 8: Beta!Kokonoi Hajime・𝑺𝒂𝒎𝒆 𝑶𝒍𝒅 𝑳𝒐𝒗𝒆

Notes:

Oh, my Dear.
Well, ich könnte so viel zu diesem Charakter sagen WARUM ausgerechnet er, diese scheinbar Zickige Naturgewalt, ein Herz aus Gold besitzt.
Also habe ich mich an diesen oneshot gewagt in dem ich Koko so realistisch wie möglich gehalten habe. Mit all seinen Facetten und es hat mir so unglaublich viel Spaß gemacht ihm einen hoffentlich noch näher zu bringen und zu zeigen, dass er eben nicht das größte Arschloch dieser Erde ist.

Er ist es nämlich nur ein bisschen.

So, let's go my Coco loco kinnies🖤

(See the end of the chapter for more notes.)

Chapter Text

𝗠𝗼𝗻𝗲𝘆 | 𝗠𝗮𝗻𝗴𝗮 𝗦𝗽𝗼𝗶𝗹𝗲𝗿 | 𝗔𝗹𝗽𝗵𝗮!𝗦𝗲𝗶𝘀𝗵𝘂 𝗜𝗻𝘂𝗶 | 𝗢𝗺𝗲𝗴𝗮𝘃𝗲𝗿𝘀𝗲

• • • • • • •

Du warst immer mein bester Freund.
Mehr oder weniger.

Du warst nett, viel zu nett für diese Welt, Koko.
S̶̷c̶̷h̶̷o̶̷n̶̷ ̶̷i̶̷m̶̷m̶̷e̶̷r̶̷ ̶̷n̶̷e̶̷t̶̷t̶̷e̶̷r̶̷,̶̷ ̶̷a̶̷l̶̷s̶̷ ̶̷I̶̷n̶̷u̶̷i̶̷.̶̷

Hast mir immer geholfen, wo du nur konntest.

Warst bei mir.
Immer.

Doch ... Niemals hast du es erwidert - meine Gefühle dir gegenüber.

Da war nämlich immer nur sie für dich, richtig?
Da war nur Akane.

Und ich ... Nur ein Mädchen, welches du vielleicht mal mochtest.
Oder akzeptiertest.

Sag, was war das für ein Gefühl, als du mir den Rücken kehrtest?

Tat es weh? Oder war es dir egal?

Bildete ich es mir bloß ein, diesen verzerrten Blick, als ich sagte, dass ich dich nicht aufgeben werde?

Würdest du es eines Tages sehen was ich für dich versucht habe?

Ich fühle mich so lächerlich, Koko, dass ich all das nur für dich tat.

Wofür?
Was habe ich mir dabei gedacht?

Wenn ich so über all das nachdenke ...
War es all das wert?

.
.
.

Was ist eigentlich deine Definition von Glück?

Und ... Was meine?

Bargeld.

U̶̷m̶̷ ̶̷i̶̷h̶̷m̶̷ ̶̷z̶̷u̶̷ ̶̷h̶̷e̶̷l̶̷f̶̷e̶̷n̶̷.̶̷

Und was war sie tatsächlich für dich?

... Liebe? Vielleicht jemanden zu haben, der einen wahrnimmt, oder sowas ähnliches.

Wenn man dir diese "Was ist dein Sinn des Lebens" Fragen stellte wusstest du nie eine vernünftige Antwort darauf.
Denn es war nie eigenständiges Denken was du da tatest und war immer nur, um seine Aufmerksamkeit auf dich zu lenken.

Verdammt armselig, hm?

Mittlerweile wusstest du es.
Scheiße, nach all dem ganzen Tamtam wusstest du es.
Du hast dich von den Ketten der Abhängigkeit losgerissen und dich um 180° gewandelt.
Äußerlich - für einen neu Anfang.
Innerlich - für dich selbst.

Mit Selbsthilfegruppen, wo du dich nebenbei bemerkt völlig fehl am Platz fühltest, weil du dich nie als Liebessüchtig einstuftest.

Eher einfach nur als verloren.

Und einsam.

Als Omega fast schon ironisch, dabei warst du nie wirklich alleine, immer von jemandem Umgeben nur war es halt nicht ... nun ja er.

Dein ganzes Leben - die ganzen 25 Jahre - warst du schon ein Nebendarsteller, ein Niemand für andere und auch irgendwie für ihn.

Ja, trotz dieser Tatsache.
Trotz dessen, dass ihr Kindheitsfreunde wart.
Oder ... irgendwie sowas in diese Richtung zumindest.

Du jedenfalls glaubtest fest an diese Freundschaft.

Denn irgendwie erhielt es dein tristes Leben in den Fugen und ließ es wenigstens nicht ganz so grau wirken.

Nun ja.
So wie dein weiteres Leben verlief ließ es so oder so wenig Platz für andere Aktivitäten, außer lernen.
Du hattest noch nicht mal Zeit dich um deine Pflanzen zu kümmern. Davon abgesehen besaßt du noch nie einen grünen Daumen.
Wenn selbst der Kaktus in deiner Bude einging, weißt du Bescheid. Nicht mal den konntest du halten ...

Wie sollte es dann je mit zwischenmenschlichen Beziehungen klappen?

Die Liebe zu Gestrüpp empfand eher dein Vater, der nicht nur ein wahnsinniges Händchen dafür hatte Pflanzen am Leben zu erhalten, sondern auch um Sachen heile zu bekommen, die deiner zerstörerischen ... nein, sagen wir Tollpatschigen Art zum Opfer fielen.

Deine Stärken lagen da definitiv in anderen Bereichen, wie darin deine Nase in geschichtlichen Büchern zu stecken und im nächsten Atemzug über dein nächstes Essen zu philosophieren, während du vergaßt, was eigentlich genau du da last ...

Also wieder von vorne anfangen.

Ja~ ... vergessen wir das mit den Stärken auch mal lieber.

Oh, doch, eine Sache gab es da. Zu deinem Ex konntest du eine Beziehung ganz gut aufrechterhalten.

V̷̶i̷̶e̷̶l̷̶l̷̶e̷̶i̷̶c̷̶h̷̶t̷̶ e̷̶i̷̶n̷̶ b̷̶i̷̶s̷̶s̷̶c̷̶h̷̶e̷̶n̷̶ z̷̶u̷̶ g̷̶u̷̶t̷̶.̷̶

Also warst du nicht ganz so ein Hoffnungsloser Fall, was?

Mhm, und deine weiße Katze hieß nicht Piña Colada.

Was? Nein, wer benannte seine Kitty denn schon nach einem Alkoholischen Getränk, nur weil es an eine verflossene Liebe erinnerte?
Du~ sicherlich nicht.

Es war wirklich absolut und endgültig Hoffnungslos mit dir.

Pf, und dann warst du auch noch völlig besessen von ...

,,Ich hoffe du magst die Sorte. Deinen hatten sie nicht mehr."

... Energy.
Dieses Teufelszeug, nach dem dein ganzer Körper förmlich schrie, sich dieses diabetische Zeug auf ex zu geben, um die Nachtschicht wenigstens halbwegs über die Bühne zu bringen.

Na ja, wenn man an diesen Effekt denn glaubte.
Eigentlich kompletter bullshit mit dem wach Macher, aber dir ging es auch eher um diesen Geschmack.

Der Geruch nach Gummibären, wie es deine Mutter immer fluchend grummelte, drang schon im nächsten Moment in deine Nase nach dem Klacken des Dosenclips und das zweite war dieses erlösende Prickeln auf deiner Zunge.

Diesen befriedigenden Seufzer konntest du dir gar nicht verkneifen.
Es passierte schon fast automatisch, wann immer du den ersten Schluck nahmst.

,,Du bist wirklich die Chaotischste Frau, die ich kenne."

Was das Leichte verschütten des Inhaltes und das verkehrt herumhaltende Klemmbrett in deiner Hand seine Aussage nur noch mal näher an die Realität heranbrachte.

,,Und lieben gelernt hast, Inui, vergiss das nicht, wenn du so abwertend redest."

,,Leider."

,,Hey, so schlimm bin ich auch nicht."

Ha.
Ha.

Da hatte er die letzten 18 Jahre, in denen er dich kannte, aber was anderes erlebt.

,,Soll ich dir mal Sachen aufzählen, wie zum Beispiel deine nicht vorhandene Pünktlichkeit? Oder deine zwei paar unterschiedliche Socken die du immer trägst?"

,,Danke, ich hab's ja verstanden."

Lachend hautest du ihm den Heft Ordner, den du dir griffst gegen seine Brust, wodurch er schmunzeln musste.

,,Aber du liebst mich trotzdem."

Ja ...
Ja, das tat er wirklich und hier lag auch das große Problem, welches er stätig mit sich herumschleppte.

Er liebte dich, aber du nicht ... na ja muss ich das offensichtliche hier noch mal darlegen?
Denke nicht.

Und er auch nicht so wie er im nächsten Moment schlagartig das Thema wechselte.

Hoffend du würdest nicht weiter drauf eingehen.

,,Wie gehts Pini?"

,,Gut ... hör auf sie so zu nennen."

,,Ich find den Namen so oder so cringe, (y/n)."

Nicht nur das, sondern auch ... ach einfach alles(?) an diesem Fakt war verstörend.

Du hättest ihr wirklich jeden gottverdammten Namen geben können.
JEDEN.
Bacon.
Tequila.
Von ihm aus auch Depresso oder Mrs. Lores ... Wobei Kokolores auch nicht so geil gewesen wäre ...
Auch wenn dieser Name zu dieser Katze durchaus passte, so viel Unsinn, wie sie für drei im Kopf hatte.
Aber ... Piña Colada? Weil sie weiß war? Wegen ihm - seinem Spitznamen? Nah. Das war ihm dann doch zu abgespaced.

Zwischen dem ganzem fluchen, suchend nach diesen Unterlagen, die in dem ganzen Haufen an Papieren untergegangen zu sein schienen und den ganzen anderen Pheromonen, die sich in der Luft verteilten, da erkannte er eines ganz klar.
Oder eher gesagt roch er es raus.
Etwas was ihm beinahe jeden jeglichen rationalen Gedanken aus dem Hirn katapultierte.

Und bei weiteren zwei Minuten beobachten und abwarten leuchtete es ihm ein.

,,Deine Heat steht kurz bevor, kann das sein?

Du bringst mich mit deinem Geruch noch um, (y/n), weißt du das eigentlich?"

Natürlich, wie konnte er das Vergessen und gar übersehen?
Bei dir ...

Er zwickte sich einmal in den Nasenflügel, um deinen süßlichen Duft aus Marshmallows und Erdbeeren nicht zu sehr aufzunehmen.

,,Was glaubst du warum ich dich zu meinem Beauftragten ernannt habe mir Süßkram vorbeizubringen?"

Ergab Sinn. Machte es aber trotzdem nicht besser.
Du wusstest ganz genau, wie er auf dich reagierte und trotz deines Chokers um deinen Hals drang es so prägnant in seine Nase.

,,Du bist eine verdammte Sadistin."

,,Mhm du mich auch."
Wenn dann war er genauso einer.
,,Ah~ Ich muss noch den Bericht für Kanbei-kun fertig schreiben ..."

KAnbEI-kUN.

KUN.

Wie um alles in der Welt ist das zustande gekommen?

Und viel wichtiger - WANN?

So lange hatten Inui und du nun auch keine Ruhe Pause voneinander.
Er wusste, wenn du sowas wie San,-Kun,-Sama verwendetest, dann war es echt Ernst.
Eine Sache in trockenen Tüchern sozusagen.

,,Ich hasse ihn."

,,Inui!", fauchtest du ihn fassungslos an.

Zurückhaltung war eben noch nie seine Stärke.
Und er würde ihm seine ehrlichen Worte genau so auch ins Gesicht spucken.

,,Was? Er ist nicht dein Chef, oder?

Den ich genauso hasse."

Mindestens.

Keine Ahnung wieso, aber Inupi traute den beiden kein Stück.
Da war es ihm wirklich scheiß egal welchen Status diese beiden Männer besaßen.

,,Fühlt sich da jemand in seiner Position als Alpha bedroht?"

Necktest du ihn ganz offensichtlich mit diesem Zwinkern als du die Nasch Packung aufrisst, bevor du dir eine Hand voll in den Mund schobst und dich auf deinen Rundgang aufmachen wolltest.

Aber das war es nicht.
Ganz bestimmt nicht.

Inui fühlte sich nicht von so zwei dahergelaufenen Schwachmaten bedroht nur, weil einer von ihnen OFFENSICHTLICH Zeit mit dir verbrachte und der andere immer, wie ein lästiges Insekt um dich herumschwirrte.

,,Von den beiden? Die spielen doch gar nicht in meiner Liga."

Da hattest du allerdings so deine Zweifel.
Zu Recht.

Nagi Kanbei strahlte wenigstens.
Was sicherlich nicht nur an seiner Gentleman like Art lag, sondern an seiner ganzen Erscheinung.
Der Name Nagi bedeutete unter anderem Beruhigung was definitiv zu seinem Charakter passte.
Dieser Mann setzte immer ein freundliches Lächeln auf. Kein too much gehabe, während er mit schlechten Sprüchen versuchte dich rumzubekommen.
Inui hingegen schaute zu 90% stoisch auf seine Umgebung. Gut, machen wir der Fairness halber 85% draus.

Ändern tat es auch nichts daran das diese beiden zwei völlig verschiedenen Individuen waren.

,,Was immer du noch sagen willst fühl dich frei es für dich zu behalten, Hun.
Ich muss nämlich jetzt weiterarbeiten und hab keine Zeit für irgendwelches Männer Gehabe."

,,(Y/n)."
Inui zog dich zurück zu sich.
,,Pass einfach auf dich auf, okay?"

An dieser Stelle wolltest du einfach sagen "Du kennst mich", aber das war ja eben der springende Punkt der ganzen Sache - er kannte dich ziemlich gut.

Deswegen machtest du nichts weiter als ihn anzulächeln, Hand über die unebene Stelle streichelnd, auf der weiß auf Rot traf.
All das, während du surrend seine Nähe genosst.

Nein, nicht nur weil er dein Alpha war, sondern dir am nähersten stand.
Euer Werdegang als das perfekte Pärchen schlechthin vergeigtet zwar ihr beide, aber so war es nun mal.

Jeder Topf findet seinen Deckel - ihr jedoch ... na ja.

Du trauertest nicht.
Nicht all zu sehr.
Nicht so wie bei ihm.

Zwischen euch herrschte trotzdem, dank dieser beschissenen Rangordnung, eine sehr gute und enge Bindung zueinander.

Mhm ja, ja eben dieses Typische Omega Alpha Ding, aber tatsächlich war es mal nicht deshalb.
Nicht zu einhundert Prozent zumindest.

Klar, ihr beide konntet schon mal ... böses Blut fließen lassen.
Unschön, ja das war es, wenn du ihn mal wieder nicht deuten konntest und er einen auf "Scheiß egal" machte.
Oder oh~ wie du es verfluchtest, wenn er so gefangen in seiner stoischen Art war.

Doch ob man es glauben wollte oder nicht - Inui verließ dich nie.
Auch nicht als er es hätte tun sollen.

Er ertrug es eben nicht dich still und heimlich leiden zu sehen.

Es gab eben kein Rezept, du bekommst das bittere nicht einfach so weg.
Und das wusste aber vor allem akzeptierte Seishu.

Er streifte dir etwas von dem Stück Stoff deines Oberteils, um diese eine Stelle an deinem Nacken zu begutachten, die ihm immer noch leidtat.

,,Du bist immerhin mein Mate.
Unfreiwillig.
Aber wenn ich mich nicht um dich sorgen würde, wer wäre ich dann."

Es war keine Frage, sondern eher eine Feststellung.

,,Es ist ja nicht so, dass ich mich dagegen gewährt hätte ..."

Trotzdem.
Für ihn, der dich niemals in diese beschissene Ordnung dieser Welt Rein drängen wollte war es nicht ok.
Ganz gleich ob es in eurer Natur lag sich zu maten, wollte er dich nie dazu zwingen.

,,Warum kannst du nicht immer so ... sanft sein?"

Was sollte er darauf schon antworten?
So war er eben?
Will er nicht?

Nichts würde dich jemals zufriedenstellen und außerdem wusste er was du wolltest und das könnte er niemals sein.

Deshalb umging er die Frage ganz einfach.

,,Ich hole dich später ab."

Innerlich seufztes du, aber sowas war von ihm zu erwarten.
Er sagte IMMER was er dachte doch diesmal, diesmal schwieg er lieber über dieses Thema.

Mit geschlossenen Augen lehntest du dich instinktiv gegen seine warme Handfläche, die deine Wange umfasste.
Das intuitive gute Gefühl dabei, gewollt oder nicht, ließ dich automatisch nähertreten.

War es falsch?
Verwerflich, weil du nicht so fühltest wie er es tat?

Irgendwie verdammt heuchlerisch, oder?

Selbst zu leiden, weil sich jemand nicht für dich, sondern für jemand anderen entschied, aber im Umkehrschluss passierte dir genau dasselbe.

So falsch; weil du nicht von Inui loskamst.
Das war es doch?

Das war doch noch der fette Kleks Sahne auf der Kalorienbombe Namens Verwerflich.

Trotz dessen das du ganz genau wusstest wie sich sowas anfühlte, wie schmerzhaft es sein konnte, tatest du es ihm bewusst an.

Absolutes No-Go, doch eigentlich, ja eigentlich fühltest du etwas.
Schon lange, doch war es einfach nicht ... dasselbe.

Wo das hinführte?
Mit einem Expresszug in Richtung nirgendwo.
Und deine Begleitung dieser Höllenfahrt durch alte Zeiten und der Zukunft war ... schmerz.

• • • • • • •

Nachtschichten in Krankenhäusern konnten wahnsinnig anstrengend und gruselig werden.
Ein Horrortrip für deine Paranoia, die diese spärlich beleuchteten Flure nur noch mehr ins unermessliche anfachte.
Hier und da flackernde Lampen und surrende Geräusche und die Kulisse war perfekt für einen Neuzeit Klischee Horrorfilm, in dem mitten auf dem Flur der Mörder mit einem Beil aufkreuzte.

Erwähnenswert, dass du im Dunkeln nicht gut zurechtkamst?
Vielleicht, aber du suchtest dir ja ausgerechnet diesen Job aus.

Kein anderer kam für dich infrage, nachdem ... nachdem Koko so verzweifelte.

Deine Verzweiflung wurde da gleich mit auf die Probe gestellt.
Hilflos fühltest du dich als du ihn so leiden sahst.

Machtlos als du ihn dabei zusahst, wie er fast seinen verdammten Verstand verlor.
Und vielleicht hatte er das sogar.
Ein wenig ...
Ausreichend genug, um auf der schiefen Bahn zu bleiben und nie wieder zurückzufinden.

Koko hatte sich verirrt.
Wie ein Irrlicht, welches verloren durch die Wälder streifte.
Ewig.

Du ... du konntest rein gar nichts tun.
Standest am dunklen Seitenrand, hinter den beleuchteten Kulissen der prunkvollen Bühne, inmitten einer dichten Nebelwand, während deine Hand nicht annährend an ihn heranreichte, um ihn zu dir zu ziehen. Zu dir an den Seitenrand, hinter die Kulissen und durch die Nebelwand.

Du schafftest es nicht ihn aus diesem schmerzhaften Teufelskreis herauszuführen.
Natürlich nicht, du warst nicht deine Freundin.
Du warst eben nicht Akane, sondern nur ein Mädchen in seinem Leben.

Ob du deinen Werdegang ab und zu bereutest?
Ja - es war manchmal echt die Hölle wegen ihm diesen Weg der Medizin gegangen zu sein.

Gerade wenn du wieder solche Nächte wie diese erlebtes wolltest du noch mal von null anfangen.
Mit einem klareren Kopf an die ganze Sache herantreten.

Es war damals so furchtbar naiv von dir so fucking selbstlos und so dumm zu denken ihn retten zu können.

Zu Studieren und dich auf Brandopfer zu spezialisieren brachte Jahre später doch niemandem mehr etwas - es brachte sie auch nicht zurück zu euch.
Löschte nicht diese Vergangenheit aus, an die dich Inui, jedes Mal, wenn du in sein Gesicht sahst, erinnerte.

Verbannte diese Schuldgefühle deines Mates gegenüber Koko nicht aus dieser Welt.

Und ... auch nicht deine.

Darüber so intensiv, wie du gerade, nachzudenken brachte auch niemandem mehr irgendwas.

Also runterschlucken und weitermachen.
So wie all die Jahre zuvor schon.
Nur diesmal mit dem Unterschied, dass es irgendwie ok war.

Noch.

Denn irgendwie hattest du so ein seltsames Gefühl.
Als würde dich etwas beobachten.

Hier.
Genau jetzt in diesem Moment.

Dein Kopf schnellte automatisch nach rechts und links über die sich gleichenden Flure.

Nichts außer ein paar Pflegewagen und Betten.

Nichts worüber du dir Sorgen machen müsstest.

Wäre da nicht ...
Diese Gestalt am Ende des Flures.

Dein Herzschlag erhöht, Augen geweitet als du deinen Kopf schütteltest nur um im Anschluss ...

Jetzt setzt mein Gehirn endgültig aus.

... nichts zu sehen.

Dein Puls war trotzdem noch auf 180 und zu sagen du würdest nicht schwitzen eine Untertreibung.
Wie festgefahren standest du da vor dem Patientenzimmer, aus dem du kamst.
Völlig unfähig auch nur einen Schritt zu machen.

Schock, ja du standest ganz kurz unter Schock, bevor du schnellen Schrittes zum Schwesternzimmer gingst und die Tür hinter dir zu knalltest.

Wünschend du würdest einfach nur übertreiben, wenn solche Vorfälle nicht schon öfters passiert wären.

Hier in einem solchen Krankenhaus hatte praktisch jeder Zugang.

Von Kleinkriminellen bis hin zu den bösen Jungs.

Das war sicherlich nichts neues und auch nicht für dich, die sowas bisher einmal erlebt hat.

Doch wenn das hier nicht reichte, dann kam spätestens jetzt der Schlag.
Dann als sich leise die Tür öffnete.

Dann als ...

Vernebelten Suppressiva Rückwirkend auch das Hirn?
Oder erzeugten sie ... Halluzinationen?

Denn das was du sahst war echt.
Und nicht positiv.
Viel zu verwirrend und erschreckend.

,,Na, wenn das nicht meine kleine Omega ist."

Du konntest gar nichts dafür.
Du tatest es instinktiv - den Ruf nach deinem Alpha.
Dieses leise wimmern, welches dir entfloh.
Gefolgt von Tierartigem jaulen.

,,Ich tu dir nichts."

Was sicherlich keine Garantie war.
Nicht mal annähernd.

Wie lange war es her das ihr euch so anstarrtet?
Euch saht, geschweige denn an einem Punkt gemeinsam verweiltet?

Nach circa fast neun Jahren stand er wie kaum verändert vor dir.
Fast wie früher, mittlerweile nur mit weißen strähnen zwischen dem schwarz seiner Haare.
Immer noch dieselbe Punk Frisur, wie damals.

Mit genau demselben selbstgefälligen Grinsen, welches er mit der Zeit immer aufsetzte.
Und du hasstest es.

Nicht weil es ihm nicht stand, sondern weil es einfach furchtbare Erinnerungen auslöste.

Ein Glück, dass es so schnell verblasste als er sich durch den Raum auf dich zu bewegte.

,,Du bist mit Inui zusammen?"

Die völlig beiläufige Frage, während seine Finger über die Dokumente streiften, die da so offen rumlagen.

Deine Stimmung?
Die änderte sich mit einem Wimpernschlag ins Negative.

Weswegen dein etwas bitteren Tonfall auch nicht ausblieb.
Und dir war es ehrlich gesagt auch glimpflich egal, wie es rüberkam.

,,Du stehst nach Jahren wieder vor mir und deine erste Frage ist das?
Hab ich was verpasst? Seit wann geht dich noch irgendwas aus meinem Leben an?
Wenn du nicht innerhalb von 10 Sekunden verschwindet, rufe ich die Polizei."

Kein Scherz.
Du warst es leid - damals wie heute.
Dass dieser Typ keinerlei Rücksicht auf irgendetwas nahm.

Deine Ängste auf einmal wie weggeblasen.
Deine Zurückhaltung ersetzt durch unendliche Wut.

,,Du hast Angst vor mir."

,,Nein, Hajime."

Ich hab Angst vor mir selbst.

Angst davor in alte Muster zurückzufallen.
Trotz deiner aktuellen Ärgernis ihm gegenüber.
Denn da war auf einmal so viel was versuchte in dir hochzukommen.

,,Du missverstehst mich. Ich will dich einfach nicht hier haben.

Geh einfach, so wie damals schon."

Ein Stich.
Und zwar in beider eurer schlagenden Herzen.

Vielleicht eine etwas überzogene Reaktion, aber du warst überfordert.
So verdammt überfordert mit allem.

,,Du bist sauer."

Nein, nur enttäuscht und wütend auf dich selbst.
Weil egal was war, dieses Gefühl von Geborgenheit nie verblasste, wenn du in seiner Nähe warst.
Androstenon war hier aber nur nebensächlich der Grund dafür.

,,Ist es nicht völlig egal? Du bist damals gegangen. Du wolltest nichts mehr von mir wissen."

,,Wollte ich das? Keine Ahnung, scheine da irgendwas vergessen zu haben."

Mit ausgestreckter Zunge stand er nur noch wenige Zentimeter vor dir.
Sein Beta-Androstenon direkt in deine Nase ringend.

,,Oh mein Gott, wie kann man nur so sein? Tauchst hier auf.
"Meine Omega". Das ich nicht lache, Koko. Ich gehöre niemandem."

