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Das Tigerauge

Chapter 25: Kapitel 25: Die Übergabe

Summary:

Süße Dinge und ein Auftritt von Inspektor Cotta :)

Notes:

Willkommen zurück :) Ich hoffe, es war okay, dass ich eine kleine Tigerauge-Sommerpause gemacht hab. Ab jetzt geht es wieder ein bisschen fixer weiter :)

(See the end of the chapter for more notes.)

Chapter Text

Bob wachte mit seiner Nase in Peters Haaren auf. Peters Kopf lag auf seinem linken Arm, der rechte war um Peters Oberkörper geschlungen. Bob grinste und zog Peter an sich. Er atmete ein. Alles war perfekt. Vorsichtig presste er seine Lippen gegen Peters Stirn.

„Hmpf“, machte Peter.

Bob grinste. „Morgen.“

Peter schaute zu ihm hoch. „Hey.“

Bob strich ihm durch die Haare. „Hast du gut geschlafen?“

Peter lächelte. „So gut wie noch nie.“

Bob schmunzelte. Er ließ sich ein kleines Stück nach unten rutschen und küsste ihn. Erst seicht, dann ein bisschen leidenschaftlicher. Er fuhr mit seinen Händen an Peters T-Shirt entlang. Peter erwiderte den Kuss willig, griff in Bobs Haare, verschränkte ihre Beine miteinander. Es dauerte nicht lange bis sich Hitze in Bobs unterem Bauch breitmachte. Er atmete scharf ein und stoppte sich. Oh, wow, das ging grad viel zu schnell. Er keuchte ein bisschen. „Weißt du eigentlich, was du mit mir machst?“

Peter lächelte verschmitzt. „Ich hab ne grobe Idee, ja.“

Bob ging wieder dazu über, Peter durch die Haare zu streichen und ihn anzusehen. Das war sehr viel sicherer – er wollte Peter wirklich nicht mit seinem Enthusiasmus zu überfordern.

Peter schaute ihn nun etwas unsicher an. „Ich hoffe, du bist nicht enttäuscht, dass wir gestern nichts mehr gemacht haben? Also mehr als Küssen, meine ich…“

Bob lachte. „Peter.“ Er nahm seine Hand in seine und spielte sanft mit ihren Fingern. „Wir haben alle Zeit der Welt.“

Peter schien noch nicht überzeugt.

„Außerdem sind wir hier zu Gast in einem fremden Bett“, fuhr Bob fort. „Ich denke, es wäre mir sehr unangenehm gewesen, wenn Tony das hätte aufräumen müssen und da irgendwelche Flecken von uns dringewesen wären.“

Jetzt lachte Peter auch. „Na gut, wenn du es so sagst…“ Er zögerte kurz. „Naja, aber trotzdem. Ich hab das Gefühl, du bist es gewohnt, mit viel erfahreneren Leuten was zu haben. Ich hab halt wirklich keine Erfahrung mit Hook-Ups. Oder generell mit Männern.“

Bob sah Peter eindringlich an. „Pete! Darüber musst du dir nun wirklich keine Sorgen machen. Du bist ja nicht irgendein Hook-Up für mich. Mir ist das völlig egal, welche Erfahrung du mitbringst. Ich mag dich und wir können machen, was wir wollen, wann wir wollen, so langsam oder so schnell, wie wir wollen. Ich mag dich schon so lange und das wird sich nicht ändern, nur weil wir nicht an Tag Eins miteinander schlafen, okay?“

Peter lächelte vorsichtig. „Okay.“

Bob rutschte wieder etwas näher und legte sanft seine Lippen auf Peters. Peters Hand landete sofort in seinem Rücken und zog ihn noch etwas näher. Bob grinste kurz und vertiefte den Kuss. Dann löste er sich und betrachtete Peter, wie er ihm gegenüber dalag. Ein bisschen rot im Gesicht und unglaublich zufrieden. „Weißt du eigentlich, wie unfassbar schön du bist?“, flüsterte Bob und strich Peter durch die Haare.