Wirklich niemandem.
Nicht mal Inui, der eigentlich die meisten Ansprüche hätte, aber ihr wart eben noch nie für diese "Richtlinien".

,,Dann bezahle ich halt dafür, dass du mir gehörst."

Das meinte er natürlich nicht ernst. Er wollte gänzlich nur deine Reaktion sehen.
Auf diesen ... Insider.

,,Ich bin doch kein leichtes Mädchen, ich bin Ärztin, Koko!

.
.

Warte-"

Oh-

Japp~ der Höhepunkt der Peinlichkeit war somit erreicht.
Oder der Erniedrigung, je nachdem wie man es nahm.

,,Erinnerst du dich also, ja?"

Du wünschtest nicht.

Als Teens, Jahre nach Akanes tot, redet ihr oft über diese Rangordnung und wie unfair du sie fandest.
Omegas waren nur für eine Sache gut, nämlich eine Familie mit ihrem Alpha zu gründen.
Niedere Instinkte.

Du wusstest nicht mehr richtig warum, aber ihr kamt darauf, dass wenn du mal in Schwierigkeiten geraten solltest, egal mit was, sei es die nicht so seltene Zwangsheirat oder eine Entführung, dann würde er dich Frei kaufen.

Oder auch einfach nur, wenn du niemanden finden würdest, weil du ja "niemanden" wolltest.

Damals sein voller ernst als er es dir so trocken ohne jegliche Emotionen in seinem Blick sagte.

,,Aber schön zu sehen, dass du immer noch dieses Arschloch mit diesem grinsen bist."

Du seufztes bloß.
Nicht nur, weil du müde warst, nein, sondern wegen ihm.

,,Denkst du wirklich so von mir?"

,,Du hast ja keine Vorstellung."

Stimmt?
Oh~ und wie er das hatte.

Er hatte dich verletzt.
Was ihm damals nach und nach durchaus bewusst wurde.
Doch weder ihm, aber vor allem dir, brachte diese Erkenntnis etwas.

Süßholzraspeln war nicht Kokos Stil, aber ... das was er da sagte - was er jetzt sagte - meinte er zu 100% genau so.

,,Du kannst mich verfluchen. Ich nehme es dir nicht mal übel und hab es wahrscheinlich auch nicht anders verdient, aber hör mir zu."

Ehrlich - du wünschtest dir gerade nichts lieber als ihn ins Nirvana zu schießen.
Aber wenn es da eine Sache gab, diese eine Sache, dann war es sein Androstenon, welches dich davon abhielt.
Es war nicht fair.
Diese Gesellschaft.
Diese Hierarchie.

Du verfluchtest es ehrlich gesagt in Momenten wie diesen ein Omega zu sein.

,,Ich hab keine Zeit. Ich arbeite Koko."

Aber trotzdem ließ sich dieser giftige Ton nicht vermeiden.
Natürlich nicht.
Da waren einfach gerade zu viele Gefühle in dir, die am liebsten raus wollten.

,,Ach? Also reden mit Inupi zählt auch dazu?"

,,Beobachtest du mich schon seit Stunden, oder was?"

Wenn es darum ging, eher seit Wochen.
So richtig ...
Nicht so wie der kranke Stalker von nebenan - es war eine reine Vorsichtsmaßnahme.
Koko hatte einen bestimmten Grund dafür.
So wie wohl jeder in dieser Stadt seine ganz eigenen Gründe hatte.

,,Warte.
Koko wie lange geht das schon?
Bist du schon die ganze Zeit hier?"

Diese Frage ließ ihn seine Umgebung beobachten, Blick aus dem Fenster des Zimmers über den kleinen Teil des langen Flures schweifend, während er sich etwas länger als du gebrauchen könntest mit einer schnellen Antwort Zeit ließ.

,,Was meinst du? Ich bin eben erst reingekommen."

Und die ... Ließ dich erst mal schlucken.

,,Du meinst durch die Tür?"

,,Nein, ich meine damit, dass ich dieses Krankenhaus eben erst betreten habe."

Dir wurde auf einmal ganz heiß.
Schwindelig.
Und kotzübel.

Wer war dann-

,,Und du bist alleine hier?"

,,Ja."

Die endgültige Bestätigung, die dir sagte, dass das was du auf dem Flur vorhin sahst nicht er war.
Wenn es überhaupt denn Echt war.

Einmal selbst eine Watsche gegeben, um deinen Verstand zu sortieren schautest du schockiert in seine dunklen Irden.

Jetzt wo du so drüber nachdachtest, kam dir auch dieser Geruch in den Sinn, dieser süßliche Apfel Duft, den du vorhin leicht warnahmst - es roch ... nach einem Delta? Oder doch Beta.

,,Koko, hier ist jemand."

,,Ich weiß.
Mach nichts Dummes, ja? Ruf nicht die security."

Das konnte er nämlich jetzt wirklich nicht gebrauchen.

,,Das geht nicht. Ich muss das melden hier geht es schließlich um die Patienten."

,,Denkst du auch einmal an dich selbst?"

,,Immer, aber du kannst nicht von mir verlangen jetzt egoistisch zu sein.
Ich bin nicht du, weißt du?"

Autsch.
Das hättest du nun echt stecken lassen können.
So wie er sich den bissigen Kommentar dazu sparte.

,,Sag mir, wann hast du das letzte Mal an dich selbst gedacht?"

,,Wie schon gesagt - ich tue es immer."

,,Ah~ deswegen bist du auch hier in diesem Beruf gelandet, richtig? Weil du immer an dich denkst."

,,Mein Gott du bist immer noch zum Kotzen."

,,Ich nehme das jetzt mal als Kompliment, denn ich verzeih' dir deine freche Zunge."

,,Bitte tu mir einen Gefallen und geh einfach wieder dahin zurück, wo du aus deinem Loch gekrochen bist. Neun Jahre klappte das ja auch ziemlich gut."

,,Und dich mit deinem offensichtlichen Problem hier alleine lassen?
Sag mir nicht naiv bist du jetzt auch noch geworden."

Konnte er noch unausstehlicher werden?
Aber so war es irgendwie schon immer zwischen euch.
Während er Inui nie mit seinen Sprüchen behelligte bekamst du gleich die volle Breitseite davon ab.
Wie konnte so eine Frau wie du nur so einem Nachtrauern? Dich überhaupt erst in ihn verlieben?

Manche Rätsel blieben wohl für immer ein Geheimnis.

,,Was willst du schon gegen einen Delta machen?"

,,Ich hab mehr Einfluss als du denkst.
Hast du ein Problem damit, wenn ich mitkomme? Auf deinen Rundgang."

Tja, hättest du danach gewusst das du ihn damit an den Backen hattest, dann wärst du nicht so leichtfertig damit umgegangen.

Mit deiner einfachen genervten Antwort ...

Eine andere Wahl, außer "Nein" zu sagen blieb dir nicht.

Also war jetzt durchatmen angesagt, während du dir deine trockenen Augen riebst und voraus gingst.

Noch nichts ahnend, dass diese Nacht der Anfang eurer Wiedervereinigung war.

• • • • • • •

,,Coco.

Komm her, los."

Deine anlockungsversuche waren erstklassige Kunst.

Von ... dir ausgesehen.

Das süße ,,Komm schon" und das Rascheln der Tüte von einem deiner Favorit Läden was Reizwäsche anging gepaart mit ,,Ich hab 'ne Belohnung für dich" zwischen dem kurzen Fluchen als du auf diese Quietsche Maus getreten bist, die kurz darauf aus dem Fenster flog verjagten wohl sämtliches Lebewesen im Umkreis. Selbst Ungeziefer ...

Und nun ja ... deine Kitty juckte es wohl auch nicht.

,,Du bist so frech, weißt du das? Und bist dem Typen wohl ähnlicher als ich dachte.

Um die es hier nebenbei bemerkt ging.
Deine weiße Katze nur so als kleinen reminder.

Du kleines süßes Watte Ding du."

Solltest du aufhören mit ihr so niedlich zu reden?
Vielleicht.
Denn ansonsten überträgt sich das wohl noch auf echte Personen.

Weird~

Und peinlich dazu, wenn es mal aus Versehen passieren sollte.
Dir war das nämlich schon zuzutrauen so lost wie du manchmal durchs Leben stapftest.

Das Schnurren und leichte Miauen um deine Beine ließ dich allerdings lächeln, während du sie mit einem "Hab' dich" hochhobst.

,,Aber du liebst mich wenigstens, oder?"
Dann der unvermeidbare Seufzer.
,,Natürlich tust du das. Ich gib dir immerhin essen."

Oh man.
Verzweifelt. Verzweifelter. Am verzweifelten. (Y/n).

Solltest du vielleicht mal auf deinem nicht vorhandenen Dating Profil in die Bio klatschen.

Erfolgschancen gleich 100%

Nicht.

Katzenmami und dann auch noch unlustiger als Oliver Pocher.
Die beste Kombination ever.

Aber hey, wenigstens konntest du immer lächeln, selbst, wenn dir zum Heulen zumute war.

,,Piña wird noch das einzige Lebewesen, welches dich liebt."

,,Erzähl mir bitte was neues."

Deine Freundin aka Seelenheiler (oder auch Zerstörer) an der anderen Leitung und gerade auf der anderen Seite der Weltkugel wusste wirklich, wie man noch weiter in einer Wunde stocherte.

,,Den neues Klatsch und Tratsch?
Hmm~ Oh! Mitsuya Takashi steigt gerade ganz groß auf. Wusstest du, dass er momentan einer der gefragtesten Alphas auf dem "Single" Markt ist? Der Typ ist Husbando Material (y/n)"

,,Sein Beta auch."

,,Du sagst es 'Beta'.
BETA.
Aber die beiden sind anscheinend nicht zusammen. Laut der Presse zumindest, aber was hinter den Kulissen abgeht~ man munkelt."

,,Ugh. Verschone mich. Ich bin in der Welt der reichen und schönen nicht im Bilde und will davon auch nix wissen."

,,Wovon dann? Shibuyas alltägliches Drama? Den ganzen Gore shit? Das immer noch nach den Vermissten Omegas gesucht wird?"
Zum Beispiel.
Jedenfalls interessanter als die aktuellen News aus der Mode und Modelwelt.
,,Du bist so hoffnungslos, weißt du das?"

Auch nichts neues.

,,Stimmt, aber wenigsten schmachte ich keine unerreichbaren Typen an."

,,Ja klar, wessen Katze hieß noch mal-"

,,Vergiss es. Vergiss es ...
Sag mir lieber, ob ich an alles gedacht habe."

Da folgte die Liste der 100 Sachen für deinen Wochentrip.

Der Grund?
Ein Blumenstrauß mit einer Nachricht.

Triff mich am um 20 Uhr am Flugplatz.
Vergiss deine Sachen nicht zu packen.

Nicht mehr und nicht weniger.
Inui war schon immer so.

Nur ..., dass der Mann, der da am schwarzen Wagen stand, bei dem du ausnahmsweise mal Punkt genau eintrudeltest, nicht Inui war ...

Oh nein.

,,Das ist ein Witz, oder?"

,,Seh ich für dich so aus?
Ein Witz?"

Du wolltest mit deinem Koffer am liebsten Rücklinks wieder kehrt machen.
Am besten in dein schönes kuscheliges Apartment.
Deine Heat würdest du schon irgendwie rumbekommen.
Dafür brauchtest du niemanden.

Und garantiert nicht Koko.
Den sogar am allerwenigsten.

Doch irgendwie rechnete er schon mit dieser Reaktion, weshalb dir im nächsten Moment auch schon diese halbstarken Affen von dunkel gekleideten Männern den Weg versperrten.

Ugh.
Deltas.

Dieser Geruch verriet sie.

Unter den Pantoffeln der Alphas hatten sie zwar nicht viel zu melden, aber im Grunde genommen hatten sie dieselbe Funktion.

Und es kotzte dich mal wieder an.

Wie sie dich ansahen.
Wie sie dich zurück drängten.
Wie du auch noch brav gehorchtest und doch zu Koko gingst.

,,War das wirklich nötig?"

,,Wärst du sonst geblieben?"

,,Lass es uns einfach hinter uns bringen."

Was immer der Mann mit dem Eckzahn Lächeln und der Spitzen Zunge auch vorhatte.
Wo auch immer ihr landen solltet.

• • • • • • •

Das es allerdings im Bett oder eher gesagt auf der Veranda, in der Küche, im Sand eingehüllt in Tüchern am Meer oder danach vor dem knisternden Karmin endete - er in dir - damit rechnetest du bis dato gar nicht.

So null.

Verfluchtest ihn doch vorher so sehr.
Weigertest dich vor seiner Nähe.
Pfeffertest ihm dumme Bemerkungen entgegen, die er grinsend abwerte.

Was dich nur noch mehr reizte.

Er reizte dich.
Mit fucking allem.

Seiner ganzen Anwesenheit.

Seinem Androstenon welches sich überall zu verteilen schien und dich aus dem letzten Nähkästchen plappern ließ.

Weil es sich so, so unglaublich gut anfühlte dich ihm anzuvertrauen.

Du hattest deine Emotionen und Gefühle nicht mehr unter Kontrolle und warst wandelnde Ampel, die auf Stopp schaltete, wenn er einen Schritt auf dich zu ging und gelb, wenn diese ruhigen Momente zwischen euch herrschten.

Dieser intensive Blickkontakt zwischen der Stille.

Und ja, schließlich auch auf grün als er diese eine Bemerkung machte:

,,Warum roastest du dich immer selbst? Du hast das gar nicht nötig.
In meinen Augen bist du wohl einer der wenigen Menschen, die so wertvoll sind."

Du schlucktest - schwer.
Wie oft stelltest du es dir vor, wie er zu dir sagte?

Viel, viel zu oft und viel zu sehr wünschtest du es dir damals immer.
Und jetzt öffnete er sich dir.

,,Brauchst du irgendwas? Ich kann dir irgendwas gegen die Schmerzen bringen."

Diese, die während einer Heat eintraten.
Aber so einfach, wie sie auftraten gingen sie nicht einfach so wieder weg.

Außer ...

,,Du weißt ganz genau was ein Omega, während seiner Heat braucht."

Seinen Alpha.

,,Und Inui kann es dir geben."

,,Ja ... Irgendwie.

Aber ich würde es lieber anders wollen."

,,Du weißt das ich einem Alpha niemals gerecht werden kann und dir auch nicht das geben kann was du brauchst."

Es schmerzte.
Diese Realität.

Kuscheltest dich weiter an ihn und legte sich auf seinen Rücken, du auf seiner Brust, um dich besser streicheln zu können.
Fuhrst mit deiner Hand über seine und maltest kleine Kreise in seine Innenfläche.

,,Was ist schon ein Alpha, wenn er mich nicht so fühlen lassen kann, wie du es tust."

,,Das ist nicht das was du empfindest. Du denkst es nur wegen meiner Anwesenheit. Du weißt doch - ein Beta lässt eine Omega immer besser fühlen."

Schon ... aber das war es nicht.

,,Warum sträubst du dich so davor zu zeigen was du fühlst?"

Weil er wieder jemanden der ihm nahesteht, verlieren könnte. Weil der Tod von Akane ihn absolut zerstört hatte.

,,Du weißt warum."

Wegen ihr.

Falsch. Wegen dir.

,,Ich wünschte ich hätte damals was machen können, vielleicht wärst du dann immer noch Du."

Nichts hättest du machen können.
Und er spürte wie sehr du damit zu kämpfen hattest ...
Wie sehr du ihn wolltest.

,,Wenn ich dich für mich beanspruche, töten sie dich. Ich bin ein Beta mit keinerlei Ansprüche auf dich."

Während seine Leute die Leben anderer Menschen nahmen, rettetest du sie.

Dies war ein Kampf in dem du niemals als Sieger hervorgehen würdest. Keiner von euch.

,,Ich scheiß auf die Gesetze dieser Gesellschaft.

Bitte Koko. Ich halte das nicht mehr aus."

Es war falsch.
So, so unglaublich falsch, alles in diesem Moment.

Der Kuss, seine Berührungen die sich wie Feuer über deine Haut ausbreiteten.

Das durfte nicht.
Ihr, ihr durftet nicht, aber gegen diese enorme Anziehung, waren auch alle Gesetzte außer Kraft gesetzt.
Kopf ausgeschaltet.
Eure Herzen laut am Schlagen und die Gefühle am Durchdrehen.

Du gabst dich ihm hin.

Voll und ganz.

Dein Körper, dein Geist gehörten ihm - einem Beta.

Und seine Warum frage schwebte in diesem Raum, wie eine unsichtbare Präsenz.
Warum er?
Warum kein Alpha?

Warum er dich herbrachte.

Okay, das letzte 'warum' wusste er.
Es war, weil dort in der Stadt Shibuya etwas vor sich ging.
Es war, weil er dich schützen wollte und sich nicht sicher war, ob er es auch könnte.

Nein, es war, weil er wusste das er dich gehen lassen musste, um dich beschützen zu können.
Deswegen warst du hier.

Und wie du so auf ihm lagst ...

So voller Hingabe.

Verletzlich und auch ängstlich.

Er hatte das Bedürfnis seine Eckzähne in deinen Nacken zu rammen.
Obwohl es keinerlei Effekt haben würde.

Verdammt, er wollte es.
Er wollte dich für sich haben, aber konnte nicht.

Und dein Duft schrie nach Erlösung, schrie nach jemanden, der dir das geben konnte was du in deiner Heat bräuchtest.

Es war erniedrigend.
Frustrierend, nicht das zu bekommen was man sich so sehr wünschte.

Beschissen dich so willig zu sehen, aber dem kein Ende setzen zu können.

Mit keiner Berührung.
Mit keinem seiner Küsse.

Nicht mit Sex.

Der voller Leidenschaft und Sehnsucht war.

Sehnsucht nach ihm.
Sehnsucht nach seiner Liebe, die er dir niemals hätte zeigen können.

Egal wie oft.
Egal wie intensiv es war - niemals würde es genug sein.

Dieses tiefe Verlangen niemals gestillt.
Machtet trotzdem immer weiter.

Gabt euch gegenseitig in diesem Sand hin, weil nichts auf dieser Welt hätte daran etwas ändern können nach was ihr verlangtet.

Der Wille nicht aufzugeben, noch nicht, viel zu groß und zerstörerisch deiner selbst.

Du wolltest selbst über dich, deinem Schicksal und deinen Gefühlen entscheiden und nicht nach einer Anordnung leben.

Also machtest du das was du wolltest.

,,Darf ich?"

Kokos Augen weiteten sich, Pupillen geweitet und seine Stöße verlangsamten sich.

,,Was meinst du?"

,,Du weißt es."

Führtest deine Lippen nah zu seinem Ohr und dein Wispern ließ ihn jeden Muskel in ihm anspannen.

,,Ich will dich markieren."

Alles, jede einzelne Zelle deines Körpers und auch dein innerer Omega schrien es nicht zu tun.
Sich dagegen zu wehren.
Ihr gehörtet nicht zueinander.
Solltet nicht miteinander.
Inui war dein Mate - ein Alpha - und nicht dieser Beta, der dir schockiert ins Gesicht blickte, seine Bewegungen in dir abrupt stoppend.

,,Das geht nicht."

Nicht nur weil das was ihr tatet sowieso schon illegal war, sondern auch wegen dem was passiert, wenn es jemand rausfinden sollte.

,,Du bist der den ich wählen will."

,,(Y/n)-"

,,Sag es nicht. Ich weiß.
Aber ich will das."

So sehr.

Wie nichts anderes in diesem Moment.

Entschlossen legtest du deine Hände auf seine erhitzten Wangen.
Rechts und links bevor du dich ihm mit einem Lächeln und seinem zögernden Einverständnis nährtest.

,,Ich würde dich immer wählen, Koko."

,,Genau das ist das Problem."

Kichernd verteiltest du sanfte Küsse auf seinem Wangenknochen.

,,Wirklich?"

Auf seiner Halsbeuge.

,,Mhm."

Er stöhnte, als du sanft über seinen Hals, Richtung seines Nacken lecktest.

Dieses Gefühl ...

Koko sollte sowas nicht empfinden.

Er sollte eigentlich gar nichts von dem hier machen was ihr gerade tatet.

Und erst recht sollte er seine Einwilligung nicht geben ihn markieren zu dürfen.
Aber tat es.

,,Weißt du was du da machst?"

,,Ja, mich für dich entscheiden."

Und in diesem Moment tatest du es, rammtest deine kleinen Omega-Zähne in seine Haut.

Brachst durch sein Fleisch, durch die Muskeln, während Koko seine Finger in deine Hüften krallte bis du zufrieden von ihm abließt, um die blutige Narbe zu betrachten.

,,Du bist so dumm."

,,Als wenn du es nicht wolltest."

Viel zu sehr, aber das war nicht der Punkt.

,,Worüber machst du dir Sorgen? Koko, es passiert schon nichts."

Es passierte doch schon.
Sahst du es denn nicht?

Wie gefährlich diese Zeiten waren?

Geschweige denn das Beta und Omega einer verdammten Todsünde gleichkam.

Warum warst du nur so naiv?
Und warum ließ er es auch noch zu?

Als Entschuldigung dafür das er verschwand?
Ganz verlassen hatte er dich ja nie ... er zahlte deinen Eltern immerhin alles für das was du benötigtest.

Mit diesem Geld konnte er dir helfen, also war es nicht ganz so schlimm.

Und was genau war daran nicht schlimm?
Es war furchtbar.
Sowohl du nichts davon wusstest als auch der Fakt das er etwas vor dir verheimlichte.

Aber so würde es immer sein.

Und das verbannte auch dieser zärtliche, von Blutgetränkte Kuss nicht aus dieser Welt.

Ganz egal wie leidenschaftlich und liebevoll er war.
Sein schlechtes Gewissen blieb, während du keine Ahnung von alle dem hattest.

Keine leiseste Vorahnung davon, was passierte.
Um genauer zu sein genau nach deiner Heat und nach diesen paar Tagen, in denen du ihm so nahe wie noch nie warst.

Selbst als euch der exzentrische Omega namens Naruzō mit einem Lancer Evo abholte schien noch alles normal zu sein.
Deine Gute Laune durch seine positiven vibes gehoben als er anfing Wannabe von den Space Girls lautstark mitzusingen und du mit einstiegst.

Das sowas jemals zustande käme ... mit einem Typen, den du wie lange kanntest? Nicht mal länger als eine Stunde vielleicht.

,,Yo, I'll tell you what I want, what I really, really want."

Mit seinem Finger auf dich zeigend, um ihn abzulösen.

,,So tell me what you want, what you really, really want."

Die Ruhe vor dem fucking Sturm sagte man auch dazu.
Und das war es wortwörtlich.

,,Achte auf den Verkehr und nicht auf die Musik."

,,Das ist mein Jam und deine Waifu ist wirklich unterhaltsam, wie könnte ich da anders?

Also entspann dich, Koko Loco.
Das A in seinem Namen steht übrigens für amüsieren.
Aber wir beide dürften wohl wissen, was das bei ihm heißt."

Dir blieb nichts anderes übrig als über diese Bemerkung und dieses verschmitzte Lächeln selbst zu laut zu lachen.

Das Ganze war ja wirklich noch witzig und dieser Vogel am Steuer wusste, wie man sich amüsierte, aber als du genauer zu der Anzeige hinter dem Lenkrad blicktest, wich dir deine neu erworbene Bräune direkt aus deinem Gesicht und gefühlt warst du so blass wie vor deinem "Urlaub".

,,Fahren wir gerade 200?!"

Dir war es die ganze Zeit nicht mal aufgefallen was da auf dem Tacho eigentlich angezeigt wurde.
Wie auch, wenn du dich mit deinem Debüt als Sängerin beschäftigtest.

Also an einen Preis war es weit vorbeigeschossen, aber einen fürs lost sein war definitiv noch zu erhalten.

,,Natürlich, wir haben doch einen Termin."

Zu dem du nicht mehr lebendig ankommen würdest, wenn er weiter die Pedale durchdrückte, so viel war sicher.

,,Keine Sorge ich weiß was ich tue."

Kokos gemurmeltes ,,Da bin ich mir manchmal nicht so sicher" beruhigte dich kein bisschen.

,,Es war deine Anweisung deine Prinzessin abzuliefern."

,,Ja, heile."

,,Wohin eigentlich?"

Koko wollte gerade antworten als Naruzō in den Rückspiegel schaute und sich entschuldigte.

Für was genau spürtest du im nächsten Augenblick als er scharf anfing die anderen Autos zu schneiden und du gegen die Tür knalltest.

,,Wir haben ein paar Turbulenzen, Miss, aber keine Sorge-"

,,Du weißt was du tust?"

,,Siehst du, sie vertraut mir."

Von wegen!
Sein Selbstbewusstsein hättest du mal gerne gehabt dann würdest du das alles hier besser verkraften und nicht wie ein Zitteraal auf der Rückbank eure Verfolger beobachten.

Apropos Verfolger ...

,,Koko sag mir die gehören zu euch."

,,Bleib unauffällig. Nicht hinsehen, außer du willst sie provozieren."

Fuck,
Fuck,
Fuck.

,,Sorry kleine, das könnte jetzt extrem ungemütlich dahinten werden."

Eine bodenlose Untertreibung.

Als ihr am Flughafen ankamt war dir nicht nur schlecht, sondern speiübel.
Fürs reihern blieb dir allerdings keine Zeit und so versuchtest du dein Frühstück schön da zu behalten, wo es war.
Nicht das es noch auf den Schuhen deines Fahrers landete.

,,Geht es?"

Behutsam legte dir Koko seine Hand auf deine Schulter.
Als wärt ihr gerade nicht etwa mit 200 Sachen über die Autobahn gebrettert so als gäbe es auf der anderen Seite der Stadt etwas umsonst.
Als wäre überhaupt nichts passiert.

Doch das schlimmste an dieser Situation war nicht das er tat als wäre nichts, sondern sein ruhiger Tonfall.

,,Ob es geht? Koko Wer ... Was war das gerade?"

,,Es ist schwierig zu erklären. Du musst mir vertrauen."

Wie? Da schwirrten dir so viele Fragen im Kopf rum, die er niemals beantworten würde.

Und du machtest dir Sorgen.
So langsam wirkliche Sorgen.

,,In was bist du da hineingezogen worden?"

,,In gar nichts."

Lüge!, dachtest du.

Doch was sollte er dir erzählen?
Die Wahrheit würde dir nicht gefallen.

Er gehörte den Yakuza an, also war es besser für dich nichts zu wissen.
Dich lieber wegzuschicken und dieses Leben weiterzuführen.

,,Was macht Inupi hier?"

Der mittlerweile auch zum Vorschein trat und dich ... anders als sonst anschaute.
Nicht mit diesem scheiß egal Blick.
Eher ... traurig.

,,Er geht mit dir."

Wohin?

Fragtest du dich in Gedanken selbst und so langsam kroch dir die Gänsehaut deine Wirbel bis zu deinem Nacken hoch.
Aber es war klar was Koko da tat.
Für dich zumindest mehr als Sonnenklar.
Er tat es schon wieder - dich verlassen.
Der Grund völlig egal.

Was dir jedoch auch schmerzlich bewusst wurde, dass das hier kein Spiel war.

Die Gerüche der drei Männer verrieten es dir eindeutig.
Da war Unsicherheit.
Wut.
Und keinesfalls Freude.

Schmerzlich schautest du in seine Augen, wolltest nicht wahrhaben was sich deine Gedanken zusammenspannten.

Ihr hattet doch erst wieder einander also warum.

Warum schaute er dich so an.
Du wolltest nicht.
Gingst immer weiter auf ihn zu.

Ein Schritt.

Zwei Schritte.

Drei.

,,Versprich mir, dass wir uns wiedersehen, wenn das vorbei ist."

Stirn an Stirn gedrückt.

,,Geh."

Während du deine Tränen nicht mehr zurückhieltest.
Bedeutete ihm diese Woche überhaupt nichts?

Hör auf das zu denken.

Sonst müsste er wohl kaum zu solchen Mitteln wie diesen hier greifen.

,,Koko versprich es mir!"

Das Einzige was mehr schmerzte als Worte waren keine.
Koko schwieg.
Betrachtete stattdessen dein Gesicht als würde er etwas dort drin vermissen.

Bis:

,,Inui, tu es."

Wechselnde Blicke zwischen den beiden Männern, die sich anstarrten.

,,Nein, nein, nein, nein hör auf, bitte!"

Du wusstest was kam.
Und auch das wolltest du nicht.

Bitte alles nur nicht das.
Nicht diese Form der Erniedrigung.

Du flehtest - bitterlich - aber nichts würde an Kokos Entscheidung etwas ändern.
So sehr er es auch hasste dich so wimmern zu sehen.

Es ging nicht anders.

,,INUI! Mach es!"

Es fiel dem blonden so, so unglaublich schwer.
Doch im Endeffekt blieb auch ihm keine andere Wahl als dir das jetzt anzutun.
Alleinig für deine Sicherheit wegen.

,,(Y/n)."

Alpha-Tonlage.
Das was Inupi niemals bei dir einsetzen wollte.

Und als du so zusammenzucktest, Verängstigt, aufgelöst tat es beiden mehr weh als dir selbst.

Selbst Naruzō zog es einen Schauer über den Rücken als der Alpha seine Tonlage gezielt auf dich anwendete.

Doch etwas in dir wehrte sich immer noch, blieb standhaft, während deine Instinkte auf Inui eingehen wollten.

,,Warum ich und nicht auch er?"

Er ist doch auch ein Omega!

,,Weil ich, meine hübsche, im Gegensatz zu dir noch etwas in dieser Stadt zu erledigen habe."

Naruzōs fast schon freudige Antwort.
Es klang nicht nach Angst, sondern viel eher nach Vorfreude.

Auf was genau ... du hattest ja keine Vorstellung.

,,Geh. Ich weiß, du solltest mir keinen Gefallen mehr tun, aber das hier ist wichtig."

,,Werden wir uns wieder sehen?"

,,Vielleicht."

Keine Ahnung wieso, aber sein freches Grinsen und der stubser gegen deine Nase gaben dir Hoffnung.

Auf was wusstest du nicht genau.

Vielleicht würdest du es irgendwann herausfinden.
Nach all dem hier.
Was auch immer passieren sollte.

Deine Zukunft war ungewiss als du mit Inui in das Flugzeug stiegst.

Dein Ziel? Wusstest du nicht.

Aber solange Seishu bei dir und Kokos Grinsen in deinem Gedächtnis blieb, warst du auf eine verstörende Weise zuversichtlich.

Du warst keine Person, die zu schnell zu voreilig ihren Kopf in den Sand steckte und genau das rettete dich.
Genau das bewunderte Hajime so an dir.

Genau das würde er immer an dir lieben und so vieles mehr in der Hoffnung eines Tages mit dir zu sein.

Ein Beta und eine Omega ... eure gemeinsame Zukunft war sowieso vom Universum nicht vorgesehen.
Aus offensichtlichen Gründen.

Das alles waren nur wilde Wunschvorstellungen eines gebrochenen Mannes, der sein Leben verwirkte.

Zuerst Akane und dann du.

Das Leben spielte einem manchmal wirklich streiche, was?

,,Du gibst mir so richtige Zaddy vibes.", Grätsche ihm ein vielleicht ebenso sehr verkorkster Typ zwischen seine Gedanken.

Wollte er wirklich wissen was das war?
Eigentlich eher weniger in der jetzigen Situation, aber wenn Naruzō einmal mit dem Sprechen begann ...

,,Zaddy ist jemand der attraktiv-"

,,Erzähls mir später."

Er trug genau denselben Blick wie damals als er ging - so leer ...

Koko gab es zwar nicht zu, aber die Anwesenheit seines alten Freundes tat ihm gerade ganz gut.
Jetzt wo es anfing, brauchte er jemanden an seiner Seite dem er trauen konnte.
Und das war nun mal dieses Chaos neben ihm, der nie wusste, wann er besser die Schnauze halten sollte.

,,Mikey ist ne verdammte Zeitbombe und ich will nicht hier sein, wenn uns die scheiße um die Ohren fliegt.

Diese Stadt wird brennen, Koko, das ist dir bewusst, oder?

Du hast jedenfalls richtige getan."

,,Ob ich das tue, weiß ich schon lange nicht mehr."

,,Sie ist in Sicherheit, ist es nicht das was zählt?"

Für wie lange war die Frage.

Die mächtigsten Spieler dieser Stadt richteten ihr Augenmerkmal nämlich auf eine Sache, während im Hintergrund schon lange die Fäden aus Verrat, Gier und Neid gezogen wurden.

Alles spitzt sich zu und auf der anderen Seite der Stadt begann bereits eine andere Geschichte.

,,Ich glaube Mikey ist hier nicht das Problem, Naruzō."

Eine von den Lebenden und den Toten - in der Stadt der lebenden Toten. Den Legenden.

Seinem Gebiet, seiner Stadt.

Sein Königreich.

• • • • • • •

Notes:

So~ ich habe mich bewusst dazu entschieden hier raus eine Omegaverse AU zu machen, denn es ist gleichzeitig ein Teaser zu einer meiner geplanten fanfiction in genau demselben Universum mit einem anderen Charakter. Alles ist auf eine Theorie aufgebaut, die sowieso nicht stimmt, ich sie aber viel zu gut finde und sie deswegen für etwas Eigenes verwendet habe.
Yes, ich habe hier tatsächlich den ein oder anderen Hinweis auf die Handlung der Geschichte gegeben und eigentlich sollte mehr als klar sein, um welchen fine specimen Character es gehen wird.

Übrigens werde ich noch eine Bonus Lemon zu diesem oneshot nachholen, weil ich mich aktuell nicht danach fühle eine zu schreiben. Aber sie kommt! Genau, wie die beim Sae Itoshi oneshot.

Chapter 9: ─ 𝖡𝗈𝗄𝗎 𝗇𝗈 𝖧𝖾𝗋𝗈 𝖠𝖼𝖺𝖽𝖾𝗆𝗂𝖺 ・ 僕のヒーローアカデミア

Chapter Text

↬ ₀₀₁. Tōya Todoroki x Reader | Sᴛᴀʀɢᴀᴢɪɴɢ
𝚆𝚎𝚛 𝚠𝚊̈𝚛𝚎 𝚃ō𝚢𝚊 𝚃𝚘𝚍𝚘𝚛𝚘𝚔𝚒, 𝚠𝚊̈𝚛𝚎𝚗 𝚍𝚒𝚎 𝙳𝚒𝚗𝚐𝚎 𝚊𝚗𝚍𝚎𝚛𝚜 𝚟𝚎𝚛𝚕𝚊𝚞𝚏𝚎𝚗?
𝚄𝚗𝚍 𝚠𝚊𝚜 𝚔𝚊𝚗𝚗 𝚊𝚕𝚕𝚎𝚜 𝚞𝚗𝚝𝚎𝚛 𝚎𝚒𝚗𝚎𝚖 𝙼𝚎𝚎𝚛 𝚊𝚞𝚜 𝚂𝚝𝚎𝚛𝚗𝚎𝚗 𝚙𝚊𝚜𝚜𝚒𝚎𝚛𝚎𝚗?

 

Chapter 10: Tōya Todoroki ・ Sᴛᴀʀɢᴀᴢɪɴɢ

Notes:

Ich hab schon öfter mit dem Gedanken gespielt, wer wäre Toya, wenn die Dinge anders gelaufen wären? Und hier sind meine Gedanken bzw. nur ein Ausschnitt eines von mehreren Szenarios dazu.
Also surprise - es ist offensichtlich eine AU.

Chapter Text

War es ein Tagtraum? Einer von der ziemlich beschissen Sorte, was?

Shit  ... Lass es einer sein.

Dachte sich Tōya, Finger, die durch seine stachelige Mähne fuhren, während er sein Spiegelbild betrachtete.
Türkise Irden, die du immer mit dem Ozean verglichst, funkelnd vor Wut als er das offensichtliche längst wusste - es war kein Traum. Kein verflucht Komatöser Traum, den er sich hier wünschte.
Er hätte am liebsten den Spiegel mit seiner Faust zertrümmert, wenn er nicht wüsste, wie sauer du im Nachhinein werden würdest.

Auf eine einstündige Diskussion mit dir konnte er nämlich gepflegt drauf scheißen.
Bloß nicht noch mehr Stress heraufbeschwören am Ende würdest du ihn wohlmöglich noch aus dem Bett verbannen und ihn weiß Gott wo pennen lassen.

Ha, als würdest du das schaffen, aber wenn er nicht gehen würde, würdest spätestens du diejenige sein die ging, wenn du nicht gegen seinen Sturkopf ankämst.

So oder so konnte es nur Verlierer in dieser Situation geben also ließ er diesen protzig teuren Spiegel in Ruhe, der wahrscheinlich mehr kostete als seine durchzechten Nächte mit Hawks und der Menge an Alkohol, die Teil dieses Rituals wurde. Bei einem Drink wie abgesprochen blieb es nämlich nie ... nicht bei jemanden wie ihm - seinem selbsternannten damaligen Wingman.
Apropos Hawks - wo war dieses Hähnchen, wenn man ihn mal wirklich brauchte?

,,Ich leiste dir Beistand. Zuhause. Während ich die Flasche Whiskey öffne, die du für Notfälle bei mir gelassen hast."

Ach ja, er überließ seinem besten Freund grinsend und gerne diese Friede, Freude, Eierkuchen Hölle hier ...

,,Dieser verdammte-"

Vogel, den Rest gedanklich aussprechend als er sein Gesicht mit kaltem Wasser auffrischte.
Na ja, versuchte - seine schwarzen Schattierungen unter seinen Augen sah man trotzdem noch aus drei Kilometer Entfernung.

Stress.
Nur wegen dem ganzen Stress, der zurzeit in euren vier Wänden herrschte und der ihn nicht schlafen ließ - dich gleich miteingeschlossen.
Es war wirklich die wahre Hölle dich leiden zu sehen. Schlimmer als ... als das hier.

Das letzte, was der junge Held wollte, war Zeit mit seiner Familie zu verbringen.
Nein, eher mit seinem Vater, der diesen Ausflug auf das lächerlich große Anwesen der Todorokis plante, dass er sich mal eben so kaufte, gefühlt 200 Kilometer drum herum keine Anzeichen von Zivilisation, nur ihr, um einen auf Happy fucking Family zu machen.
Als würde das noch irgendwie helfen ...
Er hatte diesem scheiß hier doch nur zugestimmt, weil du in letzter Zeit so extrem angespannt wirktest.
Du warst angespannt, mit jeder einzelnen Silbe aus deinem Mund raushörend, dass dir etwas gewaltig gegen den Strich ging und er wurde einfach nicht schlau daraus.

So ein beschissenes Frauending.
Vielleicht.
Hoffentlich nur das.

Das ersehnte vibrieren seines Handys wirkte sich eher negativ auf Tōya aus der es genervt aus seiner Hosentasche fischte.

Wie zu erwarten-

,,Hm?"

,,Ich freu mich auch dich zu hören, Kumpel."

Wenn man vom fucking Teufel sprach, kam dieser mit rotem Federkleid und schlechtem Humor angeschissen.

,,Du hast mich im Stich gelassen"

,,Du bist immer noch sauer.", bemerkte Keigo am anderen Ende der Leitung an. ,,ah~ (y/n) ist doch bei dir und du weißt doch, wir drei, das kann nicht gut ausgehen. Ich muss immerhin den guten Schein vor Endeavor bewahren."

Welcher Schein sollte das bitte sein?

,,Scheiß auf den. Du solltest eigentlich hier sein."

,,Ich mach's wieder gut, ok? Genieß einfach die Zeit mit deiner Frau und vergiss mich nicht nur weil wir dieser Dreiecksbeziehung gerade keine Aufmerksamkeit schenken können."

,,Halt bloß die Klappe..."

,,Dass du sie mir nicht schwängerst, wenn ihr eurer Sexleben verbessert."

,,Wenn ich zurück bin, brutzle ich dich."

,,Hey, ich sag's bloß. Im Urlaub werden bekanntlich alle Hüllen fallen gelassen."

,,Ja wie auch immer. Ich meld mich morgen wieder."

Aha. Wirklich?

,,Warte, versuchst du mich gerade abzuwimmeln? Ist (y/n) da?"

Tatsächlich ja, nämlich als er hörte, wie du das Zimmer betratst.
Der gefiederte Held freudig am Handy weiter quatschend, während du auf deinen Freund zugingst, der dich ganz genau beobachtete, wie du spaßig mit den Augenbrauen wackeltest.

,,Wenn ich raten müsste ... ist es ... die liebe deines Lebens an der anderen Leitung?"

Nicht witzig.

Doch. Doch für dich eigentlich schon.

,,Stell auf laut.", fordertest du ihn auf. Ihr wart nur einen Tag getrennt und schon konntet ihr nicht ohne den jeweils anderen. Manchmal fragte sich Tōya mit wem du überhaupt eine Beziehung führtest, aber es wäre gelogen gewesen, wenn er diese Freundschaft zwischen euch nicht als perfekt ansah und so wie du ihn liebevoll von hinten mit deinen Armen umarmst wusste er das deine ganze Liebe ihm galt. Nur ihm.  Hawks und du ihr würdet nie etwas tun was ihn verletzen würde dafür wart ihr zu sehr Ihr. Der Flammennutzer hatte es nicht sonderlich mit Vertrauen, aber euch beiden schenkte er alles davon.

Deswegen seufzte er nur mit einem kaum sichtbaren Lächeln auf den Lippen als er den Button seines Handys drückte und bereits im nächsten Moment Hawks laute Stimme durch den Hörer dröhnte.

,,Wir können einfach nicht ohneeinander. Der beste dreier meiner Träume."

,,Irgendwann bekomme ich ihn noch überredet, birdy~"

Ihr würdet perfekt zusammen Harmonieren, denn das A und O bei diesem schönen Zusammenspiel lag nämlich an der Stimmung. Ohne gewisse Voraussetzungen konnte man diese nämlich vergessen.

Ihr drei ... es wäre perfekt. Ihr kanntet einander wie kein anderer.

,,Vergesst es.  Beide ."

Tja, und so viel dazu.

Doch du wusstest was zog. Oh~ du wusstest ganz genau auf was der Weißhaarige ansprang. Wusstest wie du deine weiblichen Reize einsetzten musstest, um das zu bekommen, was du wolltest.

Gespielt Schmollend nahmst du seine Hand und knabbertest an seinem Finger. Wie hypnotisiert, kaum schaute er dir in die Augen, während du deine Zunge um seine Kuppe wandern lässt.

Mit dieser harmlos klingenden Frage, nachdem du noch unschuldig wie du warst oder auch eben nicht auf seinen Daumen bisst.
Flüchtig. Und so verdammt verrucht ..., dass ihm sein Blut schon nach unten in andere Körperregionen fließen lässt.

,,Nicht mal eventuell?"

Fuck, dein Blick würde ihn irgendwann wirklich noch umstimmen und sich darauf einlassen.
Doch fürs erste ...

,,Ich muss auflegen."
Waren seine Gedanken nur hier, bei dir und deinen Händen, die entlang seiner Arme wanderten und ihren Platz um seinen Hals fanden.
Er ließ Hawks nicht mal mehr etwas sagen, da legte er schon auf und warf sein Handy regelrecht auf den kleinen Schrank neben dem Waschbecken.
Es war klar, was du wolltest.
Nämlich ihn.

Pʟᴀʏ ɴᴏᴡ -

Shameless
Camila Cabello

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01:43 ━━━━●───── 03:10
ılıılıılıılıılıılı

・❥・: ̗̀➛⋆·˚ ༘ *

,,Niemand ist im Haus."

,,Mhm, erzähl weiter.", raunte er in dein Ohr.

,,Und ... Ich dachte ... Du und ich nutzen das aus."
Mit dem Zeigefinger auf sein Hemd tippend, von dem du im nächsten Moment schon zwei Knöpfe öffnetest.
,,Soll ich weiterreden?"

Ja, er wollte alles davon hören, was dir so durch den Kopf ging. Aber seine Ungeduld killte ihn noch. Alles, was er wollte, war ...

Dich, dich, dich.

Einen scheiß darauf gebend, wo ihr euch befandet.

,,Diese scheiß Bude hat 'nen Jacuzzi, wenn ich mich recht erinnere."

,, Wirklich ? Was machen wir dann noch hier?"

Das musstest du deinen Freund sicherlich nicht zweimal fragen und du wusstest nur allzu gut wie ungeduldig er gerade war - seine Küsse entlang deiner Wangenknochen mit dem sachten Drücken in Richtung Ausgang bestätigten es dir nur.

Wie schwer es war eine Tür aufzubekommen, wenn man jemanden auf dem Arm trug, merkte Tōya erst jetzt, nachdem er seine Hände zu deinem Hintern wandern ließ, eure Küsse immer unkontrollierter wurden und er dich hochhob.
Deine Beine, die sich automatisch um seine schmalen Hüften fanden, die dein Becken fester gegen die Tür drückten.

Und~ hier war der Knackpunkt-

,,Könntest du mal eben?"

,,Was denn? Warst du es nicht der meinte er wäre so~ geschickt mit seinen Händen?"

Er hörte dein sadistisches schmunzeln quasi heraus, du hättest nicht mal so freche Worte wählen müssen, worauf er dir liebend gern seine Antwort mit dem Intensivieren von Druck gegen dein Becken gab, nur um dir dieses leise Stöhnen zu entlocken, weil du spürtest, wie hart er bereits war.
Wie bereit er für dich war.

,,Wie war das? Dachte du wüsstest  wie  geschickt."

Mhm~ und wie du das wusstest. Diese kleine Neckerei konntest du trotzdem nicht lassen.

,,Ich glaub' du musst es mir noch mal beweisen."

Ihm war gerade nichts lieber als das und wenn es sein müsste, erinnerte er dich den ganzen gottverdammten Tag daran, selbst, wenn du nicht mehr konntest.

Immer und immer wieder.

Erinnerte dich, dass er nichts beweisen musste, weil du ihm so oder so verfielst und er genau wusste, wie oft du schon unter ihm gekommen bist.
Wie oft er schon in der Lage war, dich an den Rand deines Höhepunktes zu befördern.
Wie oft du dich ihm schon mit allem was du besaßt, hingabst.

Mit deinem Körper.
Deiner Seele.
Mit deiner ganzen Liebe für ihn.

Jeder Schritt, jede Berührung, jeder Kuss und jedes Lustvolle Geräusch was euren trockenen Kehlen entwich heizten euch nur noch weiter an und Erfüllten die Hallen des Anwesens plötzlich mit Energie.
Eurer Energie.
Du warst bereit, für alles - wirklich - aber nicht für das, was deine Augen als nächstes aufschnappten.

,,Warte mal einen Moment." Er reagierte zuerst nicht - weitere Küsse entlang deines Halses verteilend.
,,Tōya warte."
Doch, nachdem du leicht gegen seine Brust drücktest, fixierten dich zwei frech funkelnde Augen. Gierig und doch verwirrt fast schon etwas besorgt.

,,Was denn? Angst dich könnte jemand hören?"

Allerdings. Denn der Whirlpool war nicht wie erwartet irgendwo in diesem Bombastisch großem Haus, nein, sondern draußen.
Draußen in der freien Natur ...
Weswegen deine Frage auch mehr abwertend als eigentlich beabsichtig klang.

,,Stehst du ... auf sowas?"

,,Ich bin nicht so der öffentliche Typ, aber beim Sex ...", rollte er seine Schultern, als wäre es ihm völlig egal wo er sich befand. ,,ist halt mal was anderes."

Deine Skepsis sah er sofort. Das Rümpfen deiner Nase ganz normal wann immer dir etwas nicht behagte.

,,Es ist mitten am Tag."

,,Und?"

,, Und ? Was ist, wenn das jemand sieht?"

Oder besser - hört, ugh.

,,Geht es nicht darum? Um diesen Nervenkitzel das es so sein könnte?
Aber ich mache nichts, was du nicht willst, ok?"

Du Nicktest nur und warst gerade nach deinem flüchtigen Kuss auf seine Wange wieder dabei reinzugehen. Es wäre gelogen, wenn du noch nie über sowas nachgedacht hättest, aber es fühlte sich nicht richtig an?
Es war völlig okay. Für manche war dieser gewisse Nervenkitzel eben nichts.

Doch Tōya kannte dich. Viel zu gut und wahrscheinlich sogar besser als du dich selbst kanntest deswegen wusste er was dich reizte und das? Das manchmal sogar mehr als alles andere.

Teiltest deine Fantasien mit ihm, wenn du wieder bedürftig nach ihm warst.

Er musste hier nur die richtigen Knöpfe bei dir drücken damit du Ja sagst.

Und ... wie gelang das besser bei dir als mit Humor?
Mit euren Neckereien von denen er wusste wie sehr du es insgeheim liebst und wie sehr es ihn innerlich amüsierte, wenn du mit mühe versuchtest sauer auf ihn zu sein, aber du jedes Mal kläglich daran scheitertest.
Deine angepisste Miene war die Aktion hier allemal wert.
Ohne ein weiteres Wort packte er dich also, du die aufschrie, weil sich die warmen Hände deines Freundes um deine Hüften schmiegten, die dich zu sich zogen und dich danach mit einem geschickten griff unter deine Beine und um deinen Rücken hochhoben.

Flatsch.

Da landetest du keine Sekunde später, trotz strampeln und wehren und flehen, im Jacuzzi.
Keine Gnade und keine Reue zeigend denn dein Freund? Der hockte sich kehlig lachend zu dir runter.

,,Tōya Todoroki du bist echt unmöglich!"
Hände auf die Wasser Oberfläche aufschlagend als du ihn wie ein nasser Pudel verfluchtest und nach seiner Hand greifen wolltest, die er wegzog. Du würdest ihn jetzt ganz sicher nicht mit reinziehen.
Diese Genugtuung würde er dir nicht einfach so schenken.

,,Schuldig im Sinne der Anklage.

Jetzt musst du dich wohl ausziehen."

Das hätte er gerne so, aber nö. Im Leben wurde einem nichts Geschenkt und so machtet ihr beide eure Standpunkte klar.

Keiner von euch würde nachgeben.

,,Du musst es dir schon verdienen."

Und du warst dir sicher, zu sicher er würde drauf eingehen. Er konnte gar nichts anderes tun, außer auf deinen Willen einzugehen. Denn er wollte es genauso-

,,Ich passe."

Weswegen es dir dein ach so schönes Siegerlächeln aus dem Gesicht fetzte und du nichts weiter tun konntest außer blöd dreinschauen. Mit weit aufgerissenen Augen im Wasser stehend, wie bestellt und nicht abgeholt, Mund einen Spalt weit offen, während dir seine Antwort durch den Kopf ratterte, wie ein Kaputtes Zahnrad.

Er ... was?

,,Wieso müssen sich immer die Männer beweisen?"

Ja~ er wusste, wie man dich dran bekam es waren damals nämlich deine Worte in der kleinen Bar, in der ihr euch kennenlerntet.

Du eigentlich nur frustriert von den ganzen Nieten in deinem Leben und er gelangweilt von den 0815 Frauen, die nie diesen gewissen biss hatten.