Der wurde noch ein bisschen roter. Dann zog er Bob zurück an sich und küsste er ihn wieder. Dabei ließ er seine Hand von Bobs Nacken nach unten wandern, über sein T-Shirt zu seiner Hüfte, spielte etwas mit dem Saum seines Shirts, dann schob er sie langsam darunter und fasste mit der gesamten Handfläche an Bobs nackten Rücken. Bob atmete scharf ein. Sofort verschwamm alles um ihn.

Peter löste sich und schaute Bob an. „Ist das okay?“

Bob versuchte, sich zu sammeln. „Natürlich.“ Er gab Peter noch einen kurzen Kuss und löste sich wieder. „Aber ich denke, wenn wir dabei bleiben wollen, dass wir in diesem Bett nichts starten wollen, musst du sowas lassen. Sonst kann ich gleich nicht mehr geradeausdenken.“

Peter grinste schelmisch. Dann drehte er sie beide ruckartig um, sodass Bob auf dem Rücken lag und er selbst über ihm war, rechts und links von Bobs Kopf auf den Händen abgestützt, ein Bein zwischen seinen. Bob blieb kurz der Atem weg. Mit weit geöffneten Augen und offenstehendem Mund schaute er Peter an. Peter beugte sich zu ihm herunter, als wollte er ihn küssen, stoppte sich dann aber wieder und grinste. „Und sowas?“ Spielerisch drückte er Bobs Hüfte ein bisschen in die Matratze. „Muss ich sowas auch lassen?“

Bob schnappte nach Luft und schloss die Augen.

Peter lachte dreckig und rollte sich wieder auf die Seite.

Als Bob sich wieder gefangen hatte, griff er nach einem Kissen und warf es Peter ins Gesicht. „Du scheiß Arschloch!“, lachte er.

Peter kicherte und warf das Kissen zurück.

„Erst so schüchtern tun und dann sowas abziehen.“

Peter rückte wieder nah an ihn heran, bis er mit seinem Gesicht direkt vor seinem war. Dann grinste er. „Ich mag, wie du auf mich reagierst“, flüsterte er.

Bob schürzte die Lippen. „Ist das so?“

Statt etwas zu sagen, hielt Peter inne. Er hob seinen Zeigefinger zwischen ihre Gesichter. „Warte kurz, hörst du das?“, fragte er wahnsinnig leise.

Bob schwieg. Dann hörte er es auch. Draußen vor ihrer Zimmertür passierte etwas.

„Just, nein.“

„Warum denn nicht?“

„Just!“

„Denkst du, sie sind nackt?“

Trevor lachte. „Keine Ahnung, aber bist du dir sicher genug, dass du es drauf anlegen willst?“

„Aber wie sollen wir ihnen sonst mitteilen, dass es Frühstück gibt?“

„Du könntest klopfen.“

Unzufriedenes Grummeln.

„Meine Güte, jetzt kommt halt rein“, rief Peter.

Die Tür öffnete sich. Bob und Peter setzten sich im Bett auf, gegen das Kopfende des Bettes – dicht nebeneinander, sodass sich ihre Beine und Arme weiterhin berührten. Bob nahm Peters Hand.

„Siehst du, Trev, sie sind bekleidet. Keinerlei Skandalöses.“

Trevor verdrehte die Augen. „Ich wollte euch nur ein bisschen Privatsphäre geben.“

„Dafür sind wir auch dankbar“, sagte Bob.

Peter grinste. Bob dachte darüber nach, wie sie wohl reagiert hätten, wäre Justus eine Minute früher einfach ungefragt hereinstolziert. Vermutlich viel Gestammel und rote Gesichter. Zum Glück konnte Justus nicht unter die Bettdecke schauen…

„Und ich finde es sehr gut, dass du Justus ein bisschen erziehst, Trevor“, sagte Peter nun. „Ich denke, es gibt Dinge, die muss er wirklich nicht sehen.“

Justus zog die Augenbrauen hoch. „Ich habe das Gefühl, in nächster Zeit werden auch Dinge in eurem Zimmer passieren, die ich gar nicht sehen will.“

„Ach, ne kleine Portion Voyeurismus hat noch keinem geschadet, Just. Vielleicht lernst du ja was“, erklärte Trevor und betrachtete seine Fingernägel.