Den biss, den du dafür besaßt.
Es waren diese einfache Worte-

,,Ich finde Männer müssen nicht immer die ganze Arbeit übernehmen."

-die ihn im Endeffekt hellhörig gemacht haben. Neugierig, weil er war auch nur ein Mann, nicht?

,,Na, ihr bei-

T-tōya was hast du gemacht?"
Fuyumies zuerst fröhlich klingende Stimme, schwankte binnen in einer Millisekunde bis da nur noch ein Vorwurf ihm gegenüber übrigblieb, der eure intensiven Blicke zwischen euch auflöste.

Fuck~

Ihr vergaßt wirklich, dass ihr hier nicht alleine wart.
Dieser Familienausflug wäre nämlich spätestens  jetzt wortwörtlich den Bach runter gegangen hättet ihr euch eurer Lust hingegeben.

Der Grund, an dem du endlich aus dem Wasser stiegst und dich durchnässt in die Sonne stelltest.
Du wolltest dir gar nicht vorstellen was sie dachte.
Wahrscheinlich sowieso nichts Falsches, aber man, so Selbstbewusst wie du eigentlich warst brach diese kurz in lauter kleine Einzelteile.
Also ... so, auf diese Art wolltest du sicherlich von ihm feucht gemacht werden.
Wobei es deine Haut unter dieser brennenden Sonne ungemein kühlte.

Aber man! Diese Idee mit dem Jacuzzi bereutest du kurz minimal.
Dein toller Freund allerdings weniger, der war mehr amüsiert darüber, wie schnell du flüchtetest. Konnte ja auch keiner von euch beiden ahnen, dass sie alle so früh von ihrer Sightseeing-Tour wieder zurückkehrten.

,,Das, was sie verdient.", rief er noch hinter seiner reinstürmenden Schwester hinterher, die dir Handtücher bringen wollte.

Und wenn das mit ihr noch nicht peinlich genug war, dann das mit seinen Brüdern.

Der eine davon nur seufzend, weil Nats eine bescheuerte Andeutung angelehnt an einen gewissen Abend machte an dem ... sagen wir du warst nicht ganz so Still, wie dir Tōya befahl, okay. Die Hand vor deinem Mund brachte bei seinen gnadenlosen Stößen in dich auch nichts mehr.

,,Oma Rie hätte fast das frühzeitige gesegnet."

Hätte sie dein Stöhnen nicht mit ... einer sterbenden Katze verwechselt, dann ja, bestimmt.

Du schworst du wärst am liebsten im Erdboden versunken als Natsuo noch so frech grinste, der die arme an diesem Abend davor rettete als Lattenpaul zu enden und den Rundgang durch das Riesenanwesen in einen anderen Gang verlegte.

Innerlich dankbar, dass er mitdachte, aber andererseits schmierte er es dir auch immer wieder aufs Butterbrot.

,,Ich hab dir gesagt du sollst leise sein.", zuckte Tōya nur wieder mit den Schultern als wäre nicht er derjenige gewesen der dich hemmungslos auf dem Tatami fickte, weil sich Mr. Ungeduld wieder in ihm meldete und du ihn vielleicht ein wenig zu sehr mit deinen Worten, was du jetzt alles mit ihm anstellen könntest, wärt ihr zuhause und nicht dort gewesen provoziertest.

Was solltest du sagen ... Es musste einfach in seinem alten Zimmer enden.

Da solltest du noch einmal sagen dir war es unangenehm es in der Öffentlichkeit zu machen, wenn du schon viel ungezogener warst.

,,Ich? Vielleicht hast du ja so gekreischt.", zwinkertest du in seine Richtung, bevor er dich am Handgelenk zu sich zog und dir die Worte ins Ohr flüsterte, die dir eine Gänsehaut verpassten genau wissend das du anbeißen würdest, weil es einfach Typisch du warst.

Der Peinliche Abend schon wieder verdrängt, denn fuck it, man lebte nur einmal.
Ob es sein kleinerer Bruder mitbekommen hatte, war ja eigentlich auch nicht so wichtig, weil es eure Beziehung nie komisch werden ließ.

Also fuck it!

,,Heute Abend. Du und ich in diesem Jacuzzi."

Warum nicht aus dieser Hölle namens "Familienurlaub" entfliehen und sich etwas hingeben was längst sein war?

Dir hingeben und du dich ihm.
Voll und ganz.

Wenn das Haus leer und ihr alleine wart.

• • • • • • •

Wenn es eines gab das du mehr als seine raue dennoch fürsorgliche Art schätztest, dann seine Worte, die er immer hielt.
Wäre er ein Schurke würde er wahrscheinlich niemals aufgeben, um das zu bekommen, was er wollte.
Und es war ok.
Du liebtest es, Gott, alles an ihm und dich damals zu bekommen stellte sich als echte Herausforderung heraus. Eine, die er nur zu gerne annahm.
Er gab nicht auf egal wie unantastbar du schienst - seine Hartnäckigkeit zahlte sich letzten Endes aus.
Denn jetzt hatte er nicht nur das liebevollste, sondern in seinen Augen auch das schönste Wesen an seiner Seite. Du warst ihm definitiv verfallen doch er, er war es dir viel mehr.

Mit jeder Zelle seines Körpers.

,,Das Kleid steht dir."

Deinen Kurven in diesem rot verfallen, die sich lasziv zum Takt der Musik im Hintergrund bewegten.
Deine Lippen, auf denen ein freches Lächeln lag und der zum Kleid passenden Farbe einen Abdruck auf dem Sektglas hinterließen.

Prickelnd und Fruchtig, wie seine Lippen, die zuvor selber noch an der Flüssigkeit nippten und über die du deine Zunge gleiten lässt, die er nur zu gerne für dich öffnete.

Dieser Kuss ... nur der Anfang von so vielen der heutigen Nacht, die vor euch lag.
Dementsprechend dauerte er auch nicht zu lange an.
Nicht all zu lang.

Nicht genug ...

Aber genug, um mehr zu wollen um süchtig danach - nach ihm - zu werden.
Dieses Verlangen nach dir stieg bei ihm ins unermessliche an ... doch es war noch viel zu früh um jetzt schwach zu werden.
Du hingegen konntest dich weniger zurückhalten, aber er unterbrach dich mit seinem Finger zwischen euren Lippen.

Verwirrt und etwas zurückgewiesen war deine nächste Frage also nur natürlich für ihn.

,,Hab ich-"

,,Nein. Du hast nichts falsch gemacht.

Komm mit."

Seine Absicht lag nicht darin dich zu verunsichern, sondern um dir heute etwas von dem zurückzugeben, was du ihm all die Jahre schenktest - Sicherheit.
So sicher wie er deine Hand mit seiner umschloss und dich führte.

Deine Augen wanderten. Wanderten von ihm zu dem Meer aus roten Blüten.

,,Du hast dir ja richtig Mühe gegeben."

Natürlich hatte er das. Wenn auch ein wenig mit der Hilfe seiner Schwester, bevor sie zu diesem bescheuerten Familienessen fuhren.
Zumindest nur beim Kauf der Rosen half sie, den Rest erledigte er.
Und anscheinend gefiel es dir, deine Augen ihre Umgebung musternd, während seine deine Reaktion nie verpassten.

,,Willst du etwa um meine Hand anhalten?", gluckstest du als nächstes.

,,Nein, du weißt, was ich davon halte."

Allerdings.
Und mit jedem Mal stach es ein klein wenig mehr in deinem Herzen dabei dachtest du dich mit diesem Gedanken endlich anfreunden zu können.
Zu früh gefreut.
Denn nein, du konntest diesen Wunsch einfach nicht verdrängen. Egal wie sehr du es versuchtest. Für ihn.

,,Jap."

,,Sei jetzt nicht sauer."

Warst du nicht, wirklich, aber dieses Thema hing dir schon zum Hals raus. Heiraten stand nie zur Debatte, weil er absolut gar nichts von diesem ganzen scheiß hielt und daran war diese arrangierte Ehe seiner Eltern schuld.

Aber dir darüber jetzt Gedanken zu machen war nicht fair schließlich verteilte er all die Kerzen und Rosenblätter für dich hier. Nicht für sich, sondern nur für dich.
Absolut kitschig und doch ... mehr als Aufmerksam von jemandem wie ihm, der absolut nichts mit Romantik anfangen konnte. All das, um den Stress aus deinen müden Knochen zu bekommen.

Und das ließ dich gegen seine Brust lächeln die herbe Note seines Parfüms in deine Nase einatmend als du nichts anderes denken konntest den besten Mann für dich gefunden zu haben.
Denn egal was er auch tat du fühltest dich wohl, lassen wir mal das Thema Kinder und heiraten beiseitegeschoben - es war nur belanglos und es war doch nun völlig egal ob du einen Ring am Finger trugst oder nicht.
Was zählte war wieder mal nur das hier und jetzt mit ihm in diesen Meer aus sanften Düften und küssen die er dir gab.

Hände, die über sein Hemd wanderten, fuhren immer wieder über seine Oberarme und schließlich unter den dunklen Stoff, um das freizulegen was du so sehnlichst berühren wolltest - was du spüren wolltest.
Deine Finger - wie elektrische kleine Blitze auf seiner immerzu warmen Haut.
Aufgeladen, nahezu kribbelnd durch seinen ganzen Körper bis zu seiner präsenten Erektion die du an dir spürtest und die Tōya auch nicht verheimlichte so wie er sie gegen dich presste.
Es machte ihm noch nie etwas aus dich darauf aufmerksam zu machen und dir zu zeigen wie sehr er dich wollte.

Sein Hemd endgültig achtlos auf dem Boden geworfen fuhrst du seine Konturen am Bauch entlang. Tōya war noch nie durchtrainiert, hatte kein Sixpack keine breiten Schultern, aber es hätte dir nie gleichgültiger sein können.
Er war perfekt. Ja, für dich war er es definitiv egal in welcher Hinsicht. Ob er nun nicht der Meisterkoch, besonders Ordentlich oder etwas reserviert war er hatte definitiv andere Qualitäten und selbst seine Makel liebtest du an ihm.

,,Weißt du eigentlich, was du mit mir machst?", fragend zwischen dem Kuss. Keuchend und gierig.

Es war suchterregend dieses Gefühl deiner Zunge gegen seine, wie sie sich wendete und jeden Zentimeter erforschte als sei es eurer letztes Mal.
Diese Lustvollen Geräusche, die dir entwichen - er wollte mehr davon.
Mehr von dir.
Mehr von dem hier.

Sein nächster Griff der Reißverschluss deines Kleides den er langsam, viel zu langsam öffnete, wie er es vorsichtig von deiner Haut streifte und es zu Boden fiel, um dich in deiner ganzen Pracht zusehen, die ihm seinen Atem Stück für Stück raubte.
Egal wie oft er dich noch so zu Gesicht bekam - es war jedes Mal berauschend.

Schuhe abgestreift, während du lächelnd von ihm abließt.

Dein viel zu reizvoller Gang in den Jacuzzi, Stufe für Stufe, ließen ihn dazu noch fast seinen Verstand verlieren.
Er musterte dich genau.
Jede sichtbare Narbe an dir.
Jeden weiteren Schritt.
Diese perfekten Hüften, um die sich das Wasser wie Seide schmiegte.
Wie du dich dort ins Wasser auf die Erhöhung platziertest und ihn verlangend ansahst.
Einfach alles.

,,Du musst dich schon weiter ausziehen, wenn du zu mir willst."

,,Du kannst mir auch helfen."

Spielerisch fingst du deine Lippe zwischen deinen Zähnen ein, während du dich langsam durch das Wasser auf ihn zurückbewegtest.

,,Sollte ich das?", grinsend glitt deine Zunge über seinen Hals, weiter über seine Brust immer und immer mehr nach unten wandernd.
Langsam, quälend. Es machte ihn schier wahnsinnig, wie du deine Zunge verwendetest während du jeden Zentimeter seines entblößten Oberkörpers runter küsstest.
Seinen gepiercten Nippel mit deiner Zunge umspieltest und du mit jedem weiteren Kuss nichts als ein kribbeln auf seiner blassen Haut zurück lässt.
Wie du ihn von unten mit diesem verdammt unschuldigen Blick ansahst - Gott er wollte dich, und zwar genau jetzt.
Wenn du so weiter machen würdest, weiter an dem saum seiner Boxer entlang Küssen würdest, während du den Stoff immer wieder sachte mit deinen Zähnen zogst, würde er dich einfach so packen und dich auf der Stelle nehmen.
Du aber, du hattest ganz andere Pläne mit ihm.

,,Du hast zwei gesunde Hände, oder? Mach es doch selbst."
Frech grinsend wandertest du Rücklinks zurück zu deinem Vorherigen Platz - ihn niemals dabei aus den Augen lassend, der immer noch etwas verwirrt und leicht genervt dastand.
Du deinen Befehl klarer machend, weil keine Reaktion kam. Nicht die gewünschte und du es ihm unverblümt mitteiltest, was du von ihm verlangtest.
,,Ausziehen. Und zwar langsam~"

,,Verarscht du mich?", dein Lustvoller Blick - dieses freche Grinsen folgend - sagten ihm ganz genau wie ernst du es meintest. ,,Ach fuck."

Er tat es, seufzend, ohne weiter zu zögern, deine Augen jede seiner Bewegungen verfolgend, bis er komplett Nackt vor dir stand.

Mit deinem Finger ihm signalisierend sich zu dir zu bewegen, machte er es, wieder ohne etwas darauf zu sagen gehorchte er.

,,Wir sollten irgendwann Mal Rollenspiele ausprobieren."

Hände links und rechts von dir abgestürzt, während er fragend auf dich herabsah.

,,Wie kommst du jetzt darauf?"

Und du, die seine weißen Strähnen einfing lächelte ihn an.

,,Na ja, dass hier hatte wirklich seinen ...  Reiz ."

Zeigend auf eure Klamotten auf den Steinen und dem ganzen rot und pink aus Rosen, auf denen sie lagen.
Dein Faible lag eher so auf - mehr ist gleich viel reizvoller.
Klar, nichts war schöner als Haut auf Haut, aber gewisse Kleidung? Es waren Welten an unterschiede also warum kein "Role-playing" als Vorspiel? Vielleicht sogar ein gewisses immerzu plapperndes Federvieh in eurer "Spiel" mit einbezogen?

,,Ich behalte es im Hinterkopf."

Doch die Fantasie mit Hawks zu dritt ... sprachst du jetzt lieber nicht an.
Es ging hier schließlich gerade nur um euch zwei.

Nasse Hände glitten über seine Haut, hinterließen eine Gänsehaut, bevor er sich zu dir runterbeugte. Seine jedoch glitten über deinen Schenkel und dazwischen. Diese empfindliche Stelle streichelnd - dein scharfes einatmen wie Musik in seinen Ohren.

,,Und? Macht es dir jetzt noch etwas aus hier draußen zu sein?"

,,Nein."

,,Warum?"

Deine Lippen zitternd durch die aufsteigende Lust in dir.
Er spielte mit dir und einem Verstand als er mit einer Hand über deine empfindlichen Nippel streifte - abwechselnd zwischen beiden. Seine Zunge benutzte, wo du kaltes Metall spürtest wie es dir den Rest gab.
Wie sehr du seine gepiercte Zunge jetzt woanders haben wolltest - spüren wolltest - fühlen wolltest was sie schon zu oft mit dir anstellte.

Aber es war zu deiner Enttäuschung nur einer seiner Finger, der in dich glitt und oh~ du hasstest es, weil es sich nicht komplett anfühlte.

,,Weil ich nur ... Ich will-"
Bis er endlich seinen zweiten dazu nahm.

Er wusste es. Wusste wie sehr du dich auf ihn und seine Finger konzentriertest, die dich schwer atmen ließen.
Er merkte wie du dich immer mehr fallen und deine Hemmschwelle verlorst.
Stück für Stück - dein Stöhnen immer unkontrollierter.
Wie Wachs, ja, das warst du in seinen Händen und er genoss jeden einzelnen Ton, der deinen Lippen entwich.

,,Du willst das ich dich ...  Was ?"

,,Ich will ... Ngh fuck."

,,Sag es. Was willst du?"

Er wollte seinen Namen aus deinem Mund hören und er wusste, welche knöpfe er bei dir drücken musste, um dich ihm völlig hinzugeben.

,,Ich kann dieses Spiel genauso spielen wie du, nur besser."
Man sagte Stille Wasser seien tief und das traf definitiv auf euch beide zu.
,,Sieh mich dabei an."

Seine Stimme war sanft, genau wie seine Bewegungen.
Die Weise wie sich deine Muskeln anspannten, du auf deine mittlerweile verschmierten roten Lippen mit diesem Blick voller Lust bisst, mehr Hitze bei ihm verursachend.
Es war wie damals als ihr beide das erste Mal miteinander schlieft.

Suchterregend.
Körper wie füreinander gemacht.
Aber es war niemals genug.
Würde es nie sein.

Tōya verlangsamte seine Bewegungen ganz genau wissend, wie du auf sowas reagiertest.
Am Rande deines Orgasmus gedrängt ließ er dich genau dort in der Luft hängen und als du spürtest, wie seine Finger dich verließen konntest du nur deine Zähne aufeinanderpressen und deine Enttäuschung darlegen.

,,Wa-"

,,Ich geh's langsam an."

Es fühlte sich abbrechend an, aufgestaute Lust, die keine Befreiung fand.
Eingesperrt in diesem kochenden Körper, der vor Erregung zitterte.

Er griff unter deine Schenkel und hob dich auf den Rand des Beckens hoch, dort wo er dich platzierte.
Deine Beine suchten automatisch halt um seine Hüften, die sich an dich drückten - wie sie sich hemmungslos aneinander rieben.
Dieses Gefühl - Haut auf Haut - es war unbeschreiblich.
Eure Umgebung nur erfüllt durch eure Küsse und dem abgedämpften Stöhnen, welches dazwischen entfloh.

Wie du dich in seinen Rücken kralltest, schmerzhaft, aber so, so befriedigend genau wie das Ziehen seiner Haare, Finger die sich verzweifelt in dieses flauschige mittlerweile feuchte weiß krallten.
Niemals die Küsse unterbrechend, die von deinen Lippen abwärts zu deinem Schlüsselbein führten. Sichtliche Spuren hinterließen, bei denen er sich sicher war, dass sie jeder sehen würde - euch war es egal.

Allerdings ... das mit dem langsam angehen stellte sich wirklich als Problem heraus.
Er konnte nicht mehr, Atmung immer abgehackter.
Dein Freund wollte dich, und zwar jetzt.
Scheiß aufs langsam machen - Tōya hatte keine Geduld mehr sich zurückzuhalten.

,,Sollen wir rüber?", hauchte er gegen deine nasse Haut, jede Berührung deinen letzten Verstand raubend.

Jede Zurückhaltung nicht mehr tragbar.
Deine Lust dich komplett im Griff als er dich packte und ihr im nächsten Moment nicht mehr im warmen Jacuzzi, sondern auf der grünen Wiese, unter dir dieses dimensionale Handtuch, lagt - über euch dieses leuchtende Meer aus Sternen.

Der Plötzliche Temperaturwechsel wäre unter anderen Umständen vielleicht kritisch geworden, doch er hielt euch beide warm - mit seiner natürlichen Hitze, die du bereits seit fünf Jahren nicht nur am ganzen Körper, sondern auch in deinem Herzen spüren durftest.

Beide Beine neben deiner Hüfte platziert - auf Knien über dir schwebend, während einer seiner Mundwinkel zuckte.

,,Willst du mich noch ewig so betrachten?", atmetest du schwer.

Wenn es gehen würde, ja.
Wenn er könnte, würde er alles hier einfangen.
Jedes Detail.
Von deinem leichten schmunzeln, jeden einzelnen Tropfen, der deine Haut runter lief, den dezenten Duft deines Parfüms, welches sich selbst nach den Jahren nie änderte - es war immer noch dasselbe wie bei eurem stürmischen aufeinander treffen - bis hin zu deinen Augen, die nur ihn fixierten.

,,Tōya mach es endlich."

,,Was? Ich glaube du musst es anders formulieren."

,,Lass die Spielchen und Fick mich endlich."

Von da an, genau jetzt, fühlte sich alles wie in einem Rausch an.
Deine Hüllen schon lange gefallen genau wie dein Verstand.
Nur er konnte dich so sicher fühlen lassen, all seine Küsse, die eine feuchte Spur auf deiner Haut hinterließen, über deine Nippel, seine Hand um deinen Schenkel und als du Schlussendlich seinen Schwanz zwischen deinen Beinen spürtest, den er zuerst nur an dir streifte, bevor er mit einem Stoß in dich eindrang.

Er war vorsichtig, vorerst, machte langsam, um dir kein unangenehmes Gefühl zu geben.
Doch da war nur unbändige Lust, die euch beide leicht, aber vor allem erleichtert aufstöhnen ließ. Deine Finger in seine Oberarme krallend, seine in das Gras vergraben, welches euch umgab.

,, Fuck.  Wie kannst du dich jedes Mal noch besser anfühlen?"

Stöhnte Tōya neben deinem Ohr und ließ seine Hüften immer wieder gegen deine schnalzen.

Endlich bekamst du das nach dem du dich die vergangenen Tage so sehntest.
Ließt dich unter ihm fallen, dein aktuelles Problem beiseitegeschoben - ausgeblendet.

,,Ngh~ ich will ... dich ganz."

Deine Augen bereits wieder geöffnet, nur um dich in diesen blauen Ozean seiner Irden zu verlieren, weiter vergessen, was du hättest eigentlich schon längst ansprechen sollen.

,,Ganz, hm?"

Er wusste, wie er dich zum Schweben brachte, dich Sterne wie die dort oben sehen lassen konnte. Wie er dich anfassen musste, um genau diesen Status der völligen Ekstase bei dir auszulösen.

Stöhnend packte er dein linkes Bein, um es über seine Schulter zu legen und dich ihn endlich komplett spüren zu lassen, indem er noch tiefer in dich eindrang und diesen Punkt in dir traf der dich komplett um deinen Verstand brachte.

Genau das, genauso wolltest du es haben.

Rechtes Bein angewinkelt merktest du wie sich Tōya aufrichtete, Finger dabei immer fester um deinen Schenkel greifend, die sich in dein zartes Fleisch bohrten und die andere Hand niemals dein Becken verließ.

Tiefer, schneller.
Diese Geschwindigkeit ließ dich nicht nur vergessen, sondern auch flehen.

Nach mehr.
Das flehen nach Erlösung.
Die, die du mehr als nur brauchtest, um wieder klar denken zu können.

,,Komm schon, komm für mich. Ich will dich hören. Fuck ..."

Diese Worte, die durch die Luft drangen, gepaart mit seinem Blick ...
Eure Blicke stets in die Augen des anderen sehend, die vom Mondschein nur so leuchteten.
Du dachtest gar nicht daran das es dich noch mehr anturnen könnte doch dein Becken streckte sich automatisch ihm entgegen.

Dein Verlangen endlich zu kommen viel zu groß.

,,Ngh~ genau ... so, Tōya~.", keuchtest du vor purer Erregung, Wassertropfen längst ersetzt durch Schweißperlen, die seine Stirn runterliefen.
Seine natürliche Wärme deinen ganzen Körper einnehmend als er sich zu dir runterbeugte, einen Arm zur Stabilisierung neben deinem Kopf abgestützt, um nochmal in einem Tempo in dich zu stoßen, das dich schreien ließ.

Da war nichts grobes, nur nackte Gefühle und Leidenschaft - Liebe.
Pure Liebe, die in jeder seiner Berührungen spürbar für dich war, weil an erster Stelle nur du standest.

,,Shit ... Ich ..."

Komme.

Unfähig einen vernünftigen Satz zu bilden, bescherte er dir endlich diese langersehnte Erlösung.
Deine Befriedigung und Befreiung.
Der richtige Winkel seiner Stöße, die immer schlampiger wurden, brachten dir deinen Orgasmus.
Diese Pure Verletzlichkeit unter ihm, das Zittern deiner Beine und die nachhallenden Töne aus deiner trockenen Kehle ließen ihn selbst laut Stöhnen, bevor er in dir kam und du spürtest, wie diese Wärme dein inneres ausfüllte.

Pʟᴀʏ ɴᴏᴡ -

Starbright
Dabin

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01:43 ━━━━●───── 04:03
ılıılıılıılıılıılı

・❥・: ̗̀➛⋆·˚ ༘ *

Nasse Haut auf nasse Haut als er sich außer Atem auf dich fallen ließ.
Deine Arme direkt um seinen Hals schlingend und du mit einer Hand durch seine feuchten Haare.

Dieser Moment hier ...  genau dieser, einer der wahrscheinlich schönsten in eurer ganzen Beziehung. Da wo nur noch Liebe einen Platz zwischen euch hatte.

Aber ... Da war noch etwas, was du ansprechen musstest.
Und auch, wenn du wusstest, dass es alles hier ruinieren könnte, gab es keinen Weg drum herum.

,,Tōya? Ich muss dir was sagen."

Fingst du also deshalb so vorsichtig an zu sagen.

,,Oh fuck, sowas bedeutet nie was Gutes. War das hier so ein schlechter Abschiedsfick, bevor du abhaust?", raunte er sarkastisch, während sein Kopf immer noch auf deiner Brust ruhte. Gänsehaut verursachend dort an der Stelle, wo sein heißer Atem auf deine Haut traf.

Lieber jetzt als nie.
Was sollte schon passieren, außer ihm einen frühzeitigen Herzinfarkt zu bescheren?
Weiße Haare fielen da schonmal weg - die hatte er bereits.

Die Offenbarung war nur etwas, worauf er zwar so null Bock hatte, aber hey, scheiß drauf.

Einmal tief einatmend, bevor du vielleicht diejenige warst, die diesen Herzinfarkt bekam und kaum die Luft wieder ausgeatmet machtest du schon Nägel mit Köpfen.

,,Ich glaube ich bin Schwanger."

Kurz und schmerzlos, warum um den heißen Brei reden das war einfach nicht deine Art und seine gleich drei Mal nicht.
Doch anstatt etwas zu sagen hörtest du nichts von ihm.
Kein Mucks.
Nicht mal seinen Atem auf deiner Haut spürtest du mehr.

Oh shit.

Lediglich lautes schlucken war es das du vernahmst.
Euer Herzschlag viel zu schnell und plötzlich waren es seine Augen, die deine Gesichtszüge genau musterten, ob du ihn nicht doch verarscht.

,,Wie? Das ist praktisch unmöglich."

Praktisch - ja.
Theoretisch - nein.

Es war hier nicht der 1. April, bei dem du sowieso nicht verstandst, warum dieser nervige Tag überhaupt existierte.

Das hier war die nackte Realität, kein Scherz, kein ... Traum.

Du diese 1% von 99 bei der die Pille wahrscheinlich schön seine Wirkung verkackte.

,,Ich bin mir auch nicht sicher ... Es muss überhaupt nichts heißen das meine Regel bereits zum zweiten Mal ausgesetzt hat. Dachte eigentlich es wäre der Stress gewesen, aber mittlerweile bin ich mir unsicher."

,,Wir sind viel zu jung."
24 war normalerweise ein Alter in dem die meisten noch nach sich selbst suchten und ehrlich gesagt konntest du dir nicht vorstellen Mutter zu werden, aber falls es wirklich sein sollte, in dir etwas heranwuchs was deine Liebe benötigte, wolltest du es auf keinen Fall anders haben.
,,Und ... Ich weiß nicht wirklich, ob ich mich als Vater machen würde. Ich mein, du weißt, was ich von diesen ganzen Sachen halte."

Genau da lag eben das Problem.
Wie oft kam dieses Thema um all das auf? Viel zu oft sei es durch dich oder durch eure Familien und jedes Mal drückte er sich klar und deutlich aus.
Nein war bei ihm nun mal genau das - ein klares Nein.

Doch ... aufgeben war keine Option für dich.
Natürlich, du akzeptiertest seine Meinung, aber versuchen konnte man es doch, nicht?
Was hattest du schon zu verlieren.

Augen zu und durch.

,,Würdest du mich heiraten?"

Tōyas Augen weiteten sich vor Unglauben.
Hattest du ihm gerade-

,,Machst du mir gerade einen Antrag?"

Er hatte nicht einmal dein Geständnis richtig verdaut da überrumpeltest du ihn direkt mit dem nächsten Knackpunkt. Weil du nun mal du warst keine halben Sachen machend und er liebte es.
Nervig sicher, aber viel zu liebenswert, um es dir übel zu nehmen.

,,Wenn du es nicht tust, dann mach ich es eben,  Todoroki ."

Er konnte nicht anders als bei deinem Versuch ernst zu bleiben kichern, während er sich von dir löste, um neben dir gen Himmel zu blicken.
Paar Minuten verweiltet ihr so, ruhig nebeneinander liegend, bis er die Stille zwischen euch brach.

,,Siehst du die Sterne da? Wenn ... sie in der richtigen Konstellation zueinander stehen kündigt das Glück für jemanden an."

Tōya drehte seinen Kopf direkt zu dir, um dir in deine Augen sehen zu können, die trotz selbstbewussten Auftretens eher Unsicherheit Ausstrahlten.

Wann er zu fucking Astrologen wurde, wusstest du zwar nicht, aber du endecktest in dieser Nacht mal wieder etwas Neues an ihm.

,,Ist das deine Weise ,, Ja " zu sagen?"

Was eine Frage - du kanntest die Antwort doch.

Vorsichtig streifte er eine deiner Strähnen hinters Ohr, während du ihn erwartungsvoll ansahst, wartend auf seine Antwort, bei der du dir schon denken konntest, wie sie ausfiel.

,,Wer weiß."

Lachend hautest du ihm auf die Brust, sanfte Küsse auf seinem Handrücken verteilen, als du seine Antwort einfach so stehen lässt.
Ihr brauchtet schließlich keine Heirat, um glücklich zu sein - das wart ihr auch so schon.

,,Ich liebe dich, das weißt du, oder?"

Und seine Worte waren wie Balsam für deine Seele.
Nichts auf dieser Welt so kostbar wie solche dieser unvergesslichen Momente.
Du wolltest dieses Leben mit ihm - egal ob verheiratet, mit Kind einem Haus oder auch eben ohne all das.
Der Wert lag schließlich nicht in solchen Dingen wie diesen, sondern nur in der Person mit dem man seine Träume und Wünsche teilte.
Die einem das Gefühl von Zuhause vermittelte.
Diese Person war er, der Mann mit dem du die schönsten, aber auch die schlimmsten Momente verbrachtest und du es für ewig so beibehalten wolltest.

Zusammen mit ihm - deinem ... Verlobten.

Oder zumindest sowas in die Richtung?
Oder eben auch nur mit deinem Freund und es war ok.

Jaha~ wirklich.

Alles andere würde sich sowieso in naher Zukunft zeigen, aber bis dahin betrachtet ihr in dieser klaren Nacht viel lieber weiter die Sterne.

,,Ja, das weiß ich Tōya."

Die Sterne, die euer Glück bedeuteten, richtig?

 

Chapter 11: ─ 𝖡𝗅𝗎𝖾 𝖫𝗈𝖼𝗄 ・ ブルーロック

Chapter Text

↬ ₀₀₁. Itoshi Sae ・ 𝖦𝗁𝗈𝗌𝗍𝖾𝖽

↬ ₀₀₂. Oliver Aiku ・ 𝗙𝗼𝗼𝗹𝗶𝘀𝗵 𝗖𝗮𝗽𝘁𝗮𝗶𝗻

Chapter 12: Itoshi Sae ・ 𝖦𝗁𝗈𝗌𝗍𝖾𝖽

Summary:

𝗽𝗮𝗶𝗿𝗶𝗻𝗴𝘀. Sae x F!Reader

 

𝘀𝘆𝗻𝗼𝗽𝘀𝗶𝘀. Nach einer gescheiterten Beziehung, Funkstille und Herzschmerz sehen sich der Fußballprofi und die Journalistin wieder. Mit Folgen.

 

𝗰𝗼𝗻𝘁𝗲𝗻𝘁. manga spoiler ・ timeskip ・ i made myself cry ・ deal with a break up ・ heartbreak ・ sae is a fucked up person for fucks sake

 

𝗽𝗹𝗮𝘆𝗹𝗶𝘀𝘁. Tribulation ・ Matt Maeson

 

Beautiful Mistakes ・ Maroon 5, Megan Thee Stallion

 

Us ・ James Bay

 

Youth ・ Shawn Mendes, Khalid

 

Say ・ Ruel

 

I Am ・ James Arthur

 

Find What You're Looking For ・ Olivia O'Brien

 

Snow White ・ Dennis Lloyd

 

Remind Me to Forget ・ Kygo, Miguel

Notes:

Dieser oneshot ist ursprünglich nicht so geworden, wie ich es gerne gehabt hätte, weil mein Mood zu der Zeit zusammen mit der Titanic gesunken ist, habe ich es aufgearbeitet und mehr hinzugefügt. Generell ist von allem ein wenig mehr drin, mehr Liebe, mehr Gefühle, einfach mehr.

Und surprise, surprise schreibe ich gerade an einem zweiten OS, der die Beziehung beider Brüder mehr in den Vordergrund rücken wird.

Genug davon und mehr hiervon!

Sorry Ladies and Gentleman, falls ich hier träume zerstören sollte - Sae kann ich mir anders einfach nicht vorstellen. He is what he is - the world's best asshole.

(And deep down, he's a good boy. A little bit. Maybe)

(See the end of the chapter for more notes.)

Chapter Text

 

───────── · · · ·

 

I lost

you.

 

But

I found

me.

 

So I win. 

 

 

 

▬▬▬▬▬▬▬▬

 

,,Alexa, play a sad song for my broken soul."

 

Tribulation

Matt Maeson

 

 

• • • • • • •

 

So viele Tage die du liebtest.

Zu viele Tage des Vermissens.

 

Du vermisstest vieles.

 

Dich selbst; dein kindliches Ich, dass noch so blind durch die Welt lief und nichts unmöglich schien.

Deine Freunde, die in der Nähe wohnten und für die du kaum Zeit fandest.

Dein monatliches Gehalt, weil du mal wieder in Gönner Laune warst und die Saint Laurent Tasche leider viel zu gut zu deinen Schuhen passte.

 

Aber am meisten, ja, am allermeisten da vermisstest du ... Ihn.

 

Eher gesagt - euch.

 

Die Teenager, die sich damals etwas versprochen haben.

Die Teenager, die Sorglos beisammensaßen, während sie ihr Eis aßen, rumblödelten und über ihre Träume redeten.

 

,,Ich werde der beste Stürmer der Welt."

 

,,Und ich werde dir dabei zusehen und dich unterstützen."

 

Immer, egal wo du bist.

Egal wo du auch hingehst und selbst, wenn uns über 10.000 km trennen würden.

 

,,Ich werde zurückkommen."

 

,,Versprochen?"

 

,,Versprochen."

 

I̷̵c̷̵h̷̵ v̷̵e̷̵r̷̵t̷̵r̷̵a̷̵u̷̵e̷̵ d̷̵i̷̵r̷̵.

 

,,Ich werde auf dich warten. Hier."

 

An unserem Ort. Unserem sicheren Hafen. In Kamakura mit Blick auf die Bucht.

 

,,Versprochen?"

 

,,Ja, Versprochen!"

 

Versprechen waren aber nicht dazu da, um gebrochen zu werden, richtig? Dārin?

 

,,Nii-chan ist unglaublich, oder?"

 

Dein kleiner Bruder bewunderte dich, weißt du? Genau wie ich, Sae.

 

,,Ist er. Er ist-"

 

,,Itoshi Sae-sama. Der beste Stürmer der Welt. Und ich bin an zweiter Stelle!" 

 

Richtig. Das war euer beider Traum, hm?

Gemeinsam an die Spitze der Welt zu gelangen.

 

Sag mir eines ...

Was ist passiert?

 

,,Sae!"

 

Was ist passiert, als du zu mir kamst - zu unserem Ort - so wie ich es dir damals versprach?

 

,,Was ... Was ist los? Du ... siehst anders aus ..."

 

,,Kann sein."

 

Ich freute mich, als du nach vier Jahren wieder nach Japan zurückkehrtest.

 

Aber ...

 

,,Hast du abgenommen?"

 

,,Y/n ..."

 

... du hast dich verändert.

 

,,Meine Träume haben sich geändert."

 

Augen kalt. Deine Stimme noch kälter.

Und deine Emotionen, dein freches Lächeln ... waren nicht da.

 

,,Was meinst du? Du warst dort drüben der Wahnsinn! Ich hab alles verfolgt, genau wie ich gesagt habe."

 

Du warst ... nicht mehr der Junge, der für seinen Traum nach Spanien ging.

 

,,Du hast keine Ahnung."

 

,,Eh? Sae, was ist mit dir los?"

 

,,Mit mir? Ich hab's zu Rin schon gesagt - diese Welt ist riesig."

 

,,Kann ich ... irgendwas tun?" 

 

Oder war alles ... unsere Kindheit ... nur eine große wunderschöne Lüge?

 

Warst du die Lüge? Wunderkind?

 

,,Willst du mich lächerlich machen? Du kannst nichts tun."

 

,,Red kein Blödsinn. Sag's mir, egal was es ist."

 

Weil es eine Zeit gab, in der ich alles für dich getan hätte. Blind für die Konsequenzen.

 

,,...

 

Werd eines Tages meine Managerin."

 

Wir dateten uns.

Was ein Klischee.

Von Kindheitsfreunden zu Arbeitskollegen und später zu ... Fremden.

 

Wir endeten im Niemandsland.

 

Wunderkind Itoshi Sae und L/n Y/n - nach vier Jahren Beziehung wieder Single. - ,,Wir sind nicht mehr zusammen."

 

Gefundenes fressen für die Hunde von der Presse und diesen läufigen Kötern von Frauen, die dir hinterher hecheln.

"Zu jung"

"Eine Jugendliebe hält eben nicht"

 

...

 

Hmpf. Hatten wir keine schöne Zeit?

Was war überhaupt wahr und was gelogen?

 

Wir haben es wohl verkackt, was?

Denn im Endeffekt ... im Endeffekt war diese Beziehung von Anfang an zum Scheitern verurteilt, hab ich nicht recht?

 

Ihr beide habt diese Beziehung mit 200 Stundenkilometern gegen die Wand gefahren.

Volles Karacho. Kein Stopp. Kein Zurück.

 

Das gab es nicht und gab es nie.

 

Kein Standing Ovation.

 

Nur vorwärts und der Aufprall brach euch beiden das Genick.

Ihr wusstest dieser Tag würde früher oder später kommen. Lebtet die Lüge und zögertet nur das unvermeidbare weiter hinaus, bis es krachte.

 

Ihr beide, ihr wart pures Gift füreinander.

Eine Beziehung, die auf falschen Hoffnungen aufbaute. 

 

Damals, da stand Sae bei dir immer an erster Stelle.

Tatest alles, um ihn zu so unterstützen wie er es wollte - wie es für ihn am besten war, um voranzukommen.

 

Lebtest eher für ihn anstatt für dich, weil es ohne ihn so Sinnlos wirkte.

Du, du fühltest dich so Sinnlos, weil er etwas Besonderes für dich war.

Er gab dir etwas für das sich all der Aufwand lohnte. Danach sah es zumindest für dich aus. Du konntest ihn aber doch bei seinem Traum unterstützen.

Es war das, was du doch wolltest. Hauptsache ihm ging es gut. Hauptsache er bekam alles, was das junge Naturtalent wollte.

 

Das es eher toxisch, als das Paradies war, welches du dir so schön zurechtlegtest, bemerktest du erst später.

 

Nämlich dann, als er dich nicht mehr bei deinem Traum unterstützte - dem Tanzen.

Als er bei wichtigen Auftritten fernblieb. Der Reservierte Platz in erster Reihe, er war leer.

Genau wie seine Seite vom Bett, die in den Nächten kalt blieb.

 

Das war so dein fucking awakening endlich zu sehen, dass das, was ihr vorgabt zu sein nie mehr war als das Offensichtliche - ein Trugspiel.

 

Und er gewann es.

 

Denn Itoshi Sae verlor nie.

Er hasste es zu verlieren.

 

Und du fingst an dich dafür zu hassen ihn zu lieben.

Für ihn alles aufgeben zu haben, ihm nach Spanien gefolgt zu sein.

Geglaubt zu haben dort bei ihm könntest du dir ein Leben aufbauen.

Das deine Träume für immer Träume bleiben würden, dass wolltest du dir lange Zeit nicht eingestehen.

Wie Realitätsfremd dieses kindische Wunschdenken war ...

 

... spürtest du dafür wenig später. Jahre später.

 

Als er dich ignorierte.

Dich. Dein Leben, eure Beziehung und was euer Zuhause hätte sein müssen war das Nächste, was leer blieb.

Eine leere Hülle gefüllt mit so vielen, so vielen Erinnerungen.

Erinnerungen, die dir die Luft aus den Lungen jagten und dein Herz zerquetschten und zurück bliebst nur du in diesen vier Wänden aus Schmerz und Freude mit dem bitteren Gefühl der Enttäuschung.

 

Ihr hattet versagt.

 

Und danach ... änderte sich so einiges.

 

Tanzen stand bei dir an erster, Sae an zweiter Stelle.

 

Genau wie dein Bruder packte ihn die Gier nach etwas, einem Traum, dem du nicht mehr standhalten konntest, bis es schließlich nicht mehr um Liebe ging. Es war die Gier der beste Mittelfeldspieler der ganzen fucking Welt zu werden, und nichts anderes zählte.

 

Selbstsüchtig.

 

Nichts schien auf einmal mehr richtig, alles falsch.

Diese aufrichtigen Gesten - eine Lüge.

Seine Wärme - wurde kälter.

 

Er ist halt so. Sae war schon immer so - deine ständige Rechtfertigung gegenüber dir selbst für sein Verhalten.

 

Seine Liebe - schwand.

Weil sie tot war.

 

Und man kann die Toten nicht wieder zum Leben erwecken, egal wie sonderbar man ist.

Egal wie reich man war.

 

Egal ob man Itoshi Sae hieß - das Wunderkind.

 

Manches konnte man nicht reparieren.

Und damit fandest du dich ab.

 

Denn du hast geliebt. Aufrichtig und ehrlich.

Das hattest du immer und damit konntest du leben und es hinter dir lassen.

 

Ich habe genug getan und versucht.

 

Um damit abschließen zu können.

 

Damit, dass Fußball immer an erster Stelle bei ihm stehen würde.

Damit, dass deine Familienplanung nie für ihn infrage gekommen wäre.

 

Ihr wart nicht die Prioritäten des jeweils anderen.

Das war eben die bittersüße Realität, in die du hineingezogen wurdest.

 

Die Zukunft machte andere Pläne für beide von euch.

 

Die Erkenntnis schmerzte, mehr als alles andere.

Die Tür, die du zum letzten Mal durchschrittest, um nie wieder einen Blick auf deine Vergangenheit zu werfen ließ sich schwerer schließen als sonst.

Aber the show must go on, girl.

 

Somit gabst du das Management auf und wurdest Journalistin in deiner alten Heimat.

Neben dem Tanzen und deinen ganzen anderen Hobbys, weil du dich selbst finden wolltest.

 

Dir selbst beweisen wolltest, wer du eigentlich warst.

Dir keinen Stempel fett auf die Stirn - die Ex von Itoshi Sae - geben lassen wolltest.

 

Du konntest ohne ihn.

Du warst so viel mehr als sein Frauchen.

 

Nur leider machte dir auch hier wieder die Realität einen Strich durch die lange Rechnung.

 

Denn sie drückten ihn dir auf, diesen Stempel.

 

In der Öffentlichkeit zu stehen hatte nicht immer seine Vorteile, aber wer warst du, wenn du es nicht einfach mit einem Lächeln wettmachtest.

Dein schönstes, was du aufbringen konntest, nebenbei bemerkt.

 

Die Bemerkungen, grässlich und negativ einfach überspielt wie ein Profi, der nicht an einem gebrochen Herzen litt.

 

Du warst (y/n) eine verdammte Business Frau, die sehr wohl für sich und ihre eigenen Träume kämpfen konnte.

 

Gut, zugegeben - ein wenig seines Einflusses auf dich zeigte sich dann doch bei deiner ... Berufswahl. 

 

Moderatorin und Journalisten in der Fußball-Redaktion? Nachdem du auch bei einer Tanzshow Moderiertest?

 

Ja~ und ganz bestimmt nicht, um ihm so richtig damit auf den Sack zu gehen.

Wenn es ihn denn dann überhaupt juckte, wem machtest du was vor? Es war er.

 

Manchmal fragtest du dich ernsthaft, ob ihn jemals etwas außer Fußball interessierte.

 

Ha. Ja genau.

Musste man sich das wirklich noch Fragen?

Es war doch so offensichtlich.

 

Doch nach allem, was hinter euch lag, rechnetest du niemals mit dem, was kam.

Mit diesem Angebot ...

 

,,Wir haben da was ganz Großartiges.

Das dürfen wir uns nicht durch die Lappen gehen lassen."

 

"The Big Deal" meinte dein Chef und wenn der das sagte, dann war es auch so. Darauf bautest du immer und auch hiermit hatte er Recht.

 

Leider.

 

Denn deine Kinnlade landete fast auf dem Boden der Tatsachen und das Kirschbonbon geradewegs in deinen Rachen, als du den Namen von dem "Big Deal" hörtest.

 

Enthusiasmus am Arsch.

Du bereutest es im nächsten Augenblick sowas von überhaupt nachgefragt zu haben und machtest eine mentale Notiz an dich selbst nie wieder so neugierig zu sein.

 

,,Ich weiß, was du denkst, aber-" 

 

,,Daisuke nein!

Nein!

 

Ich mache das nicht! Such dir dafür einen anderen Trottel."

 

,,Sei professionell. Hier geht es nicht um die Vergangenheit."

 

,,Professionell? Ich bin professionell."

 

,,Dann steh darüber. Interview ihn einfach und fertig."

 

Und fertig ...

 

Natürlich, weil es auch so easy, wie sein sadistisch lächelnder Abgang, ging.

 

Nein, auf keinen Fall.

Unter keinen Umständen.

 

Niemals.

Im.

Leben.

 

Da ersticktest du lieber an deinem Zuckerl, als in einem Raum mit Sae zu sein.

 

Hmpf, und warum saßt du dann zwei Tage später mit ihm zusammen in einem Raum?

Stillschweigend?

 

Professionell, (y/n). 

 

Die Kohle war es das hier sicherlich nicht wert.

Die Demütigung ebenso wenig.

 

Also die Neugier? Wieder mal?

 

Tch, nah.

 

Es war ... Irgendwie wusstest du es selbst nicht.

Du hättest es ja als "Es ist nun mal mein Job" abgestempelt, aber nein.

Diesmal nicht.

 

Es ging tiefer.

 

Es war wohl das, was jede Frau früher oder später einmal heimsuchte - Überbleibsel Alter Gefühle, die man nun mal nicht so ein einfach unterdrücken konnte, wie man es sich gerne wünschte.

 

Und in diesem Augenblick wünschtest du dir nichts lieber als diese Superkraft des Vergessens zu besitzen.

 

Poof und weg.

 

Doch so leicht war es dann doch nicht.

 

Hm, eingestehen das dieser Mann, der so gelangweilt vor dir saß - Kopf mit seiner Hand stützend, die der Pose den letzten feinschliff von "Ich hab sowas von gar keinen Bock auf das alles hier" - sich als deine Schwäche erwies, kam für dich also nicht in Frage.

 

Das war wieder der Fall deines Bonbons, an welchem du jetzt am liebsten verreckt wärst, während seine Augen keine Sekunde von dir abließen.

 

Ugh ...

 

Das durfte nicht wahr sein.

Selbst nach Jahren hatte der Typ noch Einfluss auf deinen Körper und deinen Geist.

 

Da war das sich nicht eingestehen wohl auch für die Tonne.

 

Da hättest du ihn jetzt am liebsten auch gehabt.

Im Müll.

Und zwar ganz~ weit weg von dir.

 

Auf 'ner Müllhalde in Frankreich oder so, Hauptsache weg.

 

Der folgende Seufzer kam also so erwartet und natürlich wie deine sadistisch veranlagten Gedanken ihm gegenüber.

 

Vielleicht ein neu entdeckter Fetisch deinerseits?

 

Also manchmal fragtest du dich ab diesen Punkten deiner Gedanken schon, wie du es jemals im Leben zu mehr als in einer WacDonalds Filiale zu enden gebracht hattest.

 

Wieso ausgerechnet er?!

Wieso kein anderer Profifußballer?

Und wieso musstest ausgerechnet du mit ihm reden?

 

Weil diese Autorin hier vielleicht ein wenig sadistisch veranlagt war, darum.

 

Und dein Chef ein Arschloch.

Das war "Der Big Fact".

 

Na gut.

 

Ein ... 

 

... und wieder ausatmen.

 

So schlimm wird es schon nicht.

 

,,Ich bin (y/n) vom "Shukuyu Magazine".

Dein "Ten Million Dollar Smile" hätte nicht gefakter sein können.

,,Freut mich, dass Sie mir Ihre Zeit für dieses Interview schenken."

 

Fake.

Wie dir diese Worte so leicht über die Lippen glitten, dabei hättest du sie lieber raus gewürgt.

 

,,Was soll das eigentlich werden, wenn es fertig ist?"

 

Falsch gedacht, (y/n).

Es war mehr als schlimm! 

 

Bonbon.

Holt das Bonbon.

Du wolltest an irgendwas ersticken.

 

Jetzt.

Sofort.

 

,,Huh?"

 

,,Sie? Seit wann siezt du mich?"

 

,,Das ist mein Job, falls es dir noch nicht aufgefallen ist."

 

Ups.

Da bröckelte gerade eine gefasste Fassade und es war nicht seine.

 

Deswegen räuspertest und rücktest deine Position auf diesem unbequemen Sessel wieder zurecht.

 

Okay nein, er war bequem, diese Situation war es, die alles unbequem werden ließ.

 

Gefühle in dir aufkommend als du in dieses Grün seiner Augen blicktest.

Erdrückend und überfordernd, du wusstest plötzlich nicht mehr, wohin du schauen solltest, alles in diesem Raum interessanter als er und dein Herz auf einmal so viel schwerer in deiner Brust.

 

So viel Zeit, die verging und trotzdem, trotzdem hatte sich nichts verändert.

Rein gar nichts, weil er immer noch denselben Effekt in dir auslöste und es war frustrierend zu wissen, dass er auch noch nach Jahren eurer Trennung die Oberhand über dich hatte.

 

Vielleicht unbewusst für ihn, aber nicht weniger beschissen für dich.

 

Doch auch wenn du mehr als nur bereit dafür gewesen wärst, gleich aus dem Fenster zu springen - mit dem Kopf voran - du fuhrst nach deinem gereizten Ausrutscher mit der Tortur fort.

Als wären dir die Worte gerade eben nicht bissig aus dem Mund gesprungen.

Als hättest du nicht noch vor genau 30 Sekunden über euch nachgedacht und wie es mit seinem Verschwinden endete.

 

Reiß dich zusammen.