Bob legte seine Stirn in Falten. „Zum Glück kenne ich mittlerweile deinen Humor und weiß, dass du das nicht ernst meinst.“

„Verklemmt seid ihr. Alle miteinander.“ Trevor stemmte eine Hand in die Hüfte und zeigte mit der anderen in die Runde. Bob lachte. „Auf jeden Fall haben die Frühaufsteher den Schlafmützen Frühstück gemacht. Ihr müsst euch also nur noch hinsetzen.“ Trevor drehte sich auf dem Fußballen um und stolzierte davon.

Justus verschränkte die Arme. „Findet ihr, ich bin verklemmt?“

Bob zog spielerisch die Mundwinkel nach unten und zuckte mit den Schultern. „Keine Ahnung, wir reden ja über sowas nie.“

„Vielleicht musst du mal mit Trevor über deine Vorlieben reden“, schlug Peter vor. „Dann kannst du seine Sicht von dir berichtigen.“ Er zwinkerte dem Ersten zu.

„Das halte ich für eine großartige Idee“, stimmte Bob ihm zu und grinste auch.

Justus grummelte. „Na, schön, dass ihr euch da so einig seid. Aber ich freue mich natürlich, dass ihr endlich euer Missverständnis beseitigt habt, das konnte man sich ja nicht mehr mit ansehen.“

 

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„Also, Jungs, wo drückt der Schuh?“

Cotta lehnte sich in seinem Stuhl zurück und betrachtete die versammelte Truppe vor seinem Schreibtisch. Es war sicherlich ein interessantes Bild. Die drei Fragezeichen mit Trevor und Pit Kennedy. Der Journalist trug heute eine Schlaghose mit Schlangenmuster und hatte orangenen Lidschatten aufgetragen. Trevor hatte eine weite Jeans-Latzhose an und darunter ein schwarzes Maschen-Shirt. Seine Fingernägel waren gelb. Die drei Fragezeichen sahen aus wie immer.

Justus legte einen kleinen USB-Stick auf Cottas Schreibtisch. „Es geht um den Fall, über den wir vor ein paar Wochen schon einmal mit Ihnen geredet haben, zu dem Sie keine Informationen hatten, Inspektor. Wir haben es hier mit einer eigenartigen Sekte, oder Untergrundorganisation, zu tun, die in Calabasas operiert. Hier auf dem USB-Stick sind alle Indizien, die wir bisher über Steuerhinterziehungen, Versicherungsbetrüge und eventuelle Geldwäsche haben. Außerdem gibt es eine vermisste Person namens Annalise Blumenthal, die vor wenigen Monaten aus der Gruppe ausgestiegen ist und mit Mister Kennedy hier, der freiberuflicher Journalist ist, die kriminellen Machenschaften der Gruppe aufdecken wollte. Für die würden wir gern eine Vermisstenanzeige aufgeben – sie ist seit Mittwoch verschwunden. Außerdem haben wir Grund zur Annahme, dass auch Mitglieder der Gruppe im Calabasas Police Departement sind, weshalb wir um äußerste Diskretion bitten.“

Cotta öffnete seinen Mund, setzte an, etwas zu sagen, schloss ihn dann aber wieder.

Trevor legte seine Hand auf Justus‘ Arm. „Just, du hast den Mordverdacht vergessen.“

„Ach ja, natürlich. Wir vermuten, dass eine gewisse Lilian Fields vor fast 20 Jahren von der gleichen Gruppe ermordet wurde. Oder Todschlag. Das lässt sich schwer auseinanderhalten in dem Fall.“

Cotta machte große Augen und fasste sich an die Stirn. „Na wenn’s weiter nichts ist…“ Ein bisschen unschlüssig schaute er zwischen ihnen allen hin und her. „Und wer bist du?“, fragte er nun Trevor.

„Oh, ich bin nur der Mitbewohner“, sagte Trevor nonchalant. „Ich hab die drei gefahren.“

Bob lachte. „Aber seine Mutter ist auch eine Aussteigerin aus der Gruppe, die sich seit fast 20 Jahren versteckt hält. Das ist vielleicht nicht ganz irrelevant.“

Trevor verdrehte die Augen. „Ja gut, wenn du es so sagst…“

Cotta veränderte seine Position in seinem Sessel und seufzte. „Okay, das heißt, wir machen eine Vermisstenanzeige, eröffnen einen Mordfall, einen Betrugsfall und einen Geldwäschefall?“

„Bei der Geldwäsche sind wir uns noch nicht zu hundert Prozent sicher“, erklärte Justus.