 

Das war dein Job. Runterschlucken und wie sagte es Daisuke noch so schön? Darüberstehen.

 

Völlig egal ob ihr euch nach Jahren wieder das erste Mal richtig in die Augen blicktet und euch nur ein kleiner Tisch voneinander trennte.

Komisch ihn jetzt in deiner Nähe zu haben und nicht nur die nächste Nachricht über seinen Aufstieg auf Twitter last.

 

Und dich ließ es ehrlich gesagt dein Mittagessen böse aufstoßen, wenn dieses Gefühl deiner strapazierten Nerven nicht gleich nachgeben würde.

 

,,Drei Jahre sind seit dem Match "Blue Lock Eleven gegen das damalige Team Japan U-20" vergangen.

Seitdem hat sich so einiges in Ihrem Leben getan - was sind Ihre Pläne, nachdem Sie zum besten Mittelfspieler der Welt und von der UEFA des Jahres gewählt wurden?"

 

,,Ich will weiter nach oben.

An die Spitze der Welt."

 

Natürlich willst du das ... 

 

,,Momentan spielen Sie für den Spanischen Rekordmeister Real Madrid, aber haben Sie jemals vor für andere Vereine zu spielen?"

 

,,Kein Interesse. Ich will immer noch die Champions League gewinnen und das sind meine besten Chancen."

 

Ach ja? Die letzten Jahre hat Real Madrid aber verloren, Mr. Genius ...

 

,,Na, Sie sind ein gefragter Top Spieler. Andere Klubs reißen sich immer noch um Sie-"

 

Brz.

Brzzz.

 

Das ... Das war jetzt nicht sein Ernst?

Das vibrieren seines Smartphones unterbrach deinen Satz.

Nein ... eher das Zücken dieses Gerätes und so dreist wie er nun mal war ging er allen Ernstes auch noch ran.

 

Ohne sich zu entschuldigen.

Das war so Typisch Er.

 

Sae, wie er leibt und lebt.

In 4K vor dir.

 

Wer hätte auch gedacht es würde anders sein, du bestimmt nicht. Und auch wenn vorher dieser klitzekleine Gedanke in dir aufkam, dass diese Zusammenkunft angenehm verlaufen könnte, wurde während seines Telefonates ausgemerzt.

 

So völlig genervt, deine Augen rollten mit einem Seufzer und Frustration nach hinten. Mit ihnen auch dein Kopf, den du gerade am liebten irgendwo gegen eine Wand gedonnert hättest.

 

,,Mhm."

 

Oder seinen Kopf auf die Tischplatte. Denn eigentlich sollte man meinen da käme am Ende eines Gesprächs sowas wie ,,Bye" oder ,,Tschüss", ,,Tschau" - irgendwas - aber sicherlich kein direktes Auflegen nach einem ,,Mhm".

 

,,Das Interview ist beendet."

 

Und bestimmt kein abruptes abhauen mitten in einem Interview!

 

,,Warte mal, hey! Ich brauche dieses Interview.

 

Fuck."

 

Er ging einfach zur Tür, dein Fuchteln und Gefluche im Sessel komplett ignorierend, machte er nicht mal Anstalten dir auch nur eines verdammten Blickes zu würdigen.

 

Blöderweise musstest du auch noch zugeben das es genau diese Art von Auftreten war, die du einerseits liebstes, aber andererseits extrem verabscheutest.

 

Diese Reaktion - sowas von einhundert Prozent Itoshi Like.

Ugh.

Eigentlich nur eine Frage der Zeit, wann er es abbrechen würde.

In der Vergangenheit nicht selten vorgekommen und sein gruseliges Selbstbewusstsein machte ihn für dich schon immer anziehender als er in Wirklichkeit war.

 

Was für andere nervig und unverschämt war, wurde für dich zur völligen Normalität - Deal with it, wenn du mit diesem Mann etwas zu tun haben wolltest.

 

So leid du es auch warst - tief in dir drin loderte noch immer diese Bewunderung seiner miserablen "Scheiß egal" Attitüde.

 

Leider ...

Was deine Eltern allerdings von ihm hielten, erwähnen wir jetzt lieber mal nicht.

Denke das war mehr als offensichtlich, was er für sie darstellte und weswegen du dich schon so oft mit ihnen gestritten hattest.

 

Dann passierte allerdings etwas, womit du in 1000 Jahren nicht gerechnet hättest.

 

,,Dann lass uns heute Abend essen gehen.

Komm ins Four Seasons. Zimmer 3836." 

 

Und zwar sowas von nicht mitgerechnet.

Er zeigte auch keinerlei Emotionen, als er das sagte.

 

Was auch sonst.

 

Aber verdammt, warst du gerade am strugglen, ob du dich nicht doch verhört oder extrem verhört hattest.

 

Dir verschlug es quasi die Sprache und ein weiteres Mal, als du spät am Abend dieses klinisch reine Zimmer betratst.

 

Dabei fing es schon unten im Eingangsbereich der Lobby an mit dem edlen Design und den Holz Elementen, die die hohen Wände dieses fünf-Sterne Palastes zierten.

Ich mein, wie der letzte Schlucker lebtest du jetzt nicht und viele Hotels der Extraklasse waren dir auch nicht fremd und trotzdem fühltest du dich jedes Mal wie ein kleines Kind, das die Welt neu entdeckte.

 

Vor allem war es diese Aussicht, die dir den Atem raubte.

Tokyo bei Nacht war noch mal etwas ganz anderes, wie am Tag und du konntest deine Augen einfach nicht von diesem Fenster ablassen - Blick direkt auf die Skyline und den grünen Flecken dieser Stadt klebend.

 

Oh, und weil das alles noch nicht Schickimicki genug war, dann spätestens bei der Badewanne mit Aussicht.

 

Mitten aus der riesigen Fensterfront, wo sich die Lichter über die Stadt legten.

Neidisch warst du gerade schon auf Sae, der dich still dabei beobachtete, wie du alles genauestens testetest, dich wie ein Sack Kartoffeln auf die Matratze warfst, weil es sich bestimmt in dem Bett wie auf Wolken schlafen ließ. 

Ich glaub da musste jemand in den nächsten Tagen eventuell eines dieser Zimmer mieten ... alleinig für dieses Erlebnis.

 

,,Wie einfach du bist."

 

Na hallo? Das war ein Erlebnis?! Mister 'Ich kack bei jedem scheiß rum'.

Da freute man sich und Sae schaffte es immer wieder jemandem seine "Time of my fucking life" Momente zu versauen.

 

,,Du kennst mich. Ich bin eher so Minimalistisch und Anti Luxus."

 

Aufhalten Taten seine Worte deine strahlenden Augen und deine Bewunderung trotzdem nicht.

Deine ... special Gedanken ebenso wenig.

Die du bekamst, nachdem du abwechselnd von ihm zum Fenster und wieder zurück sahst ...

 

Blick mit fick.

 

,,Manche Sachen solltest du echt bei dir behalten."

 

,,Hab ich das gerade-?"

Peinlich~

,,Und ausgerechnet du musst mir sowas sagen? Derjenige der keinen Filter im System hat?

 

Mr. Perfect, oder was?"

 

,,Dann sag sowas nicht vor mir."

 

,,Ha, wieso? Angst ich könnte es wahr werden lassen?"

 

Sticheln konntest du bei ihm schon immer am besten. Auch wenn wenig bis gar keine Antwort von ihm kam, was dir nie viel ausmachte.

 

,,..."

 

Bis jetzt.

Jetzt ... ließ dich sein Schweigen deine Augen weit aufreißen. Nicht weil es dich überraschte, nein, wenn Sae eines war dann nicht zurückhaltend, wenn es um solche Themen wie Intimität zwischen euch ging. Sondern die Tatsache, dass er einen Schritt deinerseits wahrscheinlich wirklich zulassen würde.

 

Oder ... auch nicht. Dein Kopf wurde schwammig bei diesem Gedanken und Tatsache oder nicht, es spielte eigentlich auch keine Rolle, weil ihr kein Paar mehr wart. Ihr wart ... nichts mehr.

 

,,Wa- das war ein Scherz! Nur damit das klar ist."

 

,,Was auch immer. Mir egal."

 

,,Du hast dich nicht verändert.", murmeltest du leise deine Erkenntnis vor dir her, während er dir starr in deine Augen sah. 

 

Wenn Blicke Bände sprechen könnten ... du würdest trotzdem in seinem nichts erkennen.

 

Tot wie ein Zombie.

Selbst als Untoter würde er noch ein gutes Bild abgeben.

 

Und- wieso zur Hölle kamst du jetzt auf diesen Gedanken?

 

Ugh, Rin war mit seiner Horror Obsession definitiv ein schlechter Einfluss.

Passte ja wie Arsch auf Eimer - beide Brüder schädigten dich auf verschiedene Weisen.

 

Rin mit seinen Horrorfilm-Abenden und Sae ... Na ja, mit seinem Horror Charakter ...

Beide hinterließen dir wunderschöne Alpträume.

 

,,Zieh das an. Ich warte unten und beeil dich. Hatte nicht vor die Nacht mit dir hier zu verbringen."

 

Damit gemeint dieses Kleid, was eine Armlänge entfernt neben dir auf dem Bett lag.

Edel, ja wirklich und er gab sich wahrscheinlich auch verhältnismäßig mal Mühe etwas passendes zu finden.

 

Etwas, was nicht mit Fußball oder seiner Karriere verbunden war.

 

Doch ... mit dem Überwerfen dieses wunderschönen Stoffes das sich an deinen Körper schmiegte wie eine zweite Haut, da wurde dir auch hier mit dem Blick auf dein gebrochenes Spiegelbild gerichtet eines wieder deutlich - er würde sich nie ändern.

Hat er nie.

 

Sein Spiel.

Seine Regeln.

Sein Wille.

 

Und du? Du folgtest ihm.

Egal wohin.

So war es schon immer gewesen.

 

• • • • • • •

 

,,Ich hab gewonnen."

 

Das war eindeutig Karma.

Schlechtes für ihn nicht für dich, dass du ihm schulterzuckend verkündetest, als wäre es das normalste überhaupt für dich gewesen.

 

Denn auf seinem Holzstiel stand mal wieder ...

 

Verloren.

 

,,Hm."

 

Und auch wenn er es sich mittlerweile nicht mehr wirklich anmerken ließ, hasste er es nach wie vor.

 

Wie er so nachdenklich in die Ferne starte, auf dem Holzstiel kauend, da packte dich im wahrsten Sinne des Wortes die Nostalgie.

 

Nur das es sich diesmal anders als damals anfühlte.

Natürlich tat es das, schließlich waren mittlerweile über 10 Jahre vergangen und ihr nicht mehr die Kinder, die ihr einst wart.

 

Mittlerweile wart ihr zu erwachsen herangewachsen, die angefangen haben andere Wege einzuschlagen und während einer immer noch an seinem Träumen festhielt, lief der andere drauf los, ohne zu wissen, wohin die Reise führte. Keine Ahnung, was trauriger war, sein Leben oder deines. Ein Leben ohne Leidenschaft oder eines ohne Ziele.

 

,,Was machen wir hier eigentlich? Ich mein, wir sind Erwachsen und essen Eis, so wie ... Tsk früher.

Alles nur, weil du deine Gier nicht abstellen kannst."

 

,,Die Gier nach was?", fragte er gedankenverloren mit Blick über das Wasser schweifend.

 

Wie gerne du in solchen Momenten wissen wolltest, was genau in seinem Kopf vorging. Was er dachte, an wen er dachte, denn nein, du wolltest nie glauben, dass sich alles in seinem Kopf tatsächlich nur um Fußball drehte. Da musste–mehr sein.

 

,,Na, gewinnen natürlich. Was fragst du so blöd?"

 

,,Wer hat vorhin die blöden Fragen auf dem Niveau eines Kleinkindes gestellt?"

 

Wie nervig ...

 

Retourkutsche ließ einen heute wieder einmal glänzen.

 

,,Du bist wirklich furchtbar.

Und noch immer ein schlechter Verlierer."

 

Hielt es dich von deinem breiten Sieger lächeln ab?

Na, ganz sicher nicht!

 

,,..."

 

Und trotzdem empfandest du für ihn sowas wie Mitgefühl.

Ein bisschen.

Immerhin mehr als er es für dich jemals empfinden könnte.

 

,,Hier."

 

,,Ich brauch deine Sabber nicht.

Und hör auf mich ständig zu verarschen."

 

,,Hab ich nie.

Ich will das du gewinnst ... immer."

 

Und was genau brachte das hier? Es war ein Stiel, dem du ihn hinhieltst. Unbedeutend. Unbrauchbar.

 

Eine dumme Sache, die ihr als Kinder teiltet. Eine alberne Erinnerung, die niemals wieder Realität wird. Die Sache jetzt, hier, dass zwischen euch hatte rein gar nichts mehr damit zu tun.

 

,,Ich hab doch schon verloren."

 

Huh? Aber von wo kam dann plötzlich das her?

Diese Einsicht ... Oder war es überhaupt eine? Eine Einsicht? Oder dein Wunschdenken?

Egal was es war es war neu und ungewöhnlich Sae sowas sagen zu hören.

Der Sprache nicht mehr mächtig ließt du es zwischen euch beiden genau so stehen.

 

Und auch später, eher gesagt am nächsten Tag, denn ja, nach dem Late Night Interview wollte er dich wiedersehen.

Die warum, wieso, weshalb fragen stelltest du dir erst gar nicht - es reichte dir nämlich aus.

Du nahmst was dieser Mann dir gab und das war aktuell für seine Verhältnisse recht viel.

 

So viel, dass er dich für einen Moment sogar vergessen ließ, warum du ihn verfluchtest und ihm am liebsten am anderen Ende der Welt haben wolltest.

 

Doch jetzt gerade war er dir näher als in den vergangenen letzten Jahren.

 

Und scheiße ... warum fühlte es sich so gut an?

Warum konnte er nicht einfach unausstehlich bleiben?

 

Weil er das für dich niemals war?

Darum vielleicht?

 

War das der Grund warum euer Wiedersehen so ... tief ging?

 

Tiefe Gespräche.

Tiefe Gefühle.

 

Bis diese tiefe ihren Höhepunkt erreichte.

 

Tief in deiner Gebärmutter ...

 

Der Zeitpunkt, um wohl den bekannten Totenkopf Emoji einzufügen.

 

Japp, ihr vollzogt am Ende des Tages den Akt der liebe.

Und danach in der wahrscheinlich teuersten Badewanne, in der du seit langer Zeit drin lagst, um wenigstens ein wenig Seelenfrieden zu finden.

 

Die, mit dem geilen Ausblick auf die leuchtende Stadt.

 

Ihr wisst schon.

Blick mit fick wurde also zur Realität und ehrlich gesagt bereutest du nicht eine Sekunde davon.

Denn, wenn Sae dich ließ sollte es wohl so sein.

 

Du ließt ihn dich führen.

Durch die Flure in den Aufzug und nach oben zu seinem Zimmer.

 

Aufregung.

Neugierde.

Begierde.

 

Nach dem Mann hinter dir, der dich durch den Spiegel betrachtete, als wärst du in diesem Moment das kostbarste für ihn, was auf Erden existierte.

 

Jede Berührung elektrisch.

Seine Fingerspitzen entlang deiner Seiten gleitend, leicht, viel zu zart als hätte er für einen Moment selbst gezögert.

 

Jeder Kuss entlang deines Kiefers magisch.

Sein Atem auf deiner Haut ... 

 

So hätte es immer sein sollen.

Ewig ...

 

Nur einmal, einmal, wolltest du hören du seist ihm genauso viel wert wie er dir.

 

Doch du würdest diese Worte niemals hören.

Niemals würden sie seine Lippen verlassen.

 

Seine weichen, die mit jedem Schnaufen besitzergreifender küssten.

 

Deine Augen seine treffend, die dich durch den Spiegel durchbohrten und komplett auf dich fixiert waren, jede deiner Reaktionen einfangend, während er dir dein Kleid öffnete und es wie von alleine zu Boden fiel.

 

Sae war kein Mann der großen Worte oder überhaupt irgendwelchen Worten.

Deshalb ließt du genau das hier auf dir wirken.

 

Weil er es genauso meinte, wie er es sagte. Kalt, aber so verdammt ehrlich. Seine Hände endgültig ihren Platz auf deiner Taille findend, bevor er sie dir heiser ins Ohr flüsterte - diese quälende Wahrheit.

 

,,Ich wollte das niemals."

 

Diese Gefühle. Dich damit verletzen und zu gehen. Aber seien wir ehrlich, keiner von euch hatte sich jemals ausgemalt eine gemeinsame Zukunft zu haben, weil Sae nicht dieser Mensch war, der sesshaft wurde.

 

Weil es nur eine Sache in seinem Leben gab, die ihn interessierte.

 

Deshalb lächeltest du zaghaft.

 

,,Ich weiß schon. Es steht dir im Weg, richtig?

 

Am Ende müssen wir beide das tun, was wir am besten können - egoistisch sein und unseren Weg gehen.

Wir funktionieren einfach nicht zusammen.

 

Außer, hu, hierbei."

 

,,Kann gut sein."

Nicht weinen, bloß nicht heulen.

Nicht vor ihm. Du wusstest was sonst passieren würde.

Warum schmerzte es überhaupt, es war dir doch mehr als bewusst, wie er war und was ihr wart.

,,Soll ich dich jetzt trösten, oder was?"

 

Ablenken.

 

Lenk ab.

 

,,Damals ... du wolltest Rin eigentlich nur schützen, oder?

Weil du zu spüren bekommen hast, dass es bessere als dich gibt."

 

Du konntest ihm nicht mehr in die Augen sehen. Er hingegen– sein Blick änderte sich nicht ein bisschen. Blickte keine Sekunde weg von dir.

Seine Augen waren starr auf deine zitternde Gestalt gerichtet.

 

,,...

 

Und du? Ich weiß, dass du weißt, wie es sich anfühlt."

 

Du wolltest beim Tanzen auch die beste sein. Du wusstest, wie es sich anfühlte.

Du wusstest, wie er sich fühlen musste.

Ganz gleich, ob es zwei unterschiedliche Arten von Sport war.

Das Gefühl des Versagens blieb gleich.

 

,,Hm. Kann sein, Sae.

 

Warum das hier alles? Warum bin ich hier?"

 

Wozu wolltest du mich sehen?

 

,,Missversteh mich nicht falsch - ich wollte deinen Fortschritt sehen. Hab ich und bin zufrieden."

Den Fortschritt, ohne mich klarzukommen und deinen eigenen Weg zu gehen.

,,Du weißt schon, dass du verdammt schlecht darin bist ein Thema zu umgehen?"

 

,,Spielt es eine Rolle?"

 

Reaktion stieß auf gegen Reaktion, ob es nur noch mehr Öl ins Feuer schüttete?

Ja, aber tja, nichts spielte hier mehr eine Rolle.

 

Spracht nicht mehr drüber.

Vögeltet es lieber weg.

 

Und es war nicht die Art von Liebe machen.

Es schmerzte, hinterließ spuren, von denen du dir sicher warst, dass sie in den nächsten Tagen nur schlimmer wurden.

 

Rote Abdrücke, blaue Flecken.

 

Selbst das war dir egal.

Der "Schmerz" war es nämlich, der dich erst richtig fühlen ließ.

Eure Verbindung genießen ließ.

 

Seine Besitzergreifung war gnadenlos.

So wie seine Stöße, die nicht nachließen.

Seine Bisse auf deinem ganzen Körper verteilt - Oberschenkel, als er dich mit seinen Fingern an den Rand des Wahnsinns trieb.

Nacken, als er von hinten in dich fickte und dich währenddessen in die völlige Ekstase versetzte. Seine Hand auf deine platziert, die versuchte sich gegen das Kopfteil zu stützen, während er keine Sekunde langsamer wurde.

 

Und deine Haut brannte, als du dich danach in das heiße Wasser sinken ließt.

 

,,Warum sind wir so?"

 

Ihr lagt gemeinsam in der Wanne.

Dein Rücken gegen seine Brust lehnend, als du ihm diese Frage stelltest. Nicht, dass du eine Antwort von ihm erwartetest, keine vernünftige, weil es die nicht gab, aber du wolltest wenigstens irgendwas hören.

 

,,Hattest du es nicht vorhin gesagt? Wir sind, was wir sind, (y/n)."

Wie zu erwarten. Enttäuscht? Vielleicht, wenn du wieder dein 17-Jähriges Ich gewesen wärst. Naiv und jung und richtig verschossen in diesen Mann, der dir das warme Wasser von seinen Händen über deine steifen Nippel tröpfelte und seine Lippen dabei dein Ohr streiften, um dir die Worte zu flüstern, die dich auf deine Beißen ließ.

,,Wir haben drei Tage." 

 

Es waren zwei.

Am Ende waren es zwei Tage, weil er es nicht länger ertrug.

Dafür aber waren es die intensivsten, die du in letzter Zeit haben durftest.

Und als du den Zettel zusammen mit dem schwarzen Armband, an dem der Anhänger einer Kitsune Maske hing am Morgen fandest war es ok.

 

Happy bday, Foxy.

 

Jede Erinnerung wie ein Film vor deinen Augen abspielend, wie du dir versuchtest die Haare in seiner Farbe zu färben, weil du davon überzeugt warst es würde so gut wie an ihm aussehen, zu deiner Enttäuschung und seiner Erwartung am Ende aber nur ein orangerot Ton rauskam drückte er dir den Pseudonym Foxy rein damit du niemals deine Jugendsünde vergessen würdest. Vielleicht war es damals auch nur seine Art sich über dich lustig zu machen, weil natürlich hörtest du nicht auf ihn und sein ,,Das wird nichts." 

 

Du erinnertest dich, der Moment in dem er dich das erste Mal so wie vor ein paar Stunden noch berührte, als würden sich die Erinnerungen unter deine Haut brennen, seine Finger, die dir Wärme spendeten und nichts als Kälte zurückließen.

Das einzige Mal, wo du ihn ein wenig nervös sahst. Ein bisschen bis kaum, denn seinem Selbstbewusstsein konnte man so gut wie gar nichts anhaben, seien wir ehrlich.

 

Erinnerungen an damals, wie dir Rin sein Eis anbot und Sae dir selbst eins von seinem Taschengeld kaufte.

Natürlich so mürrisch wie immer und seinem kleinen Bruder bei brachte nichts einfach herzugeben.

 

Aber die Wahrheit war eine andere.

Eigentlich kaufte er es dir gerne und dass, obwohl ihr keine Konkurrenz füreinander wart.

Sae hatte dich nur um sich, weil er dich irgendwie ausstehen konnte. Du gingst ihm nicht aus die Nerven so wie der Rest.

 

Doch das mit den Gefühlen war nicht immer so leicht ...

So verleugnete und unterdrückte er schließlich das, was er fühlte, und machte damit diese gemeinsamen Momente zunichte.

Er erstickte das letzte bisschen was immer hätte dein Sein sollen.

 

Du weintest nicht.

Nicht mehr.

Denn du hattest schon lange damit abgeschlossen ihn nicht mehr an deiner Seite zu haben.

Im Herzen allerdings behieltest du ihn.

 

Und unter deinem Herzen da trugst du das Produkt seiner stillen Liebe zu dir.

 

Ein Ausrutscher seinerseits der sowieso keine Rolle spielte.

Denn er flog zurück nach Spanien und ließ damit die Erinnerung zurück.

 

• • • • • • •

 

,,Du wirst jetzt in dieses Glas pissen, (y/n), wenn du schon zu blöd bist dieses Stäbchen zu treffen."

 

Hey, so einfach wie man es sich vorstellte einen Fitzel von einem Streifen zu treffen war es nicht! Vor allem dann nicht, wenn die Blase eh schon drückte und man davor war sich zum fünften Mal zu übergeben.

 

,,Und dann? Ich bin nicht schwanger."

 

Genau.

Immer schön leugnen dann existierte dieses Problem auch nicht.

 

Wie war das noch mal?

Poof und weg.

 

,,(Y/n), du hast gerade dein Lieblingsessen quer über meine Katze verteilt.

 

Aber hast recht du bist ganz~ bestimmt nicht schwanger und ich hab mal wieder im Lotto gewonnen.

 

So und jetzt mach, ich warte."

 

Das fröhliche durch die Gegend kotzen konnte doch wohl jedem passieren.

Eine einfache Magenverstimmung mehr war es nicht.

 

Im Regelfall.

In deinem Fall ... half dir das Leugnen auch nicht mehr.

 

,,Wieso hast du die Teile überhaupt wie Tschick schachteln hier rumliegen? Dachte ihr verhütet?", fragtest du beiläufig, als du das abgekochte Einmachglas nahmst und die vielen Packungen im Bad begutachtest.

 

,,Im Gegensatz zu dir hab ich keinen Kinderwunsch.

Mein Amazon Abo sei Dank ist meine Paranoia gestillt."

 

Ich doch auch nicht ...

 

Das Ziehen in deinem Unterleib mal ignorierend tatest du deiner Freundin zuliebe also das, was sie verlangte.

 

Oh Gott.

 

Wenn du so drüber nachdachtest, drückte deine Blase ziemlich oft in letzter Zeit.

 

Nein, nein. Das war bestimmt nur eine Entzündung oder so.

Ha, ja. Als wüsstest du nicht wie sich sowas anfühlte.

So definitiv nicht.

 

Nun ja. Lange brauchte es nicht - den schlafenden Einstein nebenbei am Streicheln - bis die zwei Streifen direkt sichtbar und deine Nerven schwächer wurden.

 

Also dann wohl doch nicht die erhoffte Blasenentzündung, die dieses sinkende Schiff noch gerettet hätte.

 

,,Und?"

 

Es konnte gar nicht sein.

 

Nein,

Nein, 

Nein.

 

Du warst vorsichtig nahmst die Pille und ... 

 

... und

 

,,Schwanger ..."

 

Schnappatmend sah sie dich an, als wäre sie die schwangere gewesen und nicht du, die für die aktuelle Situation wirklich ruhig blieb.

 

In Wahrheit aber hättest du jetzt weinen können.

Konntest du aber nicht.

 

Nicht weinen, nicht denken, nichts.

Dein Kopf leer und fühlen wusstest du auch nicht was.

 

War da Angst?

Wut?

 

Keine Ahnung, jedenfalls war es eine Katastrophe.

 

Aber hey, wenigstens nahm dir deine Reiher Attacke von vorhin ihr schnurrender Kater nicht krumm der sich auf deinen Schoß kuschelte.

An und für sich doch auch etwas Positives.

Das wohl zweite Positive an diesem Tag ... 

 

,,Die wichtigste aller Fragen, neben dem wie und warum, müssten wir jetzt klären - du weißt hoffentlich, wer der Vater ist?"

 

,,Leider."

 

Leider wusstest du es viel zu gut, du musstest nicht nachdenken. 

 

,,Rin?"

 

,,Was? Nein. Gott nein."

 

,,Sorry das ist der einzige Männliche Kontakt, den du in letzter Zeit hattest.

Intensiv."

 

Schrie irgendwie nach purer Verzweiflung.

 

Pff.

Und dabei schaute sie dich gerade auch noch so an, als würde ihre Vermutung zu 100% stimmen.

Ihre wackelnden Augenbrauen untermalten ihre Sicherheit nur noch.

 

Aber ...

 

... dass es der Onkel und nicht der Vater war erfuhr sie wenige Sekunden später.

 

Von einer ganz bestimmten Frau, die richtig begeistert von der tollen Nachricht aussah das es eigentlich nur von einem sein konnte.

Da kam Freude auf.

 

,,Ist es seines?"

 

Ihr beide zucktet zusammen, als sich die ruhige Stimme deiner Mutter meldete.

 

Na super.

Das fehlte noch.

 

Anklopfen war bei ihr nicht Geschweige denn sich vorher ankündigen?

 

,,Was machst du hier?!"

 

Und die Frage war wie lange sie da schon ... mit einem Koffer(?) stand, ohne dass ihr es mitbekamt.

 

,,Ich hab dir was zu essen mitgebracht."

 

,,Öh, super! Von dem hat sie sich gerade breit und lang übergeben.", lachte Yasu.

 

Deiner Mutter ... waren allerdings jegliche Emotionen aus dem Gesicht entflohen und nahm den Farbton Kreidebleich an.

 

Nennen wir es mütterliche Intuition das sie es einfach wusste.

 

Du warst ihr Fleisch und Blut. Natürlich wusste sie es.

Schließlich ahnte sie noch vor dir quasi als sie Sae das erste Mal sah, das es irgendwann zwischen euch enden würde.

Aber dann mit so einem Knall?

 

,,Er hatte schon immer einen schlechten Einfluss auf dich gehabt ... Alles, was er tat, musstest du nachmachen. Wenigstens bist du nicht so Respektlos wie er."

 

,,Oh nein. Sag mir nicht-

Gott, (y/n) NEIN."

 

Richtig, nein.

 

Du wünschtest dieses laute Nein deiner Freundin hätte etwas an der Gesamtsituation ändern können, aber das hier war nun mal die Realität.

 

Der nicht rückgängig zu machende Knall. 

 

Also hier ging der bemitleidenswerte Blick nicht von ihr, sondern von dir aus, während sie deine Hand in ihre nahm, um dir gerade wenigstens ein bisschen Beistand als beste Freundin leisten zu können.

 

,,Du bist meine Tochter und natürlich werde ich dich bei egal welcher Entscheidung unterstützen. 

Letztendlich ist es auch egal wer der Vater von diesem Kind ist.

Es ist deines und hoffe das Sae sich darum kümmern wird."

 

Da kamen wir zu unserem zweiten wunderschönen Problem an diesem Tag. 

 

,,Wird er nicht. Er weiß es nämlich nicht und das soll auch so bleiben."

 

,,Süße, du wirst es kaum Geheimhalten können."

 

Sei es durch die Medien oder der Kugel, die du bereits in wenigen Monaten vor dir herschieben wirst.

 

Tja und mein Gott was hadertest du jedes Mal mit dir selbst, du zücktest ja sogar schon dein Handy und wähltest die Nummer von Sae.

 

Legtest tief einatmend eine Hand auf deinen Unterbauch und überlegtest dir schon mal irgendein brillantes Geständnis, während du dich zeitgleich mental auf das Auflegen vorbereitetest.

 

Du hieltest das Handy jetzt noch fester in der Hand, dein Daumen über dem grünen Knopf geisternd, nur um ihn im Endeffekt doch nicht anzurufen.

 

Aber dein Entschluss stand sowieso schon längst fest - du wolltest ihn nicht.

Also löschtest du sie.

 

Keine Anrufe.

Kein Verlangen danach.

 

Vergessen und nach vorne sehen.

 

,,Was kannst du schon für deinen Papa?

Ich werd' uns beide da schon durchbringen."

 

Er war eben kein Papa.

Kein Familienmensch.

Das war Fakt.

Und auch dieses Baby was langsam in dir heranwuchs würde nichts daran ändern.

 

Sae war nicht hier, er war weg, und es war vielleicht auch besser so.

 

Was machte eine werdende Mutter also, wenn sie nicht gerade dabei war einen Spagat zwischen Klo und Couch zu machen, weil ihr durchgehend schlecht war?

Die Mütter dabei verfluchend die ja ach so eine angenehme Schwangerschaft hatten und ihr Kind gefühlt in 15 Minuten zur fucking Welt brachten.

Du hattest bei deinem Kind irgendwie das ungute Gefühl es würden 36 Stunden werden.

 

Schwanger sein ist toll haben sie gesagt.

Der Sexuelle Akt ist super haben sie gesagt.

Keiner erwähnte die Nebenwirkungen, wenn was schief ging.

 

Um drei Uhr morgens kotzend und übermüdet über dem Kübel zu hängen war aber auch ein Erlebnis was man nicht verpassen sollte.

Hier wolltest du Sae dreimal strangulieren und anschließend verfluchen.

 

Aber so eine Lebensveränderung hatte auch durchaus etwas Positives nicht nur Schmerz und Heulerei, Pinklerei, weil ja, deine Blase war nicht mehr das, was sie noch vor vier Monaten einmal war, nein, Kind brauchte nun mal Platz und den verschaffte es sich ganz gut.

Das positive war dich darauf zu konzentrieren Mutter zu werden.

 

Arztbesuche, lesen, Sachen kaufen und dekorieren.

Warst du nicht mit Lesen oder einem Spaziergang mit deiner Eigenen Mutter beschäftigt dann deinem Kind dabei zuzusehen, wie es in deinem Bauch heranwuchs und dem Herzschlag zu lauschen.

Zwischen einem Wirrwarr aus grau und schwarz konntest du tatsächlich etwas auf dem Monitor erkennen, nur was es wurde, da ließt du dich überraschen.

 

Ein Mädchen. Es wird ein Mädchen.

 

Deine Intuition als Frau sagte es dir.

Also, wenn du nicht beim Arzt deines Vertrauens saßt, dann in dem Pastellfarbenen Zimmer, welches du liebevoll einrichtetest. Und dir auch niemand dabei helfen durfte.

 

Nicht mal Rin, der genervt in diesem Zimmer stand, befleckt von bunter Farbe durfte irgendwas in diesem Zimmer tun. Außer streichen. Und Möbel aufbauen, bei denen du schon lange verzweifeltest und er dein Chaos aus falschen Schrauben und zusammengesetzten Elementen aufräumen konnte, denn nein du blicktest bei der Anleitung nicht durch. Da konnte der Herr hinter dir noch so meckern ,,Lies es einfach richtig"

Ikea war einfach nicht dein Ding.

 

Isagi und Bachira allerdings traf es da schon besser - die bekamen den angenehmen Teil ab - Babysachen shoppen.

 

Die, die sie dir voller Stolz präsentieren und du nicht entscheiden konntest welches der süßere Strampler war.

Deshalb und nur aus diesem einen Grund richtetest du deine Frage an Rin, der schon seit Minuten nichts anderes tat als dich stillschweigend zu beobachten.

 

Aber er schwieg weiter und betrachtete das, was sich mittlerweile nicht mehr verstecken ließ.

 

,,Wenn ihr wollt, könnt ihr die Sachen einräumen."

 

Denn dann hätten sie ihren Spaß und du einen ruhigen Moment mit dem jüngeren Itoshi, der gedankenverloren aus dem Fenster starrte und nicht mehr auf dich. 

 

Also ergriffst du es - deine dicke Kiste direkt neben ihn pflanzend und Kopf auf seine Schulter gelegt.

 

Und genauso verweiltet ihr eng nebeneinander.

 

Sekunden.

Minuten.

 

Stillschweigend, bis er sie brach diese für dich sehr angenehme Pause mit einer Frage, die deine Stirn in Falten legte.

 

,,Wenn er zurückkommen würde, was würdest du tun?"

 

Vor genau zwei Monaten standest du vor Rins Haustür.

Nach zwei Monaten des nicht Sehens (und das lag ganz bestimmt nicht daran das du ihn einfach geghostet hast, nein, nein) um acht Uhr abends vor dem Haus des kleinen Bruders von dem Vater deines Kindes zu stehen war entweder 'ne ziemlich blöde Idee oder eine ganz beschissene.

 

Du entschiedest dich für letzteres. Denn was? Was glaubtest du denn wie er reagieren würde?

Mit einem Lächeln und ner Umarmung um der guten alten Zeiten Willen?

 

Pf. Sicherlich nicht. Nicht, wenn man Rin Itoshi hieß und seinem älteren Bruder nacheiferte.

 

Er war kein Kind mehr.

 

Es endete noch bevor es begann mit einer riesigen Diskussion und einer Portion Vorwurf.

 

Also Alzheimer war definitiv keines der Symptome, die bei einer Schwangerschaft auftraten wie zum Beispiel dir die Seele um drei Uhr nachts aus dem Leib zu kotzen.

Oder in den frühen Morgenstunden ... 

 

Und trotzdem hattest du vergessen wie anstrengend Rin sein konnte.

 

Schön zu sehen, wie sich beide Brüder kein bisschen geändert hatten.

Wunderbar.

 

Der eine schlimmer als der andere.

Wobei Rin da im Gegensatz zu Sae noch handzahm war.

 

Und du wusstest, hinter seiner Mauer schlummerte ein sanfter Kern.

Nicht umsonst war er dein bester Freund in deiner Kindheit und immer noch deine liebste Gesellschaft.

 

Manchmal jedenfalls.

 

Nun ja und in diesen Zeiten wohl dein bester Ansprechpartner.

So ironisch es auch war.

 

Nur das Problem?

 

Von allen Themen, die ihn nervten, von denen er nicht mal in der Hölle wissen wollte, wollte er von diesem erst recht nichts hören, nichts sehen, nichts wissen.

 

Nach all der Zeit war die Beziehung zwischen ihnen immer noch ...

 

Ach was soll ich da um den heißen Brei reden.

Die Beziehung war beschissen.

 

Sie verbesserte sich, keine Frage, aber Sae schenkte ihm immer noch nicht die Aufmerksamkeit, die er sich innerlich wünschte.

 

Und das ... musste unglaublich an ihm nagen.

Du verstandst - wirklich.

Nicht mal in deinen Träumen dachtest du daran dich in irgendeiner Weise in diese Angelegenheit zu mischen oder ihn damit zu verärgern, schlechte Erinnerungen in den Kopf zu rufen, aber dieses Kind brauchte nun mal jemanden.

 

Du wolltest es auf deine Weise handhaben, Mutter und Vater Rolle würdest du hinbekommen, aber deine eigene Mutter predigte, bettelte dich sogar an ,,Dein Kind braucht eine männliche Bezugsperson."

 

Ja, man könnte also sagen du standest vor nicht allzu langer Zeit so ziemlich unfreiwillig in seiner Wohnung.

 

Egal wie oft du dir auch einredetest Rin wäre anders, wäre nicht wie sein Bruder - er bewies dort nur das Gegenteil.

 

Ja, da war etwas Gutes in ihm, er war als Kind nie kühl, oder unfreundlich, er war aufgeweckt und lächelte bis zu dem Zeitpunkt, an dem er Sae am meisten vermisste und jetzt? Zeigte sich dieses bisschen, der weiche Kern nur in den wenigsten Momenten und zu diesem Zeitpunkt leider gar nicht.

 

Fassungslos warst du schon gar nicht mehr.

Verärgert auch nicht.

 

Ehrlich gesagt rechnetest du sogar damit und nicht mit der 5% Chance es könnte anders laufen.

 

Aber was solls, richtig?

Du schaukeltest das Pferd namens Mutter werden schon.

 

Männliche Bezugsperson ... Danke Mama.

 

Fuck it.

 

Dein Kind brauchte keinen Vater.

Scheinbar auch keinen Onkel.

 

Nur dich und ...

 

Nun ja. Das war wie du dachtest, bis er dich vom Gehen abbrachte und nachgab.

 

Und jetzt saßt ihr hier, nachdenklich.

 

Schwanger. 

Der Vater irgendwo, um seinen Traum hinterher zu jagen und du hier, um dich auf das bevorstehende zu konzentrieren.

 

Die Tritte deines Kindes erinnerten dich daran, warum du so entschieden hast.

 

Rins Hand schnappend - egal ob er wollte oder nicht - legtest du sie auf deinen Bauch, wo ihr zaghaft den Bewegungen des Babys folgtet. Schwer zu sagen, was er dabei fühlte.

Freude?

Unbehagen?

 

Was du fühltest, waren seine Augen auf dir, während deine die Rundung deines Bauches fixierten.

 

,,Ich weiß es nicht Rin. Du allerdings solltest mit ihm reden."

 

Du hattest ihm nichts zu sagen. Rin ihm hingegen schon.

 

Also was auch immer das gerade für Empfindungen waren, du wolltest sie nicht.

Nicht jetzt zumindest.

 

Irgendwann, wer weiß.

 

• • • • • • •

 

Wurde er paranoid?

Bescheuert?

 

Nah, Sae doch nicht.

 

Aber was sah er dann als er in das Display glotzte, wohlbemerkt geschockt?

Eigentlich gab es nichts, was den 22-Jährigen hätte aus der Ruhe bringen können.

 

Aber das?

 

Wieder und wieder und wieder las er sich den Artikel durch, um sicher zu gehen nicht durchgedreht zu sein.

 

Und Nope, es war kein Witz.

Da stand es.

 

Weiß auf schwarz, schwarz auf weiß und sein Gehirn registrierte es ziemlich schnell.

Da bräuchte er nicht mal rechnen, um zu wissen wer da zu lange innehielt was diesen Punkt auslöste.

Der damalige Schuss ging wohl nach hinten los, was?

 

He.

Eher traf er mitten ins Schwarze.

 

Promi-News: Ex-Moderatorin (l/n) (y/n) schwanger - ganz Japan rätselt, wer der Vater ist.

Aktuell brodelt die Gerüchteküche und schon bald darf sich diese Promifrau endlich Mama nennen und die 21-Jährige begeistert mit diesen Babynews.

Doch wer ist der Papa?

Sie gab uns kleine Einblicke in ihren Alltag, neben dem Tanzen und der Redaktion doch wer es tatsächlich ist, wollte sie uns nicht verraten.

Jetzt fragt sich Japan: ist es Profi Fußballspieler Rin Itoshi (20) der in letzter Zeit immer wieder mit der 21-Jährigen gesehen wurde und die anderen behaupten sogar es wäre von seinem älteren Bruder Sae Itoshi (22) mit dem sie fünf Jahre liiert war, bevor das schockierende Ende dieser Beziehung bekannt gemacht wurde.

 

Von seinem kleinen Bruder?

 

Ha. Ha.

Never ever.

 

Nö.

 

Dafür kannte er dich zu gut, um zu wissen das es nicht so war.

 

,,Dämliche Insekten."

 

Wirklich.

 

Aber der Klatsch und Tratsch rund um Promis war nun mal die Schattenseite des öffentlichen Lebens.

Deswegen hielt Sae sein Privatleben auch genau so - privat.

 

Größtenteils jedenfalls so gut es eben ging.

 

Er seufzte bloß nahm einen Schluck ... lieber gleich drei von dem "Super gesundem Spezial Getränk" welches ihm sein Manager gab und würdigte es runter, während er hoffte, nicht daran zu krepieren.

 

Obst und Gemüse in Kombination war noch schlimmer als Ananas auf Toast und eine viel größere Sünde.

 

Ihm kam buchstäblich das Kotzen, als er sich auf den Geschmack konzentrierte.

 

Weh.

 

Dann, nach dieser äußert ekligen Erfahrung war sein nächster Schritt der hier:

 

,,Hallo?"

 

Deine Nummer zu wählen.

Denn im Gegensatz zu dir hatte er sie noch in seinem Handy eingespeichert.

Warum auch immer. 

 

Joa ...

Blöd nur das ... 

 

,,Wer zur Hölle bist du?"

 

... nicht deine Stimme die er so vermisste durch den Lautsprecher drang, sondern zu seinem Nachteil eine männliche.

 

,,I ... äh ... ein Freund. Sie meinte-" 

 

,,Interessiert mich nicht. Ich will sie sprechen."

 

,,Das ist gerade schlecht ... Von wem soll ich ihr etwas ausrichten?" 

 

Geht nicht gibt's nicht.

Für ihn gleich dreimal nicht. 

 

,,Wie wär's mit: Vom Vater ihres Kindes?" 

 

,,Hmm, am besten du rufst in paar Minuten nochmal an. Sie ist gleich mit ihrer Untersuchung fertig."

 

Untersuchung?

War etwas passiert?

 

Nein, nein, bestimmt nicht. Das würde er ihm sagen, huh?

 

Was war denn jetzt mit ihm los?

Auf einmal bekam er so ein beklemmendes Gefühl, ganz genau da, wo sein Herz gegen seinen Brustkorb hämmerte.

 

Hm.

Ah~ eigentlich ein Gefühl, welches er schon öfters verspürte.

 

Nach seiner Niederlage, als er sich eingestehen musste, es gab bessere als ihn.

 

Nach dem Bruch mit seinem Bruder. 

 

Und nach seinem aller schlimmsten Verlust.

Ja, du warst es.

 

Er konnte nicht das sein, was du brauchtest.

Er war nicht das, was du brauchtest.

 

Trotzdem ... liebte er dich.

Tat er wirklich.

 

Nur konnte er nicht wie er es gewollt hätte.

Wie er es sich für dich gewünscht hätte.

 

Alleine warst du so viel besser dran.

Das wusste er so wie auch du selbst.

 

Doch jetzt ... dieses Kind. Es war eine Bindung zwischen euch, eine unsichtbare, aber doch vorhandene.

Da kam ihm die Frage, ob er wirklich wieder in dein Leben treten sollte?

 

Nein.

Nein war normalerweise das, was sonst die Antwort gewesen wäre.

 

Ja.

Ja war seine jetzige, die er ziemlich schnell beschloss. Der Typ an der anderen Leitung konnte ihn da mal kreuzweise.

 

Wer war die Flachzange überhaupt?

 

Keine Ahnung, aber es ließ ihn nicht so kalt wie er es gerne gehabt hätte.

 

Für Sae war dieses Gespräch beendet also legte er auf. Zwanzig Minuten wartend bis du ihn zurückriefst.

Verwundert und jede weitere Minute, in der ihr redetet, zunehmend verärgert.

 

Zurecht.

Was sollte das auch?

Was meldete er sich bei dir?

 

,,Du hast mich verlassen? Erinnerst du dich?! Also sag mir, was willst du?"

 

,,Reden."

 

Vielleicht hättest du nicht zustimmen sollen.

Vielleicht hättest du einfach rational und nicht emotional handeln sollen.

 

Doch wenn es um ihn ging, war dein natürliches Denkvermögen gestört.

Wie ein Bug, der dich nicht mehr weiterkommen ließ und das Spiel zum frustrierenden fünften Mal starten musstest.

 

Kein Erfolg in Sicht.

Nur weitere Frustration.

 

Genau wie die Aussicht auf euer Gespräch noch genau an diesem Abend.

 

,,Ich hab jemanden kennengelernt."

 

Ja verdammt das wusste er doch schon längst.

Und egal wie oft er meinte es wäre nicht so - es war fucking nochmal die Realität.

Genau wie ihm sein versagen damals die Realität schön in die fresse schlug, weil er dachte er wäre der Beste. Weil er nie etwas anderes außer den Sieg sah.

 

Und hier war es nicht anders.

Er war derjenige den du liebtest. Scheiße verdammt das wusste er. Es gab nie eine andere Option.

Nie eine andere Möglichkeit.

Und jetzt da erzähltest du ihm es gibt da jemanden?

 

Doch ... Er war selbst schuld, oder?

Er hatte dich gehen lassen damit du glücklich wirst. Egal wo dein Glück lag.

 

Es aber jetzt so direkt vors Gesicht gehalten zu bekommen, änderte so einiges.

 

,,Und? Was passiert jetzt?"

 

Jetzt?

Wenn er glaube er wäre willkommen, Schnitt er sich gewaltig, denn wenn eines klar sein sollte, dann das:

 

,,Du wirst immer der Vater meines Kindes sein, die liebe meines Lebens, aber Sae, das war's."

 

,,..."

 

,,Ich weiß was ich will und das ist etwas Intaktes - etwas, was du mir nie geben könntest.

Er ... muss nicht zwischen Karriere und Familie abwiegen müssen.

Und das ist kein Vorwurf, aber das ist das, was ich brauche.

 

Ich liebe dich so unglaublich, weißt du? Es wird sich auch nie ändern, aber das ist das richtige für mich.

Für uns."

 

Hm. Uns.

Was war schon das Beste, das wusste doch keiner. 

 

,,Bei einer Sache habe ich immer verloren. Wenn es um dich ging, konnte ich nur verlieren."

 

Du glaubtest das erste Mal so richtig und wahrhaftig zu hören, was er fühlte.

Und es tat weh. Es zog in deiner Brust, aber du konntest nicht zurück. Nicht zu ihm ... 

 

,,Hey, wir haben uns für diesen Weg entschieden, oder? Lass uns es nicht bereuen.

Ich will dich immer noch an der Spitze sehen, verstanden?"

 

Die Spitze ...

Richtig.

 

Das, was er wollte und wofür er kämpfte, richtig?

 

Er sah nie etwas anderes.

Wollte niemals etwas anderes.

 

Er war ein Wunderkind, holte jeden Sieg als ungestümes Kind.

Da gab es nie einen Platz für etwas anderes welches seine Zeit und seine Geduld in Anspruch nahm.

 

Wie konnte er Ahnen das du alles so auf den Kopf stelltest?

Seine Gedanken und Gefühle.

 

Er wollte das nicht.

Nie! 

 

Bis zu dem Moment, der ihn nachdenklich stimmte.

Nämlich Monate nachdem er sich noch so gegen alles wehrte.

Aber irgendwann fiel auch die Mauer des größten Arschlochs, hm?

Und in diesem Fall war es seine.

 

Der Typ? Den du als deinen neuen Partner erwähntest?

Nur eine Lüge, die er herausfand.

 

Isagi war es, der an dein Handy ging, weil du es ihm erlaubtest.

 

Sae war ehrgeizig, kämpfte um das, was er wollte. Nahm sich einfach ohne Rücksicht auf andere.

 

Deshalb stand kein anderer Mann hier außer ihm.

Wieder er.

 

Er, der nie eine Frau an seiner Seite haben wollte, weil es ihn langweilte, die langweiligen Bedürfnisse von normalen Menschen.

 

Und jetzt hatte er-

 

,,Willst du deine Tochter halten?"

 

Ein Mädchen?

 

,,Dabei sollte das Oberteil ausgezogen werden.", erklärte die Hebamme ihm freundlich. 

Er jedoch schiss auf seine Weise natürlich wieder komplett rein.

 

Also sagen wir, komplett eingefallen war diese Mauer nicht.

Wie auch? Da gab es nämlich keine.

 

,,Willst du mich nicht vorher nach einem Date fragen?"

 

,,Sae!"

 

Oh~ du hättest ihn ...

 

Dieser Typ schoss wirklich immer den Vogel ab.

Er besaß sowas wie anstand oder einen Filter nicht und sagte eben, was er dachte. Selbst wenn vor ihm der Präsident persönlich stehen würde, wäre er voll in seinem Element als Kotzkrücke. 

Aber wenn du ihm jemals eines anrechnetest, dann dieses ,,Halt den Rand, alte Schachtel", dass er mitten ins Gesicht deiner Uroma pfefferte, nachdem sie sich lang und breit über dich am versammelten Familientisch auskotzte. 

 

Schon bevor er es trocken raushaute und ihr beinahe den frühen Tod bescherte, weil sich die Weihnachtsgans in die falsche röhre verabschiedete, wurde er von deiner Familie schon als "Schlimmster Fehler deines Lebens" betitelt.

 

Danach wurde es noch schlimmer.

 

Also, ja. Manchmal liebtest du sein Temperament, wenn er es für dich einsetzte.

In solchen Momenten wie diesem allerdings ... Na ja. 

 

,,Äh, für die Bindung ist der Körperkontakt wichtig."

 

Es war ein Moment wie dieser, der dich dazu brachte zu denken, Sae wäre immer noch in ihm.

Der Teenager, der dich mit einem Lachen zum Fußball herausforderte und dir danach sagte, wie "Schlampig" deine Schüsse waren.