Cotta lachte. „Ach gut. Das macht es natürlich erheblich leichter.“ Mit seiner Maus holte er seinen PC aus dem Standby und klickte ein paar Sachen. Dann schaute er wieder ernst zu ihnen. „Jungs, wie seid ihr da nun schon wieder reingeraten?“

„Unfassbares Glück“, sagte Peter mit einem vor Sarkasmus triefendem Unterton. Bob grinste.

„Nun gut. Ich habe in den letzten Jahren gelernt, dass ich die Dinge, mit denen ihr zu mir kommt, definitiv ernst nehmen muss. Und das mache ich jetzt auch. Aber das sind keine leichten Anschuldigungen, die ihr da habt. Ich hoffe, das ist euch klar.“

Alle Anwesenden nickten ernst.

„In Ordnung. Ich werde euch jetzt in Verhörräume schicken. Vielleicht euch vier Jungs gemeinsam und Mister Kennedy einzeln und dann nehmen wir alle eure Aussagen auf. Und ich werde mir im Anschluss all euer Material anschauen und dann halten wir noch einmal Rücksprache.“

Wieder nickten sie alle.

„Aber vermutlich sollten wir zuerst die Vermisstenanzeige machen. Das scheint ja jetzt erst einmal das Dringendste zu sein.“

„Das mache ich“, sagte Pit mit einem Nicken.

Cotta griff nach seinem Telefonhörer und rief Goodween herein, der nach einer kurzen Anweisung mit Pit verschwand.

Dann saßen die vier Jungs mit Cotta allein da. Er lächelte. „Und ich dachte schon, ich bin euch los, jetzt wo ihr in LA wohnt.“

Justus grinste zurück. „Keine Chance, Inspektor.“

 

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Zwei Stunden später verließen sie das Polizeipräsidium. Sie verabschiedeten sich von Pit und machten sich auch auf den Weg. Justus wollte gern noch bei Titus und Matilda vorbeischauen und Peter wollte noch ein paar Sportsachen von zu Hause holen. Bobs Eltern waren weg, deshalb beschloss er kurzerhand, einfach mit zu Peter zu gehen. Justus und Trevor luden sie dort ab und fuhren weiter.

Es stellte sich heraus, dass Peters Eltern auch unterwegs waren. Das Haus war still, als sie es betraten. Bob folgte Peter die Treppe hinauf in sein Zimmer. Es sah leer aus.

Bob zog seine Schuhe aus, warf sich auf das Bett und sah Peter dabei zu, wie er eine Sporttasche holte, die auf dem Schrank lag, und sie zu befüllen begann.

„Irgendwie ist das voll die Last, die mir von den Schultern abfällt“, sagte Peter nun. „Bei diesem Fall ist es echt besser, dass wir ihn abgegeben haben.“

„Hm“, machte Bob. „Aber irgendwie hab ich auch Sorge, dass die Leute mitbekommen, dass wir zur Polizei gegangen sind, und dann fliegt uns das Ganze doch noch um die Ohren.“

„Ja, den Gedanken hatte ich auch schon. Wir sollten uns auf jeden Fall ein bisschen bedeckt halten.“ Peter verzog das Gesicht.

„Vor allem hoffe ich, dass dich Ben nicht irgendwo auf dem Campus wiedererkennt.“

Peter zuckte mit den Schultern. „Das Tigerauge weiß eh mittlerweile, wer wir sind und wo wir studieren, oder? Ich glaube, das würde auch nicht groß was ändern, wenn der Typ mich da sehen würde.“

„Keine Ahnung“, sagte Bob. „Kann sein.“

Peter betrachtete Bob eine Weile. Er setzte an, etwas zu sagen, und stoppte sich wieder. „Das mit Ben… Hat dir das was bedeutet?“

Bob setzte sich auf und schüttelte den Kopf. „Das war einfach Ablenkung. Ich hab versucht, mal einen Abend nicht über meinen Liebeskummer nachzudenken – wofür mich das Universum dann natürlich gleich gestraft hat.“

„Okay.“ Peter lächelte. „Guck, ich zeig dir mal was.“ Er machte seine Schranktür etwas weiter auf, sodass Bob die Innenseite sehen konnte. Daran klebte ein pink-lila-blauer Sticker.