 

Bei wichtigen Angelegenheiten hielt er nie die Klappe. 

Redete freischnauze, dass was ihm in den Sinn kam.

 

Bis zu dem Moment, in dem er seine Tochter zum allererstem Mal in den Armen hielt.

 

Er schwieg.

Betrachtete das kleine Wesen und bereute es sie jemals als einen Fehler von ihm angesehen zu haben.

 

Noch nie, nie, niemals jemals in deinem Leben fühltest du dich so vollständig und glücklich.

 

Und niemals hättest du gedacht er würde hier an deiner Seite bleiben.

Seine Rolle akzeptieren oder dass du sie jemals als solche bei ihm anerkennen würdest.

 

Es plagten dich unzählige Zweifel, die er wettmachte als du sahst, wie sie Stunden später auf seiner Brust lag.

Neben dir, im zusammengeschobenen Bett.

 

Ihr wart keine vollständige Familie, aber genau das vermittelte diese Nähe zwischen euch gerade.

 

Und nach 12 Stunden des Kampfes, der unmenschlichen Schmerzen, der fast zerquetschten Hand von Rin, weil sein Bruder natürlich nicht pünktlich im Krankenhaus erschien, der jüngere dich fahren musste und als dank dein vulgäres Vokabular abbekam, da fielst du langsam, aber sicher in den Schlaf.

 

Die Schwester fühlte sich bei der Geburt wie im falschen Film als Rin die Klappe öffnete und bei den Worten ,,Shit, ich hab dir das Balg nicht gemacht!" feststellen musste das dieses Itoshi Temperament wohl in der Familie lag.

Das Auftauchen des älteren Bruders ließ sie innerlich nur mit den Augen Rollen, während sie fleißig weiter lächelte und du eher am Sterben als am Pressen warst.

 

Vor Schmerz oder Scham entfiel allerdings.

 

Und hier lag er, der für so vieles ein Händchen außer für seine Ausdrucksweise besaß und plauderte Seelenruhig mit eurer Tochter, während du zwischen den Binsen verweiltest.

 

,,Erzähls' deiner Mama nicht. Sie ist eine furchtbare Köchin.

Du tust mir jetzt schon leid."

Er streifte dir deine Strähnen hinters Ohr, als er dich ansah. Friedlich auf der Seite liegend, als hätte dein Körper nicht gerade einen 12 Stunden Job hinter sich gebracht.

,,Aber dafür ist sie nett. Liebevoll. Sei also nicht ganz so gemein zu ihr. Es reicht, wenn ich es von uns beiden bin."

 

Ob er jemals ein guter Vater werden würde?

Tja, dein Blick wäre eindeutig, wenn dich das jemand gefragt hätte, aber wer weiß.

 

Es war hier schließlich Sae, richtig?

 

Profifußballer und Vater waren doch ein und dasselbe, eine Herausforderung, die er nicht verlieren würde.

 

Denn ab jetzt fachte es das Feuer in ihm noch mehr an und wer weiß, vielleicht würde sie irgendwann in seine Fußstapfen treten und selbst ein Profi im Frauenfußball werden.

 

,,Irgendwann ..."

 

Denn eines war sicher - so wie sie tritt erbte sie definitiv seine Gene. Natürlich nur die guten, nicht?

Und hoffentlich nicht auch noch die schlechten ...

 

Diese schrecklichen Itoshi Gene, die du liebtest und verfluchtest.

 

Itoshi Sae war ein Wunderkind.

Er gewann immer und hasste es zu verlieren.

 

Doch dich, dich verlor er.

Gegen diese Gefühle verlor er.

 

Doch das hieß nicht, das es vorbei war.

 

Ganz bestimmt nicht.

 

Denn du verlorst ihn ebenso und fandest auf deinem Weg dich selbst. 

 

Und gut möglich das es genau das richtige war diesen steinigen Weg zu gehen, um am Ende das zu bekommen, was niemand von euch beiden jemals für möglich gehalten hätte.

 

Denn eigentlich gewann er doch?

Nämlich sein ganz eigenes Glück.

Eine neue Herausforderung.

 

Und diese sollte seine größte werden.

 

 

Notes:

Ich hab's nicht übers Herz gebracht es so schrecklich enden zu lassen und eigentlich sollte alles ganz anders verlaufen, aber surprise? Es ist tatsächlich ein relativ gutes Ende geworden mit etwas offenem.

Chapter 13: Oliver Aiku ・ 𝗙𝗼𝗼𝗹𝗶𝘀𝗵 𝗖𝗮𝗽𝘁𝗮𝗶𝗻

Notes:

myhavenrose 𝗎𝗇𝖽 𝗂𝖼𝗁 𝗁𝖺𝖻𝖾𝗇 𝗎𝗇𝗌 𝗀𝖾𝗀𝖾𝗇𝗌𝖾𝗂𝗍𝗂𝗀 𝗀𝖾𝖼𝗁𝖺𝗅𝗅𝖾𝗇𝗀𝖾𝖽 𝖾𝗍𝗐𝖺𝗌 𝗓𝗎 𝗌𝖼𝗁𝗋𝖾𝗂𝖻𝖾𝗇 𝗐𝖺𝗌 𝗇𝗂𝖼𝗁𝗍 𝗎̈𝖻𝖾𝗋 𝟧𝟢𝟢 𝖶𝗈̈𝗋𝗍𝖾𝗋 𝗁𝗂𝗇𝖺𝗎𝗌𝗀𝖾𝗁𝗍 𝗎𝗇𝖽 𝗂𝗋𝗀𝖾𝗇𝖽𝗐𝗂𝖾 𝗁𝖺𝗍 𝖾𝗌 𝖻𝖾𝗂 𝗎𝗇𝗌 𝖻𝖾𝗂𝖽𝖾𝗇 𝗐𝗂𝖾𝖽𝖾𝗋 𝗐𝗎𝗇𝖽𝖾𝗋𝖻𝖺𝗋 𝗀𝖾𝗄𝗅𝖺𝗉𝗉𝗍 - 𝗇𝗂𝖼𝗁𝗍.
𝖣𝗈𝖼𝗁 𝗍𝗋𝗈𝗍𝗓𝖽𝖾𝗆 𝗌𝗂𝗇𝖽 𝖽𝗂𝖾𝗌𝖾 𝗉𝖺𝖺𝗋 𝖶𝗈̈𝗋𝗍𝖾𝗋 𝖾𝗍𝗐𝖺𝗌 𝗀𝖾𝗐𝗈𝗋𝖽𝖾𝗇. 𝖧𝖺.

Chapter Text

,,Hyahah, ist das auch eine deiner Eroberungen?"

,,Wie ich sehe ... Bist du immer noch erfolgreich."

War deine Knallharte ernstgemeinte Feststellung, die dich im nächsten Moment eher kichern ließ.
Der damalige Captain der U-20 Japan war ja vieles, aber bei Frauen war er vor allem eines - schlampig.

Wirklich 'ne Hoe, aber wenigstens eine mit Stil.

Du hattest ihn damals gedatet und für dich herausgefunden das es ein Fehler war so jemand junges in dein Leben zu lassen.

Na ja, aber was erwartetest du auch?
Besonders hoch lagen deine Erwartungen nie.

,,Wie habt ihr euch kennengelernt?"

Da war jemand besonders neugierig, wie der Jungspund Bachira dort im Schneidersitz auf seinem Platz saß, während du locker deine Beine übereinander geschlagen und auf der Couch saßt.

,,Auf 'ner Party. Wir waren betrunken. Das wars."

,,Ohu~~ Aiku-chan bekommt sie alle."

,,Nein ... Es ist nicht so wie du denkst. Wir haben unsere Nummern ausgetauscht und uns gedatet. Er war 19 und ich bereits 23."

,,Und was ist dann passiert?"

,,Nichts. Er ist ein Arschloch. Mehr nicht."

So jemand wie er konnte das schon vertragen und eigentlich kannte er deinen Gegenwind auch nie anders.

Ihr schmunzeltet.
Beide.

Auch wenn er sich noch gar nicht dazu geäußert hatte und du eher eure "Vergangenheit" aufgriffst, weil seine Fußballkollegen mehr darüber wissen wollten, warum eine ältere Dame plötzlich in die Karaoke-Bar reingeschneit kam und jetzt mit ihnen trank.

,,Du vermisst meine Qualitäten."

Oh?

,,Und welche wären das?"

Wenn Blicke sprechen könnten ...
Es war wahr.
Du vermisstest seine Qualitäten und nicht die Sexuellen, denn was? Du warst ja keine Schwerenöterin ganz im Gegenteil.

,,Meinen Charme zum Beispiel."

Es stimmte wirklich, was vermutlich der schlimmste Fakt überhaupt war.
Aiku wusste mit dem anderen Geschlecht umzugehen, wusste wie was er sagen musste damit sie ihm verfallen und auf seine billigen Maschen reinfallen.

Nicht du.
Nein~

Dich bekam er nie damit rum.
Vielleicht lag es auch einfach an-

,,Wie geht's deinem Freund?"

,,Du meinst Ex fiancé?"

,,Ihr wart verlobt?"

,,Jupp. Aber mir fehlte etwas."

Etwas Entscheidendes und er wurde neugierig.

,,Und was?"

,,Anziehungskraft. Be—gierde."

Wie du jedes einzelne Wort so verrucht von deiner Zunge rolltest er hätte schwören können der Raum wurde immer wärmer.

Alles andere um euch herum kurzzeitig ausgeblendet und nur ihr.

Du noch dieses lächeln dabei aufsetztest und ihm starr in die Augen schautest.
Und dann spieltest du auch noch mit deinem Zungenpiercing zwischen den Lippen.

Deinen Mahagoni roten Lippen.

Er schluckte.
Schwer und ... Du hattest keine Ahnung, nie die geringste, was du mit ihm und seinen Kopf anstelltest.

Ja, es stimmte, er und seine Frauengeschichten waren wirklich nervig, seine Maschen noch nerviger und du fielst nie drauf herein, aber vor allem verfielst du diesem Kerl nie.

Nie richtig.
Und doch ... genug.

,,Ich muss leider gehen, aber es hat mich gefreut euch alle mal Kennenzulernen."

,,Jetzt weiß ich, woher ich dich kenne. Ich hab dich zusammen mit Anri-chan gesehen. Dein Freund ist also dieser gepiercte Schauspieler gewesen?"

,,Das war ich, ja."

,,Und als was Arbeitest du, wenn du mit ihr warst?"

,,Vielleicht findest du es irgendwann noch heraus."
Zwinkertest du und zeigtest anschließend auf Oliver.
,,Er weiß es."

Stichwort, um aufzustehen und dich zum Gehen zu zwingen, denn Heim? Wolltest du eigentlich nicht.
Es war zur Abwechslung wirklich mal gut mit Leuten zu quatschen, die "normal" waren.
Aus normalen Verhältnissen und sowas stammten.
Mehr oder weniger.

,,(Y/n)-chan das nächste Mal solltest du auch dabei sein."

Deines Gleichen hattest du satt; der Grund warum du dich so out of nowhere bei Aiku meldetest.
Unter anderem zumindest.

Zumindest ... zeigtest du ihm deutlich mit dem Abstützen deiner Hände auf seinen Schultern eines - er war willkommen.

Sie alle waren das, aber er ... eines war sicher - so wie er dich nie aus seinem Schädel bekam war es bei dir genau dasselbe.
Deine Worte erst nah an seinem rechten Ohr—

,,Wenn der ehemalige Captain nichts dagegen hat."
—dann an seinem linken—
,,Gerne."

—jagten ihm einen Schauer über den Rücken.

Angenehm so wie alles was du tatest.
Und unangenehm als du dich löstest und deine Wärme mit dir ging.

Doch das, was ihm am Allermeisten an diesem Abend triggerte war nicht dein Parfum, nicht deine sinnlichen Blicken, sondern brzz brzz das.

Kitten.💅🏻

Du.
Du hast mir gefehlt. ₂₂:₃₄

Deine Nachricht auf seinem Handy, die du ihm beim Gehen durch die Tür schicktest.

Er war wirklich ein Idiot, was?
Sowas wie dich gehen zu lassen, obwohl er niemanden so sehr wollte wie dich.

Aber ... diese Nachricht? Könnte alles verändern.
Mehr noch.
Wenn du ihn wirklich lassen würdest ...

Wo würdet ihr dann enden?

Chapter 14: ─ 𝖢𝗁𝖺𝗂𝗇𝗌𝖺𝗐 𝖬𝖺𝗇 ・ チェンソーマン

Chapter Text

↬ ₀₀₁. Hayakawa Aki ・ 𝚂𝙾𝚁𝚁𝚈 𝙴𝚅𝙴𝚁 𝙰𝙵𝚃𝙴𝚁

Chapter 15: Hayakawa Aki ・ 𝚂𝙾𝚁𝚁𝚈 𝙴𝚅𝙴𝚁 𝙰𝙵𝚃𝙴𝚁

Notes:

MANGA SPOILER

(See the end of the chapter for more notes.)

Chapter Text

"Tomorrow will be better."

 

• • • • • • •

 

Mevius.

 

,,Eine Schachtel Mevius."

 

Wie du es dir dachtest.

 

Und die heutige Zeitung.

 

,,Und-

.

.

.

..."

 

Alle paar Tage war es dasselbe.

Er kam in den kleinen Kiosk nicht weit von seinem Apartment entfernt und immer war es dasselbe, was er wollte.

 

Manchmal zu seinem Kauf auch zusätzlich Menthol Bonbons oder Kaugummi, die er seitdem du sie ihm gabst auf seine Liste seiner Süchte dazuschrieb.

 

Aki war ein einfaches Wesen. Manchmal ohne benehmen, eigensinnig und stoisch.

 

Du hingegen warst eher komplex. Nie die Höflichkeit verlierend und immer optimistisch mit einem Lächeln auf den Lippen.

 

Warum ... sah es Aki dann nicht?

 

Dieses Lächeln, welches ihm beim Bimmeln der Klingel der Tür galt, sobald er eintrat und du auf die Uhr schautest, um zu wissen—

 

,,Du bist da."

 

,,Ja."

 

—so wie immer.

 

Es war etwas seltsam, wie aufmerksam du warst und genau wusstest, wann er den Laden betreten würde, um sich Kippen und Zeitung zu kaufen.

Snacks und andere Kleinigkeiten; kam nicht hinter dieses Warum und nahm es einfach so hin.

 

Dabei war es so offensichtlich, oder nicht?

 

Diese Augen, die so sehr leuchteten als er plötzlich in deiner Pause erschien und mit dir eine Rauchte und danach wieder verschwand.

 

Einfach so.

Ihr spracht auch nicht viel währenddessen, saßt nur auf dem kalten Stein vor dem Laden und beobachtet den Trubel um euch herum.

 

Da wo die Stille zwischen euch sprach.

Nicht die Menschen vor euch.

 

Und kaum versah er sich, bemerkte er—

 

Seltsam.

 

—er fühlte sich wohl.

 

Wohl zwischen dieser einladenden Ruhe.

Fühlte sich so etwa Frieden an?

 

Oder sowas in der Art?

 

Er dachte nach, dachte lange nach was es war, und nie kam er zu einem Ergebnis.

 

Jedes Mal, wenn er dich sah, blieb sein Blick unverändert - gleichgültig - dabei drehten sich seine Gedanken immer noch um das große Warum.

 

Warum warst du so zu ihm?

Warum lächeltest du so sanft, wenn es keinen Grund dafür gab?

Warum ... warum lagen da auf dem Tresen plötzlich zwei Schachteln Mevius statt nur einer so wie immer?

 

Egal wie oft, wie intensiv er nachdachte er bekam die Antwort nicht, die er suchte.

 

Also nahm er wieder hin.

Akzeptierte dieses Gefühl und legte dir 490 Yen mehr auf das Holz.

 

Dabei war—

 

,,Die war als Dankeschön gedacht."

 

—es eine einfache Geste.

 

Doch er hob nur seine Hand, während er sich nicht umdrehte und bereits dabei war zu gehen.

 

Passt schon.

 

Und doch dachte er schon wieder nach.

Selbst dann noch, als es dunkel und kalt war.

 

War es Einsamkeit in den Nächten, wenn Power und Denji ihm ausnahmsweise mal nicht seine letzten Nerven raubten und die Stille seine Wohnung einnahm?

 

War es das wirklich?

 

Er wusste es nicht, zumindest wurde es stärker je mehr er sich drauf einließ zu dir zu gehen.

 

Feste Wochentage seiner Besuche beibehalten und trotzdem veränderte sich etwas.

Zwischen euch veränderte sich etwas.

 

Inmitten der Ruhe und Gelassenheit und tatsächlichen Gesprächen fragtest du ihn nämlich etwas, worauf er eine klare Antwort fand.

 

,,Denkst du manchmal nicht an die Zukunft? Wo du in ein paar Jahren sein würdest? Mit wem?"

 

Nein.

Ehrlich gesagt nein, weil es de facto nie eine Zukunft für ihn geben wird.

Das, was er, aber du nicht weißt und nicht wissen sollst.

 

Warum ... dachte er dann dennoch ab und zu nach?

Dachte an seine zwei Teufel und an Angel?

Dachte sowas wie an ein normales Leben an das was wäre, wenn?

 

Vor allem wieso fragtest du ihn das?

 

,,Nein.

Weißt du es?"

 

Und warum er dich?

 

,,Mh~ Nein."

 

Stille.

 

,,Darf ich dich was fragen?"

 

,,Sicher."

 

,,Wenn ich- wenn ich dich fragen würde, ob du mit mir ausgehst, würdest du auch nein sagen?"

 

Es kam aus dem Nichts.

So unerwartet und ... etwas überrumpelnd.

 

Seine Augen weiteten sich, Kippe auf halb acht hängend und da wusste er diesmal tatsächlich keine Antwort drauf.

 

War es das also die ganze Zeit?

Mochtest du ihn etwa?

 

Aber—

 

,,Es geht nicht."

 

Außer diese Antwort, die dir wahrscheinlich nicht gefiel und dennoch lächeltest du wieder.

 

Leicht und etwas gebrochen. Blick von ihm abgewandt.

 

,,Ich versteh schon."

 

,,Nein. Es ist nicht-

Du solltest dein Leben sinnvoll nutzen."

 

Und nicht auf etwas hoffen was niemals passieren würde.

Etwas wollen, was ein Ablaufdatum hatte.

 

Du solltest ihn nicht wollen.

 

Das, was Du brauchtest, war etwas Stabiles in dieser Welt und er war es nicht.

Sein Leben war nichts für dich.

 

Also spracht ihr lieber wieder über etwas anderes; über seine Arbeit nur ohne die Details, was er in Wirklichkeit tat.

Redetet über dich, viel über dich und deine Träume und er lauschte deinen Worten und der Freude in ihnen.

 

Ja, du verdientes etwas Besseres, definitiv und er war es nicht.

Nicht in diesem Leben.

 

,,Aki!

Seh- sehen wir uns morgen?

 

Morgen wird's besser."

 

Morgen wird's besser.

 

Weil du fest davon überzeugt warst sein Stress würde irgendwann verschwinden.

Weil du keine Ahnung davon hattest, was er durchmachte und machen musste.

 

Für dich war es besser diese dreckigen Dinge nicht zu wissen, deinen Träumen weiter nachzugehen und glücklich zu sein.

 

Dein Glück in etwas oder sogar jemanden zu finden.

 

Nur, hmpf, er hatte ja keine Ahnung wie sehr du ihn mochtest.

 

Und er mochte doch eigentlich Makima.

Warum ... eigentlich noch mal genau?

 

Das große Warum blieb wohl immer unbeantwortet, seine Gedanken immer ein Wirrwarr bis zu jenem Tag, an dem sein Herz nicht mehr schlagen würde.

 

An dem Tag, an dem er seinen letzten Atemzug machen würde und an dem seine Gedanken um all das endlich zur Ruhe kämen.

 

Denn nein.

Ihr saht euch morgen nicht mehr.

Den Tag darauf auch nicht oder den Tag danach.

 

Ihr saht euch nie wieder, weil er nicht zurückkam.

 

• • • • • • •

 

,, ... der mysteriöse Held, der plötzlich in Japan aufgetaucht ist ... hat den Waffenteufel besiegt!"

 

Vernahmst du die Nachrichten aus der Flimmerkiste und die ganze Welt atmete auf.

 

Chainsaw Man der das unmögliche möglich machte und auch du atmetest kurz auf.

 

Es waren Tage vergangen, seitdem du Aki zum letzten Mal sahst.

Aber nicht das letzte Mal, dass du so fühltest und ehrlich es fühlte sich noch nie so furchtbar an.

 

Und bevor du wusstest, was es war, was es tatsächlich war, solltest du es so heraus finden mit dem Brief mit der Schachtel Mevius und der Entschuldigung auf dieser.

 

Da lag plötzlich etwas auf dem Tresen etwas von geringem Wert, doch was für andere nach 490 Yen aussah, war für dich so viel mehr als das.

 

Es war die Schachtel, die du ihm damals schenken wolltest.

 

Danke

 

Stand dort.

Geschrieben von dir.

 

Danke, dass du dir die Zeit für mich nimmst.

 

Entschuldigung

 

Stand darunter.

Geschrieben von ihm.

 

Entschuldigung, dass du nicht das bekommst, was du verdienst.

 

Ich hoffe du findest, was du suchst und was du dir wünscht.

 

Aki

 

Mehr stand dort auf dem Blatt Papier nicht geschrieben und mehr... benötigte es auch eigentlich gar nicht.

Die Tränen kullerten auch so über deine Wange und dein Herz wurde in diesem Augenblick um das 1000 fache schwerer—

 

Aussetzer

 

—bevor es wieder schneller schlug.

 

He, naiv zu glauben das so jemand wie er so jemanden wie dich wollte.

 

...

 

Dabei wusstest du nur nicht, wie oft er seine Sätze durchstrich, um sie durch neue Wörter zu ersetzen.

Wusstest nicht, wie oft die Zettel im Müll landeten, weil er nichts davon passend genug fand.

 

Du würdest immer mit dem Wissen leben, dass du irgendetwas falsch gemacht hast.

 

Aber du hast alles richtig gemacht.

Er war es, der etwas falsches tat.

 

Nein, eigentlich auch das richtige, nur war dieses Ende nicht das, was er wollte.

 

Ihm war kein langes Leben vergönnt.

Das wusste er und es war ok, solange die Menschen lebten, die ihm wichtig waren.

 

Dafür starb er.

 

Und es war nicht fair.

 

Nichts von all dem.

 

Doch wenn nicht schon der Brief für dich verwirrend genug war, dann das Gespräch mit seinem Freund.

 

Hattest ihn nur ein, zwei Mal gesehen und trotzdem wieder erkannt, als er wie Tod an der Scheibe vor dem Kiosk vorbei streifte.

 

Wie eine leere Hülle seiner selbst.

 

,,Hey."

Und du fasstest diesen einen Entschluss, den einen ihn anzusprechen und zu hoffen das du gut in Gesichter merken statt in Namen merken warst.

,,Du bist- Denji? Richtig?"

 

,,Äh, ja."

 

Selbst jetzt blickte er abwesend drein und dich verunsicherte es immer mehr.

Machte dir immer mehr Angst.

 

,,Weißt du wo Aki ist?"

 

So direkt zu fragen war zugegeben ein wenig dumm, naiv, doch du brauchtest die Gewissheit.

 

Die Gewissheit, irgendwas das dir sagte, dass—

 

,,Er ist tot."

 

—es ihm ... Gut ging ...

 

Und damit? Ging er weiter und ließ dich dort vor dem beleuchteten Laden zurück.

Fügte nichts weiter hinzu, weil es da nichts gab außer Schmerz.

 

Er ließ dich wieder allein.

 

Allein mit deinen Gedanken und allein mit dir selbst.

Da hattest du deine Gewissheit - knallhart - und es reichte dir nicht.

 

Es war einfach nicht das, was du hören wolltest, natürlich war es das nicht.

 

Aber es war die Wahrheit, die bittere, bittere süße Realität.

 

Ihr kanntet einander nicht wirklich, wusstest seinen Namen, seine Abhängigkeit und dass er nicht gut darin war Gefühle preiszugeben.

Wusstest das er Freunde besaß, dass er Kochen konnte, weil ... er es dir zeigte.

 

Er zeigte dir für einen Moment seine Welt.

Sein Zuhause sein Ort, an dem er sich zurückzog und ehrlich? Er zeigte dir eigentlich mehr als er jemals wollte.

 

Es waren nicht nur die Gespräche vor dem Laden, sondern die bei ihm.

Die Gespräche, die dir einen genauen Einblick von dem gaben, wer er war.

 

Und deshalb tat diese Leere in dir auch so weh.

Zu wissen das es da nichts in der Zukunft für dich zusammen mit ihm gab.

 

Zu wissen dieses was wäre, wenn niemals weiter zu fantasieren, weil es zu sehr schmerzte.

 

Ihr kanntet einander doch.

Ein bisschen und ein bisschen zu wenig, um jemals mehr gewollt zu haben.

 

Hm. Dabei war auch das wieder so offensichtlich.

 

Diese Welt war eben grausam.

Dort, wo Teufel lebten, und Menschen überlebten.

 

Dort, wo die guten Menschen zuerst von uns gehen.

 

Dort, wo Aki hätte weiterleben sollen, weil er am Ende mehr bekam, als er dachte.

 

Dort wo, sein Stück Glück auf ihn wartete, dass er nie bekommen würde.

 

Und wenn es die Hölle gab, dann doch auch den Himmel, nicht?

 

Dort, wo er sah, dass du lächeltest.

 

Für ihn.

 

Dort, wo er wusste das sein Zuhause seine Familie war.

Notes:

Sorry ever after …

He deserves everything, but in the end, well.