„Das ist die bi-Flagge, oder?“

Peter nickte. „Hat mir Jeffrey zum Geburtstag geschenkt.“

Bob schürzte die Lippen. „Das ist ja schon ne Weile her.“

„Jeffrey weiß es auch schon ne Weile.“ Er zuckte mit den Schultern.

„Und auch witzig, dass sie im Schrank hängt. Ein interessanter Symbolismus“, sagte Bob jetzt mit verschmitztem Lächeln.

Peter lachte. „Ja, ich dachte, das passt ganz gut. Ich hatte immer Angst, es euch zu sagen, weil ich dachte, dann fällt bestimmt auch auf, wie gern ich dich mag.“

Jetzt musste Bob ebenfalls lachen. „So ähnlich lief das in meinem Kopf auch ab.“

„Jeffrey war übrigens schon unendlich genervt, von meinem ganzen Bob-Gerede. Seit Wochen liegt er mir in den Ohren, dass ich endlich mit dir reden soll. Ich hab ihm heute Mittag während der Autofahrt geschrieben, was gestern passiert ist, und er hat zurückgeschrieben – ich zitiere: ‚Na endlich, ihr zwei Vollidioten, jetzt kann ich in Frieden sterben.‘ – alles in Großbuchstaben und ungefähr zehn Heul-Emojis dahinter.“

Bob grinste. Irgendwie schön. „Ich bin froh, dass du jemanden hattest, mit dem du darüber reden konntest.“

„Ich hatte manchmal den Eindruck, dass du irgendwie eifersüchtig auf ihn warst.“

Bob überlegte. „Hm, keine Ahnung. Vielleicht. Aber ich glaube, vor allem war ich eifersüchtig darauf, dass er halt out war und so offen mit allem, und ich mich das nie getraut hab.“

„Ja, das kann ich auch verstehen“, sagte Peter nachdenklich und warf eine weitere Hose in seine Tasche.

„Mochtest du ihn denn je?“

Peter schüttelte den Kopf. „Nein, nie. Und er hat ja auch eh schon ewig einen Freund, das stand irgendwie nie zur Debatte.“

„Warst du denn eifersüchtig? Das mit Ben hat dich gewurmt, oder?“

Peter zuckte mit den Schultern. „Jetzt wo ich weiß, dass du mich magst, wurmt es mich nicht mehr. Ich bin nicht die Sorte von eifersüchtig, die in einer Beziehung misstrauisch ist. Nur in der Zeit, in der ich dachte, du magst mich nicht, war ich eifersüchtig, weil ich halt gern an Bens Stelle gewesen wäre. Aber dass du vor mir andere Partner hattest, stört mich nicht.“

Er stockte kurz. „Also ich mein, ich rede jetzt hier so, als wäre unsere Beziehung schon in trockenen Tüchern. Ich mein, ach keine Ahnung, halt bevor du was mit mir hattest.“

Bob schürzte wieder die Lippen und sah Peter amüsiert an. „Also nachdem wir uns jetzt gegenseitig ausführlich gestanden haben, dass wir uns schon seit Ewigkeiten mögen und unsere Freunde mit unserem Liebeskummer genervt haben, fände ich es sehr verwunderlich, wenn wir jetzt nicht in einer Beziehung wären.“

Peter wurde rot. „Naja… Ich wollte nicht einfach etwas annehmen, worüber wir noch nicht geredet haben.“

Bob stand auf, stellte sich vor Peter und nahm seine Hände in seine. „Gut, dann bin ich dafür, dass wir das jetzt klären.“

Peter schluckte. „Okay.“

„Lieber Peter, willst du mein Freund sein? Ja, Nein, oder Vielleicht?“

Peter warf den Kopf zurück und lachte. „Du bist ein Idiot.“

Bob lachte auch. „Das ist richtig. Aber möchtest du, dass der Idiot dein Freund ist? Ja, Nein, oder Vielleicht?“

Peter verdrehte die Augen. „Ja, ich möchte, dass der Idiot mein Freund ist.“

Bob grinste breit. Dann nahm er Peters Gesicht in die Hände und küsste ihn. Peter schob mit seinem Fuß die Sporttasche zur Seite, die am Boden lag, und rückte näher an Bob heran. Er legte ihm seine Hände um den Rücken und zog ihn näher an sich. Bob stellte sich auf seine Zehenspitzen und vertiefte den Kuss. Er fuhr mit den Händen in Peters Haare, ließ sich von ihm in die Schranktür drücken. Ob er jetzt wohl gerade den bi-Sticker am Hinterkopf hatte? Wie ein kleines queeres Sandwich, sein schwuler Grübelkopf eingebaut zwischen einem bisexuellen Peter und dessen bisexuell markierter Schranktür. Er musste grinsen.

„Was?“, fragte Peter zwischen Küssen.

„Nix“, sagte Bob, „ich kann einfach immer noch nicht fassen, dass das gerade alles echt ist.“

Peter löste sich und betrachtete ihn. Dann küsste er ihm auf die Wangen. Erst auf die rechte, dann die linke und zum Schluss auf die Nase und die Stirn. „Alles echt.“ Er grinste ihn an. Er war so wahnsinnig schön.

„Aber eine Frage habe ich noch.“

„Ja?“

„Du hast eben gesagt, wir haben unsere Freunde mit unserem Liebeskummer genervt. Ich hab Jeffrey genervt, wen hast du genervt?“

„Trevor und Justus.“ Bob lächelte. „Aber Trevor weiß das natürlich erst, seit ich ihn kenne. Das ist ja noch nicht so lang. Und Justus weiß es auch erst seit einer Woche – also offiziell. Ich vermute, dass er das schon länger geahnt hat. Aber sie hatten beide noch nicht allzu viel Zeit, so richtig genervt zu sein. Aber ich denke, hätten Trevor und Justus mir nicht so ordentlich den Kopf gewaschen, hätte ich noch ewig gebraucht, bis ich geschnallt hätte, dass du mich magst.“

„Und davor hast du es die ganze Zeit nur alles in dich reingefressen?“

Bob zuckte mit den Schultern.

„Ach, Bobbele…“ Peter zog ihn wieder an sich und wickelte ihn in eine feste Umarmung ein. „Ich bin froh, dass es jetzt endlich raus ist.“

Bob grinste in Peters T-Shirt. „Ich auch.“

Es war kurz ruhig, während sie in der Umarmung verharrten und ihre Nähe zueinander genossen. Schließlich durchbrach Peter wieder die Stille: „Weißt du, was mir gerade einfällt?“

„Hm?“

Peter löste sich und stolzierte zur anderen Seite des Zimmers. Er nahm fünf Bücher aus dem Bücherregal und hielt sie Bob als Stapel hin. „Hier. Bis die Serie rauskommt, im Dezember, musst du die gelesen haben. Danach kommen noch weitere Reihen, aber die hier sind als erstes dran.“

Bob sah sich den Stapel an und grinste. „Sehr gut, dann kann ich jetzt endlich eine echte queere Person sein.“

Peter lachte und legte die Bücher mit zu seinen Sachen in die Sporttasche. „Das bist du ja schon. Aber das ist trotzdem Pflichtlektüre.“

„Trevor hat seine Bücher auch mitgenommen nach LA, damit Justus sie lesen kann.“

„Gut so.“ Peter zog den Reißverschluss der Tasche zu. „Okay, aber können wir kurz darüber reden, dass Justus auch gesagt hat, er ist queer? Wusstest du das?“

Bob nickte. „Ja, aber auch erst seit Donnerstag.“

Peter grinste. „Dann können wir ihn ja tatsächlich mit Trevor verkuppeln.“

Bob schürzte die Lippen. „Ich glaube, dafür brauchen die uns nicht. Das schaffen die schon allein.“

 

Notes:

Bestimmt sind sie den Fall jetzt wirklich los und es fliegt ihnen sicherlich nicht alles um die Ohren ;)